Saarland-Radweg Hans Kothe
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Wohnmobil-Tour Saarland-Radweg

Radeln im grünen Grenzbereich

Mit Fahrrad, Bahn und Reisemobil rund ums waldreiche Saarland – promobil zeigt eine attraktive Kombi-Tour mit Anleitung zum Nachfahren. Inklusive Stellplatz-Tipps und Routenbeschreibung.

Es gibt viele Möglichkeiten das Saarland via Rad oder E-Bike und Reisemobil zu erkunden. Wir haben uns für eine 7-Tage-Tour entschieden. Den Verlauf können Sie unten genauer nachlesen – entweder als Inspiration für die eigene Routenplanung oder zum Nachfahren.

Tag 1: Ankunft in Bad Homburg

Für den Auftakt unserer Saarland-Radrunde haben wir uns den Stellplatz am Koi-Bad in Homburg ausgesucht: Er liegt verkehrsgünstig in Autobahnnähe, ist gut ausgestattet und obendrein gebührenfrei.

Am Ankunftstag nutzen wir die verbleibende Tageszeit zur Erkundung der Festung oberhalb der Stadt. Die einstige Hohenburg aus dem 12. Jahrhundert ist der Namensgeber der Stadt. Von diesem Bollwerk aus haben wir einen fantastischen Blick über den Ort und seine Umgebung. Als besonderes Highlight erweisen sich die Schlossberghöhlen unterhalb der Festung. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt, dienten sie im Zweiten Weltkrieg als Schutzraum und Wohnbunker. Ein Rundgang durch diese bunt illuminierte Höhlenlandschaft rundet unseren Nachmittag ab.

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Bunt illuminiert: Die Schlossberghöhlen unterhalb der Festung Homburg.

Tag 2: Tour nach Saarbrücken

Am neuen Morgen fahren wir per Zug samt Rädern in nur 30 Minuten nach Saarbrücken. Vom Bahnhof aus finden wir zielsicher die Saar und treffen auf den alten Treidelpfad, der uns, als Radweg ausgebaut, stromauf bis ins lothringische Sarreguemines bringt. An der Schleuse zweigen wir ab und begleiten die Blies, die sich hier mit der Saar vereint und uns den weiteren Weg weist. Schon nach wenigen hundert Metern erspähen wir die Bliesmühle, in der ein Museum für kunstvolle Keramik untergebracht ist.

Unsere Route wechselt nun häufiger die Staatsgrenze. Auch der Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim ist grenzüberschreitend und wirbt mit Ausgrabungsstätten und Sehenswürdigkeiten der Kelten und Römer. Ab Reinheim rollen wir auf einer glatt geteerten Ex-Bahntrasse weiter durchs Bliestal.

Nächstes Ziel ist das Barockstädtchen Blieskastel mit seinen 154 denkmalgeschützten Gebäuden. Kurz vor Homburg statten wir dem Römischen Freilichtmuseum in Schwarzenacker einen Besuch ab. Auf dem Gelände der einstigen gallorömischen Etappenstadt gibt es heute ein Museum mit Erlebnischarakter, bei dem die Besucher römisches Handwerk kennenlernen und kulinarische Leckereien der damaligen Zeit zubereiten und verkosten. Das macht Spaß und schmeckt sogar! Danach noch ein paar Pedalumdrehungen, und unser Tagesziel ist erreicht.

Tag 3: Türkismühle

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Die Kombination von Reisemobil- und Fahrradtour ist beim Saarland-Radweg gut zu realisieren.

Gleich zu Beginn unserer zweiten Etappe müssen wir "klettern". Schnaufend kriechen wir den steilen Weg hinauf. Oben angekommen, erhebt sich vor uns ein Aussichtsturm. Leider ist dessen Tür verschlossen. So steigen wir auf und düsen bergab durch dichten Wald zum reizvollen Ostertal. Blühende Auenwiesen und lichte Bachwäldchen sind jetzt unsere Weggefährten.

In Oberkirchen wechseln wir wieder auf einen ehemaligen Bahndamm und überqueren den Ort per Viadukt in spektakulärer Höhe. Freisen, Wolfsweiler und Nohfelden heißen weitere Siedlungen, bevor wir nach Türkismühle kommen. Dort besteigen wir den Regionalexpress, der uns rasch nach Homburg zurückbringt.

Tag 4: Nächster Ausgangspunkt Bostalsee

Nach einer weiteren Nacht am Koi-Bad setzen wir morgens unser Mobil zum Stellplatz Bostalsee in Nohfelden um und stellen es auf einem gesonderten Bereich vor dem Campingplatz ab.

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Der klare Bostalsee lockt zum Bade.

Unsere heutige dritte Radetappe ist geprägt von Berg-und-Tal-Fahrten mit Fernsichten über weite Teile des waldreichen Saarlandes. Kurz vor der Nonnweiler-Talsperre stoßen wir bei Otzenhausen auf den Hunnenring, eine der mächtigsten Befestigungsanlagen der keltischen Welt. Die gewaltige Ausdehnung von insgesamt 18,5 Hektar ist noch heute erkennbar. Nur einen Steinwurf entfernt entfaltet sich unterhalb der Talsperre das Primstal.

Losheim am See ist nicht mehr weit. Am Eisenbahnmuseum erwartet uns ein Spektakel: Eine unter Dampf stehende alte Henschel-Lok von 1948 rangiert auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände und setzt sich vor eine Reihe alter Waggons. Endlich angekoppelt, geht mit Schnaufen und Pfeifen die Reise los. Aus Abteilfenstern und auf Bahnsteigen winken sich die Eisenbahnfans zu. Bald verschwindet der historische Zug. Nur die Rauchfahne ist noch am Himmel zu sehen.

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Pfeift und faucht: historischer Dampfzug im Museumsbahnhof Losheim.

Von Weitem hören wir noch die Dampfpfeife, während wir dem nächsten Anstieg, dem Hungerkopf, entgegensteuern. Mittendurch den dichten Mischwald und endlich im "Höllenritt" abwärts nach Mettlach. An diesem Ort nahm die Erfolgsgeschichte des Unternehmens Villeroy & Boch ihren Anfang. Mehrere Museen zeigen Wissenswertes zur Geschichte der Keramik und des Porzellans. Hinter dem zentralen Schloss versteckt sich im Park der alte Turm von Mettlach. Als ältester Sakralbau im Saarland wurde er im Jahr 990 als Grabkapelle für den Heiligen Liutwinus, den Begründer des Klosters Mettlach, gebaut.

Hier nehmen wir den Zug, der uns über Saarbrücken nach Türkismühle befördert. Dort kurbeln wir noch ein paar Kilometer am idyllischen Bostalsee entlang, wo die festgezurrten Segelboote bei leichtem Wellengang hin- und herwiegen.

Tag 5: Saarschleife und Moselradweg

Neuer Morgen: Als erstes fahren wir unser Reisemobil auf den Stellplatz in Mettlach. Danach treten wir in die Pedale stromabwärts durch das von bewaldeten Steilhängen und schroffen Felswänden eingerahmte enge Saartal. Bei Taben schwenken wir von der Saar weg und strampeln zum nahen Aussichtspunkt Cloef hoch. Unter uns die berühmte Saarschleife.

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Der Blick vom Aussichtspunkt Cloef über die Saarschleife.

Auf den Höhen Richtung Moseltal öffnet sich vor uns welliges Land mit blühenden Rapsfeldern und Apfelbäumen. Immer wieder können wir weit ins Land schauen. In Nennig besuchen wir ein gut erhaltenes Mosaik aus römischer Zeit, das auf 160 Quadratmetern aus abertausenden Steinchen unter anderem Szenen mit Gladiatorenkämpfen zeigt.

Nach dieser kulturhistorischen Einlage erreichen wir an der Remich-Brücke den Moselradweg, dem wir bis zum Dreiländereck folgen. Am Flussufer gegenüber liegt das luxemburgische Schengen, bekannt für das europäische Abkommen über freizügig grenzenloses Reisen in Europa.

Gut gelaunt geht’s an der Maimühle hoch in den Weinberg, bis wir bei Borg die Reste der größten römischen Villenanlage des Saar-Mosel-Raumes vor uns haben. Im Nachbau des ursprünglichen Gebäudekomplexes entdecken wir eine römische Fußbodenheizung. Von einem Ofen wurde der heiße Dampf durch die Kanäle unter den Böden geleitet.

Der folgende Streckenabschnitt verläuft auf dem Grenzweg zwischen Saarland und Lothringen. Bildhauer aus aller Welt haben am Weg 26 Open-Air-Kunstwerke aus Felsgestein geschaffen: die "Steine an der Grenze", ein Bekenntnis zum geeinten Europa. Hiernach fahren wir nach Mettlach ab und beenden unsere vierte Etappe.

Tag 6: Deutsch-Französische Begegnungen

Am anderen Tag ist versetzen wir unser Reisemobil und der Stellplatz in Völklingen wird unser Ausgangspunkt. Ein Teil des riesigen Parkplatzes am Welterbe-Industriedenkmal ist für Reisemobile reserviert. Hierhin setzen wir unser Mobil um.

Wir knüpfen dort an, wo wir gestern abgefahren sind, und radeln stets in Grenznähe durch hügeliges Bergland mit blühenden Streuobstwiesen und Rapsfeldern. Zwischendrin schneidet sich die Nied durchs Gebirge. Also ab ins Tal, ein kurzes Stück am Fluss entlang, dann aufwärts zu den Sendemasten der Station "Europe 1".

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Denkmal in Berus: Symbol für ein geeintes Europa.

Unweit der historischen Kapelle St. Oranna ragt an der deutsch-französischen Grenze das aus zwei Betonpylonen bestehende Europadenkmal in die Höhe. Oben verbunden mit Eisenstäben, symbolisiert es die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Auf der Plattform im unteren Teil werden bedeutende Staatsmänner gewürdigt. Unterhalb des Denkmals liegt Berus, ein Ort, der im Zeitenlauf mehrfach seine Staatenzugehörigkeit wechselte. Nach der Volksabstimmung 1955 wurde mit dem Saarland auch Berus Teil der Bundesrepublik.

Hinter Berus tauchen wir in das weitläufige Laubwaldgebiet des Warndt ein. Kleinere Siedlungen wie St. Nikolaus, Dorf im Warndt und Velsen stehen noch ganz im Zeichen der Kohletradition. Schachtgerüste und Zechenbauten erinnern an die vergangene Bergbauepoche. Noch ein kurzer Schwenk über französisches Gebiet bei Petit-Roselle, bevor wir Völklingen im Saartal erreichen. Die Stadt wird und wurde vom Stahl geprägt. Symbol dafür ist das alte Röchling-Stahlwerk, das seit 1994 zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, mit wechselnden Ausstellungen im Zeichen der Industriekultur.

Tag 7: Industriemuseum und Saarbrücken

Tags drauf besuchen wir das Industriemuseum am Stellplatz in Völklingen, bevor wir unsere Radreise zu Ende führen.

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Die Völklinger Hütte gehört zum Weltkulturerbe.

Unser Ziel Saarbrücken liegt nur ein paar Kilometer stromauf, für die Stadterkundung bleibt noch genügend Zeit. Auf dem Programm stehen das Schloss und der Ludwigplatz mit der barocken Ludwigskirche, die von einem Ensemble historischer Gebäude eingerahmt wird. Schon Goethe wusste diese grandiose bauliche Kulisse aus dem 18. Jahrhundert zu schätzen. Über die alte Saarbrücke wechseln wir zum St. Johanner Markt, wo Kneipen und gute Gastronomie mit französischem Flair zum Verweilen einladen. Hier lassen wir unsere abwechslungsreiche Radtour gemütlich ausklingen.

Tourenplanung: So klappt's mit Rad und Reisemobil

Die Kombination von Reisemobil- und Fahrradtour ist beim Saarland-Radweg gut zu realisieren. Es gibt zwar nicht immer parallel zu den Etappen eine direkte Zugverbindung für die Rückfahrt, aber man kommt bei geschickter Planung dennoch ganz gut zum Ausgangsort zurück.

Der Radweg ist als solcher vorbildlich ausgeschildert. Auf zumeist asphaltierten Wegen ohne nennenswerten Verkehr kommt man gut voran. Abgesehen von der ersten und letzten Etappe sind immer wieder Anstiege zu überwinden, die vorher präzise angekündigt werden. Wer mit reiner Muskelkraft strampelt, wird ab und zu gefordert.

Mit elektrischer Unterstützung ist diese Rundtour problemlos zu meistern. Man sollte dann aber nicht den Stellplatz Mettlach anfahren, sondern wegen der Stromversorgung den nur wenige Kilometer entfernten Stellpatz in Merzig.

Stellplätze entlang des Saarland-Radwegs

Stellplatz am KOI-Bad 66424 Homburg (D) 9 Bewertungen Kostenlos
Stellplatz Bostalsee 66625 Nohfelden (D) 20 Bewertungen 12 EUR/Nacht
Stellplatz am Freizeitbad 66663 Merzig (D) 22 Bewertungen 7,50 EUR/Nacht
Stellplatz am Abtei-Bräu 66693 Mettlach (D) 22 Bewertungen 5 EUR/Nacht
Stellplatz an der Völklinger Hütte 66333 Völklingen (D) 35 Bewertungen Kostenlos

Weitere Infos zum Saarland

Homepage: www.urlaub.saarland
Buchempfehlung: bikeline-Radtourenbuch "Saarland-Radweg", 1:50 000, Esterbauer, 14,90 Euro.