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Hobby auf Ford Transit im Gebrauchtcheck

Diese Gebrauchten sind echte Hingucker

Egal ob als Alkoven, Teilintegrierter oder Van – die Hobby-Modelle mit Transit-Fahrgestell sind echte Hingucker. Wie haben sie sich sonst gehalten? Unsere Umfrage unter Besitzern gibt Auskunft.

Der Modellname ist zunächst etwas irreführend. Als Hobby in der Saison 2005 erstmals Reisemobile auf Ford anbietet, spricht man von der T-Baureihe – T steht hier jedoch nicht für Teilintegrierte, sondern für Transit. Es gibt nämlich auch Alkoven in der T-Serie, denn vor 15 Jahren wird die klassische Bauform immer noch gut nachgefragt. Populär ist zu dieser Zeit auch das Ford-Chassis. Der Fiat Ducato steht gerade vor dem wohl größten Modellwechsel seiner Geschichte, und die Reisemobilhersteller sind verunsichert, ob Fiat nahtlos lieferfähig sein wird und die neue Ducato-Optik bei den Käufern wirklich ankommt.

Bei Hobby nutzt man die Zusammenarbeit mit Ford für eine grundlegende Neuentwicklung. Die T-Modelle, die später Hobby Siesta heißen werden, unterscheiden sich optisch deutlich von weißer Standardware und bringen auch innen typischen Hobby-Stil mit.

Obwohl der Hobby T – anders als bei Fiat üblich – bereits ABS und zwei Airbags serienmäßig mitbringt, sind die Preise anfangs tief angesetzt: Zwischen 34.000 und 44.000 Euro kosten Alkoven und Teilintegrierte. Etwas später startet der schmalere Van ab 35.900 Euro. Kein Wunder, dass die Reisemobilnachfrage im Hause Hobby kräftig nach oben geht.

Der Hersteller aus Schleswig-Holstein bleibt in der Folge konsequent. Während der Ford nach dem Ducato-Neustart andernorts aus vielen Modellprogrammen verschwindet, bekommt man den Transit bei Hobby bis Ende 2013.

Auf- und Ausbau

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Kompakte Außenmaße erlaubt die früher noch nicht so gängige Halbdinette. Der Alkovenboden über den Fahrerhaussitzen lässt sich hochklappen.

Form und Farbgebung haben sicher häufig den Ausschlag für den Kauf eines Hobby T, Siesta oder Van gegeben. Dafür sprechen zumindest zahlreiche Kommentare in unserer Umfrage unter Besitzern dieser Modelle. Begeisterung rufen außerdem die kompakten Abmessungen vieler Varianten hervor sowie die Grundrisse. Hobby wagte sich auch mit damals ungewöhnlichen Aufteilungen wie Raumbad und Längsbänken auf den Markt.

Doch wie steht es um die Langzeitqualität des extravaganten Hobby? Einige Mängel, die Besitzer anführen, kennt man von vielen Reisemobilen dieser Baujahre. Mit großer Regelmäßigkeit tauchen gerissene Duschwannen in den Berichten auf. Manchmal ist bereits das Austauschteil wieder defekt. Offenbar achtet nicht jede Werkstatt bei der Reparatur darauf, dass auch der Unterbau stabil ist. Als alters- und klassenüblich kann man ebenso die Mängel an Fenstern und Dachhauben einstufen. Bei den Panoramafenstern über dem Fahrerhaus von Teilintegrierten kam es vor einigen Jahren zu Undichtigkeiten und sogar Totalverlust. Damals reagierte Hobby mit einer Rückrufaktion, womit der Ärger bei Gebrauchten behoben sein sollte.

Häufiger als gewöhnlich nennen Besitzer die Wasseranlage als Problemquelle. Dahinter verbergen sich meist Undichtigkeiten an Schlauchverbindungen und Verteilern.

Eher selten kommt es dagegen zu Dichtigkeitsproblemen am Aufbau. Im Auge behalten sollten Käufer von Teilintegrierten und Vans dennoch die Nahtstelle am Dach zwischen Fahrerhaus und Wohnbereich. In Einzelfällen können zudem Risse am GfK-Überbau auftreten. Ansonsten lohnt – wie bei vielen Reisemobilen – ein kritischer Blick auf den Holzunterboden am Fahrzeugheck.

Dass bei der Frage nach Mängeln recht oft die Möbel genannt werden, liegt vor allem an Zierleisten, die sich lösen, weniger an der Ausbauqualität insgesamt.

Auch die äußerlichen Deko-Elemente verlieren teilweise über die Jahre ihre Strahlkraft. Es kommt zu Lackschäden an lackierten Kunststoffen, Klebefolien werden blass, und GfK-Teile können vergilben. Während es hier nur um Optik geht, müssen die charakteristischen Kunststoffsäulen am Heck ausgetauscht werden, wenn sie größere Risse aufweisen.

Basisfahrzeug

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Schwungvolle Formen geben dem Hobby T eine eigene Note. Das hintere Fenster ging beim Vorbesitzer zu Bruch und muss gewechselt werden.

Die Fahreigenschaften des Ford Transit ernten von den Hobby-Besitzern überwiegend gute Noten. Rund drei Viertel der Befragten äußern sich positiv. Lob erhält durchweg auch der niedrige Diesel-Verbrauch, der schon einmal die 10-Liter-Marke unterschreitet.

Kritisch wird dagegen bei frühen Modellen insbesondere die hohe Sitzposition und die Anfahrschwäche des Motors gesehen. Besitzer längerer Ausführungen mit Frontantrieb beklagen manchmal ein schwammiges Fahrverhalten und eine schwache Traktion.

Von der Zuverlässigkeit jener Ford-Baujahre ergibt sich kein einheitliches Bild. Größtes Risiko für alle Gebrauchtwagenkäufer sind wohl plötzliche Motorschäden, von denen jedoch nur Modelle seit dem Facelift ab Mitte 2006 betroffen sind. Manchmal wurden die Motoren bereits getauscht, oft halten sie aber auch durch – aus Käufersicht keine leichte Entscheidung. Für außerplanmäßige Werkstattaufenthalte sind außerdem häufiger defekte Turbolader und Ventile der Abgasrückführung verantwortlich. Davon abgesehen verschleißen die vorderen Bremsscheiben oft vorzeitig.

Viel häufiger als Fiat-Modelle vor 2006 sind ältere Transit mit einer Klimaanlage im Fahrerhaus ausgestattet. Käufer müssen jedoch darauf achten, dass die Anlage auch tatsächlich funktioniert.

Marktlage

Für Schnäppchenjäger passen Hobby-Modelle auf Transit-Fahrgestell sicher gut ins Beuteschema. Bedingt durch frühe Markterfolge und lange Bauzeit ist das Angebot heute reichhaltig, während die Preise als moderat gelten können. Obwohl es sich hier um nicht übertrieben alte sowie um gut ausgestattete Modelle handelt, spielt sich der Markt vor allem im Bereich zwischen 20.000 und 30.000 Euro ab.

Sparfüchse könnte es außerdem freuen, dass man hier für weniger Geld oft mehr bekommt. Während die unverändert zeitgemäßen Vans tendenziell etwas teurer gehandelt werden, bekommt man die aktuell weniger gefragten Alkovenmodelle manchmal überraschend günstig. Angesichts der Vielzahl von Varianten fällt die Schnäppchenjagd in jedem Fall leichter, wenn man sich nicht auf einen Typ fixiert.

Wer das leidige Thema Motorschäden von vorneherein ausblenden will, sucht am besten nach Modellen, die vor Sommer 2006 gebaut wurden.

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Darauf müssen Sie achten! Z.B. das Außendekor Abhängig von Witterungseinflüssen verblasst der Schick des Hobby in einigen Fällen.

Daten & Fakten

Baureihe Hobby T, Siesta, Van

  • Basisfahrzeuge: Ford Transit
  • Bauweise: Teilintegrierte/Alkoven mit Alu-Außenhaut, Holzverstärkungen, EPS-Isolierung
  • Sitz-/Schlafplätze: 4–6/2–6

Vorgestelltes Modell Hobby T 550 AK FS (125 PS)

  • Erstzulassung: 9/2005
  • Kilometerstand laut Händler: 78.000
  • Preis: 22.990 Euro
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 3.500 kg
  • Gesehen bei: Autohaus Rumpel und Stark, 97294 Unterpleichfeld

Darauf müssen Sie achten!

Duschwanne Wie bei allen älteren Reisemobilen sollte man beim Sanitärraumboden genau hinsehen. Ist die Kunststoffwanne rissig geworden, muss sie gewechselt werden, um die Dusche benutzen zu können. Außerdem darf der Boden beim Betreten nicht deutlich nachgeben.

Außendekor Abhängig von Witterungseinflüssen verblasst der Schick des Hobby in einigen Fällen. Die blaue Folie ermattet, außerdem können sich an den silberfarbenen Kunststoffverkleidungen am Heck feine Risse bilden, was früher oder später einen Austausch notwendig macht.

Wasseranlage Dass diese Installationen weit oben in der Mängelstatistik liegen, hat vor allem zwei Ursachen: undichte Wasserverteiler und defekte Hähne. Idealerweise checkt man die Funktionen bei einem Gebrauchten also mit gefülltem Frischwassertank.

Sitzposition Vor allem bei den frühen Modellen harmoniert nicht jede Fahrerstatur mit dem Platz im Cockpit. Schuld ist der hoch eingebaute Sitz und die mangelnde Verstellmöglichkeit des Lenkrads. Unbedingt in Ruhe Probe sitzen und möglichst Probe fahren.

Motor Deutlich häufiger als bei vergleichbaren Basisfahrzeugen berichten Besitzer von defekten Turboladern. Überdurchschnittlich oft kommt es außerdem bei den seit dem Facelift 2006 gebauten Modellen zu kapitalen Motorschäden, nicht selten bei geringen Laufleistungen unter 100.000 Kilometer.

In diesen Bereichen traten Schäden auf

Die Zahlen basieren auf Praxiserfahrungen von Besitzern eines Hobby auf Ford-Chassis (siehe Umfrage in promobil 2/2019).

  • Basisfahrzeug: 70%
  • Wasseranlage: 54%
  • Aufbaufenster/-hauben: 43%
  • Möbel: 32%
  • Kühlschrank: 31%
  • Bordelektrik: 27%
  • Dichtigkeit Aufbau: 26%
  • Aufbautür: 16%
  • Heizung/Boiler: 15%
  • Gas-Installation: 7%
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Mit dem Ford-Facelift Mitte 2006 taucht der Hobby Van auf.

Stetige Modellpflege

Im Sommer 2004 startet Hobby eine große Reisemobiloffensive mit Modellen auf Ford-Basis. Die T-Baureihe vereint drei Teilintegrierte und drei Alkoven. Ein Jahr darauf wird sie wegen guter Nachfrage weiter ausgebaut. Mitte 2006 erhalten die Ford-Modelle die Baureihenbezeichnung Siesta. Parallel dazu wird der Ford Transit umfangreich geliftet und bekommt neue Motoren. Zu diesem Zeitpunkt führt Hobby auch den kompakten Van ein, der ein Jahr später ebenso als Van Exclusive mit gewölbten Wänden zu haben ist. Diese Hobby-typische Besonderheit übernimmt auch der Teilintegrierte Siesta Exclusive im Sommer 2008. In der Saison 2013 gehen die Ford-basierten Hobby in ihre letzte Runde; der Transit steht kurz vor einem grundlegenden Modellwechsel. Verblieben sind noch je zwei Siesta-Alkoven und -Teilintegrierte. Letztere werden noch einmal optisch aufgewertet und sind mit Hubbett lieferbar.

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