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Fähren in Südeuropa

Mit dem Reisemobil übers Mittelmeer

Fähren Aufmacher Foto: Vierneisel 35 Bilder

Sonne, Meer und das beruhigende Brummen des Schiffsdiesels. Fährpassagen kürzen Anfahrtsstrecken enorm ab und steuern die Trauminseln des Mittelmeers an.

Wenn zwischen Capri und Kanaren die rote Sonne im Meer versinkt, ist das weit mehr als ein Postkartenidyll. Gemächlich schiebt sich das weiße Schiff durch die Wellen, das Stampfen des Schiffsdiesels gibt den Takt der Entspannung vor. Zwar fühlen sich Reisemobilfahrer auf den Straßen Europas meist am wohlsten, doch ist gegen ein Intermezzo auf See nichts einzuwenden. Erst recht nicht, wenn lange und mautbelastete Anfahrten vermieden werden können oder eine Insel das Ferienziel darstellt. Moderne Fähren bestechen durch hohe Standards und viel Komfort, für Unterhaltung und Gaumenfreuden ist gesorgt.

Wer mit dem Reisemobil eine Mittelmeerinsel ansteuern will, denkt an Camping an Bord. Es gibt kaum etwas Schöneres, vorausgesetzt, das Fahrzeug steht nicht eingequetscht in einer hinteren Ecke, sondern im besten Fall auf der Schiffsseite mit Meeresblick. Vielleicht sind auch die Nachbarn nett.

Fähren Foto: Vierneisel, Wagner, Zink, Reedereien
Fährpassagen kürzen Anfahrtsstrecken ab und steuern die Trauminseln des Mittelmeers an.

Dann kommen die Klappstühle raus, und beim gemeinsamen Kaffeetrinken kann der Urlaub beginnen. Die Camper bleiben unter sich, den anderen Passagieren ist der Zugang zum Autodeck verwehrt. Dafür sind Haustiere in den Freizeitfahrzeugen während der Überfahrt erlaubt, die sonst häufig in einen Zwinger müssen. Nachts ist das eigene Bett nicht zu toppen, der volle Kühlschrank ist besser als jede Cafeteria.

Bei genauem Nachrechnen wird zudem schnell klar, dass eine Fährpassage auch günstiger sein kann als die Anfahrt auf eigener Achse. Zwar steigen die Tarife mit den zu überwindenden Distanzen, aber in gleichem Maße entfallen die Kosten für Kraftstoff, Maut und zusätzliche Übernachtungen.

Auf den häufig befahrenen Routen haben Reisende oftmals die Wahl zwischen Tag- und Nachtfähren. Kabinenpflicht besteht nur selten, man kann sich auch mit preisgünstigeren Schlafsesseln behelfen. Zu empfehlen ist dennoch ein Vergleich mit günstigen Kabinenvarianten, die mitunter nur unwesentlich teurer sind, aber mehr Erholung bieten.

Beliebte Routen und Kosten

Mittelmeer Fähren Foto: Reedereien

Im Linienverkehr werden Routen nach Griechenland bedient – eine prima Alternative zur gut 1200 Kilometer langen Strecke über den Autoput, auf dem Gebühren für die Straßenbenutzung und mehrere Grenzübertritte anliegen. Einige Reedereien lassen ihre Schiffe in Venedig, Ancona und Bari ablegen, um nach Igoumenitsa oder Patras zu schippern. Der Abfahrtshafen Ravenna wurde von Minoan Lines für 2019 wieder aufgegeben. Lange Überfahrten sind bei allen Gesellschaften teurer als kurze Strecken. So veranschlagt Anek Lines one way von Venedig nach Igoumenitsa 673 Euro. Für die Strecke von Ancona nach Patras werden bei Minoan Lines 395 Euro fällig. Von Brindisi nach Igoumenitsa berechnet Grimaldi Lines über Tag 325 Euro. Die nächtliche Überfahrt von Bari nach Igoumenitsa kostet bei Superfast 503 Euro.

Korsika wird von verschiedenen Häfen Frankreichs und Italiens aus angesteuert. Moby Lines bietet zwischen Mitte Juni und Ende September eine neue Verbindung zwischen Piombino in der Toskana und Bastia auf Korsika an. Porto Vecchio wird von Corsica Lines künftig sowohl von Nizza als auch von Toulon aus bedient. Dafür entfallen die Abfahrten von Genua und Pisa. Auch hier lohnt es, auf spezielle Angebote für Camper zu achten. Während Moby Lines für die Strecke Livorno–Bastia einen Basistarif von 214 Euro angibt, reduziert sich der Preis mit Pex-Camper-Tarif auf 115 Euro. Doch muss eine zweite Person hinzugebucht werden. Die Reise von Toulon nach Ajaccio kostet mit Corsica Ferries 199 Euro, jeweils ohne Kabine.

Sardinien-Urlaubern stehen im Sommer zusätzliche Routen zur Verfügung: Die Reederei Grandi Navi Veloci fährt von Genua aus außer Porto Torres auch den Hafen von Olbia an. Sardinia Ferries richtet zwei neue Verbindungen ein: Golfo Aranci wird von Nizza aus angefahren, und von Toulon aus geht es nach Porto Torres. Schlechte Nachrichten dagegen gibt es für Camper: Tirrenia bietet kein Camping an Bord mehr an und offeriert stattdessen Sondertarife für Reisemobile. TTT-Lines, die auf der Strecke Neapel–Catania früher ebenfalls Camping an Bord anbot, hat im April letzten Jahres den Betrieb eingestellt. Kostenbewusste Urlauber sollten die Tarife der verschiedenen Routen und Gesellschaften einem Vergleich unterziehen. So berechnet GNV für die Passage von Genua nach Porto Torres 412 Euro. Fährt man denselben Zielhafen mit Sardinia Ferries ab Toulon an, werden nur 338 Euro fällig.

Ähnlich bei Sizilien-Reisen. Von Livorno aus bringt Grimaldi Reisemobilisten und Fahrzeug für 195 Euro nach Palermo. Von Genua aus berechnet GNV 385 Euro zum selben Zielhafen. Eine Besonderheit stellen die Toremar-Tarife nach Elba dar, ist doch nur die gleichzeitige Buchung der Hin- und Rückfahrt möglich. Von Piombino nach Portoferraio kommt die Überfahrt mit Reisemobil auf 247 Euro.

Großer Beliebtheit erfreuen sich in den vergangenen Jahren Balearen-Fähren. Für die Strecke von Barcelona nach Palma müssen mit Trasmediterranea in der Vorsaison 534 Euro eingeplant werden. Alternativ befährt Corsica Lines die Strecke Toulon–Alcúdia für 490 Euro. In Kooperation mit Trasmapi bietet Trasmediterranea im Sommer Durchgangstickets vom spanischen Festland über Ibiza nach Formentera an.

Wer das Inselspringen vor der griechischen oder kroatischen Küste auf den Urlaubsplan gesetzt hat, muss spontan sein. Fähren fahren regelmäßig, sind aber meist nur am Abfahrtshafen zu buchen. Rechtzeitiges Erscheinen am Port empfiehlt sich, ansonsten heißt es aufs nächste Schiff warten.

Zu den eher exotischen Reisezielen zählen Nordafrika und die Kanarischen Inseln. Trotzdem werden Zielhäfen in Tunesien und Marokko sowie auf den Ferieninseln ganzjährig angelaufen. Von Tarifa aus geht es mit FRS für 222 Euro nach Tanger in Marokko. Bereits ab Barcelona steuert man Tanger mit Grimaldi an. Die Kosten betragen dann 458 Euro. GNV befährt die Route Palermo–Tunis für 200 Euro, Grimaldi steuert Tunis ab Civitavecchia für 568 Euro an. Die Kanaren sind von Huelva und Cádiz aus erreichbar. Trasmediterranea berechnet in der Vorsaison 820 Euro für ein Mobil samt Besatzung.

Auf einen Blick: Reedereien, Routen, Info

Östliches Mittelmeer

Fähren in Nordeuropa
Mit dem Wohnmobil über Nord- und Ostsee

Mittelmeerinseln

Nordafrika und Kanarische Inseln

Preisberechnung

Für die angegebenen Preisbeispiele wurden die Kosten pro einfache Fahrt für ein mit zwei erwachsenen Personen besetztes Reisemobil zugrunde gelegt (Länge: sieben Meter, Höhe: drei Meter). Überfahrten am Tag wurden mit einer Deckpassage oder Pullmansitz berechnet, Nachtfahrten mit der günstigsten Kabine für zwei Personen. Als Reisezeitraum wurde Anfang Juli angenommen. Die Preisangaben basieren auf den im Januar online abgerufenen Angaben der Buchungsportale der Reedereien. Angebotspreise können von den ermittelten Werten abweichen.

Preise für die Überfahrt

Mittelmeer Fähren Foto: Steffen Zink
Die letzten Minuten Griechenland: Im Hafen von Igoumenitsa liegt die Fähre bereits vor Anker.

Wie teuer eine Überfahrt wird, hängt von der Reisezeit und der Auslastung des Schiffes ab. Selbst wer an die Ferienzeiten gebunden ist, kann durch geschickte Reiseplanung Geld sparen . Mitten in der Woche sind Abfahrten oft billiger, bei Kurzstrecken wirken sich Ankunftszeiten zu später Stunde mitunter preismindernd aus. Nicht zu vergessen die personenbezogenen Rabatte: Kleinkinder reisen umsonst, haben aber keinen Anspruch auf einen Sitzplatz. Bis zu 50 Prozent werden vom Fahrpreis von Kindern abgezogen. In manchen Programmen findet sich noch Camping an Bord, es ist aber nur schwer zu buchen. Alternativen stellen „Camping all inclusive“ oder „Pex Camper“-Offerten dar, die zum Sonderpreis eine Kabine beinhalten.

Neben gewohnten Reisebüros offerieren auch Fährportale im Internet die Möglichkeit einer Buchung. DER Touristik jedoch hat sein Fährportal eingestellt. Fast alle Reedereien ermöglichen Online-Buchungen auf ihrer Homepage – theoretisch zumindest, tatsächlich hinken einige Buchungsportale hinter der Zeit zurück. So gaben Mitte Januar mehrere Anbieter noch die Vorjahrespreise an. Spezialisten für die Griechenland-Passagen sind Ionian (www. ionian.de) und Voigt Seereisen (www.seereisen-agentur.de).

Günstig ans Ziel

Mit diversen Rabatten umwerben alle Reedereien außerdem potenzielle Passagiere. Üblich sind 20 Prozent für Jugendliche und Studenten sowie für Senioren ab 60 Jahren. Mitglieder in Auto- und Campingclubs profitieren bei einigen Reedereien von bis zu 25-prozentigen Rabatten auf den Fahrzeugtarif.

Mittelmeer Fähren Foto: Steffen Zink
Reisemobile und Caravangespanne reihen sich im Frachtdeck hintereinander. Bei „Camping an Bord“ ist Stromversorgung gewährleistet.

Noch bis Ende Februar gewähren viele Reedereien Rabatte für Frühbucher. Auch danach gilt eine rechtzeitige Buchung als Garant für günstige Preise. Doch Vorsicht: Bei der Option Camping an Bord gewähren Anek und Superfast den Rabatt nur auf den Routen von Venedig und Bari nach Griechenland, nicht aber ab Ancona. Weiterhin empfiehlt es sich, die Rück- oder Weiterfahrt gleichzeitig zu buchen. Anek erlässt dann 30 Prozent der Rückfahrtkosten. Grimaldi Lines senkt den Preis um 20 Prozent, wenn die Rückfahrt in der Nebensaison liegt. Wird die Adria-Strecke mit Minoan Lines befahren, gibt Grimaldi in der Nebensaison auf innergriechische Verbindungen 30 Prozent Rabatt.

Wen es regelmäßig in die gleiche Ferienregion zieht, der kann die Bonusprogramme der Reedereien in Betracht ziehen. Jede Überfahrt bringt Punkte, die sich auf späteren Reisen vergünstigend auf die Tarife und auch das Angebot an Bord auswirken. Superfast, Blue Star und Hellenic Seaways bieten mit Seasmiles ein dreistufiges Bonusprogramm, das unter anderem bis zu 20 Prozent Discount auf Adria-Überfahrten und bis zu 40 Prozent Rabatt auf innergriechische Verbindungen enthält. Die drei Anek-Smart-Cards gewähren ebenso wie der Minoan-Bonus-Club Preisnachlässe an Bord, 20 Prozent Einsparung auf der Adria-Route und bei ausreichender Punktzahl sogar Freitickets.

Bonusprogramme gibt es auch auf anderen Routen über das Mittelmeer. So wirbt Grandi Navi Veloci auf den Strecken nach Nordafrika und zu den Mittelmeerinseln mit seinem MyGNV-Programm. Wer vor einer geplanten Fährpassage die Angebote vergleicht, kann also durchaus bares Geld sparen.

Kindervergünstigungen

Kinder auf der Fähre Foto: Vierneisel, Wagner, Zink, Reedereien
Für Kinder ist eine Seereise ein unvergessliches Erlebnis.

Familien mit kleinen Kindern rücken auch auf den Mittelmeerlinien vermehrt ins Bewusstsein. Säuglingen und Kleinkindern wird durch die Bank eine Seereise zum Nulltarif ermöglicht – ohne Anspruch auf Sitzplatz oder Bett. Einige Reedereien bieten für Kabinen zubuchbare Kinderbetten, die Baby-Passage wird dann mit dem halben Preis berechnet, wenn man diese Option bereits bei der Buchung wählt.

Kinder ab vier Jahren fahren meist ebenfalls zum halben Preis mit. Nach oben herrschen dabei unterschiedliche Altersvorgaben. Üblich ist ein Kindertarif bis zum zwölften Lebensjahr, Jadrolinija gibt sogar 75 Prozent Nachlass. Bei Hellenic Seaways und Blue Star Ferries gelten die Vergünstigungen für Kinder bis zehn Jahre, Minoan gewährt noch 16-Jährigen den Kindertarif. Bei Superfast und Anek hängt der Rabatt von der Strecke ab: Ab Ancona oder Venedig gilt der Kinderpreis bis 16 Jahre, ab Bari werden nur maximal Zwölfjährige als Kinder anerkannt. Immerhin wird Reisenden zwischen 13 und 25 Jahren eine 20-prozentige Ermäßigung gewährt.

Ermäßigungen für Senioren

Auch Passagiere im besten Alter reisen günstiger: Auf allen Adria-Strecken gewährt Anek ab 60 Jahren einen Discount von 20 Prozent, unter bestimmten Voraussetzungen auch auf den Fahrzeugpreis. Minoan Lines und Superfast locken mit ähnlichen Angeboten.

Mit dem Wohnmobil auf die Fähre Foto: Vierneisel, Wagner, Zink, Reedereien
Auch für Senioren gibt es Angebote.

Die gleichzeitige Buchung von Hin- und Rückfahrt lässt die Fährpassage um 20 bis 30 Prozent günstiger ausfallen. Reedereien, die neben den Fernlinien auch Anschlussverbindungen anbieten, gewähren weitere Nachlässe, wenn zum gleichen Zeitpunkt gebucht wird. Alle Rabatte beziehen sich nur auf den Netto-Beförderungspreis, nicht jedoch auf Steuern und Aufschläge.

Passagiere mit eingeschränkter Mobilität

Die Reedereien begrüßen gerne Passagiere, die Hilfe oder besondere Einrichtungen beim Check-in oder an Bord benötigen. Allerdings unterscheidet sich das Angebot stark, auch von Schiff zu Schiff. Die Angaben der Reedereien im Süden sind häufig nur sehr pauschal. In allen Fällen ist eine persönliche Anmeldung bei der Buchung nötig und unter Umständen auch eine konkrete individuelle Beratung.

Im Hafen sollte generell mehr Zeit eingeplant (ein, besser zwei Stunden vor der Abfahrt) und das Personal über die Ankunft informiert werden, beispielsweise um das Fahrzeug in der Nähe der Schiffslifts zu positionieren. Bitte bei der Buchung abklären. Die konkreten Angaben der Reedereien sind mit Ausnahme von Moby Lines äußerst knapp gefasst und finden sich auf den Homepages typischerweise in den Kapiteln: Häufig gestellte Fragen, Reise- und Beförderungs- oder Allgemeine Geschäftsbedingungen.

Anek, Grandi Navi Veloci, Grimaldi Lines, Moby Lines, Superfast und TTT-Lines bieten eine begrenzte Anzahl barrierefreier Toiletten und Kabinen an. Minoan Lines betont zusätzlich, dass alle Gemeinschaftseinrichtungen leicht zugänglich seien. Superfast verfügt über „Pure-Kabinen“, in denen die Atemluft gefiltert wird, was Allergiker zu schätzen wissen. Moby Lines und TTT-Lines dirigieren die Fahrzeuge von Menschen mit Handicap in die Nähe der Schiffslifts.

Schwanger auf See

Ein ärztliches Attest für Schwangere? Zum Beispiel fordern dies Grimaldi Lines und CTN ab dem siebten, Tirrenia ab dem sechsten Monat. Trasmediterranea und Naviera Armas ab der 36., Balearia ab der 29., Adria Ferries bereits ab der 24. Woche. Die meisten Gesellschaften akzeptieren Atteste, die nicht älter als sieben Tage sind. Bei Adria Ferries darf die ärztliche Untersuchung nicht länger als 72 Stunden zurückliegen, bei Moby Lines gar nur 48 Stunden. Entscheidet man sich dafür, auch die Rückreise per Schiff anzutreten, muss eine neue Bescheinigung vorgelegt werden.

Tiere an Bord

Hundekabinen Foto: Vierneisel, Wagner, Zink, Reedereien
Hundekabinen sind rar und sollten sehr frühzeitig gebucht werden.

Auf Wünsche von Tierhaltern haben sich viele Reedereien eingestellt; sie bieten spezielle Kabinen an, die für Unterbringung eines Hundes ausgestattet sind. Andernfalls müssen Hunde die Überfahrt in zubuchbaren Boxen verbringen. In Bars, Restaurants und den öffentlichen Bereichen im Schiffsinnern dürfen sich Hunde nicht aufhalten, für die Außenbereiche sind zum Teil Maulkorb und Leine vorgeschrieben. Üblich sind auch abgegrenzte „Gassi“-Bereiche. Schon vor dem Einschiffen sollte daran gedacht werden, dass der europäische Heimtierausweis mitgeführt wird. Je nach Zielland werden auch Belege aktuell durchgeführter Impfungen und Mikrochip verlangt.

Blinden- oder andere Begleithunde reisen meist umsonst und dürfen in mehr Bereiche an Bord. „Gefährliche Hunderassen“ können vom Transport ausgeschlossen sein. Die Haustierbesitzer oder Begleiter tragen die volle Verantwortung für die Haltung, Gesundheit, Hygiene, Verpflegung und Sicherheit ihrer Haustiere. Der Aufenthalt in den Fahrzeugen ist im Mittelmeer während der Überfahrt verboten, außer bei Camping-an-Bord.

Tiere haben je nach Reederei verschiedene Aufenthaltsrechte

Für die meisten Hundebesitzer steht außer Frage, dass auch der beste Freund mit auf Reisen geht. Hunde dürfen mit auf die Fähre, doch muss man sich an strikte Regeln halten. So ist der Aufenthalt im öffentlichen Innenbereich tabu, stattdessen werden deklarierte Aufenthaltszonen und sogar Haustierkabinen offeriert. Im Reisemobildürfen Hunde während der Überfahrt in der Regel nicht bleiben. Bei Reisen ins Ausland sollte an die erforderlichen Impfungen und Papiere gedacht werden.

Mittelmeer Fähren Foto: Reederei
Der Hund darf hier auf dem Außendeck die Sonne genießen.

Anek Lines befördert Haustiere kostenlos. Corsica Ferries gestattet ihnen den Zugang zu allen öffentlichen Bereichen, Ausnahme ist das Restaurant. Grandi Navi Veloci schreibt für Katzen Boxen vor. Bei Grimaldi Lines müssen alle Haustiere in Transportboxen. Nur für Hunde stehen sie begrenzt zur Verfügung. Bei Minoan Lines reisen Haustiere in entsprechenden Käfigen kostenlos in einem gesonderten Bereich auf dem Schiffsdeck. Moby Lines schreibt für Katzen Boxen vor. Hunde können im Außenbereich an der Leine geführt werden. Das Schiffsinnere ist tabu.

SNCM transportiert Katzen nur in entsprechenden Boxen. Für Hunde werden sie zur Verfügung gestellt; sie dürfen während der Überfahrt besucht und mit Erlaubnis auf das Promenadendeck geführt werden. Superfast bietet Tierboxen an, die im Voraus reserviert werden müssen. TTT-Lines schließlich lässt kleine Hunde und Katzen nur in mitgebrachten Boxen an Bord zu. Für größere Hunde gibt es spezielle Außenbereiche. 

Auf Fähren gelten Regeln für Camper

Einige Grundregeln gelten für Camping auf dem Autodeck. Es ist auf den Überfahrten nur von Anfang April bis Ende Oktober erlaubt. Es funktioniert lediglich mit offiziell registrierten Freizeitfahrzeugen. Passagiere sollten spätestens drei Stunden vor der Abfahrt einchecken. Aus Sicherheitsgründen müssen Gasflaschen zugedreht sein. Häfen wie Livorno oder Igoumentitsa bieten die Möglichkeit, auf dem Hafengelände zu übernachten. Ob das eine Empfehlung wert ist, steht auf einem anderen Blatt. Denn erstens ist der Platz begrenzt, zweitens ein Hafen nicht die ruhigste Umgebung, drittens weiß niemand genau, wer in Nacht und Nebel unterwegs ist.

Camping an Bord

Camping an Bord Foto: Vierneisel, Wagner, Zink, Reedereien
"Camping an Bord" auf einem seitlich offenen Deck.

Ungebrochenes Interesse gilt der Option Camping an Bord. Die Vorstellung, mit dem Reisemobil auf dem Oberdeck zu stehen, auf den Campingstühlen in der Sonne zu sitzen und nachts im eigenen Bett zu schlafen, ist verlockend. In der Realität sieht die Situation mitunter ernüchternd aus. Insgesamt schrumpft das Angebot denn Schiffe mit offenem Zwischendeck, das eine Voraussetzung für Camping-an-Bord ist, kommen aus der Mode. Dagegen sind die Neubauten meistens geschlossen und orientieren sich am gehobenen Komfort von Kreuzfahrtschiffen. Außerdem finden sich Camper wegen restriktiverer Sicherheitsbestimmungen eher auf den nur seitlich offenen Zwischendecks wieder, wo sie Stoßstange an Stoßstange mit Lastwagen und Sattelschleppern stehen. Statt des erhofften Meeresrauschens dröhnen die Kühlaggregate der Lastwagen. Das Vergnügen einer Seefahrt hält sich da in engen Grenzen.

Camping an Bord wird, zumindest in der Hauptsaison, von Anek, Superfast und Ventouris Ferries auf einigen Linien zwischen Italien und Griechenland angeboten. Moby Lines und TTT-Lines haben diese Möglichkeit zudem für Sardinien und Sizilien im Programm. Anek und Superfast Ferries berechnen dafür neben dem Fahrzeug- und Personentarif den Preis einer Deckpassage. Duschen, Toiletten und öffentliche Einrichtungen können genutzt werden, dazu gibt es eine Versorgung mit Strom. Tirrenia bietet auf mehreren Strecken die Möglichkeit, im Mobil zu bleiben, solange die Wetterverhältnisse dies zulassen. Gas- oder Elektrokocher dürfen jedoch nicht verwendet werden. Obacht: Reisende, die Camping an Bord beanspruchen wollen, müssen mindestens zwei bis drei Stunden vor der Abfahrt einchecken.

Tipps für den begehrten Campingplatz an Bord
Mit dem Wohnmobil übers Mittelmeer

Alternative: Camping All-Inklusive

Da in allen Fällen die Anzahl der Stellplätze limitiert ist, werden auch auf Camper zugeschnittene Alternativen angeboten. Minoan offeriert auf den Adria-Routen „Camping All Inclusive“; zum Preis einer Deckpassage gibt es eine Innenkabine und 30 Prozent Ermäßigung auf Speisen und Getränke in den Restaurants. Grimaldi Lines erlassen auf den Sardinien-Routen 20 Prozent des Preises für Caravans, wenn eine Kabine gebucht wird. Bei Moby Lines werden im Mobil mitreisende Kinder unter zwölf Jahren nicht berechnet, wenn zwei erwachsene Begleitpersonen an Bord sind. Mit besonderen Angeboten für Camper lockt auch CTN auf den Tunesien-Routen.

Nachtfahrten

Mittelmeer Fähren Foto: Reedereien
Komfortable Kabinen müssen nicht teuer sein.

Auf Nachtfahrten muss häufig eine Übernachtungsgelegenheit mitgebucht werden. Doch sollte neben dem Preis auch auf den Erholungseffekt geachtet werden. Pullmansitze sind günstig, doch fällt der Preis für eine einfache Kabine oft nur unwesentlich teurer aus. Ein wenig Kreuzfahrtstimmung lässt sich in den höherwertig ausgestatteten Kabinen genießen. Für Familien, aber auch für Allergiker und für Menschen mit eingeschränkter Mobilität werden meist speziell gestaltete Kabinen angeboten.

Hinweis zu Grenzkontrollen

Aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation sind vor, an und hinter allen Grenzen verstärkte Kontrollen zu erwarten, nicht nur bei der Anreise, es betrifft auch die Fährhäfen. Staus und Wartezeiten können entstehen. Bitte die Reisezeit großzügig planen. Personen-, Fahrzeug- und Haustierdokumente griffbereit aufbewahren.

Stellplätze in Nähe der Häfen

Für eine Überfahrt mit der Fähre ist es am besten, bereits einen Tag vorher anzureisen. Aus diesem Grund gibt es in der Nähe der großen Abfahrthäfen Stellplätze, von denen aus der Hafen gut erreichbar ist.

Frankreich

Aire de Stationnement Marly-Parc 13009 Marseille (FR) 12 Bewertungen 12 EUR/Nacht
Parking Francis Teisseire 06700 Saint-Laurent-du-Var (FR) Kostenlos
Parking 83190 Ollioules (FR) Kostenlos

Italien

Parcheggio del Tronchetto 30135 Venezia (IT) 20 Bewertungen 37 EUR/Nacht
Area Sosta Camper 17047 Vado Ligure (IT) 11 Bewertungen 16 EUR/Nacht
Area Comunale Piombino 57025 Piombino (IT) 2 Bewertungen Kostenlos
Green Car - Area di sosta attrezzata 90143 Palermo (IT) 6 Bewertungen 20 EUR/Nacht
Stellplatz am Hafen 07026 Olbia (IT) 1 Bewertung Kostenlos
Parcheggio IPM 80100 Napoli (IT) 11 Bewertungen 22 EUR/Nacht
Parcheggio Stazione Marittima 57100 Livorno (IT) 6 Bewertungen Kostenlos
Stellplatz Marina-Park 16128 Genua (IT) 2 Bewertungen 30 EUR/Nacht
Area Centro Vendita Gestel Tuttocamping 72100 Brindisi (IT) 10 EUR/Nacht
Gran Parcheggio Alberotanza 70125 Bari (IT) 1 Bewertung 25 EUR/Nacht
Area Comunale Ancona 60123 Ancona (IT) 4 Bewertungen 12 EUR/Nacht

Spanien

Area La Marina Tarifa 11380 Tarifa (ES) 2 Bewertungen 8 EUR/Nacht
Parking 11004 Cádiz (ES) 1 Bewertung 18 EUR/Nacht
Parking Bus y Turismo 08038 Barcelona (ES) 12 Bewertungen 30 EUR/Nacht
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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