Google Maps als Wohnmobil-Navi: acht Tipps und Tricks für Camper

Google Maps für Camper
8 Tipps und Tricks für die Wohnmobil-Tour

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.02.2026
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8 Tipps und Tricks für die Wohnmobil-Tour
Foto: _jure und NurPhoto via Getty Images / Wittich

Vorweg, Google Maps ist kein spezialisiertes Wohnmobil- oder Lkw-Navi mit hinterlegtem Fahrzeugprofil. Wichtig ist die realistische Erwartung. Die App berücksichtigt keine individuellen Fahrzeugmaße und filtert keine Höhen-, Breiten- oder Gewichtsbeschränkungen systematisch. Wer die Funktionen gezielt einsetzt und die Grenzen kennt, kann die Reise dennoch besser vorbereiten und typische Probleme vermeiden.

1. Satellitenansicht zur realistischen Platzprüfung nutzen

Die klassische Kartenansicht zeigt Straßen und Wege, liefert aber kaum Informationen zur tatsächlichen Beschaffenheit einer Fläche. Für Wohnmobilfahrer ist das jedoch entscheidend. Zufahrten können eng sein, Stellflächen schräg, nicht befestigt oder feuchte Rasenflächen sein. Die Satellitenansicht ermöglicht eine realitätsnähere Einschätzung.

Gerade bei frei zugänglichen Parkplätzen, Seen, Wanderparkplätzen oder kleineren Stellplätzen lässt sich erkennen, ob ausreichend Platz zum Rangieren vorhanden ist. Auch Sackgassen oder fehlende Wendemöglichkeiten werden sichtbar.

💡 Kurz-Anleitung

  1. Ziel in Google Maps eingeben.
  2. Rechts oben auf das Ebenen-Symbol tippen.
  3. "Satellit" auswählen.
  4. In die Zufahrt oder die Stellfläche hineinzoomen
  5. Auf Wendeflächen, Engstellen, Untergrund und mögliche Hindernisse achten.

2. Street View zur Zufahrtskontrolle einsetzen

In engen Ortskernen oder bei Campingplatz-Zufahrten kann Street View helfen, sich ein realistisches Bild von der Situation zu machen. Campende erkennen parkende Fahrzeuge, Straßenbreite, Kurvenradien oder niedrige Unterführungen besser als auf der Kartenansicht.

Street View ersetzt kein Wohnmobil-Navi mit Höhenprofil, kann aber kritische Abschnitte sichtbar machen, bevor Campende mit einem acht Meter langen Fahrzeug davorsteht.

Google Street View 2008 wird erneuert
Google

💡 Kurz-Anleitung

  1. Ziel suchen nach unten scrollen und "Street View" auswählen oder auf das Vorschaubild tippen
  2. Mit dem Finger oder der Maus die Zufahrtsstraße virtuell entlangbewegen.
  3. Auf Engstellen, Gegenverkehrsbreite und Hindernisse achten.
  4. Bei Zweifel alternative Route prüfen.

3. Camping- und Stellplätze gezielt recherchieren

Google Maps listet Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und teils auch kleinere Parkmöglichkeiten mit Bewertungen und Fotos. Nutzerberichte enthalten häufig praktische Hinweise zur Zufahrt, Parzellengröße oder Eignung für größere Fahrzeuge.

Die Plattform bietet keine speziellen Wohnmobil-Filter, dennoch liefern Rezensionen oft wertvolle Detailinformationen, die in offiziellen Beschreibungen fehlen. Wenn Campende bicg detailiertere Beschreibungen über Stell- und Campingplätze lesen wollen, die andere Campende angelegt haben, können sie die App promobill Stellplatz Radar nutzen.

💡 Kurz-Anleitung

  1. Während der Routenplanung auf "Entlang der Route suchen" tippen oder direkt "Campingplatz" in die Suche eingeben.
  2. Gewünschten Platz öffnen Fotos und Bewertungen lesen.
  3. Gezielt nach Begriffen wie "Wohnmobil", "Zufahrt", "eng" suchen.

4. Offlinekarten für Regionen ohne Netz speichern

Viele attraktive Stellplätze liegen außerhalb stabiler Mobilfunknetze. Ohne Datenverbindung funktionieren Live-Verkehrsdaten nicht mehr. Die Navigation selbst kann jedoch über Offlinekarten weiterlaufen.

Das ist besonders im Ausland oder in ländlichen Gebieten sinnvoll. Wichtig ist, den Kartenausschnitt rechtzeitig herunterzuladen. Offline-Karten bieten sich auch an, wenn der Mobilfunktvertrag nur mit relativ kleinem Datenvolumen ausgestattet ist oder die Reise über die Grenzen der EU hinausgeht, weshalb im Ausland Roaming-Gebühren anfallen.

Autarkie wird dann ein Thema, wenn man abseits jeder Infrastruktur seinen Urlaub verbringen möchte.
CIVD/Thomas Bender, Archiv

💡 Kurz-Anleitung

  1. Profilbild oben rechts antippen "Offlinekarten" auswählen.
  2. "Benutzerdefinierter Bereich" wählen und gewünschten Kartenausschnitt markieren.
  3. Herunterladen vor Fahrtantritt prüfen, ob das Gebiet vollständig abgedeckt ist.

5. Routenoptionen bewusst anpassen

Google Maps erlaubt es, Autobahnen, Mautstraßen oder Fähren auszuschließen. Für Wohnmobile kann das relevant sein, etwa wenn Campende bestimmte Tunnel vermeiden möchte oder Mautabschnitte umgehen wollen.

Allerdings berücksichtigt Google Maps keine fahrzeugspezifischen Mauttarife oder Gewichtsklassen. Die Funktion ist eine grobe Steuerungsmöglichkeit, ersetzt aber keine spezifische Streckenprüfung.

💡 Kurz-Anleitung

  1. Route eingeben und oben rechts auf die drei Punkte tippen.
  2. "Routenoptionen" auswählen und gewünschte Straßenarten deaktivieren.
  3. Route neu berechnen lassen und prüfen.

6. Entfernung messen, um Stellflächen einzuschätzen

Mit der integrierten Messfunktion lässt sich grob prüfen, ob eine Fläche ausreichend lang ist. Besonders bei frei zugänglichen Parkflächen oder Strandparkplätzen kann das hilfreich sein. Die Messung ist nicht millimetergenau, bietet aber eine erste Orientierung, ob ein sieben oder acht Meter langes Fahrzeug grundsätzlich Platz finden könnte.

💡 Kurz-Anleitung

  1. Langen Druck auf einen Punkt der Karte ausführen und "Entfernung messen" auswählen
  2. Zweiten Punkt an das Ende der potenziellen Stellfläche setzen.
  3. Angezeigte Distanz prüfen und mit Fahrzeuglänge vergleichen.

7. Verkehrsprognose für Anreisetage nutzen

Staus an Ferienbeginn oder vor langen Wochenenden sind für Wohnmobile besonders belastend. Geringere Beschleunigung und höherer Verbrauch machen Stop-and-Go-Verkehr unangenehm. Mit der Funktion "Abfahrts- oder Ankunftszeit festlegen" lässt sich prüfen, wie sich unterschiedliche Startzeiten auf die Gesamtfahrzeit auswirken.

Golling an der Salzach, Austria - 22.05.2024: Traveling through Austria, the A10 highway and a fantastic view of the Tennen Mountains
iStock Editorial

💡 Kurz-Anleitung

  1. Start und Ziel eingeben und auf die drei Punkte neben der Route tippen.
  2. "Abfahrts- oder Ankunftszeit festlegen" auswählen und verschiedene Uhrzeiten testen.
  3. Prognostizierte Fahrzeiten vergleichen.

8. Standort bei größeren Stellplätzen speichern

Auf großen Stellplätzen, bei Festivals oder beim freien Stehen kann es schwierig sein, das eigene Fahrzeug wiederzufinden. Google Maps ermöglicht das Speichern des Standorts inklusive Notizen.

Gerade wenn man mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist, erleichtert das die Rückkehr zum Fahrzeug.

💡 Kurz-Anleitung

  1. Auf den blauen Standortpunkt tippen und "Als Parkplatz speichern" auswählen.
  2. Optional Notiz oder Foto ergänzen.
  3. Bei Rückkehr den gespeicherten Punkt aufrufen und Navigation starten.

Fazit