heringskunde Zelt Markise Matthias Pinn
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12 verschiedene Camping-Heringe im Überblick

Wind und Wetter trotzen

Zur Befestigung von Markise und Vorzelt am Campingbus und Wohnmobil geht an Heringen kein Weg vorbei. Doch welcher Typ eignet sich zu welchem Zweck? Eine kleine Heringskunde.

  1. Alle Heringe im Überblick
  2. Material
  3. Tricks zum Befestigen
  4. Was tun bei Wind?
  5. Preisvergleich

Ankommen, Keile unterlegen und Markise ausfahren oder Vorzelt vor den Wagen setzen. Auf vieles mag man beim Campen verzichten können, doch nicht auf den Schattenspender und Wetterschutz. Ein Vorzelt sorgt bei Bedarf sogar für weitere Schlafplätze. Um Wind und Wetter bei allen Bodenbedingungen gewachsen zu sein, bedarf es jedoch passender Heringe zur Befestigung der Abspannleinen.

Zwar werden Markisen und Zelten schon ab Werk Heringe beigelegt, doch sind diese in der Regel für eine Nutzung auf Rasen oder Wiesengrund ausgelegt. Bei anderen Bodenverhältnissen hilft der Zubehörmarkt mit speziellen Ausführungen weiter. Doch das Angebot ist vielfältig, ja schon fast verwirrend.

Welcher Hering taugt für welchen Einsatzzweck am besten?

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Andreas Becker
Vorzelte vergrößern den nutzbaren Raum beim Campen erheblich, im Fachhandel gibt es für jeden Untergrund den passenden Hering.

Die Grundregeln sind simpel: Je härter der Boden, umso stabiler und dünner muss der Hering beschaffen sein. Und je weicher der Boden, desto länger und breiter sollte der verwendete Typ ausfallen. Als weiteres Kriterium gilt die Einsatzdauer: Soll der Erdanker das Vorzelt nur für eine kurze Dauer sichern oder verbleibt er den ganzen Urlaub im Erdreich? Heringe, die das Gestänge des eigentlichen Zeltes fixieren, müssen stärker dimensioniert sein als solche, mit denen man nur gelegentlich mal Seitenteile zum Lüften aufstellt. Die wichtigsten Abspannungen bei Vorzelten erfolgen meist an den Eckstützen.

Alle Camping-Heringe im Überblick

Die dazugehörigen Bilder zu den Heringen finden Sie in unserer Bildergalerie. Hier geht's zum Preisvergleich.

Querlieger: Ein hervorragender Allrounder für sehr weiche Böden ist der Snow & Sand Peg von Fjällräven. Dank der Schnur kann man ihn auch gut quer eingraben. Auf Gewalt reagiert der hart eloxierte Hering empfindlich, also bitte nicht schlagen. Länge: 31 cm, Gewicht: 60 g, Preis: 15 Euro.

Sparfuchs: Ob aus Alu oder Stahl: Der klassische Rundhering mit Haken liegt oft günstigen Zelten bei, die Stahlversion meist billigen Hauszelten. Auf Tour haben beide nicht viel verloren: Sie verbiegen schnell und halten nicht viel. Länge: 18 cm, Gewicht: 16 g (Alu), Preis: ca. 1 Euro.

Y-Hering: Er hält in harten wie in weichen Böden, sollte aber immer an der Schlaufe herausgezogen werden, da sein Kopf scharfkantige Einkerbungen besitzt. Und bitte nur von oben schlagen, sonst verbiegt der auf dünnem Hals thronende Kopf. Länge: 19 cm, Gewicht: 13 g, Preis: 14 Euro.

Schraubhering (Alu): Für die Markisenbefestigungauf besonders harten, steinigen Böden eignet sich der Schraubhering „Profiwurm“ von Wurmi. Er zeichnet sich durcheine hohe Verdrehfestigkeit aus. Länge: 28 cm, Gewicht: 150 g, Preis: 17 Euro. Es gibt auch Aluschraubheringe zum Einschlagen.

Titan: Leicht und mit überragender Haltekraft in weichem bis mittelfestem Grund, hilft der Hering aus hochfestem Titan beim Gewichtsparen. Am besten hält er in Wiesen, allerdings bleibt in den Aussparungen oft viel Erde hängen. Länge: 16,5 cm, Gewicht: 9 g, Preis: 10 Euro.

Allrounder: Bei hochwertigen Zelten ist er Standard: der goldgelb eloxierte V-Profil-Hering mit abgerundeten Kanten. Er besteht aus hochfestem Alu und überzeugt mit einfachem Handling und gutem Halt in fast allen Böden. Schläge steckt er weg. Länge: 16 cm, Gewicht: 11 g, Preis: 3,80 Euro

Schraubhering (Kunststoff): Der Schraubhering „N“ von Peggy Peg aus glasfaserverstärktem, UV-beständigem Polyamid in Signal-Orange sichert zuverlässig Vorzelte und Markisen. Er ist für weiche bis mittelfesteBöden geeignet. Länge: 20 cm, Gewicht: 28 g, Preis: 1,60 Euro. In vier Längen verfügbar.

Sandscheibe: Weniger für die Markisen- und Vorzeltbefestigung als vielmehr für den Strand eignet sich der Kuku-Sandanker von Terra Nation. Schön tief eingebuddelt, schützt er Strandmuscheln und Windschutzwände vor dem Umfallen. Durchmesser: 18 cm, Gewicht: 55 g, Preis: 3,90 Euro.

Innovator: Aus hochfestem Kunststoff in der Schweiz gefertigt, halten die Heringe von Swiss-Piranha auch in weichen Böden bombenfest. Einkerbungen am Kopf nehmen Sturmleinen auf. In vielen Längen verfügbar. Der kürzeste heißt RT 90: Länge: 8 cm, Gewicht: 3,2 g, Preis: 1,50 Euro.

Schlagdorn: Wo andere verbiegen, bleibt er gerade und standhaft: In harte, felsige Böden lässt sich der MSR Core Stake willig hineinkloppen – sein Dickschädel aus Vollaluminium ist dafür wie gemacht. Auch in einer Carbonversion erhältlich. Länge: 23 cm, Gewicht: 14 g, Preis: 9 Euro.

Schneeanker: Der bis – 50 °C absolut kälteresistente Schneeanker von Swiss-Piranha dient Wintercampern als zuverlässiger Haltepunkt: Einfach eingraben und den Schnee darauf festtrampeln. Zirka fünf Minuten später hält er wie festbetoniert. Maße: 20 x 15 cm, Gewicht: 45 g, Preis: ca. 18 Euro.

Sandhering: Auch wenn seine Form eher an einen Mantarochen als an einen Hering erinnert, fühlt sich auch dieses Exemplar an Land wohler als im Wasser. In Sand und Schnee hält er dank breiter Flügel deutlich besser als seine Artgenossen. Derbe Schläge auf den Kopf mag er aber nicht. Länge: 30 cm, Gewicht: 100 g, Preis: 3,95 Euro.

Das Material

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Schraubhering (Alu): Für die Markisenbefestigung auf besonders harten, steinigen Böden eignet sich der Schraubhering „Profiwurm“ von Wurmi. Er zeichnet sich durcheine hohe Verdrehfestigkeit aus.

Die Bandbreite der verwendeten Materialien kennt kaum Grenzen. Wegen seiner Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit ist der Holzhering praktisch verschwunden und kommt allenfalls noch in Langausführung zur Zeltsicherung in lockerem Sand und Dünen zum Einsatz.

Aluminium birgt den Vorteil des geringen Gewichts, taugt aber nur für weiche Böden. Steiniger Untergrund kann die Spitze abstumpfen lassen, massive Hammerschläge haben ein Verbiegen zur Folge. Die aus Leichtmetall gefertigten Schraub- und Schlagheringe im XXL-Format für die Befestigung von Sturmbändern stellen hier eine Ausnahme dar.

Im Campingbereich immer stärker verbreitet sind Schraubheringe aus Kunststoff in verschiedenen Längen, die guten Halt in losem Boden und weichem Gras versprechen. Zu beachten ist, dass der Kunststoff oft mit der Zeit aushärtet und spröde wird. Sie sollten grundsätzlich eingedreht und nie eingeschlagen werden.

Heringe aus Eisen und Stahl sind ausgesprochen stabil, bei Edelstahl kommt der Bonus der Korrosionsbeständigkeit hinzu. Erkauft wird die Tauglichkeit für sehr harte Böden mit erhöhtem Gewicht.

Kleine Tricks fürs Hering-Setzen

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Ein hervorragender Allrounder für sehr weiche Böden ist der Snow & Sand Peg von Fjällräven. Dank der Schnur kann man ihn auch gut quer eingraben.

Was aber tun, wenn sich erst auf dem Stellplatz herausstellt, dass der optimale Hering nicht im Gepäck ist? Hier lässt sich auf ein paar einfache, aber bewährte Tricks zurückgreifen: Bei losen Steinen oder weichem, durchfeuchtetem Grasboden werden die Leinen an doppelt gesetzten Heringen gespannt, um die Belastung auf den einzelnen Erdanker zu minimieren. Das funktioniert auch bei Wind.

In Weichsand wiederum lässt sich zur Not auch auf einen stabilen Holzknüppel zurückgreifen, an dem die Abspannung festgeknotet wird. Jetzt nur noch ein Loch freilegen, das Holzstück eingraben und wenn möglich mit einem großen Stein beschweren.

Tipp: Je weiter ein Hering in den Boden eingeschlagen wird, umso besser bleibt er auch unter Belastung stecken – klar. Experten empfehlen zudem, den Hering nicht senkrecht im Boden zu versenken, sondern möglichst im rechten Winkel zur Abspannleine.

Einschlag- und Ausziehhilfen

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Michael Eichhammer/Adobe Stock
Heringe einschlagen: Zur Not tut’s auch ein faustgroßer Stein.

Zum Einschlagen von Heringen in normale und weiche Böden wird in der Regel kein Stahlhammer benötigt. Gummi-, Kunststoff- oder Holzhämmer schonen den Hering, verborgene Hindernisse im Boden sind eher spürbar. Bei steinigen Böden hilft ein Stahlhammer. Doch dabei können scharfe Grate am Heringskopf entstehen. Besser ist es, mit einem Bohrer vorzubohren. Mit der geteilten Spitze eines Zimmermannshammers können Stahlheringe leicht wieder aus dem Boden gezogen werden. Für profilierte Heringe empfiehlt sich die Verwendung einer Ausziehhilfe, wie sie im Fachhandel erhältlich ist. Schraubheringe werden mit einem mitgelieferten Spezialwerkzeug, eventuell mit einem Akkuschrauber, in den Boden gedreht.

Was tun bei starken Winden?

Böiger Wind ist der natürliche Feind des Zeltes. Sowohl an der kroatischen Adria als auch in den schwedischen Schären kommt der Wind häufig plötzlich über Nacht. Sicher, in Tests haben Vorzelte ihre Standfestigkeit teils bis Windstärke 8 unter Beweis gestellt. In der Praxis können etwa regendurchweichte Böden aber dazu führen, dass Heringe nur noch geringen Halt finden.

Herzog-Zelte empfiehlt beispielsweise, bei Sturmwarnung offene Sonnendächer abzubauen beziehungsweise die Markise einzufahren. Verschließbare Zelte sollten komplett geschlossen und mit allen verfügbaren Leinen versehen sein. Der Zelthersteller Brand betont, dass für die Widerstandsfähigkeit bei schlechtem Wetter eine straffe Ausspannung der Zelthaut sowie eine sorgsam ausgeführte und rundum laufende Bodenabspannung entscheidend sind. Bei aufkommendem Sturm müssen alle Zeltteile eingesetzt und am Boden abgespannt sein, große Lüftungsfenster verschließt man.

Kaufberatung: Markisen
Jacek Bilski/Hersteller
Tagsüber sind Markisen ein guter Sonnenschutz. Doch was macht man nachts damit?

Nichts ist unangenehmer, als im Morgengrauen rauszumüssen, um flatternde Zeltbahnen wieder zu richten. Zu den regulären Vorbereitungen für die Nacht gehört deshalb, Zeltplanen und Markise für alle Fälle zu rüsten. Für Markisen als auch für Vorzelte empfehlen sich Sturmgurte, die das Zelt in Position halten. Diese sollten jedoch nicht über das Dachgewebe laufen, weil sie hier zu Beschädigungen des Materials führen können.

An den Dachdornen befestigt, besteht eine direkte Verbindung zum Zeltgerüst. Der plötzliche Druck durch Windböen wird gemindert, wenn Sturmgurt und Bodenanker mittels einer Spiralfeder verbunden sind. Wer Zeltbahnen mit Heringen sichert, sollte zwischen Zeltleine und Hering einen Gummiring setzen, der ein Einreißen der Ösen bei Böen verhindert.

Vor der Reise informieren

Wer im Voraus weiß, wohin die Reise geht, kann sich im Vorfeld über die typische Bodenbeschaffenheit in der Zielregion informieren. Stellplatz- und Campingplatzführer, aber auch Blogs und Reiseliteratur geben Hinweise darauf, mit welchen Bedingungen man in der Regel konfrontiert wird. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel und selbst vor Ort lässt sich die Bodenbeschaffenheit nicht immer per Augenschein genau bestimmen. Unter Grasnarben kann sich sowohl Sand als auch Fels verbergen, unter Schotter alte Fundamente oder Stein. Als Indikator taugt das von Campingplätzen an der Rezeption oder im Shop angebotene Campingzubehör. Die Heringe, die vor Ort offeriert werden, taugen meist für die lokalen Bodenverhältnisse.

Alternativ erspart eine Beratung im Campingfachhandel mögliche Fehlkäufe, Sonderangebote sind nicht immer ihr Geld wert. Den einen – für alle Bedingungen tauglichen – Hering indes gibt es nicht. Auf der sicheren Seite ist deshalb, wer unterschiedliche Arten von Heringen im Gepäck hat. Verabschieden sollte man sich allerdings von noch vorhandenen Heringen längst ausgedienter Zelte. Die haben meist nur noch Erinnerungswert.

Preisvergleich und Übersicht

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