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Faszination Pick-up-Camper

Kabine auf Reisen

Kabine auf Reisen Foto: Franz Güntner 7 Bilder

Was macht den Reiz von Pick-up-Kabinen aus? Und was für Leute sind mit den abenteuerlich wirkenden Reisemobilen unterwegs? promobil spürte den „Spirit“ auf dem Campingplatz Seeblick nach.

Ein sonores Rattern. Mehrere Akkuschrauber stimmen auf dem Campingplatz Seeblick Toni in Tirol ihr Lied an. Doch hier sind keine Bastler am Werk, mit den Schraubern werden die Stützen der Wohnkabinen ausgefahren. Rund 100 Pick-ups und 230 Teilnehmer haben sich für vier Tage am Reintaler See zum Markentreffen versammelt. Wo, wenn nicht hier, sollte man sie besser erkunden können? Die Faszination, die von den kompakten Allradreisemobilen ausgeht.

Pick-up-Camper zu sein heißt, ein Fahrzeug mit Pritsche zu fahren, auf die eine Wohnkabine geschnallt wird. Über vier Stützen kann der Aufbau vom Auto angehoben und im Gelände platziert werden.

Die Gründe, sich für einen Pick-up mit Aufsetzkabine zu entscheiden, sind verschieden. Viele Handwerker nutzen ihren VW-Pritschenwagen, um bei Bedarf das Geschäftsmobil in ein Freizeitfahrzeug zu verwandeln. Andere schätzen die Eigenschaften der Pick-ups – ihre Kraft, die Zuladungsmöglichkeit und den Allradantrieb. Und dann gibt es noch die Liebhaber, die von ihrem Mythos gefesselt sind.

Zudem schätzen die Teilnehmer die vielen Einsatzmöglichkeiten des Duos – immerhin spart man sich das zweite Auto: Moderne Pick-ups sind angenehm zu fahren und nicht zu groß für Parklücken. Belegt das „Häuschen“ gerade nicht die Pritsche, finden dort Fahrräder oder Sperrmüll Platz. Auch auf Reisen funktioniert die Teilung: Auf dem Campingplatz setzt man die Kabine ab und kann das Auto frei benutzen.

Allerdings: Ein „extremes Interesse“ an Camping- oder Stellplätzen besteht nicht. „Pick-up-Fahrer sind Reisende – keine Camper“, berichtet eine Teilnehmerin. Und für freie Übernachtungen verfügen die meisten Kabinen über ein Bad, sind ordentlich verarbeitet und gut isoliert. Wer länger autark leben möchte, installiert auf dem Dach noch  Solarpanele. Überhaupt spielt Individualität eine große Rolle: Ein reines Fahrzeug von der Stange gibt es selten, viele ordern schon beim Kauf weiteres Zubehör: Eine Markise, eine bessere Trittstufe oder zusätzliche Fenster.

So ist es kein Wunder, dass das Tischer-Treffen in Kramsach nicht nur dazu genutzt wird, Tirol und das nahe gelegene Innsbruck näher kennenzulernen, sondern auch, um sich über Reiseziele, Zubehör und Technik auszutauschen. Schließlich geht es für alle bald wieder auf die Straße.

Kabine auf Reisen
Faszination Pick-Up Camper 2:15 Min.

Die Geschichten der Pick-up-Fahrer

Katrin (57) und Willi (62) Mohler: Nachdem sie in Rente gegangen waren, beschlossen Katrin und Willi, die Welt zu erkunden. Sie kauften sich 2008 einen Pick-up-Camper. Seither touren sie mit ihrer „Caracolita“ für mehrere Monate im Jahr durch die Welt: Marokko, Russland, Nord- und Südamerika. Eine ihrer schönsten Erfahrungen: Die Tour auf dem Dempster-Highway durch Kanada. Das Fernweh treibt sie schon wieder hinaus: Im Juli wird das Fahrzeug verschifft, es geht mit einer kleinen Gruppe bis in den Iran.

Max Müller (24) mit Freundin Bettina Stoll (24): Mit 24 Jahren gehören Max Müller aus St. Ingbert und seine Freundin Bettina Stoll zu den jüngsten Teilnehmern. Seinen Nissan Navara besaß Max bereits vor der Kabine. Irgendwann fasste er den Entschluss, das Auto auch für Reisen einzusetzen. Seitdem fahren sie mit ihrer Wohnkabine in den Urlaub, zum Beispiel an die Nord- oder Ostsee. Auch am Wochenende steht der Camper nicht ungenutzt herum: Dann nimmt Max an Segelregatten teil – und schläft in seinem rollenden Mobil.

Dagmar (48) und Uwe (57) Hollenbacher: Uwe Hollenbacher leitet die Vertretung Tischer Süd. Er und Gattin Dagmar sind gern mit den Motorrädern unterwegs. Dafür haben sie einen eigenen Anhänger mitgebracht. Als Zugfahrzeug und Reisemobil eignet sich ihr mächtiger Dodge Ram hervorragend.

Peter (80) und Jutta Drömer (79): „Es gab Zeiten, da waren wir jedes Wochenende mit dem Pick-up auf Tour“, erklärt Peter Drömer. Auch heute sind die beiden noch gern auf Reisen, vor allem im Winter. Dann geht es in die Dolomiten – dank Allradantrieb und gut isolierter Kabine kein Problem.

Beate (55) und Rainer (57) Kölln: Beate Kölln arbeitet als Heilerin und fährt oft weite Strecken zu ihren Kunden. Da ist es praktisch, gleich einen vertrauten Schlafplatz dabei zu haben. Hin und wieder bleibt sie ein paar Tage länger vor Ort und erkundet die Gegend. Die Kombination aus Pickup und Kabine ist für das Paar von Vorteil: „Man braucht nur ein Auto, und –wir mögen Pick-ups.“

Achim Väth (46): Achim Väth zeigt den Kunden in der Tischer-Zentrale in Kreuzwertheim, wie sie ihre neue Kabine richtig auf- und wieder absetzen. Privat fühlt sich der Schlosser allerdings eher zu älteren Modellen hingezogen: Sein Volkswagen T3 ist bereits 26 Jahre alt – die Kabine darauf auch.

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