Letzte Tour im Herbst: Camping Passeier bei Meran – perfekter Ausgangspunkt

Camping Passeier (IT)
Top Campingplatz im Wanderparadies

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.10.2026
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Fast geräuschlos schweben wir in der knallroten Gondel über den Campingplatz Passeier nach oben zum Hirzer direkt auf knapp 2.000 Meter. Wenige Wolken hängen noch über dem Tal Richtung Meran, unter uns radeln Mountainbiker am Fluss entlang, und schöner könnte der Tag in Südtirol kaum beginnen.

Doch dazu muss man früh los, sonst droht die Schlange der Tagesausflügler an der Station in Saltaus über dem Campingplatz. Aber für uns sind es ja auch nur ganze drei Minuten vom Wohnmobil in die Gondel. Dafür warten Cappuccino und Apfelstrudel auf der Alm an der Bergstation Klammeben schon als Frühstück auf der großen Sonnenterrasse. Der Rundumblick von dort ins Vinschgau, in Richtung der nahen Schweizer Alpen und auf die Sarntaler Alpen um uns herum gibt das wundervolle Gefühl, den Alltag weit hinter sich gelassen zu haben.

Ein wahres Wanderparadies

Noch sind hier oben auch mehr Schafe als Wanderer zu sehen, also los zum Almenweg in Richtung Tallner Alm und weiter zur Hirzer Hütte mit den süßen Alpakas. Dort geht es mit der immer wärmeren Sonne zum eigentlichen Almenweg mit schönen Blicken in das Passeiertal. Teilweise durch Nadelwald und weiter über trockene Almwiesen steigen wir zur 2.540 Meter hohen Pfandlspitz und der Mahdlalm. Wenig später am höchsten Punkt der Wanderung auf dem Rotmoos fallen wir dann nach zwei Stunden einfach ins Gras. Der Blick reicht hier bis zu den Ausläufern des Stubaier Gletschers, über die Texelgruppe und zu den Ötztaler Alpen. Ein Hochgenuss.

Berghütte, Südtirol, Italien, Camping Passeier, Alpen
Frank Horlbeck

Auch wenn es reichlich Auswahl zu Wandertouren gibt, es gilt ja wie immer am ersten Tag ganz entspannt: Der Weg ist das Ziel. Aber ein Kaiserschmarrn am Ziel schadet nie. Und dafür ist man auf der Tallner Alm genau richtig.

Schon die Anfahrt ins Vinschgau war die pure Entspannung, wenn man nicht gerade ein Wochenende zum Fahren wählt und sich auch mal eine kurze Auszeit ohne die Kinder gönnt. Wir fahren die wunderschöne Strecke über den Reschenpass, der zwar aktuell Baustellen aufweist, und man wird teilweise über die B 185 und die Schweiz geführt (keine Vignettenpflicht), aber so ist man kaum 20 Minuten länger als sonst unterwegs. Schwungvoll geht es durch die Kehren, bis der weltbekannte Kirchturm im Reschensee alle Blicke auf sich zieht. Kurz anhalten ist hier Glückssache, denn es gibt keine Parkplätze für Wohnmobile. Aber dahinter folgt ein Wanderparkplatz am See für die verdiente Pause in der frischen Bergluft.

Prominente Begegnung im Museumsschloss

Dann geht es mit Blick auf schneebedeckte Samauer-Gipfel auf der rechten Seite hinab ins Vinschgauer Tal. Die Churburg grüßt uns bei Schluderns, doch wir wollen dieses Mal Schloss Juval bei Naturns anschauen. Nicht ohne Einkaufsstopp beim Ortler Hof zuvor: Wie immer kommt die leckere hausgemachte Erdbeermarmelade mit, natürlich Äpfel und viel frisches Gemüse. Danach verzichten wir galant am Parkplatz vor Naturns auf den Shuttle-Bus hoch zum Schloss Juval. Es tut gut zu laufen in der warmen, würzigen Luft, aber es ist schon ein steiler Anstieg.

Kirchturm, Südtirol, Italien, Camping Passeier, Alpen
Frank Horlbeck

In der Burg hat der weltbekannte Bergsteiger Reinhold Messner einen Wohnsitz. Der öffentliche Teil von Schloss Juval gehört zu den sechs Messner Mountain Museen in Südtirol.

Im Schloss überraschen dann bei der Führung ungewöhnliche Dinge wie Masken und Fresken aus den Bergen von fünf Kontinenten sowie Meditationsräume, und es gibt sehr persönliche Erinnerungen an die Bergtouren des heute über 80-jährigen Alpinisten. Als wir nach der Führung zum Hofschank rüberlaufen, kommt uns am Eingang ein drahtiger älterer Herr in Jeans und mit runtergezogenem Sonnenhut über seinen längeren grauen Haaren entgegen, er grüßt kurz freundlich. "Pfiati Reinhold", hören wir im gleichen Moment den Wirt neben uns sagen. Völlig verdutzt drehen wir uns um, der Wirt grinst. Da haben wir doch glatt den berühmten Burgherrn nicht erkannt.

Wieder unten in Naturns verweilen wir später an der Prokulus-Kirche in den Apfelhainen mit den ältesten Wandmalereien in Südtirol und spazieren zur leckeren Eismanufaktur in der Ortsmitte. So gestärkt kommen wir dann entspannt durch den Meraner Verkehr und wieder hinaus ein wenig hinauf ins Passeier Tal.

Wellness in toller Lage

Pool, Südtirol, Italien, Camping Passeier, Alpen
Frank Horlbeck

Der Campingplatz mit gleichem Namen dort hat eine großzügige Fläche gegenüber den mietbaren grünen, geräumigen Kutschenwagen für uns, Strom ist schnell angeschlossen, und dann erst mal ins warme Schwimmbad. Die finnische Sauna heben wir uns für schlechtes Wetter auf. Ist aber gar nicht so einfach, denn das Meraner Becken zählt etwa 300 Sonnentage pro Jahr. Und der Herbst ist hier sogar trockener als der Sommer. Deswegen sitzen wir auch am Abend auf der Terrasse der ausgezeichneten Pizzeria im Camping Passeier draußen.

Seit zwei Generationen ist der Platz nun ein Familienbetrieb. Angefangen haben Apfelbauer Walter und seine Martha 2003, als man statt der Neuanpflanzung der Apfelwiesen auf die Idee mit dem Campingplatz kam. Mit 50 Stellplätzen ging es los, ein paar Jahre später entstand das Freibad. Die Corona-Jahre hat Familie Fleischmann auch gut genutzt: Das neue Schwimmbad mit Sauna und der "Psairer Dorfladen" mit Südtiroler Spezialitäten kamen hinzu. "Die Bauarbeiter konnten ja vom Ort herlaufen und immer draußen arbeiten", erinnert sich Martha. Heute führt die nächste Generation den Platz.

Die Lage ist schon immer vortrefflich: im wirklich ruhigen Tal, von wo man auf dem Passeirer Radweg leicht bergab in entspannten neun Kilometern Meran erreicht, oder mit mehr Muße geht es den alten Maiser Waalweg gemütlich zu Fuß hinunter. Und der Linienbus oberhalb im Ort fährt ebenfalls direkt in die Kurstadt.

Auf den Spuren von Kaiserin Sissi

Meran, Südtirol, Italien, Camping Passeier, Alpen
Frank Horlbeck

Der Ausstieg lohnt schon an der ersten Station in Meran, um bergab zum Kurpark an der Passer in Richtung Sissi-Denkmal zu spazieren. Gleich viermal erholte sich die Kaiserin hier. Oder aber um den Besuch mit dem besten Cappuccino der Stadt kurz davor in der Kaffee-Manufaktur "Taste" zu beginnen. Dort trifft man eher Einheimische, und man kann die leckere Kuchen- und Sandwich-Theke auch gleich als (zweites) Frühstück einplanen. Über die Postbrücke geht es hinein in die trubelige Kurstadt, vorbei am mobilen Klavier, das per Traktor mitsamt Musikant hier an schönen Tagen mit Mozartklängen für Untermalung sorgt.

Meran hat Programm für viele Besuche: die längste Laubengasse Tirols, die Meraner Märkte (Freitag und Samstag), den berühmten Tappeinerweg oberhalb Merans (den einst ein Kurarzt auf eigene Kosten anlegen ließ) mit dem immer duftenden Kräutergarten. Vielleicht das weltweit erste Frauenmuseum oder eine ägyptische Mumie im Museum Palais Mamming? Wir entscheiden uns bei strahlender Sonne eher für den Genussspaziergang vom Pulverturm auf dem "Balkon Merans" Richtung Algund. Ehrlicherweise kommen wir aber nur bis zur Saxifraga-Stubn, wo wir bei Aperol Spritz den Blick auf die Kurstadt und gegenüber auf die Texelgruppe genießen.

Das Schloss Trautmannsdorf mit seinen prachtvollen Gärten passt da schon nicht mehr in den Tag, ebenso auch nicht die Therme Meran (unbedingt Eintrittskarten online reservieren), aber dafür wartet ja die Sauna am Camping.

Aller Abschied ist schwer

Sportwagen, Südtirol, Italien, Camping Passeier, Alpen
Frank Horlbeck

Für den genussvollen Weg nach Hause in Richtung Norden – mit Stopp für das Passeier-Museum in St. Leonhard, wo man alles über den Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer erfährt – haben wir den kurvenreichen Jaufenpass ausgesucht. Nach traumhaften Ausblicken oben angekommen, parken wir neben flotten Ferrari und zahlreichen Motorrädern, schauen noch mal wehmütig zurück ins herbstliche Passeiertal. Aber wirklich schon nach Hause?

Beim Runterfahren entscheiden wir uns doch noch zum Einkaufen und zu den letzten Kaspressknödeln in Sterzings Laubengasse und beobachten beim Cappuccino den Verkehr über den Brenner in der Asfinag-Autobahn-App für den richtigen Moment der Durchfahrt – und kommen mit prallvollem Kühlschrank und mit respektablem Weinvorrat dann bestens durch. Und beim nächsten Mal schauen wir uns in Südtirol ganz sicher ältere Herren mit Sonnenhüten und längeren, grauen Haaren immer ganz genau an.

Camping Passeier

39010 Saltaus (IT)
Camping Passeier Meran
16 Bewertungen
ab 36,50 €/Nacht
Strom vorhanden
Wasser vorhanden
Grauwasser-Entsorgung vorhanden
Chemie-WC vorhanden
WC vorhanden
Dusche vorhanden
Platz für Wohnmobile mit Überlänge
WLAN vorhanden
Hunde erlaubt
  • Adresse: Pseirerstraße 10, 39010 St. Martin/Saltaus, Südtirol, Italien
  • Saisonzeiten/Plätze: Geöffnet ab Mitte März bis Mitte November. 149 Stellflächen, teils schattig. Hunde erlaubt.
  • Ausstattung: Beheizter Pool, Sauna und Spa-Bereich, gut sortierter Dorfladen auf dem Gelände, ebenso Café und Pizzeria, Mietbäder möglich.
  • Besonderheiten: Wunderbare Lage zwischen Apfelwiesen und Fluss, 150 Meter Fußweg zur Hirzer-Seilbahn in die Sarntaler Alpen. Direkter Radweg am Fluss und Zugang zum Waalweg nach Meran. Haltestelle für den Linienbus nach Meran mit 30-Minuten-Takt und freie Fahrt dank der Gästekarte im öffentlichen Nahverkehr in Südtirol.

Fazit