Mobil-Tour Teneriffa Eva Schubert
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Campervan-Roadtrip Teneriffa: Die besten Tipps

Roadtrip über die größte Kanarische Insel Im Bulli Teneriffa entdecken

Wohl die wenigsten CamperInnen haben Teneriffa als Ganzjahresziel im Blick. Auch wir nicht. Bis wir die Kanarische Insel – zunächst ohne eigenes Wohnmobil – entdecken.

Wer Teneriffa im Campingbus oder Wohnmobil entdeckt kann Abenteuer erleben. Das Ganzjahresziel für CamperInnen ist die größte der Kanarischen Inseln und für Abenteuerhungrige eine Reise im Camper wert.

Wie ein Schleier umhüllen Wolkenfetzen die Bergrücken der größten Kanarischen Insel. Im Hafen an der Costa Adeje lässt die Sonne auf sich warten. Hier im Südosten sollen das ganze Jahr über Wale und Delfine zu sehen sein. Anfang 2021 wurde der Meeresstreifen von Teno-Rasca, der sich von Punta Del Fraile bis Punta Salema erstreckt, von der World Cetacean Alliance (WCA) als Whale Heritage Site, eine Art Walkulturerbe, anerkannt. Damit wurde das erste Walschutzgebiet mit nachhaltigem Whalewatching in Europa geschaffen.

Highlight Walschutzgebiet vor der Insel

"Voraussetzung für die Auszeichnung war ein wissenschaftlich begleiteter Zertifizierungsprozess der WCA", erklärt uns Sergio David Hernandez Herrera vom Anbieter Bonadea II. Mit ihm sind wir zum Whalewatching unterwegs. "Nirgendwo anders auf der Welt stößt man bereits nach 15 Minuten Bootsfahrt auf Wale und Delfine." Immer mehr TouristInnen möchten die Meeresgiganten in ihrem Lebensraum erleben. Daher ist die Einhaltung von Regeln wichtig, wie beispielsweise genügend Abstand zu den Tieren zu halten. Ein ganzes Stück vom Bug entfernt kräuselt sich plötzlich das Wasser.

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Annette Frühauf
An der Küste von Adeje gibt es Wale zu sehen.

Dann taucht auch schon eine schwarze, stark gekrümmte Rückenflosse auf. Kurz darauf ist noch eine zu sehen und dann noch eine. Drei Grindwale kommen zum Atmen an die Oberfläche. Trotz ihrer Größe von bis zu fünf Metern und ihrem Gewicht gleiten sie elegant durchs Wasser. Immer wieder tauchen ihre schwarz glänzenden Finnen auf – ein unbeschreiblicher Anblick. Die Wale waren ein Hauptgrund, warum wir nach Teneriffa gekommen sind, ausnahmsweise pauschal mit Hotel statt mit unserem Campingbus.

Wohnmobil oder Bulli auf Teneriffa mieten

Zurück an Land, entdecken wir ein Wohnmobil. Ob das auf der Insel eine Seltenheit ist? Ohne Antwort auf die Frage gehen wir auf einen Kaffee ins Metropolis. Das Café in der Nähe des Hafens liegt direkt an einem beliebten Surfspot. Zu unserer Überraschung reiht sich hier ein Camper an den anderen. Handtücher flattern an den Außenspiegeln. Daneben trocknen Neoprenanzüge. Wir sind so begeistert, dass wir uns fragen: "Wie wäre es mit einem Mietmobil für die nächsten Tage?"

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Wo SurferInnen sind, gibt es meist auch Campingspots.

Zur Recherche fahren wir weiter die Küste entlang und ins 20 Minuten entfernte El Médano. Hier tummeln sich Einheimische und TouristInnen an den Stränden und in den Cafés mit Meerblick. Bunte Drachen flattern am Himmel. Bei der Internetsuche nach geeigneten Mietmobilen stoßen wir auf die Seite einer deutschen Auswanderin, die in El Médano wohnt und Bullis verleiht. Leider sind gerade alle unterwegs. Dafür erzählt uns Eva Schubert alles, was man übers Campen auf Teneriffa wissen sollte. Sie empfiehlt uns kostenlose Campingplätze, beschreibt uns die schönsten Stellplätze und erklärt, was man als CamperIn machen darf und was man besser vermeiden sollte.

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Eva Schubert
Bullis kann man auf Teneriffa mieten und zu kostenlosen Stellplätzen fahren.

Mondlandschaft im Teide Nationalpark

Am nächsten Tag folgen wir ihren Empfehlungen und machen uns – mit dem Mietwagen statt Camper – auf den Weg. Gut 50 Kilometer sind es von der Costa Adeje ins Inselinnere und zum Teide Nationalpark. Das Weltkulturerbe gehört zu den vier ältesten Nationalparks der Kanaren und ist einer der meistbesuchten in Europa. Auch am Viewpoint La Catedral, einer bizarren Felslandschaft, steht ein Camper.

In der Ferne ragt der Teide auf, das 3.715 Meter hohe Wahrzeichen Teneriffas. Selbst wenn der Parkplatz unterhalb des Kraters eine tolle Aussicht auf den Sonnenaufgang verspricht, darf man in den Nationalparks nicht campen. Sich "wild" an Teneriffas Küste zu stellen wird geduldet. Das Drumherum sollte aber nicht wie ein Camp aussehen, daher lieber unauffällig verhalten und Tisch sowie Stühle einräumen, wenn man nicht vor dem Wohnmobil sitzt.

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Wer auf die Gondelfahrt verzichtet, wandert von der Bergstation des Teide auf über 3000 Meter Höhe.

Mit der Gondel schweben wir kurz darauf über eine Mondlandschaft in Richtung Krater: Große und kleine Gesteinsbrocken säumen die Pfade um den Gipfel. Wer sich auf der Internetseite des Nationalparks rechtzeitig um eine Genehmigung kümmert, darf ganz hoch. Die Gipfelbesteigung ist aktuell auf 200 Personen pro Tag limitiert. Rund um den Krater dringt Schwefel aus kleinen Öffnungen. Im Gegensatz zum Mond genügt hier eine Jacke statt des Astronautenanzugs. Bei wolkenlosem Wetter und ohne Calima, den Sandsturm der Kanarischen Inseln, lassen sich von hier die Nachbarinseln La Palma, La Gomera und El Hierro erblicken.

Weingut-Stop und campen am Strand

Kaum zwei Stunden später sitzen wir in einer ganz anderen Landschaft. Die Terrasse des Weinguts Monje im Norden der Insel ist von rund 50 Hektar Reben umgeben. In der Ferne glitzert das Wasser des Atlantiks. Neben Weiß- und Rotwein serviert die Winzerfamilie landestypische Gerichte. Statt Fisch gibt es zartes Fleisch vom Inselschwein, in Stücke zerfallen und im Fladen serviert. Wer sich für die Produktion der Weine aus fast 40 verschiedenen Reben interessiert, bekommt im Anschluss eine Führung. Bodegas Monje ist das einzige Gut, das neben Wein auch Craft Beer herstellt.

Bevor die Sonne ganz im Meer versinkt, geht es von der West- an die Ostküste. In der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife stehen auf dem Parkplatz neben dem Palmetum, dem städtischen Palmengarten, bereits etliche Wohnmobile. Wer gerne näher am Wasser ist, dem rät Eva zur kurzen Weiterfahrt an den langen Sandstrand Las Teresitas bei San Andrés.

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Besonders ursprünglich wirkt Teneriffa im regenreichen Inland.

Biosphärenreservat Anaga Naturpark

20 Kilometer nördlich liegt der Mirador Cruz del Carmen im Anaga Naturpark, zu dem wir am nächsten Morgen aufbrechen. Gleich mehrere Linienbusse fahren dorthin. Parkplätze sind im Biosphärenreservat rar. Heute verdecken ein paar Wolken den freien Blick über die Stadt San Cristóbal de La Laguna, den Teide und den Osten der Insel. Rechts vom Restaurant "Cruz Carmen" beginnt unser Wanderweg, der mit ganz unterschiedlicher Vegetation überrascht – vom immergrünen Lorbeerbaum bis zum Kaktus. Durch die Wolken laufen wir abwärts.

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Teneriffas Flora ist super abwechslungsreich und mitunter von Farbtupfern übersät.

Die feuchten Passatwinde lassen alles sprießen und kleine Wassertropfen sammeln sich auf den harten Blättern der Lorbeerbäume, die in 700 bis 1.200 Metern Höhe wachsen. Immer wieder bieten sich atemberaubende Ausblicke über tiefe Schluchten und bis hin zum Meer. Dann erreichen wir Taborno, das Dorf mit den schönen Aussichten. Das kleine Örtchen liegt auf einem Bergrücken zwischen zwei Schluchten. In einem der kanarischen Häuschen lädt ein französisches Restaurant zur Mittagspause ein. Auf den Natursteinmauern sonnen sich farbenprächtige Eidechsen. Danach geht es wieder zurück in die Hauptstadt, die am nächsten Morgen auf unserem Programm steht.

In die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife

Für den Stadtspaziergang durch Santa Cruz de Tenerife, das 1494 als kleines Fischerdorf entstand, kann das Wohnmobil auch am nächsten Tag auf dem Parkplatz stehen bleiben. An den Platz grenzt das avantgardistische Auditorio de Tenerife an, das für die Modernität der Hauptstadt steht. Der historische Stadtkern bildet ein Dreieck. Trendige Läden, Restaurants und Tascas, regionale Bars, reihen sich zwischen die historischen Gebäude. Rund zehn Minuten sind es mit dem Bus in die ehemalige Inselhauptstadt: San Cristóbal de La Laguna. Die Universitätsstadt mit ihren vielen historischen Plätzen und Gebäuden wurde 1999 zum Unesco-Welterbe erklärt.

Auf 546 Metern Höhe herrscht hier oft ein anderes Klima: Während in Santa Cruz gerade noch die Sonne geschienen hat, fallen in der zweitgrößten Stadt der Insel erste Regentropfen. Beim Bummel durch die Altstadt passieren wir schmucke Kirchen, Paläste und Herrenhäuser, wie den Palacio de Salazar, den heutigen Bischofssitz, und die Kathedrale, das Wahrzeichen von La Laguna. Von unserem Platz im Café beobachten wir die vorbeigehenden TouristInnen, Einheimische und StudentInnen. Gegenüber liest ein älterer Herr auf einer Bank seine Zeitung.

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Wie viele andere Vogelarten ist hier der Wiedehopf zu Hause.

Am nächsten Tag führt die Fahrt durchs Orotavatal, das Alexander von Humboldt Ende des 18. Jahrhunderts bereiste. Am Mirador de Humboldt gibt es eine Gedenktafel mit seinem Reisebericht über das einst so üppige und grüne Tal. Inzwischen ist die Landschaft mit Orten übersät, dazwischen liegen Bananenplantagen und Felder, auf denen Wein, Kartoffeln, Obst und Gemüse wachsen. In Garachico tauchen wir erst einmal ab, und zwar in die natürlichen Meeresschwimmbecken. Auch hier spürt man die Wellen, die gegen die Mauern donnern – allerdings nur als sanftes Auf und Ab der Wasseroberfläche.

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Pflicht beim Insel-Roadtrip sind die natürlichen Pools im Atlantik.

Noch heute gibt es Zigarrenwerkstätten, wo man den Zigarrenrollmeistern über die Schulter schauen und sie bei ihrer traditionellen Arbeit bewundern kann. Die Stadt im Westen wurde vor mehreren hundert Jahren fast vollkommen unter der Lava des Vulkans Montana Negra verschüttet, auch bekannt als schwarzer Berg. Neun Tage lang sollen die Lavaströme ins Tal geflossen sein. Sie begruben alles unter sich – das ehemalige Stadttor ist das Einzige, was übriggeblieben ist. In Garachico gibt es übrigens eine Tankstelle mit Entsorgungsmöglichkeit (3 Diseminado Caleta).

Abenteuerlich gestaltet sich die Weiterfahrt ins Gebirge Richtung Masca: bergauf, bergab, über enge Straßen mit noch engeren Kurven. Neben der Straße geht es steil hinab. Immer wieder müssen wir stoppen, um andere Fahrzeuge passieren zu lassen. Die Haarnadelkurven verlangen starke Nerven – vor allem von Fahrern größerer Fahrzeuge. Die Umgebung ist so malerisch, dass wir immer wieder anhalten. Wer das Glück hat, im Bergdorf Masca einen Parkplatz zu ergattern, sollte die Gelegenheit zu einer Besichtigung nutzen. Nach unzähligen Kurven haben wir es nach Los Gigantes geschafft. Die Felsen fallen hier senkrecht ins Meer ab und bieten spektakuläre Ausblicke. Jetzt ist es nicht mehr weit zurück an die Costa Adeje. Entlang der Küste gibt es immer wieder Plätze, auf denen man oftmals alleine steht – mit Blick auf den endlosen Atlantik, eingehüllt vom Duft des Meeres.

Camping-Tipps für Teneriffa

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  • Ein klassischer Campingplatz, der auch für Zelte und Caravans geeignet ist: Camping Nauta (Cañada Blanca, Arona).
  • Zwei Campingplätze, die Eva empfiehlt: Camping Montaña Roja (El Médano) und Campamentos Punta Del Sordo (San Miguel de Tajao), ein einfacher, aber sehr schön gelegener Platz. Es gibt auch kostenlose, ruhig gelegene Wald-Campingplätze (teilweise nur für Zelte) mit Toiletten, Duschen, Grillstellen und Quellwasser, die über das Cabildo Insular de Tenerife reserviert werden können.

Ausgewählte Übernachtungsmöglichkeiten mit dem Wohnmobil auf Teneriffa:

  • Im Osten: Playa de Las Américas: Parkplatz des Surfspots beim Café Metropolis; El Médano: schöner Gratis-Stellplatz direkt am Meer zwischen dem Surfstrand El Cabezo und dem Arenas del Mar Hotel. Alternativ kann man auch auf dem Kitesurf-Strand auf dem Parkplatz am Meer übernachten. In Abades und Poris de Abona stehen meist immer Camper auf den Parkplätzen am Meer. Morgens springt man direkt in den Atlantik. Aber aufgepasst, denn die Natur Teneriffas ist einzigartig und fragil – gerade in Poris de Abona sollte man nicht auf unbefestigten Wegen oder über Pflanzen fahren.
  • Im Norden: Santa Cruz de Tenerife: zentraler Stellplatz am Parkplatz des Palmetums; San Andrés: Parkplatz am schönen langen Sandstrand Las Teresitas. Dort gibt neben den Parkplätzen auch Toiletten und Duschen am Strand.
  • Im Süden: Los Gigantes, auf dem Parkplatz.

Anreise nach Teneriffa im Wohnmobil:

Wohnmobil oder Camper auf Teneriffa mieten:

  • Auf Teneriffa gibt es zahlreiche Wohnmobilvermieter, darunter Evas Bulli Vermietung (ab rund 75 Euro pro Tag), wo drei VW-T3-Camper zur Auswahl stehen.
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Fazit

Teneriffa ist die größte der Kanarischen Inseln und hält für Wohnmobil-Reisende das ganze Jahr über Abenteuer bereit. Vom Whale-Watching bis zur Teide-Besteigung, dem höchsten Berg und Wahrzeichen der Insel reicht das Programm. An vielen Orten können Sie im Wohnmobil übernachten, wenn Sie ein paar Regeln befolgen, alternativ zeigen wir die besten Campingplätze Teneriffas.

Sie wollen nicht nur Teneriffa sondern auch die anderen Kanarischen Inseln erkunden? Dann sollten Sie sich diese Insel-Hopping-Camper-Tour anschauen.

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