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Campen und wandern auf den Inseln Cres und Losinj

Wandern und Campen auf den Inseln Cres und Losinj Insel-Erkundung in Kroatien

Es geht nach Kroatien in die Kvarner Bucht, und zwar auf die Schwesterinseln Cres und Lošinj. Wir besuchen vier verschiedene Campingplätze und lassen uns auf Wanderungen von den kleinen Orten und der großartigen Natur verzaubern.

Von Istrien bringt uns die Fähre mitsamt Campervan in gut 30 Minuten nach Porozina auf die Insel Cres. In der Hauptsaison empfiehlt es sich, vorab zu buchen, wenn man keine langen Wartezeiten in Kauf nehmen möchte. Vom Fährhafen fahren wir noch eine halbe Stunde bis zum Camp Kovacine.

Der Platz ist überwiegend naturbelassen und bietet mit knapp 1.000 Stellflächen unter Oliven- und Nadelbäumen eine gute Ausgangslage, um die kleine Inselhauptstadt Cres zu besuchen. Wer wie wir ohne Reservierung anreist, wird mit einem Plan über das Areal geschickt und darf sich einen Platz suchen. Wir finden im oberen Teil ein schönes Fleckchen unter einem Olivenbaum.

Erster Stop Camping Kovacine bei Cres

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Die Drehbrücke von Osor verbindet die Inseln Cres und Lošinj (gesprochen: Tsres und Loschin). Zweimal am Tag wird die Brücke für kleinere Boote ge­ öffnet, die den See­ weg in Richtung Mali Lošinj abkürzen wollen. Es ist ein kleines Highlight in dem verschlafenen Örtchen Osor.

Camping Kovacine liegt auf einer Halbinsel, und das Hafenstädtchen Cres kann über die Uferpromenade in gut fünfzehn Minuten ganz entspannt mit einem Spaziergang erreicht werden. Das Badevergnügen kommt auch nicht zu kurz, denn der Campingplatz verfügt über einen langgezogenen feinen Kieselstrand mit flach abfallendem Einstieg ins Meer, was für die beiden Inseln eher selten ist.

Der kleine Hafen von Cres zieht sich weit in den Ort hinein, und viele kleine Bars, Cafés und Restaurants laden ein, die Seele baumeln zu lassen. In den kleinen Gassen neben dem Hafen findet man weitere Restaurants, Boutiquen und den ein oder anderen Souvenirladen, wo wir den köstlichen Salbeihonig der Insel erwerben. Für eine gute Fischplatte empfiehlt sich eine kleine Konoba, von denen es einige in den schmalen, malerischen Gassen etwas abseits des Hafens gibt.

Der venezianischen Historie des Hafenstädtchens kommt man im Festungsturm näher. Der Turm liegt leicht erhöht und bietet für kleines Geld einen schönen Blick auf den Hafen und die umliegenden Olivenhaine. Im Inneren befinden sich neben einem Souvenirshop Bilder und Infos zur Geschichte der früheren Festungsanlage.

Kamp Preko Mosta im Örtchen Osor

Nach ein paar Tagen Baden und Entspannen geht es weiter entlang der gut ausgebauten Küstenstraße in Richtung Lošinj. Direkt hinter der Drehbrücke im Ort Osor, welche die beiden Inseln verbindet, parken wir unseren VW-Bus namens Finn auf dem kleinen, einfachen Kamp Preko Mosta.

Wir suchen uns einen Platz auf einem kleinen Podest aus und bekommen schon bald Besuch von tierischen Bewohnern der Insel: Die frei laufenden Schafe, die man am Straßenrand und in den Olivenhainen entdecken kann, laufen hin und wieder über den Campingplatz. Jeweils morgens und am späten Nachmittag wird die Drehbrücke geöffnet.

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Nur rund 100 Stellflächen hat Kamp Preko Mosta in Osor. Hier gibt es mehr Natur als Ausstattung. Ein kleiner Kiesstrand ist am Platz und der Dorfladen nicht weit.

Touristen und Einheimische verteilen sich dann auf den beiden Seiten des Kanals und begrüßen die durchfahrenden Boote. Osor wird von den Einheimischen nicht zu Unrecht als "kleine Perle" bezeichnet, und einen Besuch sollte man sich nicht entgehen lassen. Ganz entspannt schlendern wir abends über das Kopfsteinpflaster in den schmalen Gassen und genießen die Ruhe und das besondere Flair.

Auf dem Marktplatz hat ein Café ein paar Stühle und Tische aufgestellt, wo sich die Touristen und einige der knapp 100 Einwohner auf einen Drink treffen. Hier befindet sich auch der kleine Tante-Emma-Laden, welcher morgens frische Brötchen für das Camper-Frühstück bereithält.

Erste Wanderung bei Osor

Direkt vom Campingplatz aus lässt sich eine großartige Wanderung zur einzigen Berghütte auf den beiden Inseln unternehmen. Eine Wanderkarte mit den unterschiedlichen Routen kann man sich an der Rezeption des Campingplatzes mitnehmen. Somit ist die Tagesplanung perfekt und wir schnüren unsere Wanderschuhe.

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Direkt am Camping­ platz Preko Mosta beginnt ein großarti­ ger Wanderweg zur einzigen Berghütte auf den beiden Inseln: Planinarski dom Sveti Gaudent Osoršćica. Sie liegt auf 274 Meter Höhe.

Über einen Trampelpfad an Olivenhainen und den typischen Steinmauern vorbei, geht es vom oberen Ausgang des Platzes direkt los, und zwar stetig bergauf. Zwischendurch überqueren wir die Schotterstraße, welche zur Versorgung der Hütte und auch gerne zum Mountainbiken genutzt wird. Mit jedem Meter, den wir höher gelangen, wird der Ausblick über das Örtchen Osor und die Insel Cres schöner.

In der Ferne können wir schon ein kleines Steinhaus entdecken und werden schon bald mit einem Holzbogen und dem Schriftzug "Dobrodošli – Welcome" begrüßt. Das ältere Betreiber-Pärchen ist sehr herzlich und versorgt seine Gäste mit kühlen Getränken und einfachen hausgemachten Speisen. Achtung, es ist nur Barzahlung möglich. Von der Hütte aus hat man einen 360-Grad-Blick, und das Meer leuchtet in seinen schönsten Blautönen.

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Der Aufstieg zur Berghütte mit fantastischer Aussicht.

Wer mag, kann seine Wanderung noch hoch zum Gipfel Televrina verlängern. Für die Wanderung empfehlen wir gutes Schuhwerk und ausreichend Wasser, da der Weg recht felsig ist und viele Passagen in der prallen Sonne verlaufen. Wir haben die weitläufigen Serpentinen des Versorgungswegs für unseren Rückweg gewählt. Zurück auf dem Campingplatz hat man sich die Abkühlung im Meer am kleinen, felsigen Stadtstrand von Osor definitiv verdient.

Wer noch ein wenig Kultur mag, kann sich im kleinen archäologischen Museum am Marktplatz von Osor eine VR-Brille ausleihen und sich auf eine Zeitreise in die Vergangenheit begeben. An elf Stationen lernt man eine ganz andere Seite des Örtchens Osor und seiner Bedeutung für die Kvarner Bucht kennen. Mehr Tipps zur Kvarner Bucht gibt es hier.

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Die Hafenpromenade lässt die Anfänge des Tourismus in Mali Lošinj erahnen. Vor über 100 Jahren war die Gemeinde bereits ein Kurort.

Nach Mali Lošinj auf den Familien-Camping Cikat

Nach ein paar Tagen geht es erneut weiter: entlang der Küstenstraße bis nach Mali Lošinj auf den Familien-Camping Cikat. Der riesige Platz nimmt den größten Teil der Landzunge mit dem gleichnamigen Wald ein. Wer mag, kann kurz vor dem Campingplatz noch einen Boxenstopp für den Campingalltag beim einzigen Discounter auf den beiden Inseln einlegen.

Mit weit über 1.000 Stellflächen in den unterschiedlichsten Kategorien ist Cikat für uns ein ungewohnt großer Campingplatz. Für Finn, den kleinen VW Bus sind die Stellflächen riesig. Kurze Wege sichern die zahlreichen und auf dem Gelände perfekt verteilten Sanitärblöcke. Mit einem eigenen Aqua-Park, Outdoor-Fitness-Center, Supermarkt und vielem mehr bleiben keine Wünsche offen.

Mali Lošinj, die größte Stadt der Insel, ist in knapp 30 Minuten zu Fuß oder auch mit dem Rad gut erreichbar. Einen eigenen Fahrradverleih hat der Campingplatz ebenfalls. An der Hafenpromenade des Hauptorts reihen sich Restaurants und Cafés aneinander. Eine kleine Fischhalle befindet sich auch hier und hat täglich ab sieben Uhr mit fangfrischem Fisch geöffnet.

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Entlang verträumter Buchten führt ein Fuß- und Radweg von Mali Lošinj nach Veli Lošinj. Badesachen mitnehmen lohnt sich.

Wanderung nach Veli Lošinj

Nach einem ausgiebigen Frühstück schnüren wir wieder unsere Wanderschuhe und wollen entlang des gut ausgebauten Küstenwegs zu Fuß nach Veli Lošinj. Den Abschnitt bis zum Hafen von Mali Lošinj kennen wir schon, von hier aus nehmen wir die "Ul. Brace Ivana i Stjepana Vidulica" hinauf, biegen links an einer kleinen Kapelle ab und folgen den Schildern "Veli Lošinj". Von hier sind es noch rund sechs Kilometer, immer am Meer entlang. Der Weg eignet sich auch perfekt für Fahrradfahrer. Für einen Sprung ins Wasser lohnt es sich, Badekleidung mitzunehmen.

Das kleine Fischerdörfchen Veli Lošinj versprüht so viel Charme, dass wir sofort begeistert sind. Die bunten Häuschen, welche sich mit einigen Restaurants und Bars um den kleinen Fischerhafen reihen, lassen die gut zwei Stunden Fußmarsch in der Mittagshitze vergessen. Wir haben noch nicht genug von der Fischerromantik und spazieren auf dem Küstenweg am öffentlichen Meer-Schwimmbad vorbei nach Luka Rovenska. Der Hafen ist noch ein wenig kleiner als Veli Lošinj, touristisch nicht ganz so erschlossen, aber sehenswert.

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Mali Lošinj bedeutet zwar wörtlich übersetzt Klein Lošinj, ist aber mit 6.000 Einwohnern das größte Städtchen der Insel.

Spaziergang zum Monte Baston

Wer einen klasse Blick auf die Bucht von Mali Lošinj haben möchte, zum Beispiel bei Sonnenuntergang oder auch einfach so, dem empfehlen wir den kleinen Spaziergang vom Campingplatz rauf auf den Monte Baston. In ein paar Minuten kann jeder durch den Pinienwald auf den Aussichtspunkt spazieren und den Ausblick genießen. Achtung: Bei Sonnenuntergang kann es schon mal etwas voller werden.

Unsere Erkundungstour auf den beiden Inseln Cres und Lošinj neigt sich langsam dem Ende zu, und so machen wir uns auf den Rückweg Richtung Fähre. Einen letzten Stopp wollen wir im Örtchen Nerezine einlegen. Uns wurde der kleine Campingplatz Rapoca empfohlen, und diese Empfehlung geben wir sehr gerne weiter.

Campingplatz Rapoca in Nerezine

Wir stehen hier in zweiter Reihe mit Blick aufs Wasser und können morgens vor dem Frühstück bereits eine frische Abkühlung im Meer genießen. Im Anschluss geht es entlang der Uferpromenade an dem einen oder anderen Obst- und Gemüsestand vorbei zum kleinen Supermarkt am Hafen, um Brötchen zu kaufen. Man erzählte uns auch von einem großartigen Aussichtspunkt oberhalb von Nerezine, den wir uns nicht entgehen lassen wollten. Also kommen in diesem Urlaub ein letztes Mal die Wanderschuhe zum Einsatz und los geht es.

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Rückweg vom Aussichtspunkt Nerezine. Wegen der Hitze kehren wir frühzeitig um.

Am Hafen vorbei und über den Marktplatz von Nerezine queren wir die Küstenstraße und folgen den Schildern zur Kapelle Sveti Nikola. So wandern wir stetig bergauf in den mediterranen Bergwald. Wir durchqueren einige Salbeifelder, die in der Sonne köstlich duften, drehen uns zum Verschnaufen und für Trinkpausen immer wieder gerne um, um den grandiosen Ausblick zu genießen. In der Ferne können wir mittlerweile auch das kleine Örtchen Osor und die Schwesterinsel Cres erkennen.

Der Viewpoint befindet sich ungefähr auf halbem Weg des Anstiegs zur Kapelle Sveti Nikola, die auf gut 550 Metern liegt. Aufgrund der Hitze kehren wir am Aussichtspunkt um und wandern wieder über denselben Weg zurück nach Nerezine. Im Nachhinein haben wir uns ein wenig geärgert, dass wir den Aufstieg zur Kapelle nicht fortgeführt haben.

Die Weitsicht über die grünen Hügel des Osoršcica-Gebirgszuges in Richtung Mali Lošinj muss gigantisch sein. Achtet auch bei dieser Tour auf ausreichend Wasser und Proviant, da es außer der Berghütte Planinarski dom am anderen Ende des Bergrückens keine Möglichkeit zur Einkehr gibt.

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Nerezine gehört zu den wenigen größeren Orten auf Lošinj. Zu Fuß kommt man schnell vom Camping Rapoća zum Marktplatz.

Abschließend genießen wir an unserem letzten Abend in Kroatien einen Drink und die Stimmung auf dem Marktplatz von Nerezine, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Alt und Jung sitzen zusammen, philosophieren über das Leben und genießen den Moment.

Campingplatz-Tipps Cres und Losinj

Camping Kovacine

Camping Kovacine 51557 Cres (HR) 6 Bewertungen 13,98 EUR/Nacht

Camping Kicat

Camping Cikat 51550 Mali Lošinj (HR) 4 Bewertungen 34,70 EUR/Nacht

Fazit

Zum Wandern auf eine kroatische Insel? Das klingt erstmal ungewohnt. Wer sich aber im Campervan aufmacht, kann auf den Inseln Cres und Losinj in herrlicher Natur wandern und auf naturbelassenen Campingplätzen nächtigen. Vielleicht das Highlight: Nach schweißtreibender Wanderung springen Sie einfach zur Abkühlung ins Meer.

Hier haben wir Übernachtungstipps für den Weg nach Kroatien: Stellplätze auf dem Weg nach Kroatien.

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Julia Trenker ist 21. Ihr Bus ist 48. Liebe kennt keine Zahlen.