Reise-Service: Route der Industriekultur Hans Kothe, RuhrtalRadweg, Jochen Tack, Wolfgang Volz/Gasometer, LWL Industriemuseum
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Route der Industriekultur mit dem Wohnmobil

Kultur-Tour durchs Revier

Grüne Wundertüte Pott: So erleben Sie mit Wohnmobil und Fahrrad gemütlich oder sportiv die Industriedenkmäler im Ruhrgebiet. Von Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen, Essen und Dortmund nach Hattingen.

„Dös hätt’ i nie nicht ’glaubt!“ rief ein erstaunter bayerischer Besucher des Oberhausener Gasometers aus, als er von der 115 Meter hohen Aussichtsplattform große Areale des nordwestlichen Ruhrgebietes überblicken konnte – und sich ihm die Landschaft unten überwiegend grün darbot.

Nun, das weit verbreitete Klischee von einer schmutzigen und ausschließlich durch die Schwerindustrie geprägten Region verschwindet allmählich, und immer mehr Menschen entdecken das Ruhrgebiet als einen Landstrich mit vielen Facetten, der durchaus reizvoll und einen Besuch wert ist. Der Niedergang der Montanindustrie hat an der Ruhr große Flächen mit historischen Gebäudeensembles hinterlassen. Einige von ihnen, vor dem Abriss bewahrt, sind mittlerweile längst zu interessanten Industriedenkmälern und hübschen Landschaftsparks umgewandelt worden. Aus der Vernetzung dieser neu entstandenen Industriemuseen entstand die „Route der Industriekultur“.

Diese Route mit ihren Sehenswürdigkeiten weckt bei Besuchern eine besondere Neugierde. Nicht zuletzt für Wohnmobilfahrer gewinnt das „Revier“ so an Attraktivität. Dazu tragen auch ein ausreichendes Stellplatzangebot und eine gute Infrastruktur bei.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie von fünf ausgewählten Stellplätzen aus die interessantesten Schauplätze der Industriekultur leicht erreichen. Die Stellplätze sind übers Ruhrgebiet verteilt; einige liegen unmittelbar neben Industriedenkmälern und gleichzeitig an Bahntrassen-Radwegen – was sie für Radler besonders reizvoll macht. So sind viele Sehenswürdigkeiten durch ein ausgebautes Radwegenetz miteinander verbunden.

Revier 1: Duisburg und der Landschaftspark Nord

Der Stellplatz am Landschaftspark befindet sich am Landschaftspark Nord in Duisburg. Er ist auf dem Gelände der ehemaligen Meidericher Eisenhütte angelegt worden. Besucher können sich durchs Gelände führen lassen, die Anlagen und Maschinen bestaunen, einen Hochofen besteigen oder sich sportlich betätigen – zum Beispiel in der Tauchschule im Gasometer der ehemaligen Hütte und im Kletterpark in den alten Erzbunkern.

Landschaftspark Duisburg-Nord 47137 Duisburg (D) 1 Bewertung Kostenlos

Vom Landschaftspark Nord aus erreicht man gut das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Ruhrort, das in einem wunderschön restaurierten ehemaligen Jugendstil-Hallenbad untergebracht ist. Das Gebäude macht schon von außen viel her. Auch im Inneren ist der Besucher von der Architektur eingenommen, ebenso aber auch von den Exponaten, denn diese sind einzigartig. So findet man in der großen ehemaligen Herrenschwimmhalle einen Original-Lastensegler aus dem Jahr 1913. Andere Themenschwerpunkte beschäftigen sich mit der Darstellung des Binnenschifferlebens und der harten Arbeitswelt der Hafen- und Werftarbeiter. Zum Museum gehören noch ein Radschleppdampfer, ein Eimerkettendampfbagger und ein Kran.

Nahe am Stadtzentrum findet man den völlig umgestalteten Innenhafen. Die einstigen Lager- und Speicherhäuser beherbergen jetzt Büros, Wohnräume, Museen und Restaurants. Das schon fast maritime Flair lädt zum Flanieren und Verweilen ein.

Für Radler: Am Landschaftspark Nord führt direkt der Radweg „Grüner Pfad“ vorbei. Auf dieser Strecke kann man fast kreuzungsfrei über ehemalige Bahntrassen bis nach Oberhausen radeln.

Revier 2: Oberhausen und der Gasometer

Ein beeindruckendes Stück Industriegeschichte: Einst fing der Gasometer das Gas auf, das bei der Verkokung der Kohle in der Kokerei Osterfeld entstand, um es dann den Walzwerken wieder zuzuführen.

Nur wenige Schritte ist der Stellplatz am Kaisergarten vom bekannten Gasometer entfernt, dem mit 117 Metern höchsten Scheibengasometer in Europa. Heute ist der Gasometer ein begehbarer, riesig hoher Ausstellungsraum. Ein gläserner Aufzug gibt während der Hochfahrt einen atemberaubenden Blick auf den gewaltigen Innenraum frei. Von der Aussichtsplattform aus überblickt man große Areale des nördlichen und westlichen Ruhrgebiets.

Stellplatz am Kaisergarten 46045 Oberhausen (D) 56 Bewertungen 7 EUR/Nacht

An der Nordseite des Oberhausener Hauptbahnhofs liegt das Rheinische Industriemuseum in der alten Zinkfabrik Altenberg. Die Exponate und Fabrikanlage aus der Gründerzeit vermitteln, wie die Schwerindustrie in wenigen Jahrzehnten die Region vom Ackerland in das größte Industriezentrum Europas verwandelt hat.

In der Eisenheimer Straße findet man die älteste Arbeitersiedlung des Ruhrgebiets, die Siedlung Eisenheim. Ab 1846 entstanden hier die ersten Häuser für die Beschäftigten der späteren Gutehoffnungshütte. Weiter geht’s zum Bottroper Tetraeder. Auf einer 60 Meter hohen Halde hat man in den 1990er Jahren ein begehbares, luftiges Stahlgerüst mit mehreren Aussichtsplattformen errichtet.

Für Radler: Nahe beim Stellplatz beginnt die HOAG-Trasse (Hüttenwerke Oberhausen AG). Sie diente einst der Bahn zum Erz- und Kohletransport. Über sie radelt man bequem zum Rhein nach Walsum (12 km). Dort gibt es eine Fähre nach Orsoy.

Revier 3: Gelsenkirchen, Essen und die Zeche Zollverein

Ein Wahrzeichen des Ruhrgebiets ist die Zeche Zollverein, die zum Weltkulturerbe gehört. Entdecken Sie seine raue Schönheit mit Rad und Wohnmobil.

Den Stellplatz für Erkundungstouren rund um Gelsenkirchen findet man auf dem Gelände des Revierparks Nienhausen, dicht an der Essener Stadtgrenze. Die Welterbezeche Zollverein ist in der Nähe.

Stellplatz Nienhausen 45883 Gelsenkirchen (D) 51 Bewertungen 7 EUR/Nacht

Man kann die Zeche Zollverein bequem mit der Straßenbahn erreichen, oder man fährt mit dem Fahrrad lediglich ein paar Minuten über eine ehemalige Zechenbahn-Trasse, die unmittelbar am Stellplatz vorbeiführt. Die Zeche ist das Wahrzeichen der Metropole Ruhr und zugleich mit dem Besucherzentrum das Portal der Industriekultur.

Neben der im modernen Bauhausstil durch Fritz Schupp und Martin Kremmer erbauten Großzeche aus dem Jahr 1928 findet man auf dem Gelände in der ehemaligen Kohlenwäsche das Ruhrmuseum. Der Eingang des Museums liegt auf der 24-Meter-Ebene der ehemaligen Kohlenwäsche und wird über eine spektakuläre, 58 Meter lange Rolltreppe erreicht. Auf drei Ebenen zeigt das Ruhrmuseum die faszinierende Natur- und Kulturgeschichte des Ruhrgebiets.

Hochinteressante Designexponate für Industrie und Alltag präsentiert das red-dot-design-Museum im Kesselhaus der Zeche. Für die Besichtigung des Zechenensembles sollte man sich Zeit nehmen und eine Führung buchen, am besten mit einem ehemaligen Steiger. Das angrenzende Kokereigelände ist ebenfalls sehenswert.

Für Radler: Vom Stellplatz Nienhausen kann man einen wunderbaren Radweg-Rundkurs über Trassen ehemaliger Zechenbahnen befahren. Diese Strecke ist etwa 30 Kilometer lang und eine der schönsten des Ruhrgebiets. In einigen Abschnitten führt sie über besonders spektakuläre Brückenbauwerke.

Revier 4: Dortmund und die Zeche Zollern

Dortmund hat einiges an Industriekultur zu bieten: Die prachtvolle Zeche Zollern und den Kokerei Hansa.

Der Stellplatz am Revierpark Wischlingen ist ein idealer Ausgangspunkt zur Erkundung der Industriekultur in und um Dortmund.

Mobilcamp im Revierpark 44369 Dortmund (D) 40 Bewertungen 10 EUR/Nacht

Bereits hinter dem Werkstor der Zeche Zollern besticht das Gebäudeensemble mit den prunkvollen Backsteinfassaden und Giebeln, eingerahmt von zwei sich gegenüberstehenden Fördertürmen aus Stahl. Die Anlage erinnert eher an eine Residenz adeliger Fürsten als an ein Bergwerk. Die Dauerausstellung des Museums zeigt die Lebenswelt der Bergleute und ihrer Familien zwischen Schacht und Kolonie.

In den 1920er Jahren errichtet, war die Kokerei Hansa ein wichtiges Glied eines Produktionsverbundes von Bergwerk, Kokerei und Hüttenwerk. 1992 ist sie als vorletzte von 17 Kokereien im Ruhrgebiet stillgelegt worden. Heute ist die ehemalige Industrieanlage eine „begehbare Großskulptur“. Ein Erlebnispfad führt die Besucher über das Gelände in die imposante Kompressorenhalle mit ihren riesigen Maschinen. Vom Kohlenturm der ehemaligen Kokerei hat man einen guten Panoramablick über Dortmund.

Erkundungen wert sind ebenfalls die DASA-Arbeitswelt-Ausstellung in Dortmund und das historische Schiffshebewerk Henrichenburg von 1899.

Für Radler: Mit dem Fahrrad fährt man etwa eine halbe Stunde vom Stellplatz zur Zeche und streift dabei die Vororte Marten und Lütgendortmund. Etwas rascher radelt man zur Kokerei Hansa. Achtung, zuvor gutes Kartenmaterial besorgen, da die Streckenführung etwas verwinkelt durch Grünzüge und über Nebenstraßen verläuft. Sportliche können auch einen 36,5 Kilometer langen Rundkurs wählen, der direkt am Stellplatz vorbeiführt.

Revier 5: Hattingen und der älteste Hochofen

In Hattingen gibt es nicht nur den ältesten Hochofen, sondern auch eine Altstadt mit Fachwerkhäusern und schöne Radwege.

In Sichtweite des Stellplatzesin Hattingen liegt die Henrichshütte mit dem ältesten Hochofen im Ruhrrevier. 150 Jahre lang hat man hier Stahl „gekocht“. Noch heute sprühen in einer Schaugießerei die Funken.

Wohnmobilstellplatz Ruhrtal 45525 Hattingen (D) 72 Bewertungen 10 EUR/Nacht

Wer Fachwerkhäuser liebt, sollte die Altstadt von Hattingen besuchen. Vom Stellplatz aus erreicht man aber auch gut das Muttental und die Zeche Nachtigall in Witten. Auf einem Bergbaurundweg durch das Muttental kann man die Geschichte des „schwarzen Goldes“ erkunden. Ausgerüstet mit Grubenlampe und Helm, gelangt man im Besucherstollen der Zeche Nachtigall durch niedrige Gänge zu einem echten Steinkohleflöz. Auf dem Gelände kann man auch eine begehbare Ziegelei, eine Dampfmaschine und ein historisches Kohleschiff erkunden. Regelmäßig an den Sommermonaten verkehrt eine Grubenbahn zwischen der Zeche Nachtigall und dem Gruben- und Feldbahnmuseum.

Für Radler: Top ist eine Radtour vom Stellplatz zum Eisenbahnmuseum in Bochum-Dahlhausen. Man radelt rund 10 Kilometer auf dem alten Treidelpfad entlang der Ruhr durch die entzückende Flusslandschaft. Über 120 historische Schienenfahrzeuge, die 20-Meter-Drehscheibe und der Ringlokschuppen gehören zu den Attraktionen des alten Bahnbetriebswerks. An einigen Sonntagen fahren Museumszüge über die Ruhrtal-Strecke nach Hagen.

Informationen rund um die Industriekultur

Die Route der Industriekultur präsentiert sich im Netz mit vielen wertvollen Hinweisen, Übersichtskarten und Broschüren unter www.route-industriekultur.de; auch hilfreich: www.rvr-online.de; Radverleih: www.revierrad.de, www.metropolradruhr.de
Ruhr Tourismus GmbH, Centroallee 261, Telefon 01806/181620, www.ruhr-tourismus.de

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