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Das kostet ein Reisemobil wirklich

So finden Sie versteckte Kosten Das kostet ein Reisemobil wirklich

Der Preis eines Campers spielt bei der promobil Test-Bewertung eine wichtige Rolle. Doch neben Preis-Leistung-Verhältnis sind Servicenetz und Garantien ebenfalls relevant. Was können Käuferinnen und Käufer daraus für Schlüsse ziehen?

Nur wenigen ist es vergönnt, sich beim Kauf eines Reisemobils um die Bezahlung keine Gedanken machen zu müssen. Für alle anderen ist der Preis ein wesentlicher Faktor bei den Kaufüberlegungen, der oftmals final darüber entscheidet, ob das Traum-Wohnmobil oder der gewünschte Campingbus tatsächlich irgendwann vor der Haustür steht oder nicht.

Doch welcher Preis ist maßgeblich?

Zum Listenpreis addieren sich nicht selten – vor allem bei Importmodellen – 1.000 bis 2.000 Euro an Nebenkosten für Fracht, TÜV-Abnahme und Zulassung. promobil rechnet bei allen Tests diese Gebühren in den Grundpreis mit hinein, um ihn realistisch zu bewerten.

Aber auch bei der Ausstattung tun sich bisweilen erhebliche Lücken auf. Klar lässt sich im Einzelfall darüber streiten, welche Ausstattung für ein bestimmtes Modell zum Serienumfang gehören müsste. Aber in vielen Fällen ist der Eindruck kaum bestreitbar, dass es den Herstellern vor allem darum geht, den Listenpreis attraktiv zu gestalten. Beifahrerairbag, angemessene Motorleistung und Fliegengittertür sind nur drei Beispiele für typische Extraposten, auf die ohnehin niemand verzichten wird.

Transparenz & Paketpreispolitik

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Um das Preis-Leistungs-Verhältnis bewerten zu können, muss penibel aufgelistet werden, was beim Testmodell Serie und was optional ist.

Für möglichst viel Transparenz zu sorgen ist hier die Aufgabe der Testredaktion. Dafür muss die Preisliste rauf- und runtergewälzt werden, um herauszufinden, was wirklich serienmäßig und was optional ist. Ab und an fielen dabei schon Ungereimtheiten auf, die den Herstellern selbst nicht bewusst waren.

Unübersichtlicher wird die Sache zudem durch die grassierende Paketpreispolitik. Was im Einzelfall ganz sinnvoll sein kann, etwa bestimmte Extras zu einem Winterpaket zusammenzufassen, grenzt bisweilen fast schon an Nötigung, wenn essenzielle Ausstattung nur im Paket erhältlich ist und damit zwangsweise weniger Wichtiges mitbezahlt werden muss.

Um den Finger in solche Wunden zu legen und letztlich ein Urteil über das Preis-Leistungs-Verhältnis abgeben zu können, führt kein Weg an einer gründlichen Preis-Ausstattungs-Analyse vorbei. Oft hat sich dabei gezeigt, gerade auch bei Vergleichstests, dass sich ein scheinbar günstiges Modell mit der klassentypischen Ausstattung am Ende als teures Angebot entpuppt.

Serviceaspekte nicht vergessen

Keineswegs außer Acht lassen sollte man aber auch die Serviceaspekte. Ein engmaschiges Netz an Anlaufstellen in Deutschland und Europa kann im Zweifelsfall darüber entscheiden, ob ein kleiner Defekt schnell behoben ist oder zum Reiseabbruch führt. Auch für regelmäßige Wartungsarbeiten, wie etwa die Dichtigkeitskontrolle, kann es ziemlich nerven, wenn bis zum nächsten Markenhändler immer erst hunderte Kilometer vom eigenen Wohnort aus zurückgelegt werden müssen. Darum fließt die Anzahl der Servicepunkte in die Bewertung mit ein.

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Wie lange währt die Dichtigkeitsgarantie? Hier sieben Jahre.

Apropos Dichtigkeit. Alle Hersteller gewähren inzwischen eine Dichtigkeitsgarantie, die über die allgemeine Gewährleistung von zwei Jahren hinausgeht. Die Spanne reicht hier aktuell von fünf bis zwölf Jahre – auch das ist ein Kriterium für die "Preis & Service"-Benotung. Zusätzliche Pluspunkte kann es für besondere Garantieleistungen geben, beispielsweise gewähren ein paar Hersteller Zusatzjahre auf den Möbelbau. Manche offerieren auch eine Anschlussgarantie an die Gewährleistung für ein, zwei oder drei Jahre – freilich gegen Bezahlung.

Um in Sachen Preis und Service im Bilde zu sein, ist also ein scharfer Blick gefragt.

Hätten Sie’s gewusst?

Fracht ist nicht gleich Fracht. Als Nebenkosten zum Kaufpreis werden häufig TÜV, Zulassung und Fracht aufgeführt. Manche Hersteller berechnen dabei die sogenannte Vorfracht als Extraposten ein, das sind die Kosten für den Transport des Chassis vom Basis- zum Aufbauhersteller. Bei Importmodellen kommt dazu der Transport vom Werk nach Deutschland, dann aber oft gleich bis zum Händler. Bei deutschen Marken wird die Fracht vom Werk zum Händler meist individuell berechnet.

Dichtigkeitsgarantien

Adria/Sun Living: 7/5 Jahre
Ahorn Camp: 5 Jahre
Benimar: 7 Jahre
Bürstner: 10 Jahre
Carado/Etrusco/Sunlight: 7 Jahre
Carthago/Malibu: 10 Jahre
Chausson/Challenger: 7 Jahre
Concorde: 10 Jahre
Dethleffs: 6 Jahre
Eura Mobil/Forster: 10/5 Jahre
Frankia (Titan, Platin): 7 (11) Jahre
Giottiline: 5 Jahre
Hobby: 5 Jahre
Hymer: 10 Jahre
Knaus: 10 Jahre
Laika: 10 Jahre
LMC: 12 Jahre
Mobilvetta: 10 Jahre
Morelo: 10 Jahre
Phoenix: 10 Jahre
Pilote: 5 Jahre
Rapido/Itineo: 5 Jahre
Roller-Team: 10 Jahre
Rimor: 5 Jahre
Weinsberg: 10 Jahre

Fazit

Was Käuferinnen und Käufer aus dem promobil-Testprozedere für sich mitnehmen können: Besser zweimal nachrechnen, was teuer das Wunschmobil oder der Traumcampingbus tatsächlich kostet, wenn die gesamte benötigte Ausstattung an Bord ist. Schlechte Nachrichten für alle, die 2022 kaufen möchten: Die Preise für Campingfahrzeuge werden wohl stark ansteigen. Warum das so ist, erklären wir hier.

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