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Concorde Charisma im Gebrauchtcheck

Gebrauchtmobil der Liner-Klasse

Der Charisma wurde vom Start weg zum Erfolgsmodell für die Marke Concorde Foto: Ulrich Kohstall, Archiv 12 Bilder

2005 revolutionierte der Charisma die Liner-Klasse. Vom Start weg wurde er zum Erfolgsmodell für die Marke Concorde. Heute rückt das Luxusmobil als Gebrauchter für immer mehr Käufer in Reichweite.

Als „sensationell“ beschrieb promobil den Charisma bei seiner ersten Vorstellung und als „ganz neues Fahrgefühl“ bewies er beim ersten promobil-Fahrtest. Knapp elf Jahre später lässt sich dieser erste Eindruck nur bestätigen.

Die dritte Generation des integrierten Charisma – die wegen der fast vergessenen frühen Exemplare oft Charisma II genannt wird – hat nicht nur Concorde einen Schub gebracht, sondern auch die Liner-Klasse verändert. Erstmals setzte Concorde den gesamten Fahrerplatz des Iveco Daily höher sowie weiter nach vorne und verpasste dem schlichten Basisfahrzeug ein eigenes, elegantes Armaturenbrett.

Auf diese Weise entstand zwischen der riesigen Frontscheibe und der gleichfalls charakteristischen Heckwand eine stufenlose Wohnlichkeit, die zum Vorbild für eine ganze Fahrzeugkategorie wurde. Sogar nach der Premiere des Charisma III im Jahr 2011 blieb das seit 2005 optisch fast unveränderte Modell noch eine Saison im Angebot.

Auf- und Ausbau

Alle Grundrisse haben eine große Garage und einen Doppelboden. Foto: Ulrich Kohstall, Archiv
Alle Grundrisse haben eine große Garage und einen Doppelboden.

Dem Charisma gelang ein Spagat zwischen rationell gebauten Serienmobilen und individuell geplanten Luxuslinern. Einerseits hat man es also mit einer Grundkonstruktion zu tun, die bei allen Charisma identisch ist, andererseits gab es stets eine Fülle von Ausstattungsmöglichkeiten, die eine hohe Individualität ab Werk ermöglichte. Bei Gebrauchten kommen außerdem oft aufwendige Nachrüstungen hinzu. Solche Eigenheiten machen es nicht immer leicht, typische Schäden an älteren Charisma herauszufiltern. Eine sehr individuelle Sichtweise kennzeichnet auch die Charisma-Eigner selbst, wie die aktuelle Umfrage von promobil zeigt. Häufiger als bei anderen Gebrauchten tauchen hier die Extremfälle auf: endlose Mängellisten sowie restlose Begeisterung. Für potenzielle Käufer liegt die Wahrheit vermutlich in der Mitte.

Auch ein hochwertiges Luxusfahrzeug ist nicht per se fehlerfrei. Es gibt schließlich deutlich mehr Komponenten als in Mittelklassemobilen, die auf Dauer ihren Dienst versagen können. Viele Luxusattribute greifen auf die Bordelektrik zurück, die im Charisma entsprechend komplex ausfällt und in der Befragung als häufigste Fehlerquelle im Ausbau genannt wird. Vergleichsweise oft müssen die Bordbatterien komplett ausgetauscht werden.

Mit Bordstrom bewegt sich im Charisma etwa der Bugrolladen, was nicht bei allen Fahrzeugen zuverlässig funktioniert. Elektrisch entriegelt man auch das Türschloss per Zahlencode; es ist wohl mitverantwortlich dafür, dass die Aufbautür weit oben in der Mängelhitliste auftaucht.

Typisch für den Charisma ist die große Dusche und die offene Badgestaltung. Foto: Ulrich Kohstall, Archiv
Typisch für den Charisma ist die große Dusche und die offene Badgestaltung. Zur Abtrennung stehen an beiden Durchgängen Schiebetüren bereit.

Die in der Umfrage genannten Dichtigkeitsprobleme des Aufbaus beziehen sich zumeist auf Stauraumklappen. Aufgequollene Holzteile im Doppelboden können ein Indiz dafür sein. Undicht werden bei einigen Modellen außerdem die seitlichen Fahrerhausfenster. Hin und wieder tritt ein Leck an der Warmwasserheizung auf. Nicht zuletzt beklagen manche Besitzer Undichtigkeiten im WC-System bei festen Fäkaltanks.

Völlige Ausnahme bleiben Schäden am äußerst solide gebauten Echtholzmobiliar. Nur selten streikt einmal der Verschluss eines Schubkastens oder einer Schiebetür.

Für die unter dem Strich äußerst positiven Bewertungen, die Charisma-Besitzer ihren Fahrzeugen geben, ist auch der hochwertige Aufbau verantwortlich. Gebrauchtwagenkäufer sollten dennoch die Rahmen der Stauraumklappen im Blick haben, wo Alufraß hin und wieder am guten Ruf des Charisma nagt.

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Basisfahrzeug

Nicht ganz so gut kommt der Iveco Daily im Urteil der Besitzer weg. Mal nerven Kleinigkeiten wie grundlose Fehlermeldungen, mal geht es um kostspielige Reparaturen.

Guten Zugang zur Iveco-Technik gewährt die große Motorhaube. Foto: Ulrich Kohstall, Archiv
Vergleichsweise guten Zugang zur Iveco-Technik gewährt die große Motorhaube. In einigen Fällen macht die Entriegelung Probleme.

Obwohl die meisten Fahrzeuge erst fünfstellige Kilometerleistungen auf dem Tacho haben, fielen Klimakompressoren aus, machten Turbolader schlapp, schlugen Kardanwellen aus oder war die Hinterachse defekt. Manche Besitzer bemängeln außerdem zu hohe Motortemperaturen und einen unvermittelt und geräuschvoll anspringenden Kühlerlüfter. Keine rechte Freude bereitet außerdem das in Gebrauchten oft vertretene Agile-Getriebe. Die automatisierte Schaltung arbeitet ruppig und nicht verschleißfrei. Nicht nur die elektronische Steuerung, sondern auch die Kupplung ist für außerplanmäßige Werkstattbesuche verantwortlich.

Marktlage

Dank des großen Verkaufserfolgs als Neuwagen steht heute ein breites Angebot an gebrauchten Charisma der Baujahre 2005 bis 2012 zur Verfügung. Gebrauchtwagenkäufer haben also gute Chancen, ihren ganz persönlichen Traumgrundriss zu finden. Der Einstieg in die Luxusklasse beginnt unter 90.000 Euro. Ein großer Teil der Charisma-Angebote liegt jedoch noch über der 100.000-Euro-Schwelle.

Das Fehlen echter Schnäppchen liegt ebenso an der guten Nachfrage wie am durchweg hohen Ausstattungsniveau der Fahrzeuge und an den eher geringen Kilometerleistungen. Auch der in dieser Kategorie oft überdurchschnittliche Pflegezustand kann seinen Teil dazu beitragen. Ein Beispiel dafür ist das auf diesen Seiten gezeigte Exemplar. Es zeigt, dass auch ein acht Jahre altes Reisemobil aussehen kann, wie frisch vom Band gelaufen. Das spricht nicht nur für die sorgsame Behandlung im Erstbesitz, sondern auch für die solide Substanz des Charisma.

Darauf sollten Sie achten

Stauraumklappen: Bei einigen Klappenrahmen tritt Korrosion, also Alufraß auf, der nur durch Austausch zu beseitigen ist. Nicht selten sind außerdem Undichtigkeiten an den Zugängen zu Unterflurstauräumen.

Heizung: Alle Charisma werden von der Alde-Warmwasserheizung temperiert. Beim Gebrauchtwagencheck sollte man nicht nur auf die Funktion, sondern auch auf eventuelle Undichtigkeiten und den korrekten Füllstand der Flüssigkeit im System achten.

Elektrik: In der aufwendigen Steuerung der Bordstromversorgung treten bei einigen Charisma Fehler auf. Außerdem kann es zum Totalausfall der Akkus kommen. Betroffen sind vor allem die Bordbatterien mit AGM-Technik.

Fahrerhausfenster: Wie es sich für einen Liner gehört, hat auch der Charisma eine Isolierverglasung an den seitlichen Bugfenstern. Manche Besitzer monieren hier Undichtigkeiten in Form von Beschlag innerhalb der Doppelverglasung.

Klimaanlage: Das unter dem Charisma gängige Iveco-Daily-Chassis entpuppt sich nicht immer als Muster an Zuverlässigkeit. Ärger macht zum Beispiel der frühzeitige Ausfall der halbautomatisch geregelten Klimatisierung.

Getriebe: Das im Charisma auf Iveco Daily weit verbreitete Agile-Getriebe arbeitet wenig harmonisch. Überdies treten manchmal Defekte an Getriebesteuerung und Kupplung auf.

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Vielfältig: Charisma und Co

Der Name Charisma taucht in der Concorde-Historie zunächst bei den Alkovenmodellen auf. Erst mit der hier vorgestellten Generation wird die Modellbezeichnung zum Synonym für innovative Integrierte. Vom Start weg bietet Concorde vier Grundrisse an, die zwischen acht und neun Meter lang sind. Gerne genommen wird die Zwischengröße, der achteinhalb Meter lange 840 L mit Einzelbetten. Alternativ stehen Querbett, Doppellängsbett oder ein Queensbett zur Auswahl. Als Basisfahrzeug kommt zunächst nur der Iveco Daily ab sechs Tonnen Gesamtgewicht in Frage. Später können mit dem Iveco Eurocargo und dem MAN TGL auch echte Lkw-Chassis geordert werden.

Als kleinen Bruder des Charisma schiebt Concorde 2006 den Carver nach. Er basiert auf dem Daily-Fünf-Tonner und ist ab sechseinhalb Meter Länge zu haben. Die frühen Carver verzichten auf ein wagenbreites Bad, haben im geschlossenen Sanitärraum jedoch ebenfalls eine separate Dusche.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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