Mautgebühren im Campingurlaub: Sparfüchse vs. Zeitoptimierer – Wer hat recht?

Umfrage zur Maut auf Campingreisen
Maut zahlen oder Umwege fahren?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 05.11.2026
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Italien Autobahn Maut-Station
Foto: travelview via Getty Images

Die Mautregelungen in Europa sind sehr unterschiedlich. Je nach Reiseziel können die Gebühren die Reisekasse spürbar belasten. Für mich selbst habe ich die Frage, ob ich Maut zahle oder lieber mautfrei fahre, im Laufe der Zeit unterschiedlich beantwortet.

Maut vermeiden und Kreisel zählen

Gefühlt kenne ich jeden französischen Kreisverkehr persönlich. Der Grund: In den späten 1990ern war ich mit einem Partner im selbst ausgebauten Kastenwagen unterwegs. Ziel waren die Pyrenäen. Mit dem Motorradanhänger am Haken steuerten wir unserem Reiseziel flott auf der Autobahn entgegen. Die Ernüchterung kam an der ersten Zahlstelle.

Wir wurden in eine teurere Mautklasse einsortiert als erwartet, die Rechnung fiel entsprechend hoch aus. Unser an der Sprechanlage vorgebrachter Protest änderte nichts am geforderten Betrag, aber an unserem Reiseverhalten. Fortan fuhren wir Route nationale – von einem Kreisverkehr zum nächsten. Diese mautsparende, aber mühsame Art des Reisens behielten wir jahrelang bei.

Maut zahlen und Zeit sparen

Irgendwann wurde unser Geldbeutel etwas voller und das Zeitbudget für Urlaub kleiner. Wir fuhren wieder Autobahn. Meine innere Mautbuchhalterin blieb trotzdem an Bord.

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Irina Ziegler

Jahrelang habe ich auf den Straßenkarten aus dem ADAC Tour-Set die Kosten pro Streckenabschnitt addiert und am Ende ausgerechnet, was man hätte sparen können. Autobahn fahren und dabei der mautfreien Strecke hinterherrechnen: Auch eine Art, sich im Urlaub zu beschäftigen.

Mautbox nutzen und entspannter reisen

Heute bin ich beim Thema Maut entspannter unterwegs. Nachdem uns vor einigen Jahren nach einem Urlaub eine unerwartete Mautnachforderung für eine Free-Flow-Strecke erreichte, hatten wir die Faxen dicke. Eine Mautbox musste her. Seitdem gehört sie für uns zum Campingurlaub dazu. Besonders freue ich mich an Mautstationen über den kurzen Piep, wenn sich die Schranke öffnet. Meine Begeisterung für französische Kreisverkehre hält sich nach wie vor in Grenzen.

Trotzdem: Nicht jeder Umweg ist verlorene Urlaubszeit. Lieber Landschaft statt Autobahn sehen, unterwegs anhalten und den Weg zum Teil der Reise machen: Das kann ich gut nachvollziehen. Ebenso, wenn jemand Maut vermeidet, weil das Urlaubsbudget knapp ist, das Geld lieber für andere Dinge ausgibt oder die Gebühren für die Straßenbenutzung schlicht zu hoch findet.

Ich sehe das heute anders als früher: Statt Maut um jeden Preis zu vermeiden, entscheide ich danach, was ich gerade möchte. Will ich schnell und entspannt am Urlaubsort ankommen, zahle ich dafür die Maut. Fahre ich mautfrei, dann nicht mehr aus Prinzip, sondern ganz bewusst – weil in diesem Moment der Weg das Ziel ist.

Wie halten Sie es mit der Maut?

Kalkulieren Sie die Gebühren schon bei der Routenplanung ein? Zahlen Sie meist für die direkte Verbindung, meiden Sie mautpflichtige Straßen oder entscheiden Sie von Fall zu Fall? Und was gibt bei Ihnen den Ausschlag: Geld, Zeit oder Landschaft und Reiseerlebnisse?

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