Für viele Caravaner kommt nur ein Auto mit kräftigem Dieselmotor als Wohnwagen-Zugfahrzeug in Frage. Doch immer mehr Autohersteller nehmen den Selbstzünder aus dem Programm. Eine Alternative kann der sogenannte Vollhybrid sein. Mit einer Kombination aus Benzin- und Elektromotor erzielen diese Autos häufig Verbrauchswerte auf Dieselniveau, ohne dafür Strom aus der Steckdose zu benötigen, wie etwa ein Plug-in-Hybrid oder reine Elektroautos. Das macht das Handling mit einem Vollhybrid im Alltag wie im Urlaub unkompliziert.
Doch auf einen Blick in die technischen Daten vieler Vollhybrid-Modelle folgt die Ernüchterung: die Anhängelast ist häufig sehr gering, nicht selten dürfen maximal 1,5 Tonnen oder sogar deutlich weniger an den Haken. Doch es gibt Ausnahmen. Unsere Recherche zeigt: Im aktuellen Vollhybrid-Angebot finden sich fünf Autos, die zwei Tonnen oder mehr ziehen dürfen. Es handelt sich dabei ausschließlich um mittelgroße bis große SUV.
Zugwagen-Tests von CARAVANING haben gezeigt, dass Vollhybride – zuletzt etwa der Hyundai Santa Fe – auch mit schweren Wohnwagen gut zurechtkommen und im Gespann-Betrieb ähnlich wenig verbrauchen wie ein Diesel. Bei starkem Beschleunigen und an Steigungen agiert der meist hubraumschwache (Turbo-)Benziner jedoch fühl- und messbar weniger souverän als ein Diesel.
Im Folgenden gehen wir auf die derzeit erhältlichen fünf SUV mit Vollhybrid näher ein.
Ford Kuga
Ford bietet das Kompakt-SUV Kuga bereits seit 2020 als Vollhybrid an. Vor zwei Jahren flog der parallel angebotene Diesel aus dem Programm. Wer die maximal mögliche Anhängelast von 2.100 Kilogramm ausschöpfen möchte, muss zur Allrad-Variante greifen. Der 3.050 Euro günstigere Fronttriebler darf nur 1.600 Kilogramm an den Haken nehmen. Im CARAVANING-Test mit Zwei-Tonnen-Anhänger verbrauchte der Allrad-Kuga 12,7 Liter je 100 Kilometer. Ein guter, einem Diesel ebenbürtiger Wert. Speziell am Berg fiel die Beschleunigung aber mau aus.
Ford Kuga 2.5 Duratec 4x4: Systemleistung 134 kW/183 PS, WLTP-Verbrauch 5,7 l S/100 km, Anhängelast 2.100 kg, ab 45.150 Euro
Hyundai Santa Fe

Im Test überzeugte der Allradler mit einem Gespannverbrauch von gut 12 Litern.
Auch Hyundai bietet den Vollhybrid im Santa Fe mit Front- oder Allradantrieb an. Beide dürfen volle zwei Tonnen ziehen. Für bessere Traktion empfiehlt sich die Allradversion, die allerdings 2.100 Euro mehr kostet und laut Norm einen halben Liter mehr Benzin verbraucht. Im CARAVANIG-Test genügten dem Allrad-SUV auf der Verbrauchsrunde mit Zwei-Tonnen-Anhänger etwas mehr als zwölf Liter Super je 100 Kilometer.
Hyundai Santa Fe 1.6 T-GDI Hybrid: Systemleistung 176 kW/239 PS, WLTP-Verbrauch 6,6 l S/100 km, Anhängelast 2.000 kg, ab 60.650 Euro
Kia Sorento

Trotz baugleicher Technik zum Hyundai Santa Fe ist der Sorento mit rund 5.000 Euro günstiger.
Der Kia Sorento nutzt die gleiche Hybridtechnik wie der Hyundai Santa Fe – stammen beide Fahrzeuge doch aus dem gleichen Konzern. Auch für den Sorento gilt daher, dass sowohl mit Front- als auch mit Allradantrieb zwei Tonnen Anhängelast möglich sind. Der Einstiegspreis liegt beim Sorento rund 5.000 Euro niedriger als beim Santa Fe. Anders als den Hyundai gibt es den Kia alternativ nach wie vor mit Turbodiesel.
Kia Sorento 1.6 T-GDI Hybrid: Systemleistung 176 kW/239 PS, WLTP-Verbrauch 6,6 l S/100 km, Anhängelast 2.000 kg, ab 55.190 Euro
Lexus RX

Die maximale Anhängelast von zwei Tonnen bieten beide Modelle.
Die Edelmarke von Toyota hat zahlreiche Vollhybrid-Modelle im Programm. Nur das große SUV RX erreicht jedoch 2.000 Kilogramm Anhängelast. Zwei Varianten stehen zur Wahl: Der RX 350h mit vergleichsweise geringer Systemleistung von 152 kW, der einen Solo-Verbrauch von nur wenig mehr als sechs Litern verspricht, und der RX 500h mit kräftigeren 273 kW/371 PS. Dafür steigt der Normverbrauch auf 8,1 Liter Super und der Grundpreis auf satte 102.000 Euro.
Lexus RX 350h: Systemleistung 152 kW/207 PS, WLTP-Verbrauch 6,3 l S/100 km, Anhängelast 2.000 kg, ab 73.950 Euro
Toyota RAV4

Nur die Allrad-Variante kommt auf die zwei Tonnen Anhängelast.
Der SUV-Pionier von Toyota ist gerade als sechste Generation im Handel gestartet. Den Vollhybrid gibt es mit zwei oder vier angetriebenen Rädern, wobei nur der Allradler auf zwei Tonnen Anhängelast kommt. Rund 200 PS Systemleistung, ein niedriger Normverbrauch von nur 5,3 Litern Benzin sowie ein Grundpreis unter 50.000 Euro sprechen für ein vernünftiges Auto.
Toyota RAV4 2.5 Hybrid AWD-i: Systemleistung 143 kW/194 PS, WLTP-Verbrauch 5,3 l S/100 km, ab 46.990 Euro
Alternativen mit weniger Anhängelast
Wem weniger als zwei Tonnen Anhängelast genügen, hat noch etwas mehr Auswahl. Den zwei Tonnen am nächsten kommt der Nissan X-Trail e-Power 4x4 mit 1,8 Tonnen sowie der Renault Espace mit 1,6 Tonnen. Letzterer weist auf dem Papier einen bemerkenswert niedrigen Normverbrauch von nur 4,8 Liter Super je 100 Kilometer aus.
Mit 1,5 Tonnen Anhängelast kommen die Vollhybride von Hyundai Tucson, Kia Sportage, Lexus NX, Renault Austral und Rafale sowie die China-Modelle MG HS und GWM Haval H6.










