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Darauf müssen Sie bei Wohnmobil-Markisen achten

Von der Montage bis zum Markisenzelt

Kaufberatung: Markisen Foto: Jacek Bilski/Hersteller 29 Bilder

Sie schützen vor zu viel Sonne oder leichten Regenschauern: Markisen sind ein beliebtes Zubehör. Eine Übersicht der wichtigsten Modelle für Wohnmobile und Campingbusse.

  1. Markisen-Arten
  2. Montage
  3. Aufbau
  4. Pflege
  5. Erweiterung

Nicht Sat-Empfangsanlagen, nicht Fernsehgeräte und auch nicht Fahrradträger. Nein, das beliebteste Zubehör unter Wohnmobil-Besitzern ist die Markise. Kaum ein Reisemobil ist ohne unterwegs: Denn eine Markise macht den Aufenthalt im Freien erst so richtig angenehm. Sie ist Sonnendach und Regenschutz zugleich und um Seitenwände ergänzt eine echte Erweiterung der Wohnfläche.

So groß wie die Begeisterung für Markisen, so groß ist auch das Angebot: verschiedene Größen, Farben und Montagemöglichkeiten – für jedes Reisemobil oder jeden Campingbus ist etwas dabei. promobil zeigt, welche Markisenarten es gibt und wie sie montiert werden. Damit das Stoffdach lange Zeit Freude bereitet, verlangt es regelmäßige Pflege und einen schonenden Umgang. Wir geben auf den folgenden Seiten Ratschläge für die wichtigsten Abschnitte im Markisenleben. Außerdem: Tipps, wie sie die Markise erweitern können.

1. Markisenarten

Nach der Bauform unterscheidet man Kassetten- und Sackmarkisen. Letztere verzichten auf eine Kurbelmechanik, sind vergleichsweise leicht und werden in die Kederleiste eingezogen. Doch die hat nicht jedes Reisemobil, und selbst wenn, ist allein aufgrund der Höhe das Einziehen schwierig. Zudem sollte das Transportetui, in dem Markisentuch, Spannarme und Stützen untergebracht sind, im Fahrzeug transportiert werden. Auch deshalb spielen sie für Reisemobile kaum eine Rolle.

Weitaus mehr gefragt sind Kassettenmarkisen, auch wenn sie deutlich schwerer sind. Die gesamte Mimik mitsamt Tuch verbirgt sich in einem schlanken Gehäuse, das je nach Fahrzeugtyp fest an der Seitenwand oder auf dem Dach angebracht wird.

Markise auf dem Stellplatz Markisen fürs Wohnmobil im Test Dometic, Fiamma und Thule

Die Kaufentscheidung wird zunächst einmal durch die Montageposition beeinflusst, die für das Reisemobil vorgesehen ist. Je nach Fahrzeugmodell kann der Markisenkasten entweder an der Seitenwand befestigt werden, oder aber er wird auf das Dach aufgesetzt. Letzteres ist häufig der Fall, wenn die Seitenwände im oberen Bereich abgerundet sind.

Ausschlaggebend für die Montage sind die Dachkantenform und die vom jeweiligen Fahrzeughersteller vorgesehenen Befestigungspunkte. Wichtig ist letztlich, dass man ausreichend Stehhöhe erzielt und dass die Aufbautür beim Öffnen nicht an die Markise stößt. Zum Ausfahren der Sonnendächer ist meist eine Handkurbel vorgesehen. Für manche Modelle steht ab Werk zusätzlich eine Version mit Motor zur Wahl. Oder er lässt sich nachrüsten.

Auch die benötigte Länge hängt von den Gegebenheiten des Reisemobils ab. So sollten Aufbautüre, Fenster oder Heckgarage immer vollständig von der Markise überdacht sein. In der Regel gibt es Markisen zwischen 2,6 und 6 Metern in Größenabständen von einem halben Meter. Fiamma bedient mit der seit diesem Jahr erhältlichen 4,23 Meter langen F45S auch eine Zwischengröße, die für einige Reisemobile interessant sein dürfte.

Das Fahrverhalten ändert sich durch den an der Seitenwand hängenden Kasten nicht. Um Schäden – und einer möglichen Haftung– vorzubeugen, empfiehlt Fiamma eine Höchstgeschwindigkeit von 110 Stundenkilometern. Thule und Dometic dagegen machen keine Angaben zur Geschwindigkeit. Allgemeine Tempobegrenzungen existieren jedoch nicht.

2. Montage

Markise für`s Wohnmobil Foto: Volker Hammermeister
Wer die kleinen Adapter verwendet, muss mehrere Bleche an der Wand anbringen. Beim Anzeichnen der Höhe kann es zu Abweichungen kommen.

Alle Markisen werden mit Hilfe von Montageadaptern befestigt. Diese gelochten Metallplatten müssen immer extra bestellt werden, da sie von den Markisenherstellern in spezifischen Ausführungen für unterschiedliche Fahrzeugmodelle angeboten werden.

Sets mit drei oder vier Adaptern gibt es meist für weniger als 100 Euro. Vorteile bei der Montage bieten jedoch durchgängige Schienen. Bei deren Anbau müssen nur die beiden Endpunkte angezeichnet werden. Somit können keine Höhendifferenzen entstehen, wie beim Anzeichnen der Einzelplatten. Mit Preisen um 200 Euro sind die Montageschienen aber auch deutlich teurer.

Auf der Innenseite der Schiene werden lange Raupen aus Dichtkleber aufgebracht. Die Masse dichtet ordentlich ab, damit sich später kein Regenwasser oder Schmutz hinter der Schiene sammeln kann.

Zwei Durchgangsschrauben durchdringen die komplette Fahrzeugwand und werden von innen mit Gegenplatten fixiert. Bei Fahrzeugen mit einem Heckbad kann es bei der Montage zu Schwierigkeiten kommen, da die Durchgangsschrauben nicht die Nasszelle durchbohren dürfen. In so einem Fall müssen die Schrauben entweder einige Zentimeter versetzt angebracht werden, oder es wird zur Not auf eine Dachmarkise zurückgegriffen, falls das beim jeweiligen Fahrzeugmodell möglich ist. 16 kleinere Schrauben dringen nur ein Stück weit in die Fahrzeugwand ein und ziehen die Schiene gleichmäßig an.

Nachrüstung einer Wohnmobil-Markise
Hauptsache dicht

3. Markise aufbauen

Neben Unwettern birgt der Aufbau einer Markise mit das höchste Beschädigungsrisiko. Werden die Gelenke der Stützbeine im falschen Winkel ausgeklappt, drohen sie zu brechen. Übrigens ist es vollkommen in Ordnung, wenn die ausgefahrene Markise kurze Zeit in der Luft hängt. Auch die Belastung ohne Stützen muss eine ordnungsgemäß montierte Markise aushalten.

Markise für`s Wohnmobil Foto: Andreas Becker
Die Stützen können leicht schräg gestellt sein, dann läuft Regenwasser besser ab.

Idealerweise nimmt man den Aufbau zu zweit vor. Dann können die beiden Stützfüße gleichzeitig auf eine einheitliche Länge gebracht werden. Andernfalls muss man unter Umständen mehrmals zwischen den Markisenbeinen wechseln, bis sie im richtigen Abstand zum Fahrzeug stehen.

Vorwiegend dient eine Markise dem Sonnenschutz. Das heißt aber nicht, dass sie bei leichtem Regen sofort eingefahren werden muss. Fallen jedoch schwere Tropfen vom Himmel, sollte das Tuch zur Sicherheit besser aufgerollt werden. Damit das Dach gegen Wind geschützt ist, sollten direkt nach dem Aufbauen Abspanngurte angebracht werden. Sind die Bänder auf Höhe der Stützen-Gelenke befestigt, erreicht man eine optimale Kräfteverteilung. Aber auch hier gilt: Zieht ein Unwetter mit Sturm auf, gehört die Markise in den Kasten.

Hitze dehnt das Tuch, wodurch Falten entstehen. In diesem Fall gibt es eine einfache Lösung: Am besten fährt man die Markise abends ein, wenn es kühler ist. Ist das nicht möglich, kurbelt man das Tuch an einem kühleren Tag noch einmal aus und die Falten legen sich von allein glatt.

4. Reinigen und Pflegen

Ein Garant für ein langes Markisenleben ist regelmäßige Pflege. Diese beginnt bereits damit, das Tuch niemals nass aufzurollen. Ansonsten bildet sich nach einigen Tagen Schimmel. Nicht nur aus Gründen des Brandschutzes sollte auf Kochen oder Grillen unter der Markise verzichtet werden. Denn die fetthaltigen Dämpfe hinterlassen nur schwer zu entfernende Spuren.

Markise für`s Wohnmobil Foto: Andreas Becker
Vor der Abreise vom Stellplatz sollte die Markise mit einem Handbesen abgekehrt werden.

In Pinienwäldern sammelt sich nach kurzer Zeit Harz und herunterfallende Nadeln auf der Markise an. Schützen kann man den Sonnenschutz vor den klebrigen Flecken, indem man eine dünne Plane (Malerplane aus dem Baumarkt) überwirft und mit Wäscheklammern am Tuch befestigt.

Die Grundreinigung beginnt mit einer weichen Bürste. Mit ihr wird grober Schmutz entfernt. Anschließend kann die ausgefahrene Markise mit einem Gartenschlauch oder Dampfreiniger befeuchtet werden. Niemals einen Hochdruckreiniger verwenden!

Dann wird die Markise mit einem Schwamm gereinigt. Als Hausmittel können Gallseife oder Handwaschmittel dienen, chlorhaltige Reiniger sind aggressiv und bleichen die Farben aus. Außerdem gibt es im Fachhandel auch Spezialmittel, alternativ können auch Reinigungsmittel für Segeltücher verwendet werden.

Das beste Ergebnis erzielt man, indem die Flecken abgetupft werden. Denn durch Reiben arbeitet man die Verschmutzungen meist nur noch tiefer in den Stoff ein. Vogel-dreck ruft übrigens Verätzungen hervor und sollte daher zeitnah entfernt werden.

Für die Reinigung empfiehlt es sich, die Stützen möglichst tief zu stellen. Dann läuft das Wasser leichter ab. Einige Bereiche kann man trotz Leiter nur mit einer Teleskopbürste erreichen, denn abnehmen lässt sich der Stoff nicht.

Markisen im Überblick

Markise

Längen

Kaufmöglichkeit

Fiamma Markise F45 S

280 - 400 cm

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Fiamma Markise F45 L

450 cm

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Fiamma Markise F65 S

320 - 400 cm

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Fiamma Caravanstore XL

280 - 550 cm

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Berger Sonnenvordach für Campingbusse

260 - 300 cm

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Thule Omnistor 6200

260 - 375 cm

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5. Erweitern zum Vorzelt

Ein weiterer Trend ist der Ausbau einer Markise zum leichten Vorzelt mit Seiten- und Frontteilen als Zubehör. Damit erhält man zwar kein vollwertiges Vorzelt, jedoch einen geschützten Zusatzraum vor dem Reisemobil für die Übergangszeit. Alle Markisenhersteller bieten dafür passende Seiten- und Frontwände an.

Zubehör für die Markise
12 Produkte zur Erweiterung

Die Befestigung der Seiten und Frontteile ist meist ähnlich: Entweder per Reißverschluss, oder es werden Profilleisten angeklemmt oder geklipst und Wände eingezogen. Wie die Markisentücher bestehen sie aus wasserdichtem, verrottungsfestem Kunstgewebe. Nach einem Schauer sollte man die Stoffteile dennoch trocknen lassen, bevor man sie verpackt. Ansonsten ist bei Markisen bis auf den gelegentlichen Einsatz von Silikonöl für bewegliche Teile wenig zu beachten. Auch das erklärt ihre Beliebtheit.

Beispielhaft haben wir die Erweiterungen Privacy Room und Privacy Ultra Light von Fiamma angebaut. Vielfache Nutzungsmöglichkeiten bietet das modulare Set Privacy Room, das aus zwei Seitenteilen und einem Frontteil besteht. Je nach Bedarf können nur die Seitenwände oder nur die Vorderwand eingezogen werden. Das Privacy Room lässt sich über einen Keder mit der Markise verbinden und wird seitlich mit dem Tuch zusammengeklemmt.

Markise für`s Wohnmobil Foto: Andreas Becker
Fiamma Privacy Ultra Light

Anders verhält es sich bei dem Ganzzelt Privacy Ultra Light, das aus einer durchgehenden Stoffbahn besteht. Es wird vorne in die Kederschiene eingezogen und seitlich am Markisenkasten fixiert. Fiamma nutzt dafür den gleichen Adapter, wie er auch zur Befestigung der Seitenwände bei den modularen Systemen zum Einsatz kommt. Der Fast Clip wird am Markisenkasten festgeschraubt und kann dort auch bei aufgerolltem Tuch dauerhaft verbleiben.

Das Ganzzelt ist einem Vorzelt noch ähnlicher und schließt durch den angenähten Faulstreifen auch am Boden sauberer ab. Der Aufbau des einteiligen Zeltes ist jedoch auch aufwendiger. Wer es dagegen luftiger mag, hat die Wahl zwischen verschiedenen Sonnensegeln und Windbreakern. So bietet die Markise bei jeder Wetterlage mehr als nur ein Dach über dem Kopf.

Vorzelte im Überblick

Vorzelte/ Markisenwände

Kaufmöglichkeit

Thule Seitenwand Set Safari Residence

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Fiamma Privacy Room

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Thule QuickFit

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Fiamma Privacy Ultra Light

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Wigo Rolli Style

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