Langzeit-Versiegelung Andreas Becker
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Langzeit-Versiegelung des Wohnmobils

Reisemobile optimieren Teil 29 Langzeit-Versiegelung des Wohnmobils

Eine Versiegelung verspricht Schutz vor Umwelteinflüssen, weniger Aufwand bei der Pflege und Werterhalt des Reisemobils.

  • Das kostet’s: T-Haube ab 250 Euro, Felge 45 Euro je Felge
  • Das bringt’s: Langzeitschutz, Glanz, einfache Reinigung

Eine sogenannte Keramik-Versiegelung legt über den Lack eine harte Schicht, die diesen vor Umwelteinflüssen wie zum Beispiel UV-Strahlung schützt. Außerdem soll Schmutz auf der Versiegelung schlechter haften, was die Pflege des Fahrzeugs erleichtert. Die Komplettbehandlung eines Reisemobils kostet je nach Anbieter ab 2.500 Euro. Ein exakter Preis lässt sich aber nur nach vorheriger Begutachtung durch den Profi ermitteln. Denn je schlechter der Ausgangszustand, umso mehr Arbeit fällt an.

Bei Campside in Speyer ließ promobil exemplarisch eine T-Haube aus GfK aufbereiten. Hier wurde schnell klar, warum ein Preis erst nach Besichtigung festgelegt werden kann. Im Vorgespräch ging Campside von rund 250 Euro Versiegelungskosten für die Haube aus. In der Praxis waren es dann rund 400, weil erhebliche Mehrarbeit beim Polieren anfiel. Für die Versiegelung der Felgen sind 45 Euro je Rad fällig. Hier prognostiziert Campside eine Haltbarkeit bis zu 40.000 Kilometer. Bei Karosserieteilen soll der Schutz dagegen bis zu 100.000 Kilometer oder fünf Jahre halten. Allerdings bedarf es auch bei einer Versiegelung einer gewissen Pflege, damit sie ihren Schutz so lange erhalten kann. Alle 6–12 Monate sollte die Schutzschicht mit speziellen Mitteln der Hersteller gepflegt werden.

Seit der Fotoproduktion sind inzwischen rund vier Monate vergangen, und das Fahrzeug wurde 4.000 Kilometer bewegt. Bislang hält die Versiegelung, was der Hersteller verspricht. Nach einer Fahrt nach Kroatien war die T-Haube zwar übersät mit Insekten; sie lösten sich aber bei der nächsten Regenfahrt größtenteils wieder ab. Den Rest konnte man leicht mit einem feuchten Tuch entfernen. Auch die Felgenreinigung mit dem Hochdruckreiniger funktionierte ohne Nachbürsten. Wenn der Effekt wirklich so lange wie versprochen erhalten bleibt, macht sich die Investition für eine Versiegelung wahrscheinlich spätestens beim Verkauf des Fahrzeugs wieder bezahlt.

Gfk-Teile Versiegeln

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  1. Vor dem Versiegeln steht das Reinigen. Der Schmutz muss runter, um nicht mit der Versiegelung dauerhaft konserviert zu werden. Erster Schritt: Waschen mit dem Hochdruckreiniger.
  2. Neben einem Autoshampoo kommen Insektenentferner und Flugrostentferner in mehreren Arbeitsschritten zum Einsatz.
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    Ganz rechts: der Felgenreiniger für die Räder.

  4. Nach der Vorwäsche wird die T-Haube mit Insektenentferner eingesprüht. Je nach Hersteller sind unterschiedliche Einwirkzeiten für optimale Ergebnisse nötig.
  5. Der Insektenentferner wird gründlich abgedampft und im nächsten Schritt der Flugrostlöser aufgesprüht, der ebenfalls einwirken muss.
  6. Der Flugrost zeigt sich nach kurzer Zeit in roten Schlieren. Es folgt ein weiterer Waschgang mit dem Hochdruckreiniger. Danach geht es an die Feinarbeit.
  7. Schwer zugängliche Stellen wie Sicken, Kanten oder Spalte können mit einem Reinigungspinsel bearbeitet werden. Das Reinigungsmittel wird direkt auf den feuchten Pinsel aufgetragen.
  8. In unserem Beispiel werden die Spalte zwischen T-Haube und Scheibenrahmen sowie zwischen Rahmen und Scheibe gründlich gereinigt. Ein guter Tipp auch für die normale Reinigung des Fahrzeugs.
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    Nicht nur bei der Konservierung gut, auch bei der normalen Reinigung sollten Spalte gesäubert werden.

  10. Der letzte Reinigungsschritt ist dann die Säuberung per Waschhandschuh. Hier werden letzte Reinigerrückstände und Ablagerungen entfernt. Gerade an der T-Haube ein mühsamer Arbeitsablauf.
  11. Ist das Fahrzeug trocken, kann der nächste, ebenfalls aufwendige Teil der Versiegelung erfolgen. Denn noch ist die T-Haube zwar sauber, aber matt und stumpf.
  12. Mit verschiedenen Polierpasten und -scheiben muss jetzt der alte Glanz auf das Material zurück. Je verwitterter die Basis, umso aufwendiger und länger dauert dieser Arbeitsgang.
  13. Egal ob GfK oder Lackschicht auf Metall – es wird immer mit der feinsten Körnung begonnen, um die Basis zu schonen. Reicht das nicht, müssen gröbere Geschütze aufgefahren werden.
  14. Für die filigranen Formen auf der T-Haube kommen kleinere Schleifer zum Einsatz. So kann das GfK rundum und lückenlos aufpoliert werden und strahlt in neuem Glanz.
  15. Jetzt beginnt die eigentliche Versiegelung. Bei Campside verwendet man hierfür ein zwei Komponenten umfassendes Produkt.
  16. Zuerst kommt der Basecoat aufs Fahrzeug. Er wird auf ein Tuch getropft, das um einen Schwamm gelegt ist. So lässt sich die Grundbeschichtung einfacher aufbringen.
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    Zwei Komponenten für das Finish der Versiegelung.

  18. In fließenden Bewegungen wird die Versiegelung aufgebracht. Dabei soll der Basecoat nicht in kreisenden, sondern in einer gitterartigen Bewegung aufgetragen werden. Immer nur kleine Bereiche werden bearbeitet.
  19. Denn nach rund 30 Sekunden muss mit einem weichen Tuch über die Fläche poliert werden, damit keine Nasen oder Schlieren antrocknen können. Diese Schritte werden mehrfach wiederholt.
  20. Danach trägt der Spezialist den harten Topcoat auf die gleiche Weise auf. Die Versiegelung sollte maximal eine Stunde nach dem Basecoat aufgetragen werden.
  21. Auch der Topcoat wird sorgfältig mit einem Tuch poliert. Die Versiegelung ist nach 24 Stunden durchgetrocknet, und der versiegelte Bereich sollte 14 Tage lang nicht gewaschen werden, um die volle Wirkung zu gewährleisten.

Felgen versiegeln am Wohnmobil

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  1. Diese Felgenform ist recht einfach zu reinigen. Eine Versiegelung hilft hier aber auch. Für Felgen gibt es spezielle Mittel, die mit den thermischen Belastungen zurechtkommen.
  2. Wie bei allen Versiegelungen steht auch hier die gründliche Reinigung am Anfang der Prozedur. Begonnen wird mit einer Vorwäsche durch den Hochdruckreiniger.
  3. Danach sprühen die Profis von Campside einen Felgenreiniger auf, der Bremsstaub und Ablagerungen löst. Dieser sollte nicht in direkter Sonneneinstrahlung angewendet werden.
  4. Bei diesem speziellen Reinigungsprodukt zeigt sich das Ende der Einwirkzeit durch einen Farbindikator, der die Felge rot verfärbt und die Wirkung sichtbar macht.
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    Rot heißt: Der Reiniger wirkt und ist fertig zum Abspülen.

  6. Mit dem Hochdruckreiniger wird die Felge großzügig abgesprüht. Wichtig: mit dem Strahl nicht zu nah an den Reifen kommen, denn er kann dort Schäden verursachen.
  7. Mit einem weichen Tuch werden jetzt letzte Rückstände wegpoliert und die Felge gleichzeitig abgetrocknet. Auch hier muss alles sauber sein, bevor die Versiegelung beginnt.
  8. Die spezielle Felgenversiegelung sprüht man auf ein Microfasertuch und trägt sie dann gleichmäßig auf. Das dauert pro Rad nur ein paar Minuten.
  9. Zur besseren Vergleichbarkeit tragen wir die Versiegelung für das Bild nur auf der linken Reifenseite auf. Um die Langzeitwirkung zu testen, werden nur die Vorderräder versiegelt.
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    Das Klebeband markiert die Trennlinie für den besseren Vorher-Nachher-Vergleich.

  11. Rund 45 Euro kostet die Versiegelung einer Felge bei Campside. Deutlich zu erkennen ist die versiegelte Seite links. Mehr Glanz und eine optische Auffrischung sind das Sofortergebnis.
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