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Dämmmaterialien im Reisemobil

Alle gängigen Materialien und Kombinationen

Dämmmaterial Foto: Archiv, Hersteller 11 Bilder

XPS, EPS, FEF, MW, PU, PE – wer blickt da noch durch? Die Kürzel stehen für Dämmmaterialien, die Reisemobilen ein gutes Klima bescheren sollen.

Früher war die Sache ganz klar: Fast alle Reisemobile vertrauten auf ein Holzfachwerk als tragendes Gerüst mit Zwischenräumen, die mit Styropor ausgefacht wurden. Mit dem Produktnamen Styropor meint man eigentlich EPS-Schaum – abgekürzt für expandiertes Polystyrol. Dieses Dämmmaterial hat vor allem zwei Vorteile: Es ist leicht und günstig in der Herstellung. Darum hat sich die Kombination aus EPS und Holz bei einigen Marken bis heute gehalten.

EPS: Expandiertes Polystyrol


Markenname(n) und Verwendung: Styropor
Aussehen: Weiß, Polystyrolkügelchen deutlich sichtbar
Wasseraufnahme:   
Verarbeitbarkeit:  
Flexibilität:  
Stabilität:   
Gewicht:   
Kosten:   

Holzfachwerk Foto: Archiv, Hersteller
So sieht ein klassisches Holzfachwerk als tragende Wandstruktur aus. Die Zwischenräume werden mit EPS-Schaum ausgefacht.

Doch mehr und mehr Hersteller rücken von der EPS-Holz-Bauweise ab, denn sie ist mit einem gravierenden Risiko behaftet. Dringt irgendwo Wasser in das Sandwich ein – etwa an den Aufbaukanten, Dachhauben oder Fenstern –, saugt sich der EPS-Schaum voll und transportiert die Feuchtigkeit zu den Holzverstärkungen.

Die Folge: Das Holz fängt an zu modern und verliert seine Tragfähigkeit. Wird dies nicht frühzeitig, etwa bei einer Dichtigkeitskontrolle, erkannt, können erhebliche Schäden und teure Reparaturen die Folge sein. Ähnliches gilt für Bodenplatten mit Holzunterseite. Der dünne Schutzanstrich, der das Eindringen von Feuchtigkeit verhindert, sollte regelmäßig auf Schäden überprüft werden.

XPS: Extrudiertes Polystyrol

Markenname(n) und Verwendung: Styrofoam, Styrodur, RTM-Schaum
Aussehen: Blau, grün oder rosa eingefärbt, relativ glatte Oberfläche
Wasseraufnahme:   
Verarbeitbarkeit:  
Flexibilität:   
Stabilität:  
Gewicht:  
Kosten:  

Als alternatives Dämmmaterial kommt deshalb verstärkt XPS zum Einsatz. Das sogenannte extrudierte Polystyrol ist zwar teurer und etwas schwerer als EPS, saugt aber kein Wasser auf. Denn XPS ist geschlossenporig, das heißt, es hat eine glatte, homogene Oberfläche und im Gegensatz zu EPS keine Kapillarkanäle, in denen Wasser aufsteigen kann. Es ist auch daran zu erkennen, dass es meist blau, grün oder rosa eingefärbt ist. XPS ist relativ druckfest und steif und braucht darum weniger Verstärkungen.

PU: Polyurethan

Markenname(n) und Verwendung: Bau- oder Montageschaum
Aussehen: Beige oder dunkelgrau eingefärbt, glatte Oberfläche
Wasseraufnahme:   
Verarbeitbarkeit:   
Flexibilität:   
Stabilität:   
Gewicht:   
Kosten:  

Ganz ohne Verstärkung geht es nicht, und so werden vor allem die Aufbaukanten häufig mit Leisten aus verdichtetem PU-Schaum stabilisiert. Hochverdichtetes Polyurethan, kurz PU, ist sehr stabil und ebenfalls verrottungsresistent. Es bietet außerdem Schrauben sicheren Halt – wichtig für die Eckverbindungen zwischen Dach, Wänden und Boden, die meist in einer Kombination aus Schrauben und Dichtkleben zusammengefügt werden. Teils werden an den PU-Elementen aber auch innen Möbel angeschraubt. Ein paar Hersteller nutzen PU-Schaum mit geringerer Dichte aber auch als Dämmung der ganzen Flächen.

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Vor- und Nachteile

Große Unterschiede von einer PU- zu einer XPS-Isolierung sind hier in der Praxis nicht zu erwarten. Ähnliches gilt auch für RTM-Schaum, auf den manche Hersteller setzen. Dabei handelt es sich um eine Variante des XPS-Schaums mit noch etwas besseren Isolationseigenschaften. Immer mehr Aufbaukonstruktionen werden heute mit dem Schlagwort „holzfrei“ angepriesen. Genau genommen sind manchmal aber dennoch punktuell ein paar Holzverstärkungen, vor allem an druckempfindlichen Stellen, in der Konstruktion vorhanden. Das ist letztlich aber unkritisch, da die Holzteile in der Regel rundum von wasserdichten Stoffen eingeschlossen sind.

GFK-Formteil Foto: Archiv, Hersteller
Schickes Heck: Bei höherwertigen Modellen besteht die Rückwand des Aufbaus in manchen Fällen aus einem ausgeschäumten, doppelschaligen GfK-Formteil.

Die Kombination von XPS mit hochverdichteten PU-Leisten als Verstärkung kommt in immer mehr Reisemobilen zum Einsatz. Meist ist die Außenhaut an Dach und Boden dann aus hagel- und verrottungsresistentem GfK. Bei den Wänden schwören manche auf leichtes, glänzendes Alublech, andere auf stoßunempfindlicheres, aber matteres GfK. Wer wissen will, was für einen Boden der Aufbau eines Reisemobils hat, dem genügt ein kurzer Blick unter das Fahrzeug. Ist der Boden weiß, ist er in der Regel aus GfK. Zeigt sich der Unterboden schwarz, handelt es sich meist um eine Holzkonstruktion. Ob mit XPS- oder eine EPS-Dämmung, lässt sich daran aber nicht erkennen.

MW: Mineralwolle

Markenname(n) und Verwendung: Steinwolle (Rockwool), Glaswolle
Aussehen: Gelbe oder grünliche Matten, sichtbare Mineralfasern
Wasseraufnahme:  
Verarbeitbarkeit:   
Flexibilität:  
Stabilität:   
Gewicht:  
Kosten:   

Wegen der einfachen Verarbeitung und des günstigen Preises ist Mineralwolle bei Selbstausbauern beliebt. Dabei sollte man aber zu Varianten greifen, die mit Bindemittel behandelt sind, damit die Wolle beim Fahren nicht zusammensackt und keine Fasern in den Raum abgibt. Ein Dämmmaterial, das der Mineralwolle optisch ähnelt, ist die alukaschierte PE-Fasermatte. Sie findet vor allem bei französischen und italienischen Ausbauern Verwendung und hört auf den Namen VPS – Van Protection System. VPS verspricht neben guten Isolationswerten auch eine merkliche Geräuschdämmung. Beinahe alle anderen Hersteller von Campingbussen nutzen PE-Matten für die Isolierung.

Beim Ausbau von Kastenwagen sind andere Dämmmaterialien gefragt, denn an Dach und Wänden gibt es kaum ebene Flächen. Darum muss die Isolierung sehr flexibel sein, um überall sauber angebracht werden zu können. Früher war hier die Verwendung von Mineralwolle weit verbreitet. Die nimmt zwar selbst kaum Feuchtigkeit auf, aber durch die lockere Konsistenz kann dennoch Feuchtigkeit am kalten Außenblech kondensieren. Deshalb muss zwischen Metall und Wolle zunächst eine Dampfsperre, meist eine PE-Folie, angebracht werden.

PE: Polyethylen

Markenname(n) und Verwendung: X-treme Isolator, Zellpolyethylen oder Plastazote
Aussehen: Geschlossenporig, meist dunkel, glatte Oberfläche
Wasseraufnahme:   
Verarbeitbarkeit:   
Flexibilität:  
Stabilität:  
Gewicht:  
Kosten:   

PE-Schaum-Matten Foto: Archiv, Hersteller
PE-Schaum-Matten sind sehr leicht zu verarbeiten und bieten gute Dämmeigenschaften.

Der aufgeschäumte Kunststoff, der auch unter dem Namen X-treme-Isolator verkauft wird, ist sehr flexibel und damit einfach zu verarbeiten. PE-Matten sind zwar relativ schwer, bieten aber schon bei geringer Materialstärke gute Dämmwerte und wirken zudem entdröhnend, dienen also auch der Geräuschminderung. Preislich liegt PE zwar im oberen Bereich, nimmt aber wie XPS keine Feuchtigkeit auf. PE-Matten sind meist dunkelgrau bis schwarz gefärbt.

FEF: Flexibler Elastomerschaum

Markenname(n) und Verwendung: Armaflex, synthetischer Kautschuk
Aussehen: Schwarze flexible Matte, glatte Oberfläche
Wasseraufnahme:   
Verarbeitbarkeit:   
Flexibilität:   
Stabilität:  
Gewicht:   
Kosten:   

In Kompakt-Campingbussen auf Basis VW T6 oder Mercedes Vito kommt immer öfter ein weiteres, neues Dämmmaterial zum Einsatz: Der sogenannte flexible Elastomerschaum – kurz FEF – ist sehr biegsam und vereint beste Dämmwerte mit geringem Gewicht. Dieser synthetische Kautschuk oder SBR-Kautschuk nimmt ebenfalls kein Wasser auf, wirkt zudem geräuschmindernd und es gibt ihn obendrein mit einer Schutzbeschichtung gegen Bakterien- und Schimmelpilzbefall.

Verschiedene Dämmstoffe, verschiedene Eigenschaften – die optimale Materialkombination, die allen Ansprüchen gerecht wird, wurde immer noch nicht gefunden. In puncto Dauerhaftigkeit und Werterhalt spricht aber vieles dafür, dass die traditionelle Bauweise mit Holz und EPS-Schaum langsam ausgedient hat.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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