Autohöfe Klaus Zwingenberger
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Rasten auf Autobahnen: Autohöfe und Raststätten im Vergleich

Pause machen auf langer Urlaubsfahrt Autohöfe und Raststätten im Preisvergleich

Rasten, tanken, übernachten: Sind Autohöfe die bessere Alternative zu den Raststätten? Ein Blick auf Angebot und Preisgestaltung offenbart habhafte Unterschiede für Reisemobilfahrer.

Wurstbrot und Tee oder Burger und Cola oder Schnitzel und alkoholfreies Bier? Picknick am Autobahnparkplatz, Pausenessen im eigenen Mobil oder im Autobahnrasthaus? Oder in einem Restaurant abseits der Autobahn? Es gibt viele Möglichkeiten der Unterwegsverpflegung. Will man an einem Tag viele Kilometer machen, sind Autobahnen die bevorzugten Verkehrswege. An solchen Tagen steht den meisten Reisenden der Sinn nicht nach Kulinarik, sondern danach, keine Umwege zu fahren und die Reisekasse im Auge zu behalten.

Die Eigenversorgung schneidet unter diesen Prämissen am besten ab, hat aber an Beliebtheit verloren: Der moderne Mensch will versorgt werden, und die 430 Raststätten an den rund 13.000 Kilometern deutscher Autobahnen halten dafür ein breites Sortiment bereit. Getankt und menschlich entsorgt werden kann gleich nebenan.

Autohöfe sind rund 20 Prozent günstiger

Doch die Annehmlichkeiten haben ihren Preis: Teurer geht es nicht. Der Verkehrsclub "Mobil in Deutschland" vergleicht alle zwei Jahre die Preise der Autobahnraststätten mit denen der Autohöfe. Auch der jüngste Vergleich bescheinigt den Autohöfen wieder rund ein Fünftel günstigere Preise für Essen, Trinken, Toilette und Kraftstoff gegenübernahegelegenen Raststätten.

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Auf dem Autohof tankt man allemal billiger als an der Autobahnraststätte.

Die Ursache sehen die Rechercheure in der Monopolstellung durch die Betreibergesellschaft "Tank & Rast", die die Bequemlichkeit der Reisenden ausnutzt. "Niemand erwartet, dass eine Tafel Schokolade an der Tankstelle günstiger ist als bei Aldi. Aber was an den Raststätten passiert, ist Abzocke", wettert der Präsident des Verkehrsclubs, Dr. Michael Haberland. Die Raststättenbetreiber erklären die hohen Preise gern mit ihrer Rundum-Bereitschaft: 24 Stunden an allen Tagen des Jahres für alle Leistungen. Doch da halten die Autohöfe mit – fast: Zwischen 22 Uhr und 11 Uhr muss sich der Reisende mit einem Imbiss und Getränken begnügen. Dies gilt indes auch für wenig frequentierte Raststätten.

Was zeichnet einen Autohof aus?

Anders als die Raststätten sind Autohöfe nicht Teil der Autobahn, sie müssen vielmehr über eine Abfahrt angefahren werden und dürfen von dieser nicht weiter als einen Kilometer entfernt liegen. So sieht es eine Verwaltungsvorschrift aus dem Jahre 2001 vor. Nur Autohöfe, die schon zuvor entstanden waren, liegen mitunter ein wenig weiter entfernt.

Angefangen hat es mit ihnen in den 1920er Jahren, als sie als Abstell- und Umladeplätze für den Güterfernverkehr angelegt wurden. Den heutigen Charakter mit Parkflächen für mindestens 100 Lkw an den normal- und hochfrequentierten Autobahnen, extra Plätzen für Pkw, den Tankstellen, der Gastronomie und Freizeiteinrichtungen nahmen sie in den 1980er Jahren an.

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Typische erste Ankündigung eines Autohofs mit einem breiten Service-Sortiment.

Da die Autohöfe außerhalb der Autobahnen liegen, können, ja müssen sie vom üblichen Straßennetz aus angefahren werden. Sie fügen sich damit in das regionale Preisgefüge für Kraftstoffe und Gastronomie ein. Die privat betriebenen Autohöfe sind an Kunden aus dem Umland interessiert und müssen sich deshalb mit ihren Preisen in diese Richtung orientieren, was den Autobahnreisenden zum Preisvorteil gegenüber den Raststätten gereicht. Nach den Erhebungen des Verkehrsclubs beträgt er für einen typischen Warenkorb für eine Rast 25,3 Prozent.

Wer am Autohof Diesel zapft, spart durchschnittlich 16,4 Prozent gegenüber dem Tanken an einer Raststätte. Neuere Autohöfe entstanden oder entstehen bevorzugt in den autobahnanschlussnahen Gewerbegebieten. Dort findet der Reisende weitere Verköstigungsangebote, soweit sie nicht schon Teil des Autohofs sind, also McDonald’s, Burger King, Nordsee und wie sie alle heißen.

Wie sieht es mit einer Zwischenübernachtung aus?

Bislang weisen die Autohöfe keine speziellen Stellflächen für Reisemobile aus. Sie sind aber, wie der Präsident der Vereinigung Deutscher Autohöfe e. V. (VEDA) Herbert Quabach gegenüber promobil erklärt, jederzeit gern gesehen. "Sie können auch bei uns eine Nacht stehen, und zwar bitte auf den dann freien Pkw-Flächen. Die Lkw-Plätze sind schon mit den Truckern überbelegt."

Wer solch einen Platz nutzt, profitiert indirekt von den Sicherheitsbestrebungen der Autohofbetreiber, die die Lkw-Plätze beleuchten und mit Videokameras überwachen. Damit werden Autohöfe für Diebesbanden generell weniger interessant. Eine Nacht mit Wohnmobil kostet zwischen zehn und 14 Euro Gebühr, wovon zehn Euro wieder bei einem Verzehr, etwa einem Frühstück, angerechnet werden.

Die Autohöfe verfügen über Toiletten und Duschräume und weitere Nebeneinrichtungen, von der Waschmaschine über den Geldautomaten bis zum Fitnessraum. Auch die Gaststättenmuffel kommen an vielen Plätzen auf ihre Kosten, wenn sie auf dem Hof selbst oder in der unmittelbaren Umgebung beim Bäcker frische Brötchen ordern können. Man ist ja auf dem ganz normalen Lande mit einem üblichen Sortiment zu normalen Preisen.