Dethleffs hat den C.Fold per Einzelabnahme auf die Straße gebracht – und CARAVANING durfte ihn exklusiv durchs Allgäu scheuchen. Wir haben nicht nur den Prototyp gefahren, sondern auch Einblicke in die Erprobung bekommen. Spoiler: Manchmal hängt der Erfolg an Kleinigkeiten – und an einem Hammer.
Große Projekte scheitern oft an Details. So auch die Einzelabnahme des C.Fold-Prototyps: Die Fahrgestellnummer war links an der Deichsel eingeschlagen – muss aber rechts sitzen. Unter den Augen des TÜV-Gutachters und mit ein paar wuchtigen Hammerschlägen war das Problem behoben. Seine Unterschrift machte den Weg frei für das Kennzeichen "DE" am Einzelstück.
Das Konzept: Warum "klein fahren, groß campen"?
Die Devise des C.Fold-Projekts ist so einfach wie genial: Weniger Luftwiderstand, mehr Reichweite. Die Idee stammt von Monika und Peter Machart, wurde von Dethleffs aufgegriffen und vom Innovation Camp der Erwin Hymer Group in Handarbeit umgesetzt – mit Materialien, die es so noch nie im Caravanbau gab.
Ziel: Die Reichweite von E-Autos mit Anhänger deutlich erhöhen. Als Testfahrzeug diente ein VW ID.4 GTX mit 77-kWh-Akku. Ohne Anhänger schafft der ID.4 realistisch 470 Kilometer. Mit dem C.Fold am Haken sollten mindestens 300 Kilometer übrig bleiben – und das bei vollem Komfort.
Technik: Warum der C.Fold so flach ist – und was das bringt
Der entscheidende Faktor für den Energieverbrauch ist die Stirnfläche. Der C.Fold ist geschlossen nur 1,65 Meter hoch und 1,92 Meter breit – und duckt sich damit fast komplett hinter das Zugfahrzeug. Verantwortlich für die flache Silhouette ist das revolutionäre Fahrwerk: Kein klassisches Chassis mit Längsträgern, sondern eine direkte Befestigung von Deichsel und luftgefederten Rädern am Boden.
Das bedeutet:
- Mehr Komfort: Die Luftfederung reagiert sensibler auf Unebenheiten als herkömmliche Gummifederung.
- Mehr Sicherheit: Trotz niedrigem Schwerpunkt bleibt die Seitenneigung in Kurven minimal.
- Mehr Kontrolle: Selbst beim schnellen Ausweichen bleibt der Anhänger stabil in der Spur.
Fahrtest: So fährt sich der C.Fold
Dethleffs ließ uns nicht nur zuschauen, sondern ans Steuer – und Oliver Reuther, Chef des Innovation Camps, setzte sich aus Neugier auf den Beifahrersitz. Das erste Aha-Erlebnis kam nach zehn Metern: Beim Überfahren eines Bordsteins spürt man im Zugfahrzeug keinen Ruck – die Luftfederung schluckt die Unebenheit fast geräuschlos.
Auf 50 Kilometern Teststrecke zeigte der C.Fold:
Komfort: Deutlich angenehmer als klassische Caravans, besonders auf holprigen Straßen.
Bremsen: Selbstnachstellend, kräftig und sanft – genau wie man es sich wünscht.
Geräusche: Kein Quietschen oder Klappern – die Bürsten und Schleifdichtungen halten Wind und Wasser fern.
Kurvenverhalten: Etwas mehr Seitenneigung als bei klassischen Caravans, aber dank niedrigem Schwerpunkt gut kontrollierbar.
Noch nicht getestet: Die Muschel-Öffnung des Dachs – aktuell sind die Spindeln ausgebaut. Stehhöhe von Bug bis über die Achse soll aber möglich sein.
Reichweite: 300 Kilometer mit Anhänger – realistisch?
Ja! Die Testfahrten des Innovation Camps zeigen: Mit dem C.Fold am Haken bleibt die Reichweite des VW ID.4 GTX bei mindestens 300 Kilometern – und das bei sommerlichen Temperaturen und normalem Verkehr.

Die Tabelle zeigt die Verbrauchswerte und Reichweiten (rot), die mit den unterschiedlichen Caravans bei sommerlichen Temperaturen und ähnlichen Wetter- und Verkehrslage ermittelt wurden. Die grüne Linie markiert den Zielwert von 300 km.










