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Österreichs Wohnmobil-Maut

Wie funktioniert die Maut in Österreich?

Österreichische Autobahn Foto: Fotos: Archiv, Asfinag 3 Bilder

Wer keinen Ärger auf Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich will, muss sich gut über den korrekten Gebrauch von Vignette oder Go-Box informieren, sonst drohen hohe Bußgelder. 

Maut für Kraftfahrzeuge ist in Europa eher die Regel als die Ausnahme – auch in Deutschland ist die Maut seit Kurzem beschlossene Sache. Eine einheitliche Regelung für die Straßenabgabe gibt es nicht, jedes Land kocht hier sein eigenes Süppchen.

Was für Pkw-Fahrer noch einigermaßen überschaubar ist, mutiert für Reisemobilisten bisweilen zu einem undurchsichtigen Dschungel. Denn je nach Land berechnet sich die Maut ganz unterschiedlich: mal nach dem zulässigen Gesamtgewicht, mal nach der Achszahl, der Höhe oder einer Kombination aus alldem.

In der Vergangenheit hat sich gezeigt,dass Reisemobilfahrer vor allem in Österreich mit den Maut-Modalitäten zu kämpfen haben. Das belegen zahlreiche Leserbriefe und Forumsdiskussionen.

Wohnmobil-Maut Österreich: Vignette bis 3,5 Tonnen

Wer ein Reisemobil mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen fährt, hat es noch relativ einfach. Er benötigt für Schnellstraßen und Autobahnen in Österreich nur eine Vignette, die er an die Windschutzscheibe kleben muss. Diese gibt es für zehn Tage (8,90 Euro), zwei Monate (25,90 Euro) oder ein Jahr (86,40 Euro). Erhältlich ist sie in Deutschland bei den Automobilclubs oder an grenznahen Tankstellen. Wer ohne Vignette erwischt wird, muss eine sogenannte Ersatzmaut in Höhe von mindestens 120 Euro bezahlen.

Wohnmobil-Maut Österreich: Go-Box ab 3,5 Tonnen

Go-Box Foto: Fotos: Archiv, Asfinag
Die Go-Box ist auf österreichischen Schnellstraßen und Autobahnen Pflicht für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zGg.

Schwere Reisemobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen brauchen auf Schnellstraßen und Autobahnen in Österreich eine Go-Box. Das ist ein etwa zigarettenschachtelgroßes Kästchen, das per Funksignal mit den Mautportalen kommuniziert. Immer, wenn man einen dieser Bögen passiert, wird automatisch Guthaben von der Box abgebucht. Die erfolgreiche Abbuchung wird mit einem Piepton bestätigt.

Piept die Box vier Mal, ist entweder das Guthaben aufgebraucht, oder es liegt ein technisches Problem vor. In jedem Fall sollte man schleunigst die nächste Vertriebsstelle anfahren, um die Maut nachzuzahlen. Anderenfalls drohen saftige Geldstrafen in Höhe von 220 Euro, die die Betreibergesellschaft der österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen (Asfinag) auch rigoros eintreibt. 

Die Bezahlung der per Go-Box erhobenen Maut erfolgt entweder im Vorhinein oder im Nachhinein. Letzteres hat den Vorteil, dass man nicht auf das Guthaben achten muss. Beim Pre-Pay-Verfahren kann die Box mit einem Guthaben zwischen 75 und 500 Euro aufgeladen werden.

Die Go-Box wird an den „GO-Vertriebsstellen“ verkauft. Die Tarife hängen unter anderem von der Anzahl der Achsen, den zurückgelegten Kilometern und der Euro-Emissionsklasse des Reisemobils ab. Letzteres führt immer wieder zu Problemen, da Go-Box-Käufer die falsche Euro-Norm angeben.

Maut-Bestimmungen in Europa
Komplizierte Bezahl-Systeme im Ausland

Go-Box: Ändert der Partikelfilter die Euro-Norm?

Wichtig zu wissen: Durch den Einbau eines Partikelfilters ändert sich nicht die Euro-Norm des Fahrzeugs. Man erhält zwar in Deutschland die grüne Umweltplakette, aber diese ist eben nicht eine „Euro 4 Plakette“, obwohl verwirrenderweise eine 4 darauf abgedruckt ist. Der Einbau eines Partikelfilters ändert nur die Partikelminderungsklasse des Fahrzeugs, die für die Vergabe von Umweltplaketten maßgeblich ist.

Auch die Schadstoffklasse, die für die Höhe der Kfz-Steuer des Reisemobils relevant ist, wird davon nicht tangiert. Wer mit einer falsch programmierten Go-Box fährt, muss mit Nachforderungen von Seiten der Asfinag rechnen.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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