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Wohnmobil-Tour Belgien

Romantik pur in Flandern

Stadtrundfahrt mit einem PS Foto: Thomas Zwicker, Steffen Zink, Carolin Thiersch, Martina Sörensen, Visitflanders/Westtoer 34 Bilder

Historische Städte voll prächtiger Bauten und Plätze, Kulinarik vom Feinsten, die eigenwillige Küste: Flandern im Norden Belgiens lockt mit vielen Vorzügen – perfekt für eine spannende Mobil-Tour.

Pferdehufe klappern über blank geschliffenes Kopfsteinpflaster, die offene einspännige Kutsche mit ihren roten Speichenrädern startet am großen Marktplatz von Brügge zur geruhsamen Stadtrundfahrt. Die luftige Kalesche rollt vorbei am markanten Belfried aus dem 13. Jahrhundert, der 83 Meter hoch ins Firmament ragt – sein Carillon, ein historisches Glockenspiel, wird noch regelmäßig gespielt. Weiter geht die Fahrt im Schatten prächtiger Bürgerhäuser und Kirchen, dann scharf rechts ab vor einer Gracht, auf der gerade ein offenes Ausflugsboot voll fröhlicher Menschen vorbeirauscht. Aus kleinen Restaurants und Bistros am Straßenrand duftet es nach frischem Kaffee, dringen Gelächter und Gläserklingen.

Brügge ist eine zauberhafte, romantische Stadt, fast wie einem Märchen entsprungen, in den schmalen Gassen fühlt man sich bisweilen in eine vergangene Zeit versetzt. Der Ort hat im Mittelalter eine große Blütezeit als Handelsmetropole erlebt, das Stadtgefüge im Zentrum blieb bis heute nahezu erhalten und wurde komplett zum Welterbe der Unesco erklärt. Aus allen Ecken und Winkeln wispern hier Geschichten, Geschichte – wie in so vielen anderen flandrischen Altstädten auch.

Das macht Belgiens Norden zu einer lohnenden Region für eine Entdeckertour mit dem Reisemobil. Wobei klar gesagt werden muss: Die Fahrt zwischen den schönen Orten ist bisweilen ein wenig fad, die flache Landschaft kein Highlight, und die Autobahnen sind oft arg voll. Auch sollte man die romantischen Zentren mit dem Mobil meiden, die Straßen sind eng und Parkplätze rar. Am besten also den nächstgelegenen Stell- oder Campingplatz ansteuern und zu Fuß, per Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiter – der „Kampeerautoterrein Interparking“ am Yachthafen hier in Brügge ist zwar recht laut und nicht billig, dafür geht es dann bequem zu Fuß bis in die City.

Die Altstadt von Brügge hat viel zu bieten

Die historischen Häuser spiegeln sich in einer Gracht, Bootspassagiere genießen den Anblick. Foto: Thomas Zwicker, Steffen Zink, Carolin Thiersch, Martina Sörensen, Visitflanders/Westtoer
Brügge im besten Licht: Die historischen Häuser spiegeln sich in einer Gracht, Bootspassagiere genießen den Anblick.

Wie Adern ziehen sich die Grachten, schmale Kanäle, durch das historische Zentrum. Von fünf Anlegestellen starten Bootsrundfahrten zur etwa 30-minütigen Tour, vorbei an ehrwürdigem Mauerwerk und prächtigen Fassaden, und unzählige Brücken und Brückchen verlaufen oft so dicht über dem Wasser, dass die Passagiere die Köpfe einziehen. Wieder an Land, wird der Stadt- dann leicht zu einem Einkaufsbummel, der Ort ist berühmt für sein Kunsthandwerk. Unter dem Titel „Handmade in Brügge“ werden lokale Spezialisten gefördert, Berufe wie Spitzenklöppler oder Goldschmied haben hier Tradition – entsprechend üppig ist das Angebot in den schönen Shops und Boutiquen.

Dann wird es Abend, und so viel ist sicher: Die Küche im Reisemobil bleibt heute kalt, Brügge ist ein Dorado für Feinschmecker. Wir bummeln durch die Gassen der Altstadt, überall dringt warmes Licht aus Restaurants und Lokalen, und es duftet verführerisch. Wer sich tagsüber mit den berühmten belgischen Pommes (denen hier eigens ein „Frietmuseum“ gewidmet ist) begnügt haben mag, der hat nun die Qual der Wahl – zwischen bodenständig-flämischer Kost oder den Kreationen hiesiger Spitzenköche, immerhin 36 von ihnen werden derzeit von Michelin & Co empfohlen. Zum Dessert gibt es dann am besten eine süße Leckerei – die Kreationen Brügger Chocolatiers und Patissiers genießen zu Recht Weltruf.

Pommes Flandern Foto: Martina Sörensen

Gute Kulinarik ist überhaupt ein Thema in Flandern, auch in den anderen historischen Städten. Gent etwa, rund 50 Kilometer südöstlich gelegen, ist ebenfalls berühmt für seine Spezialitäten, das reicht vom würzigen Ganda-Schinken, der in der alten Fleischhalle „Groot Vleeshuis“ an langen Seilen von der Decke baumelt, bis hin zu den Gentse Neuzen, Genter Näschen – die sehr süßen Geleeberge sind sicher nicht jedermanns Geschmack. Gent mit seiner historischen Altstadt, den vielen Grachten und Flohmärkten gilt zudem als „Veggie-Hauptstadt“ der Region – passend zu den vielen alternativen Concept- und Fair-Trade-Shops, die es im Zentrum gibt.

Und dann ist da noch ein weiteres großes Kulinarik-Thema in Flandern: das Bier. Mehr als 130 Brauereien gibt es hier, teilweise haben die Unternehmen ihre Wurzeln im Mittelalter. Weit über 1.000 Biersorten locken in den zahllosen Bars und Kneipen, in der Studentenstadt Leuven bei Brüssel etwa reihen sich allein 40 gastliche Stätten rund um den gemütlichen Oude Markt. Manche Rohrleitung bringt den kühlen Gerstensaft gar von der Produktion direkt bis zum Zapfhahn am Tresen.

Nun aber mal hinüber zu Flanderns Küste, die mit knapp 70 Kilometern zwischen französischer und niederländischer Grenze nicht allzu lang ist, aber oft hunderte Meter breite Strände aufweist. Das Reisemobil steht gut etwa auf dem neuen Stellplatz von Westende, weit von Apartment- und Wohnblocks entfernt. Per „Kunsttram“, der längsten Straßenbahnlinie der Welt direkt am Atlantik, oder mit dem Rad erkunden wir auf schönen Dünenwegen die Küstenorte, lassen uns am Meer den Wind um die Nase wehen. Und ahnen, dass dies nicht unsere letzte Tour hier im nördlichen Belgien war.

promobil-Tipps für Flandern

Flanderns großer Maler – Rubens in Antwerpen:

Die Spuren von Rubens sind in Antwerpen allgegenwärtig. Foto: Thomas Zwicker, Steffen Zink, Carolin Thiersch, Martina Sörensen, Visitflanders/Westtoer

Die Hafenstadt Antwerpen, im Norden Flanderns am Fluss Schelde gelegen, wird gerne auch City of Art, Kulturstadt, genannt. Nicht weniger als 1163 Denkmäler und Sehenswürdigkeiten werden hier gezählt, neben vielen Antiquitäten- und Kunsthandlungen gibt es zudem jede Menge Galerien, Museen und drei Welterbestätten der Unesco. Und Antwerpen hat einen besonders berühmten Sohn: Der Barockmaler Peter Paul Rubens (1577–1640) wohnte und arbeitete die meiste Zeit seines Lebens in der flämischen Metropole. Seine Spuren sind allgegenwärtig, mehr als 50 Gemälde des Meisters zieren die Wände von Kirchen und Museen, etwa in der gotischen Liebfrauenkathedrale oder im Rubenshuis, einem üppigen Renaissancepalais, das der erfolgreiche Maler zu Lebzeiten bauen ließ. Einen Besuch lohnt auch der alljährlich abgehaltene Rubens-Antikmarkt mit vielerlei Darbietungen. Mehr Infos gibt es unter www.visitflanders.com

Mode aus Antwerpen: Antwerpens Modeschöpfer haben einen hervorragenden Ruf, die Hafenstadt gilt als eine der größten Talentschmieden für Designer weltweit – das liegt unter anderem an ihrer traditionsreichen Modeakademie. Eine Fashion-App gibt praktische Tipps für den Einkaufsbummel (www.fashioninantwerp.be/de). Neueste Trends zeigen die alljährlichen Modenschauen der Absolventen der Akademie (www.antwerp-fashion.be). Außerdem zählt die Stadt zu den weltgrößten Handelsplätzen für Diamanten – es gibt rund 1.600 Firmen, vier Börsen und jede Menge Geschäfte für die glitzernden Steine.

Radfahren in Flandern: Willkommen im Radlerland. Flanderns grüne Provinzen wie Limburg taugen hervorragend für eine schöne Radtour. Man fährt auf gut ausgebauten Wegen meist ohne große Steigungen, am Pistenrand gibt es etliche Cafés mit speziellen Angeboten für Radler, und die Orientierung ist dank eines sogenannten Knotenpunktsystems kein Problem. Auf Flanderns offizieller Website findet man vielerlei Infos zum Radfahren in dieser Region, etwa zu regionalen Themenrouten und zum Fahrradverleih. Übrigens: Auch der Radrennsport hat hier eine große Tradition, zu bewundern etwa in den Radmuseen der Orte Roeselare und Gistel. Mehr Infos gibt’s unter www.visitflanders.com

Die sechs schönsten Orte für eine Mobil-Tour in Flander

Die Städte der nördlichen Region Belgiens verzaubern mit ihren historischen Zentren. Sechs der schönsten stellen wir hier noch einmal kurz vor – jede von ihnen lohnt einen Besuch bei einer Tour mit dem Reisemobil.

1) Oostende
Die Hafenstadt mit rund 70.000 Einwohnern liegt etwa in der Mitte von Flanderns Küste. Ihre lange Strandpromenade mit Kurhaus, Spielbank und opulentem Arkadengang zeugt von einer großen Geschichte als Seebad. Viele (Meeresfrüchte-)Restaurants, Shops und Museen. Regelmäßig große Kunst-Events. www.visitoostende.be/de

Glockenspiel Belfreid Brügge Foto: Carolin Thiersch
27 Tonnen Gewicht: Das Glockenspiel des Belfried von Brügge aus dem 17. Jahrhundert erklingt noch regelmäßig.

2) Brügge
Die 120.000-Einwohner-Stadt hat ein besonders schönes historisches Zentrum. Zu den Glanzlichtern zählen der Marktplatz mit Belfried, die Kunstmuseen, das futuristische Konzertgebäude, viele Grachten, Hanseviertel und der Beginenhof, der einst von sozial und religiös engagierten Frauen bewohnt wurde. bezoekers.brugge.be/de

3) Gent
Mit gut 250.000 Einwohnern ist Gent nach Antwerpen die zweitgrößte Stadt in Flandern. Zu den Highlights der historischen Altstadt gehören die Kathedrale mit dem berühmten Genter Altar, die alten Gildenhäuser am Grachtenufer, gute Museen und viele Flohmärkte. Ein Großteil des verwinkelten Zentrums ist autofrei. visit.gent.be/de

4) Antwerpen
Flanderns größte und nach Brüssel Belgiens zweitgrößte Stadt mit rund einer halben Million Einwohnern liegt an der weithin schiffbaren Schelde, rund 80 Kilometer von der Nordsee entfernt. Neben dem Hafen locken große Sammlungen wie das MAS (Museum am Strom), zudem taugt Antwerpen top fürs Shopping. www.visitantwerpen.be

5) Brüssel
Obwohl inmitten von Flandern gelegen, ist Belgiens Hauptstadt (rund 1,1 Mio. Einwohner) eine eigene Region des Königreichs. In ihrem Zentrum findet sich der ständige Sitz der EU und der Nato. Das Atomium und die schöne Grand Place zählen zu den touristischen Highlights, trendige Shops und Lokale gibt es in großer Zahl. visit.brussels/en

6) Leuven
Als Bier- und Studentenhauptstadt ist Leuven bekannt, fast ein Drittel der rund 100.000 Einwohner besucht die hier ansässige älteste Universität Belgiens mit ihrer opulenten Bibliothek. Entsprechend geprägt ist das Stadtbild durch junge Leute und eine besonders bunte Kneipenszene, dazu kommen viele Brauereien. www.leuven.be

Mit dem Wohnmobil nach Südholland
Am Wasser gebaut

Campingplätze in Flandern

  • Tipps zu Wohnmobil-Stellplätzen gibt es am Ende des Artikels

B-2050 Antwerpen: Camping de Molen
Solider Campingplatz am Stadtrand. Alte Bäume auf ebenem Gelände. Am Ufer der Schelde gelegen. 0,7 ha, 46 Touristenplätze, 20 Dauercamper, wenige Mietunterkünfte. Preis 18–23 Euro (2 P./Mobil). Ganzjährig.
Standort: Thonetlaan, GPS 51°14’01”N, 04°23’34”O, Telefon 0032/32198179,
www.camping-de-molen.be

B-8310 Brugge: Camping Memling
Einfacher Platz, von Laubbäumen umgeben. Ebenes, teils leicht welliges Gelände mit Hecken und Bäumen. Ausgangspunkt für Touren ins Stadtzentrum von Brügge. 1,2 ha, 100 Touristenplätze, wenige Dauercamper sowie Mietunterkünfte. Preis 26–32 Euro (2 P./Mobil). Ganzjährig geöffnet.
Standort: Veltemweg 109, GPS 51°12’25”N, 03°15’47”O, Telefon 00 32/50 35 58 45,
www.brugescamping.be

B-9000 Gent: Camping Blaarmeersen
Gut ausgestattete Anlage in einem Freizeitgebiet. Durch Hecken und Sträucher unterteiltes Wiesengelände. Teils befestigte Standplätze. See, Kinderspielplatz und einige Sportplätze in der Umgebung. 6 ha, 220 Touristenplätze, 30 Dauercamper und wenige Mietunterkünfte. Preis 23–27 Euro (2 P./Mobil). Geöffnet Anfang Februar bis Anfang November.
Standort: Zuiderlaan 12, GPS 51°02’47”N, 03°40’51”O, Telefon 0032/92 66 81 60,
stad.gent/blaarmeersen

B-8620 Nieuwpoort: Kompas Camping
Gehobener Platz auf ebenem, mit Hecken und Bäumen versehenem Gelände. Wassersport am angrenzenden Wassergewinnungsbecken der IJzer. Große interessante Spiellandschaft sowie ein Freibad. Akzeptiert Camping Cheques. 25 ha, 354 Touristenplätze, 500 Dauercamper, wenige Mietunterkünfte. Preis 23,50–37,50 Euro (2 P./Mobil). Geöffnet Ende März bis Mitte November.
Standort: Brugsesteenweg 49, GPS 51°07’49”N, 02°46’19”O, Telefon 00 32/58 23 60 37,
www.kompascamping.be

Kompas Camping Westende: viel Platz für einen aktiven Urlaub. Foto: Thomas Zwicker, Steffen Zink, Carolin Thiersch, Martina Sörensen, Visitflanders/Westtoer

B-8434 Westende: Kompas Camping
Komfortable Anlage mit großen Standflächen. Bäume, Büsche und Hecken auf ebenem Gelände. 10 Gehminuten zum Strand. Akzeptiert Camping Cheques. 11 ha, 208 Touristenplätze, 48 Mietunterkünfte, viele Dauercamper. Preis 23,50– 37,50 Euro (2 P./Mobil). Geöffnet Ende März bis Mitte November.
Standort: Bassevillestraat 141, GPS 51°09’30”N, 02°45’37”O, Telefon 00 32/58 22 30 25, www.kompascamping.be

Weitere Informationen zur Urlaubsregion Flandern

Tourismus Flandern: Bei dem in Köln ansässigen Tourismus-Büro für Flandern und Brüssel erhält man vielerlei Material zur Vorbereitung der Reise, gute Infos auch über die Website.
Adresse: 50667 Köln, Stolkgasse 25-45, Fax 00 21/270 97 77

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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