Camp-Line Lounge Ingolf Pompe
Camp-Line Lounge
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Camp-Line Lounge 10 Bilder

Camp-Line Lounge (2021)

Campingbus mit Homeoffice-Eignung

Der Camp-Line Lounge macht vieles anders. Mit Hecksitzgruppe, gasfreier Bordtechnik und variablem Sanitärraum sucht er neue Zielgruppen: Das Modell könnte digitalen Nomaden gefallen. promobil hat das Modell genau unter die Lupe genommen.

Campingbusse auf Fiat-Basis bauen mitunter fast alle auf den ein und denselben Grundriss – nicht so der Prototyp des Camp-Line Lounge. Ein festes Bett? Gibt es nicht. Eine Dusche? Fehlanzeige. Gaskasten? Nein. 320 Watt Solarpower? Das ja. 200-Ah-LiFePO4-Bordbatterie? Ist auch drin. Dazu ein potenter 3000-Watt-Wechselrichter, eine komplette Highend-Soundanlage mit 690 Watt Dauerleistung, Beamer, Leinwand und eine große Hecksitzgruppe, an der fünf Personen bequem Platz finden.

Für den Schall- und Klimaschutz wird eine gut vier Zentimeter dicke Isolierung eingeklebt. Die hört man während der Fahrt – der Geräuschpegel liegt fast auf Pkw-Niveau – und wenn man mal ans Blech klopft. Ein sattes "Klock" zeugt von der Dämmschicht aus Alubutyl und zwei Lagen Armaflex.

Auf Ruhe legt Camp-Line auch beim Möbelbau Wert. Die Einrichtung ist gegen Karosserieverwindungen gesichert eingebaut; so sind während der Fahrt nahezu keine Geräusche aus dem Ausbau zu hören.

Camp-Line Lounge
Ingolf Pompe
Aus klein mach groß: Die Sanitärkabine lässt sich einfach nach Lösen der Fahrtsicherung ausziehen.

Bad versteckt im Schrank

Keineswegs alltäglich ist auch der erweiterbare Sanitärraum. Bei Nichtgebrauch ist er nur wenig tiefer als der Schrank daneben. Zur Benutzung kann man die Nasszelle aber fast bis zum Küchenblock hinüber ausziehen. Ein Klappwaschbecken über dem Klo spart weiter Raum. Die Armatur mit Ausziehbrausekopf hilft beim Haare waschen. Eine Duschmöglichkeit gibt es optional. Im Prototyp sorgt ein Vorhang als Badtür für Privatsphäre, in der Serie wird eine Gliederschiebetür diesen Job übernehmen.

Die Doppelsitzbank rechts im Fahrerhaus ist drehbar und schafft so eine Sitzgelegenheit für Frühaufsteher. Während sich der Partner noch auf der umgebauten Hecksitzgruppe mit ihrer 193 mal 180 Zentimeter großen Liegefläche räkelt, kann man sich vorne schon mal einen Kaffee aus der serienmäßigen Kapselmaschine herauslassen und genießen.

Kochen nur mit Strom

Gekocht wird auf dem kompakten Küchenblock, der mit Induktionskochfeld und Spüle samt Armatur in Haushaltstechnik bestückt ist. Frisch- und Abwassertanks sind mit je 65 Litern – angesichts der fehlenden Dusche – ausreichend dimensioniert. Selbiges Volumen fasst auch der Kompressorkühlschrank. Hier muss man schon etwas planen, um im Urlaub zurechtzukommen.

Planung ist generell das Thema beim Beladen. Zwar soll der Lounge gut 500 Kilogramm Zuladung bieten, einen größeren Stauraum gibt es im Heck aber nicht. Das Gepäck muss auf die, immerhin zahlreichen Schränke, Staufächer und Schubladen verteilt werden. Die Bordtechnik ist gut erreichbar unter der linken Sitzbank installiert und entweder per Touchdisplay oder per App steuerbar. Die Einspeisung des Landstroms erfolgt ungewöhnlich über eine sogenannte DEFA-Steckverbindung.

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Ingolf Pompe
Ungewöhnlich: Der Landstrom kommt über einen sogenannten DEFA-Stecker ins Fahrzeug. Das robuste System ist wartungsfreundlich und kompakt.

Insgesamt zeigt sich der Ausbau solide und sorgfältig verarbeitet. Und der Preis? Wie hier vorgestellt: 87.499 Euro.

Camp-Line Lounge (2021)

Preis: ab 74.990 Euro (16 % MwSt.)
Basis: Fiat Ducato 35 L, Kastenwagen, 103 kW/140 PS, Automatik
Gesamtgewicht: 3.500 kg
Länge/Breite/Höhe: 5.990/2.050/2.600 mm
Empfohlene Personenzahl: 2
Baureihe
: Camp-Line ist spezialisiert auf individuelle Ausbauten. Es gibt aber auch zwei Serienmodelle: Der Business und der Lounge sind Busse mit Hecksitzgruppe, Multimediaausstattung und gasfreier Bordtechnik.

Fazit

Am Ende bleiben zwei Fragen: Für wen passt der Camp-Line Lounge am besten? Vielleicht für den Business-Reisenden, der, statt ins Hotel zu gehen, Bett und Büro immer dabeihaben will.