Floë-Entwässerungsausrüstung Jürgen Bartosch
Floë-Entwässerungsausrüstung
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Floë-Entwässerungsausrüstung im Test

Floë-Entwässerungsausrüstung im Test Wasseranlage entleeren leicht gemacht

Um Frostschäden und Keimbildung zu vermeiden, muss man die Wasseranlage gründlich entleeren. Dabei kommt ein Hilfsmittel aus Nordirland gerade recht.

Es gibt verschiedene Tricks und Kniffe, um die Wasserleitungen und Armaturen beim Entleeren möglichst vollständig vom Wasser zu befreien – etwa einen Luftballon über den Wasserhahn stülpen. Doch wer die Prozedur auch längerfristig möglichst einfach und komfortabel gestalten möchte, für den ist der Einbau der Floë-Entwässerungsausrüstung eine Überlegung wert.

Das Set gibt es bereits ab rund 60 Euro, der Einbau ist relativ simpel und mit etwas Geschick von jedermann in rund einer halben Stunde zu erledigen. Sehr zu empfehlen ist allerdings, sich dazu gleich noch vier passende Schlauchschellen (Verstelldurchmeser ca. 10–15 mm) zu besorgen, denn dass die Schläuche auf den Anschlusstüllen stramm genug sitzen, um zuverlässig abzudichten, ist eher unwahrscheinlich. Die Schellen lassen sich dagegen so fest anziehen, dass kein Leck mehr auftritt.

Das Floë-Entwässerungsset stammt von dem nordirischen Hersteller APT Innovations, der noch weitere Zubehörprodukte für den Camping- und Marinebedarf im Programm hat. Das Prinzip ist relativ simpel und die Einzelteile des Sets sind aus gängigen Bauteilen der Wasserinstallationstechnik zusammengesetzt.

Floë-Entwässerungsausrüstung
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So sieht das verpackte Floë-Entwässerungsset aus. Zusätzlich benötigt man vier Schlauchschellen.

So ist das Floë-Set aufgebaut

Das Floë-Set besteht aus zwei Ventilen. Das eine sperrt die Wasserleitung am Tank ab, das zweite – ein T-Ventil – schafft einen Nebenzugang zum Leitungsnetz. Über einen aufschraubbaren Adapter mit Autoreifenventil am Ende lässt sich eine Luftpumpe oder ein kleiner 12-Volt- oder Akku-Kompressor anschließen. Mit dem Luftdruck in der Leitung kann dann durch stoßweises Öffnen der Armaturen auf Kalt- und Warmwasserstellung das Restwasser in den Leitungen gezielt ausgepustet werden.

Wichtig dabei: den Druck auf rund 1 bar zu begrenzen, damit die Armaturen keinen Schaden nehmen. Die gängigen Tauch- und Druckpumpen arbeiten mit 1–1,5 bar, so dass man mit 1 bar auf der sicheren Seite ist. Je nach Leitungsnetz muss man drei-, viermal nachpumpen, bis alles Wasser ausgetrieben ist.

Das geht mit einem Akku-Kompressor am bequemsten. Doch der im Reifenpannenset vieler Basisfahrzeuge enthaltene 12-Volt-Drucklufterzeuger funktioniert ebenso. Dieser bekommt mit dem Floë-Set einen weiteren Einsatzzweck.

Der Einbau funktioniert bei Systemen mit Druck- und Tauchpumpe gleichermaßen. Eine Videoanleitung findet sich übrigens auch auf der beigelegten DVD oder online. Beim ersten Test nach dem Einbau in den Etrusco-Dauertestwagen der Redaktion ließen sich mit dem Floë-Set noch über 600 Milliliter Wasser auspusten.

Materialien & Kosten Einbau Floë

Das brauchen Sie: Schere oder Cutter und Schraubendreher.
Das kostet es: Floë-Entwässerungsausrüstung: ca. 60 Euro, 4 x Schlauchschellen: ca. 5 Euro.

So wird das Floë-System eingebaut

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  1. Der erste Schnitt in den Pumpenschlauch (nicht die Entlüftung!) erfolgt nahe (10–15 cm) am Tank.
  2. Dann wird über beide Enden je eine Schauchschelle geschoben und eine Anschlusstülle eingesetzt.
  3. Als Nächstes werden die Schlauchschellen mit einem Schraubendreher sorgfältig angezogen.
  4. Nun können die Anschlusstüllen in das Absperrventil gesteckt werden, bis sie einrasten.
  5. Der zweite Schnitt erfolgt etwa 10 cm neben dem ersten, um dort das T-Ventil einzubauen.
  6. Auch hier müssen zwei Tüllen eingesetzt und die Schellen übergestreift und angezogen werden.
  7. Dann kann das T-Ventil – ebenfalls per Schnellkupplungen – in die Leitung eingesetzt werden.
  8. Abschluss-Check: Gibt es bei eingeschalteter Pumpe Leckstellen? Dann Schellen nachziehen.

So wird das Floë-System benutzt

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  1. Als Erstes wird die Pumpe vom Strom getrennt, dazu Pumpen- oder Bordnetzschalter betätigen.
  2. Dann muss das Absperrventil, das in Tanknähe eingebaut wurde, geschlossen werden.
  3. Das Ventil am T-Stück wird dagegen geöffnet und der Anschlussadapter aufgeschraubt.
  4. Nun eine Luftpumpe oder besser einen kleinen Kompressor am Autoreifenventil anschließen.
  5. Wichtig! Den Druck auf 1 bar begrenzen, damit keine Schäden an den Armaturen entstehen.
  6. Dann die Wasserhähne jeweils in Warm- und Kaltstellung stoßartig öffnen und schließen.
  7. Auch die Duscharmatur nicht vergessen. Dabei den Duschkopf am besten in die Wanne legen.
  8. Erstaunlich, wie viel Wasser dabei noch entweicht. Im Test kamen gut 600 Milliliter zusammen.

Fazit

Entwässern von Armaturen und Wasserleitungen im Wohmobil kann nervig sein. Ist aber notwendig um die Wasseranlage vor Frostschäden und Keimen zu schützen. Wenn Sie sich die Entleerung einfacher machen wollen, ist das Floë-System ein nützlicher Helfer. Wir erklären wie es funktioniert und wie Sie es einbauen.

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