Der Dailycamper Van verspricht maximale Freiheit auf minimalem Raum. Doch wie viel Komfort, Praktikabilität und Camping-Feeling stecken wirklich in einem Fahrzeug, das kaum länger ist als ein VW Golf? Wir haben die Fakten geprüft – und zeigen, für wen sich der Van lohnt, wo seine Grenzen liegen und ob er hält, was er verspricht.
Der erste Eindruck: Klein, aber durchdacht
Auf den ersten Blick wirkt der Campervan auf Opel-Basis wie ein ganz normaler Hochdachkombi, der voll Alltagstauglich ist. 4,98 Meter Länge, 1,90 Meter Höhe – das sind Maße, mit denen Sie in jede Parklücke, Garage oder Tiefgarage kommen. Kein Rangieren, kein Stress nötig.
Und trotzdem steckt innen drin, was das Camper-Herz begehrt: Bett, Küche, Toilette und durchdachter Stauraum.

Von außen wirkt der Dailycamper beinahe unscheinbar, im Inneren wartet eine fast komplette Campingausstattung.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Basis: Opel Zafira mit 180 PS Diesel oder optional Elektroantrieb.
- Preis: Ab 49.900 Euro – reisefertig und voll ausgestattet.
- Zulassung: Pkw oder optional Reisemobil.
Das Opel-Basisfahrzeug kommt mit Voll-LED-Scheinwerfern, 180° Rückfahrkamera, Parksensoren, Spurhalteassistent, Notbremsassistent und vielem mehr.
Schlafen: Mehr Platz als erwartet
Das Bett ist oft der Knackpunkt in Mini-Campern – doch der Dailycamper macht hier einiges richtig. 1,95 Meter Länge und 1,40 Meter Breite (mit der serienmäßigen Bettverbreiterung) bieten auch für zwei größere Personen genug Platz. Die Liegefläche ist eben, und dank der 80 mm starken Matratze (60 mm Kaltschaum + 20 mm Vlies) schläft es sich überraschend komfortabel. Die Polster lassen sich einfach zusammenschieben und haften auf einem Klettband – keine lästigen Lücken mehr.
Alternativ kann man die Sitzbank nur zum Einzelbett umbauen. Dieses bietet eine Liegefläche von 1,95 m Länge und 0,95 m Breite – dank des ausziehbaren Lattenrosts ist es schnell einsatzbereit. Und daneben bleibt Platz für größeres Gepäck, Sportgeräte oder sogar ein Fahrrad, das man im Fahrzeuginneren verstauen und transportieren kann.
Aber: Stehhöhe gibt es nicht. Und: Das Bett ist weder in der Einzel- noch Doppelvariante ein Queensize-Bett, sondern ein praktisches Reisebett – mehr nicht.
Kochen: Einfach, aber effektiv
Die Küche ist in der Campingbox untergebracht und besteht aus einer Spüle, einem Gaskocher mit Zündsicherung und einer 12V/230V-Kühlbox. Das ist kein Luxus, aber es funktioniert.

Der Heckauszug für die Küche im Dailycamper Van.
Dank eines Heckauszugs kann man unter der Heckklappe stehend, draußen kochen. Praktisch: Die drei LED-Innenleuchten sind entnehmbar und aufladbar – sie dienen als Taschenlampe oder Außenbeleuchtung und sind ein kleines, aber feines Detail.
Bei Regen lässt sich der Kocher ins Fahrzeuginnere holen. Der 25- bis 30-Liter-Frischwassertank ist leicht zu befüllen. Wer aufwendige Gerichte kochen will, wird schnell an Grenzen stoßen. Die Küche ist für einfache Mahlzeiten gemacht.
Toilette: Praktisch, aber kein Badezimmer
Die Camping-Toilette (Porta Potti oder optional Trenntoilette) ist unter der Sitzbank verstaut und nachts leicht zugänglich. Das ist ein großer Pluspunkt, denn viele Mini-Camper verzichten ganz auf eine Toilette. Allerdings: Ein echtes Badezimmer dürfen Sie nicht erwarten.
Stauraum: Clever, aber begrenzt
Der Dailycamper-Ausbau des Zafira glänzt mit durchdachten Staulösungen: Fenstertaschen, Schubladen unter den Sitzen, eine Schublade in der Zweiersitzbank und ein großer freibleibender Stauraum auf der Beifahrerseite – hier finden Fahrräder, Skier, Kinderwagen oder ein Hund Platz. Die optionale Fahrradschiene im Boden (190 Euro) ist ein Highlight für Radsportler.

Dank Fahrradschiene lässt sich ein wertvolles Bike im Inneren transportieren.
Und: Wer sich für die Pkw-Zulassung entscheidet, bleibt besonders flexibel. Dann können alle Module entnehmen und den Van als großen Frachtraum nutzen. Die Nutzlast von 653 kg ist gut.
Wo der Dailycamper an seine Grenzen stößt
Der Campervan auf Opel-Basis ist kein Luxus-Wohnmobil – und das ist auch nicht sein Anspruch. Aber wo genau liegen seine Grenzen?
- Keine Stehhöhe: Wer im Van stehen will, muss sich bücken.
- Keine Privatsphäre: Das Konzept ist offen – wer allein reist, hat kein separates "Schlafzimmer".
- Kein Platz für Familien: Mit nur zwei Schlafplätzen ist der Van keine Option für Familien. Wer mehr Schlafplätze braucht, muss auf Modelle mit Aufstelldach ausweichen – das schränkt aber die Alltagstauglichkeit ein.
Für wen lohnt sich der Dailycamper?
Der Dailycamper Van ist kein Alleskönner, aber ein Meister der Kompromisse. Er ist perfekt für alle, die kein Luxus-Wohnmobil brauchen, sondern Flexibilität, Alltagstauglichkeit und ein kompaktes Format suchen. Junge Paare, Best-Ager, Minimalisten und Pendler mit Camping-Hobby werden ihn lieben – wer jedoch mehr Platz, Privatsphäre oder Familienfreundlichkeit will, sollte weiter suchen.












