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Radioempfang im Wohnmobil optimieren

Empfang verbessern und Infos zum Umstieg auf DAB+

Radio im Wohnmobil Foto: Andreas Becker, Archiv 14 Bilder

Nicht immer steht es mit dem Radioempfang in Wohnmobilen zum Besten. Wenn der Sender ständig weg ist, Nachrichten ausbleiben oder der Musikgenuss gestört wird, ist guter Rat teuer.

Mitten in den Meldungen reißt der Verkehrsfunk plötzlich ab. Mist! Das wäre jetzt wichtig gewesen für die weitere Route. Ja, mit dem Radioempfang im Reisemobil ist das manchmal so eine Sache. Wenn es mehr rauscht als klingt, ist die Ursache nicht immer leicht zu finden. Das Problem kann sowohl mit dem Empfang zusammenhängen als auch mit der Verarbeitung der Signale.

Problem 1: Antenne ist nicht gleich Antenne

Tatsächlich kann jedes Autoradio noch so gut sein, wenn die Antenne kein vernünftiges Signal liefert, krankt zwangsläufig der Empfang. Und genau dies ist häufig der Knackpunkt. Pkw-Hersteller setzen längst auf gleich mehrere Antennen, die beispielsweise zahlreiche Drähte der Heckscheibenheizung verwenden, und lassen diese akribisch auf die Autoradiotechnik abstimmen. High Tech für High Fidelity.

Dachantenne Foto: Andreas Becker, Archiv
Die Profi-Lösung ist eine Dachantenne. Aufgrund ihrer exponierten Einbauposition nimmt sie die Radiowellen ohne Abschirmung auf.

Bei Reisemobilen hingegen sind sorgsam abgestimmte Radio- und Antennenanlagen bei Weitem noch keine Selbstverständlichkeit. Mitunter äußern sich Hifi-Experten auf Nachfrage sogar recht kritisch zum Thema und sprechen schon mal vom „serienmäßig eingebauten schlechten Empfang“. Zu unbedarft würde mancher Hersteller an die Technik herangehen, und entsprechend bescheiden fiele das Ergebnis aus. Es herrscht Verbesserungsbedarf.

Doch es geht auch anders. Inzwischen scheint nämlich ein Umdenken eingesetzt zu haben, denn zunehmend legen Reisemobilhersteller Aktivitäten an den Tag, um den Radioempfang in ihren Fahrzeugen tatsächlich zu verbessern.

Der neuralgischste Punkt ist die Antenne, denn sie stellt den Kontakt mit den Radiowellen her. Fachleute sind sich einig: Je höher die Antenne, desto besser der Empfang. Besonders bei Alkovenmobilen ist die Dachmontage die sinnvollste Position, denn die Schlafnische über dem Fahrerhaus schirmt Seiten- oder Scheibenantennen besonders ab.Kastenwagen sind in der Beziehung im Vorteil, denn da sitzt die Antenne oft schon serienmäßig ganz oben. Aber auch bei aufgebauten Reisemobilen lassen sich Dachantennen noch nachträglich montieren. Dabei muss allerdings das Material berücksichtigt werden, aus dem die Dachpartie gefertigt ist.

Bei allen Antennen ist ein elektrischer Gegenpol zum Betrieb notwendig

Und dieser besteht nur, wenn die Antenne mit einem metallischen Werkstoff in Kontakt kommt. Besteht das Dach aus GfK, muss um die Montagebohrung herum zusätzlich eine metallische Schicht angebracht werden. Antennen-Spezialist Hirschmann (hirschmann-car.com) empfiehlt eine leitfähige Folie von mindestens 70 x 70 Zentimetern. Einigen Antennen liegt auch ein Leitungskreuz bei.

Antenne am Kotflügel Foto: Andreas Becker, Archiv
Der Kotflügel ist ein häufiger Befestigungspunkt für die Antenne.

Serienmäßig sind viele Reisemobile dagegen mit einer Rückspiegel- oder Kotflügel-Antenne versehen. Deren Montage lässt sich leichter in den Fertigungsprozess einbinden. Unter Idealbedingungen ist der Radiobetrieb auch mit seitlich befestigter Antenne ohne Empfangsverluste durchaus möglich. Kommen die Wellen aber von der zur Antenne abgewandten Seite, schirmt der Aufbau die Antenne ab. Aufrauschen und Empfangsaussetzer sind die Folge.

Dass seitlich befestigte Stabantennen weniger effektiv sind, zeigt sich auch an deren Länge. Um ausreichende Empfangsleistung gewährleisten zu können, messen sie 30 bis 40 Zentimeter – und damit um einiges mehr als viele Dachantennen. Die im Automobilbau verwendeten Aktivantennen kompensieren ihre Länge durch einen Verstärker.

Scheibenklebeantenne Foto: Andreas Becker, Archiv
Die Scheibenklebeantenne ist günstig und einfach anzubringen. Die Empfangsqualität ist aber mäßig. Für Alkovenmobile nicht zu empfehlen.

Auch die zur Nachrüstung angebotenen Scheibenklebeantennen sind nur Notlösungen. Durch deren Anbringung im Fahrzeuginneren kommt neben der Abschottung noch ein weiterer Nachteil zum Tragen: Diverse elektrische Geräte können den Empfang durch magnetische Wellen beeinträchtigen – Experten nennen diesen Effekt EMV-Störung. In Pkws kann dieser Einfluss leicht verringert werden, wenn alle eingebauten Elektrogeräte entsprechend abgeschirmt und vom Hersteller zertifiziert sind.

Bei Reisemobilen lässt sich das aber nicht realisieren, da elektrische Geräte unterschiedlicher Herkunft in Betrieb sind. Auch billige LED-Lampen können die Empfangsqualität negativ beeinflussen, denn sie sind häufig nicht entstört.

Wie und wo man die Antenne besser einbaut, lesen Sie weiter unten.

Problem 2: Der Täter ist das Radio selbst

Wenn trotz Dachantenne der Radiogenuss leidet, liegt das Problem in der Regel am Radiogerät selbst. Die verwendete Technik und Auslegung des Empfängers ist je nach Gerät unterschiedlich. Anhand des Datenblattes lässt sich das aber nicht erkennen. Hier hilft nur das Vertrauen auf einschlägige Test- und Erfahrungsberichte aus Fachzeitschriften oder Foren wie www.promobil.de/forum/

Digitalradio – das rauschfreie Signal der Zukunft

Die Digitalisierung schreitet auch im Bereich der Radiotechnik immer weiter voran. So wird die altbekannte Ultrakurzwelle (UKW) nach und nach durch das Digitalradio (DAB+) ersetzt. Bis 2025 soll das analoge Signal in Deutschland vollständig abgeschaltet sein.

Mit der Schweiz und Norwegen planen auch weitere Länder bereits den Umstieg. In Norwegen können bereits seit Mitte Dezember nur noch lokale Radiosender über UKW empfangen werden.

In Südtirol wurden erste Sendestationen bereits abgeschaltet, weitere sieben Stationen der Rundfunk Anstalt Südtirol (RAS) sollen im Laufe dieses Jahres folgen.

Der Vorteil des digitalen Signals ist die rauschfreie Übertragung. Bemerkbar macht sich das beispielsweise bei der Einfahrt in einen Tunnel. Statt aufzurauschen, verstummt das Radio einfach für einen Augenblick, wenn das Signal abreißt. Weiterhin lassen sich Texte und Bilder gemeinsam mit dem Ton übertragen. Dadurch können nicht nur Programmhinweise übermittelt, sondern auch Verkehrsfunk und Wetterberichte problemlos um weitere informative Elemente erweitert werden.

Radio umrüsten: Kombi aus analog und digital?

Radio DAB-Radio von Blaupunkt im Test Radio mit Adapter umrüsten

Die technische Umstellung lässt sich vom Reisemobilisten mit geringem Kosten- und Umbauaufwand bewerkstelligen. Viele aktuelle Radiogeräte sind bereits mit einem DAB-Empfänger ausgestattet. Besonders komfortabel ist es, wenn das Radiogerät bei Verlust des DAB-Signals automatisch auf die zugehörige UKW-Frequenz wechselt. Diese Funktion heißt „Service Following“ und ist in Regionen hilfreich, die noch keine vollständige DAB+-Abdeckung haben.

Möchten Reisemobilisten auch zukünftig ihr analoges Radio verwenden, kann dieses mit einem zusätzlichen DAB+-Empfänger gekoppelt werden. Solche Adapter gibt es beispielsweise von Blaupunkt oder Pearl. Mit einem Saugnapf haften sie an der Scheibe und leiten das Radiosignal per Klinke-Kabel an das im Fahrzeug eingebaute Radio weiter. Manche DAB+-Adapter besitzen auch einen FM-Transmitter, der die Signale per Funk übermittelt. Allerdings werden diese Nachrüstlösungen meist nur mit einer Scheibenklebeantenne geliefert – deren Nachteile sind im Text oben bereits ausführlich erläutert.

Antennen-Einbau optimieren

Noch vergleichsweise gut beherrschbar sind die Einbauverhältnisse in ausgebauten Kastenwagen. Bei vielen Fiat Ducato sitzt die Empfangsantenne, wenn keine Dachmontage vorgesehen oder möglich ist, im rechten Außenspiegel. Als Standard-AM/FM-Antenne kostet diese 119 Euro Aufpreis, als DAB-Variante das Doppelte. Die Phantomspeisung des Antennenverstärkers, also dessen Versorgung mit 12 Volt, erledigt das Serienradio direkt via Antennenkabel. Wird ab Werk lediglich eine Radiovorbereitung bestellt, sitzt die Phantombox in der Beifahrertür.

Radioempfang im Wohnmobil Foto: Pompe, Heinz, Werk
Drei verschiedene Antennen im Überblick. Für jedes Wohnmobil gibt es die passende Antenne.

Bei Alkoven und Teilintegrierten kann die technisch zwar elegante, doch nicht ganz billige Spiegelantennen-Lösung allerdings früh an ihre Grenzen stoßen. Ein üppiger Wohnaufbau erzeugt oft eine ausgeprägte „Richtwirkung“, die das Signal in die eine Richtung verstärkt, in die andere abschirmt. Das kann bei jeder Fahrtrichtungsänderung zu Schwankungen der Empfangsleistung bis hin zu totalen Aussetzern führen. Soll es bei Vollintegrierten auf Fiat-Basis eine Spiegelantenne sein, nutzt das Serienmodell natürlich nichts, da spezielle Rückspiegel zum Einsatz kommen. Die freilich gibt es ebenfalls mit integrierten Antennenlösungen; Probleme mit der Richtwirkung können allerdings auch damit nicht ausgeschlossen werden. Gleiches gilt, wenn Drahtantennen quer im Armaturenbrett installiert werden – ein optimaler Rundumempfang ist auf diese Weise kaum zu realisieren.

Die Antenne gehört aufs Dach

Was früher galt, stimmt auch heutzutage noch: Eine Antenne gehört vernünftigerweise aufs Dach. Oder wenigstens knapp darunter. In die Bugmaske integrierte „Indoor“-Antennenlösungen können aber nur dann vernünftig funktionieren, wenn kein Blechdach vorhanden ist. Empfangstechnisch wirkt eine Alu-Außenhaut wie eine Abschirmung und schwächt das Signal. Eine elegante Lösung für die Innenmontage bei GfK-Dächern stellt die aktive Dipol-Drahtantenne 5010 von Antennentechnik ABB dar. Die ist beispielsweise bei Movera für knapp 60 Euro zu haben. Wenn hier die beiden 60 Zentimeter langen Antennenleiter im Winkel von 90 Grad verlegt werden, minimiert dies die Richtwirkung. Außerdem benötigt diese Antenne im Gegensatz zu sonst üblichen kein Massepotenzial.

Dieses empfangstechnische Gegengewicht, mit dem der Antennenfuß ansonsten leitend verbunden sein muss, wird bei Fahrzeugen mit Kunststoffdach bisweilen glatt vergessen, was einen ausgesprochen mickrigen Radioempfang zur Folge hat. Abhilfe verspräche eine leitende Metallfläche in Form eines Bleches oder leitender, über Kreuz angebrachter Folienstreifen von mindestens 50 Zentimetern Länge. Eine Lösung, die idealerweise schon bei der Produktion in die Dachfläche mit eingearbeitet wird.

Sandwichbauweise stört beim Nachrüsten nicht

Eine Dachkonstruktion in Alu-Sandwichbauweise ist in dieser Hinsicht eher unproblematisch, vor allem in Verbindung mit einer hochwertigen Aufbauantenne. Einziges Problem auch hier: die elektrisch leitende Verbindung des Antennenfußes zum Alublech. Und natürlich eine fachgerechte Abdichtung, damit es später nicht zu Feuchteschäden kommt.

Zubehör: Soundsysteme Sound-Systeme im Wohnmobil Ein Konzertsaal im Fiat Ducato

Bei Hymer beispielsweise ist man in dieser Hinsicht recht aktiv und hat sogar einen eigenen Antennenfuß entwickelt, der die Montage erleichtert und die leitende Verbindung zum Metalldach garantiert. Auch Niesmann+Bischoff hat nach entsprechenden Erfahrungen aus der Vergangenheit beim 2016er Modelljahr wieder auf die Dachmontage gewechselt und verwendet die ABB-Kombiflex-Dachantenne, die auch für den digitalen Rundfunkempfang DAB+ geeignet ist. Sie ist kurz, hoch flexibel und läuft kaum Gefahr, beim Rangieren unter Ästen verbogen oder beschädigt zu werden. Die Masse wird über die Zahnscheibe im Antennenfuß sichergestellt, die Leitungsführung erfolgt über die A-Säule zum Armaturenbrett. Auch dieses Modell gibt es für rund 50 Euro im Fachhandel.

Nachrüsten: Besser bei der Werkstatt

Wer eine Radioanlage komplett nachrüsten oder eine bestehende aufwerten möchte, tut gut daran, eine in diesem Bereich kompetente Reisemobil-Werkstatt zu konsultieren. Speziell, wenn es um die optimale Antennenplatzierung geht. Tatsächlich schulen Radio- wie Antennenhersteller die entsprechenden Fachkräfte. Womöglich reicht es bei schwachem Empfang schon aus, einen kleinen Signalverstärker einbauen zu lassen. Eine exakte Auswertung des Empfangsverhaltens ist zwar nur mit einem sehr teuren Pegelanalyzer möglich, aber auch Radios, die im Servicemodus eine Signalstärke-Anzeige bieten, erlauben eine erste Bewertung des Empfangsverhaltens.

Prinzipiell besteht sogar die Möglichkeit, eine zusätzliche Antenne zu installieren und deren Signal mit dem der vorhandenen zu mischen. Der aktive Diversity-Adapter von Ge-tectronic in Ruhpolding macht’s möglich. Doch auch hier ist der Antennenplatz entscheidend.

Stromquelle für den Naviceiver
Nachrüsten in 11 Schritten

Systematische Fehleranalyse

Radioempfang im Wohnmobil Foto: Pompe, Heinz, Werk
Fehler beim Antenneneinbau oder Defekte lassen sich mit teuren Pegel-Messinstrumenten analysieren.

Auf der Suche nach besserem Radioempfang gilt es, die aktuelle Situation zu analysieren, Fehlerquellen zu erkennen und zu eliminieren. Gefragt ist systematisches Vorgehen. Die Gretchenfrage lautet: War der Empfang immer schlecht, oder hat sich die Situation nach und nach oder gar plötzlich verändert? So banal es klingen mag, aber haben Sie schon mal die Radioeinstellungen überprüft? Wenn schwache Empfangssignale aufrauschen oder ganz aussetzen, muss die Empfangsfrequenz gewechselt werden. Autoradios machen dies normalerweise automatisch und springen auf eine besser empfangbare Alternativ-Frequenz (AF). Diese AF-Funktion muss dazu freilich aktiviert sein. Zudem: Deaktivieren Sie die Local-Funktion, denn sonst stoppt der Suchlauf nur bei starken Sendern – oder in empfangsschwachen Gebieten gar nicht.

Schon etwas trickreicher fungiert die Tunersteuerung per Software, die beispielsweise beim AVIC-Mediacenter mit Navi von Pioneer entscheidet, wie Rauschen unterdrückt wird. Wird im Menüpunkt „Klang Tuner“ die Einstellung auf „Sprache“ geändert, werden Störungen meist ohne Klangeinbußen eliminiert.

Manche Geräte schalten, nachdem sie eine Zeit stromlos waren, in den Werkszustand und kappen die 12-V-Phantomspeisung des Antennenverstärkers. Der Empfang bleibt dann auf der Strecke. Einmal mehr lohnt in allen diesen Fällen der Blick in die Bedienungsanleitung – und so gesehen gibt es dann doch einen einfachen Weg zum besseren Empfang.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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