Report: Russpartikelfilter
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Rußpartikelfilter in Wohnmobilen

Russpartikelfilter in Wohnmobilen Kleines Filter-Einmaleins

Die Nachrüstung von Rußpartikelfiltern wird teils nun doch staatlich gefördert. Wer die Förderung bekommt und viele andere Fragen beantwortet der promobil-Report.

Die Nachfrage nach Rußfiltern ist groß – ebenso die Verunsicherung. Für immer mehr Basisfahrzeuge gibt es Nachrüstfilter. Dennoch bleiben offene Fragen, die promobil für Sie klärt.

Was sagen die Städte zu den Fahrverboten für Reisemobile?

Auf promobil-Anfrage heißt es meist, dass es sich um bedauerliche Einzelschicksale handele. Auch zahlreiche promobil-Leser machten sich die Mühe und schrieben einige Städte mit Um­weltzonen an. Die ähnlich lautenden Antworten führen meist dazu, dass sie künftig einen Bogen um die entsprechenden Städ­te machen.

Besteht Hoffnung auf Abschaffung der Umweltzonen?

Nein, eher muss man mit weiteren Verschärfungen rechnen. Eine Klage gegen die Berliner Umweltzone blieb erfolglos, und in Stuttgart werden Fahrzeuge mit roter Plakette wohl rund anderthalb Jahre früher aus der Umweltzone verbannt.

Bekomme ich mit jedem Filter eine grüne Plakette?

Nein, das hängt vom Filtersystem ab. Die offenen Systeme erlauben für Euro-3-Fahrzeuge die Verbesserung um eine Stufe von Gelb auf Grün. Mit den geschlossenen Systemen ist für Fahrzeuge mit der Euro-Norm 1 auch der Plakettensprung von Rot auf Grün möglich. Der Pirelli-Filter ermöglicht Reisemobilen mit der Euro-Norm 1, die bislang gar keine Plakette erhalten, mit grüner Plakette freie Fahrt in Umweltzonen.

Kann ich mir den Filter auch selber einbauen?

Generell ist der Einbau bei einem Fachhändler zu empfehlen. Dort gibt es auch die entsprechende Gewährleistung. Während bei den offenen Systemen geübte Schrauber den Einbau vielleicht auch selber erledigen können, ist das bei geschlossenen Systemen kaum möglich. Entsprechende Steuerungen müssen angepasst werden, und der Einbau ist sehr komplex. Außerdem kann der Händler schon im Vorfeld prüfen, ob der Filter auch für Ihr Reisemobil zugelassen ist.

Wo kann ich die Rußfilter für mein Reisemobil kaufen?

Immer mehr Händler bieten ihren Kunden die einzelnen Systeme an. Auch die Hersteller können bei Bedarf einen Händler in der Nähe nennen. SMV bietet in Zusammenarbeit mit Händlern das sogenannte Greenkit plus an, das die Abwicklung der Formalitäten und eine Garantie auf die grüne Plakette enthält. Auch Sawiko erstattet Geld zurück, sollte der Filter nach erfolgter Überprüfung der Fahrzeugpapiere nicht zur grünen Plakette führen.

Was kosten die Systeme?

Die offenen Filter liegen preislich meist zwischen 1100 und 1500 Euro inklusive Einbau. Bei den geschlossenen Systemen muss man mit 3500 bis 4000 Euro rechnen.

Gibt es eine Förderung für die Nachrüstung von Mobilen?

Mit etwas Glück erhalten auch Reisemobile künftig eine Förderung. Bislang gab es die Barprämie von 330 Euro nur für Pkw. Das Bundeskabinett hat die Förderung Ende Dezember auf leichte Nutzfahrzeuge ausgeweitet. promobil und der Caravaning Industrie Verband (CIVD) setzen sich derzeit dafür ein, dass auch Reisemobile anders als bisher diese Förderung erhalten. Wann eine Entscheidung zur Förderung fällt, stand zum Redaktionsschluss noch nicht fest. Man muss allerdings damit rechnen, dass es bis zum Frühjahr dauert.

Ändern sich mit dem Filtereinbau Euro-Norm oder Schadstoffklasse?

Weder die Euro-Norm noch die Schadstoffklasse können durch die Nachrüstung verändert werden. Das bedeutet, ein Reisemobil mit der Euro-Norm 2 kann zwar durch die Nachrüstung eine grüne Plakette wie ein Fahrzeug der Euro-Norm 4 erhalten, bleibt jedoch immer noch in der Euro-Norm 2. In Ländern wie Österreich oder Tschechien, die Fahrzeugen mit Euro 4 günstigere Mautsätze berechnen, lässt sich durch Nachrüstung nicht sparen. Auch die Höhe der Steuer für ältere Fahrzeuge verändert sich nicht, da sich nichts an der Schadstoffklasse ändert.

Wird es für alle Basisfahrzeuge Filterlösungen geben?

Das ist unwahrscheinlich. Die Hersteller haben angekündigt, künftig auch für weitere Basisfahrzeuge Filter anzubieten, jedoch nicht für alle Modelle. Generell werden sich die Anbieter wohl auf die gängigsten Fahrzeuge konzentrieren, da sich der Aufwand sonst nicht lohnt und die Preise wohl weit über 4000 Euro liegen würden.

Was kann ich tun, wenn ich nicht nachrüsten kann?

Wer in einer Umweltzone wohnt, kann eine kostenpflichtige Ausnahme beantragen, die meist für ein Jahr gilt. Diese ist allerdings nicht bundesweit gültig, sondern nur für die jeweilige Zone. Ansonsten muss man um Städte mit Umweltzonen entweder einen Bogen machen oder Parkplätze außerhalb ansteuern und – sofern möglich – mit dem öffentlichen Nahverkehr weiterfahren. In einigen Städten wie Bremen und Oberhausen haben Stellplatzbetreiber erwirkt, dass die Plätze auf einer definierten Route auch mit Reisemobilen ohne Plakette angefahren werden dürfen. Auf gut Glück sollte man ohne Plakette nicht in Umweltzonen fahren. Sonst drohen 40 Euro Bußgeld sowie ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei.

Was tun, wenn der Fahrzeugschein ausgenullt ist?

Bei Reisemobilen mit ausgenullten Typ-Feldern ist es schwierig mit der Nachrüstung. SMV hat sich darauf spezialisiert und eine Datenbank angelegt. Nach erfolgreicher Rekonstruktion können diese Fahrzeuge dann grundsätzlich auch nachgerüstet werden.

Nachrüstbare Basisfahrzeuge

Plakette: weiß auf grün

Basisfahrzeug und Hersteller
Citroën Jumper 2,5 L; 64 kW
Fiat Ducato 2,5 L; 55, 76 und 86 kW
Iveco Daily 2,5 L; 55, 76 und 85 kW
Mercedes Sprinter 2,9 L; 75 kW

Preisinklusive Einbau: Pirelli ca. 4000 €

Plakette: rot auf grün

Basisfahrzeug und Hersteller
Fiat Ducato 2,5 L; 60 und 80 kW
Fiat Ducato 2,8 L; 90 kW
Iveco Daily 2,5 L; 60 und 80 kW
Mercedes Sprinter 2,7 L; 60/75/80/85/90/95/115 kW
Mercedes Vito 2,2 L; 60/75/90 kW

Preisinklusive Einbau: Pirelli ca. 4000 €; Twintec ca. 4000 €

Plakette: gelb auf grün

Basisfahrzeug und Hersteller
Citroën Jumper 2,2 L; 81 kW und 2,8L; 94/107 kW
Fiat Ducato 2,3 L; 81 kW
Fiat Ducato 2,8 L; 94/107 kW
Fiat Ducato 3,0 L; 100 kW
Iveco Daily 2,3 L; 71/85/100 kW
Iveco Daily 2,8 L; 66/78/92/107 kW
Iveco Daily 3,0 L; 100/122 kW
Mercedes Sprinter 2,2 L; 60/65/80/95/110 kW
Mercedes Sprinter 2,7 L; 115 kW
Peugeot Boxer 2,8 L; 94/107 kW
Renault Master 2,5 L; 73/84 kW
Renault Master 2,8 L; 78/92/107 kW
Renault Master 3,0 L; 85/100/115 kW
VW LT 2,5 L; 80 kW und 2,8 L; 116 kW
VW T4 2,5 L; 80 kW

Preisinklusive Einbau: Pirelli ca. 4000 €; Twintec ca. 1000–2200 €; HJS ca. 1100 €

HJS: Tel. 02373/9870; Einbau und Vertrieb über SMV, Tel. 05471/958313 oder Sawiko, Tel. 05493/99220

Pirelli: Tel. 0170/9618735; Einbau und Vertrieb unter anderem Ernst Löwer, Tel. 05622/99640

Twintec: Tel. 02244/918040

Vitkus: Tel. 0461/9403510