Brandgefahr bei Fiat Ducato und Co.: Deshalb betrifft der Rückruf nur wenige Wohnmobile

Brandgefahr beim Fiat Ducato
Warum der Rückruf nur wenige Camper betrifft

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.10.2026
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Werkstatt, Carado, Marder, Schaden, Motor
Foto: Simon Ribnitzky

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat erneut einen Rückruf von Fiat Ducato und seinen Schwestermodellen Citroën Jumper, Peugeot Boxer und Opel Movano gestartet. Die Ursache liegt im Niederdruck-Kraftstoffsystem: Ein undichter Kraftstoffdruckdämpfer kann dazu führen, dass Dieselkraftstoff austritt. Gelangt der Kraftstoff auf heiße Motorenteile, droht Brandgefahr. Zusätzlich kann das Öl auf die Fahrbahn gelangen und dort die Rutschgefahr erhöhen.

Die gute Nachricht für Wohnmobil-Halter: Die betroffene Charge beim Fiat Ducato beschränkt sich auf den Produktionszeitraum Juli 2026. Weltweit sind knapp 2.800 Fiat Ducato-Einheiten betroffen, in Deutschland entfallen 1.271 Fahrzeuge auf diese spezifische Produktion. Das klingt zunächst nach einer hohen Zahl, relativiert sich aber erheblich, wenn man die Produktionsdynamiken in der Wohnmobil-Branche betrachtet.

Lange Wartezeiten zwischen Chassis und Aufbau

Ein Chassis von Fiat Ducato, Citroën Jumper, Peugeot Boxer durchläuft die Fertigung in der italienischen Fabrik in Sevel innerhalb weniger Tage. Danach beginnt jedoch die längere Reise: Die beginnt mit zum Wohnmobilhersteller. Dort lagern die Fahrzeuge oft Wochen oder sogar Monate, bevor die Montage des Aufbaus beginnt. Der dauert in den meisten Fällen zwar nur wenige Tage, ab und zu stehen Wohnmobile aber noch etwas länger im Werk, weil noch Komponenten fehlen und erst später eingebaut werden können. Deshalb ist nicht davon auszugehen, dass schon viele vom aktuellen Rückruf betroffenen Fiat Ducato beim Händler oder Kunden angekommen sind.

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Ingolf Pompe



Das bedeutet konkret: Fertige Wohnmobile auf Basis des Ductato, die derzeit auf deutschen Campingplätzen stehen oder gerade auf Urlaubsfahrt gehen, entstammen in der Regel früheren Fertigungslosen. Die reale Betroffenenquote bei komplett ausgebauten Reisemobilen liegt damit deutlich unter den KBA-Meldezahlen. Zudem geht nur ein Teil der in Sevel produzierten Fahrzeuge überhaupt in die Wohnmobil-Branche – ein großer Anteil beliefert den Handwerks- und Logistik-Sektor.

Beim Pugeot Boxer oder Citroën Jumper ist der Produktionszeitraum, während dem die vom Rückruf betroffenen Fahrzeuge hergestellt worden sind, zwar deutlich länger (22.12.25 bis 31.07.26). Allerdings sind hier nur 1601 Boxer und 1486 Jumper weltweit betroffen. Die Stückzahlen bei Wohnmobilherstellern dürfe demnach relativ gering sein.

Was passiert im Fall eines Rückrufs

Die Fahrzeughalter werden vom KBA oder von Stellantis kontaktiert und müssen denn mit dem Fahrzeug in einer Werkstatt. Die Kraftfahrzeugmechatroniker tauschen dort bei betroffenen Fahrzeugen den unteren Abschnitt der Kraftstoffleitung inklusive des fehlerhaften Dämpfers aus. Die Arbeitszeit sollte etwa 30 bis 90 Minuten betragen, abhängig vom Fahrzeugtyp. Die Kosten trägt Stellantis im Rahmen der KBA-Überwachung.

KBA-Referenznummern und Aktionscodes der Hersteller

  • Fiat Ducato (KBA 17165R): F637
  • Citroën Jumper (KBA 17167R): G4A
  • Peugeot Boxer (KBA 17168R): M5X

Wer prüfen möchte, ob das eigene Fahrzeug betroffen ist, nutzt die Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) aus dem Fahrzeugschein. Diese Nummer ermöglicht eine Abfrage in der KBA-Datenbank oder beim Händler. Ein Anruf bei der Fachwerkstatt mit FIN und dem Rückruf-Aktionscode reicht aus. Das offizielle Schreiben vom KBA oder Stellantis folgt später – wer proaktiv wird, sichert sich Werkstatt-Termine schneller.

Planung vor Urlaubsfahrten wichtig

Für Camperinnen und Camper, die in den kommenden Wochen verreisen möchten, lohnt sich eine frühzeitige Abfrage. Die Werkstätten haben derzeit mit erhöhter Nachfrage zu kämpfen. Wer rechtzeitig einen Termin bucht, vermeidet zeitliche Engpässe. Falls das Fahrzeug bereits im Ausland steht und die Rückruf-Abarbeitung ansteht, hilft der Kontakt zu einem Vertragshändler des Basisfahrzeug-Herstellers weiter.

Fazit