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Trotz Krankheit sicher unterwegs

Richtier Umgang mit Medikamenten auf Tour

Medikamente Foto: Ingolf Pompe, Petra Grandel 2 Bilder

Selbst chronische Krankheiten sind kein Grund, das Reisen aufzugeben – Ärzten und Apothekern sei Dank. Den Zipperlein angepasstes Verhalten beinhaltet auch den sorgsamen Umgang mit Arzneien.

28.11.2017 Marc Roger Reichel

Wer auf Reisen geht, steigert die Lebensqualität, bleibt länger fit und munter. Touren mit dem Wohnmobil können ein wahrer Jungbrunnen sein. Man sammelt nicht nur neue Eindrücke, sondern unternimmt auch viele Aktivitäten im Freien: Die Fahrradtour sorgt für ausreichend Bewegung, und die wärmende Sonne des Südens steigert das Wohlbefinden.

Campingferien als aktive Gesundheitsvorsorge – da tritt so manches Zipperlein in den Hintergrund. Wer aber wegen einer chronischen Erkrankung auf die regelmäßige Einnahme von Medikamenten angewiesen ist, sollte sich in besonderem Maße auf längere Touren und Fahrten in andere Klimazonen einstellen.

Ob man will oder nicht: Mit den Jahren neigt der menschliche Körper zu Verschleißerscheinungen. Nicht nur die Wetterfühligkeit nimmt zu. Die Deutsche Seniorenliga geht davon aus, dass jeder zweite Deutsche über 50 einen zu hohen Blutdruck hat. Fast jeder zehnte Erwachsene hat Probleme mit dem Blutzucker.

Eine Studie der Barmer Ersatzkasse ergab, dass ab einem Alter von 66 Jahren jeder Dritte mehr als fünf Medikamente pro Tag einnimmt. Die gute Nachricht ist, dass die Pharmazie oft für einen relativ beschwerdefreien Alltag sorgt – allerdings müssen die Lebensgewohnheiten an die gesundheitlichen Erfordernisse angepasst werden, um den Urlaub mit dem Mobil sorglos zu genießen. In den meisten Fällen kann man sich bei der Wahl des Urlaubsortes auf sein Bauchgefühl verlassen: Das Reizklima am Meer wirkt positiv auf Atemwege und Haut, die reine Bergluft ist Labsal für Allergiker und Asthmatiker, der sonnige Süden wirkt in der Nebensaison wohltuend bei rheumatischen Erkrankungen. Vor Reisen in schwülwarme Regionen sollte man sich jedoch reisemedizinisch beraten lassen.

Vorbereitung auf die Tour – was muss mit?

Strand Foto: Ingolf Pompe, Petra Grandel
Wer ins Ausland reist, muss sich um den Medikamentenvorrat kümmern – denn nicht jedes Arzneimittel ist überall problemlos erhältlich.

Bereits vor der Tour müssen Vorräte beschafft werden, wenn man dauerhaft auf Medikamente angewiesen ist. Dabei gilt, lieber zu viel als zu wenig mitzunehmen. Nicht nur wegen möglicher Sprachbarrieren möchte man im Ausland nicht in die Verlegenheit kommen, Nachschub beschaffen zu müssen. Zum einen sind viele in Deutschland gebräuchliche Arzneimittel nicht in jedem Land Europas unter gleichen Handelsnamen erhältlich. Zum anderen kann es schwierig werden, verschreibungspflichtige Medikamente ohne ärztliche Verordnung zu bekommen. Und wer will seinen Urlaub schon im Wartezimmer einer Praxis verbringen? Für den Notfall empfiehlt es sich allerdings, die Beipackzettel mitzunehmen, auf denen die Inhaltsstoffe angegeben sind. Werden Spritzen oder Arzneien, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen,mitgeführt, sollte man sich vorab vom behandelnden Arzt ein Attest ausstellen lassen, dass es sich hierbei um medizinisch erforderlichen Bedarf handelt.

Ungewohntes Essen und fremdes Klima können zu körperlicher Verstimmung führen. Man kann daher nicht ausschließen, dass Arzneiwirkstoffe anders aufgenommen werden als daheim. Bei Bedarfsollten Blutdruck oder Zuckerspiegel in den ersten Tagen in ungewohntem Klima engmaschiger kontrolliertwerden. Diabetiker sollten sich unter Umständen schon vor der Reise über die landestypischen Nahrungsmittel und deren Kohlehydrategehalt informieren.

Arzneimittel im Wohnmobil richtig lagern

Richtig gelagert werden Arzneimittel bei Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad Celsius. Hohe Außentemperaturen lassen den Alkoholanteil flüssiger Medizin verdunsten. Feuchtigkeit bewirkt bei manchen Tabletten eine Zersetzung. Schwankungen der Lagertemperatur können zu einer Verkürzung der Aufbrauchfrist führen. Verflüssigen sich Gelee oder Zäpfchen, kann man nicht mehr von der ursprünglichen Wirkungsweise ausgehen. Gleiches gilt für Flüssigarzneien, die bereist ausflocken. Entgegen der heimischen Gepflogenheit, Tagesdosen zusammenzustellen, sind auf Reisen Tabletten und Kapseln in ihrer Originalverpackung besser aufgehoben.

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Ob eine Lagerung im Kühlschrank angebracht ist, hängt maßgeblich von den Umgebungstemperaturen ab. Als Alternative bieten sich wärmeisolierende Taschen an, welche Temperaturschwankungen abpuffern. Andere Medikamente müssen definitiv kühl gelagert werden. So benötigt Insulin eine Lagertemperatur von zwei bis acht Grad Celsius. Eine konstante Kühlung wird auch für Impfstoffe und manche Antibiotikasäfte vorausgesetzt. Keinesfalls sollten Medikamente im Tiefkühlfach deponiert werden – das könnte die Inhaltsstoffe unwirksam machen.

Medikamente unterwegs besorgen

Natürlich ist nicht auszuschließen, dass am Urlaubsort doch mal ein Arzt um Hilfe gebeten werden muss. Gerade wenn man bereits regelmäßig Medikamente einnimmt, ist es wichtig, den Mediziner über die Präparate zu informieren. Im Falle einer Verschreibung möchte man ja weder Wechselwirkungen noch Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit riskieren. Als hilfreich erweist sich ein in Landessprache oder auf Englisch abgefasstes Dokument, in dem Krankengeschichte, Inhaltsstoffe und Dosierungen erfasst sind. Zusätzlich sollten hier Allergien oder andere Unverträglichkeiten ebenso angegeben sein. Scheuen Sie sich also nicht, den eigenen Hausarzt bereits im Vorfeld einer Reise darauf anzusprechen.

Tipp Bestellen Sie Ihre Medikamente einfach in einer Versand-Apotheke und lassen sie bequem nach Hause liefern - hier gibt es oft Rabatte.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
promobil Heft 11/2017
Heft 11 / 2017 18. Oktober 2017 146 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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