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Camping Kleinwalsertal: Auf Entdeckungstour

Camping-Tipp Kleinwalsertal Mal andere Wege gehen

Unser Camping- und Wanderurlaub im österreichischen Kleinwalsertal verläuft etwas anders als geplant: Witterungsbedingt entdecken wir die Reize der weniger bekannten Seitentäler.

Später als gewöhnlich begann in diesem Jahr die Campingsaison. Als es wieder losgeht, entscheiden wir uns spontan für Camping Vorderboden in Baad. Die kleine Gemeinde liegt am Ende des Kleinwalsertals und mitten im Grünen. Das österreichische Tal, das nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt ist, gilt als Wanderparadies – und damit als ideales Ziel für aktive Camper. Mit großem Glück gelingt es uns, auf Camping Vorderboden die letzte noch freie Stellfläche zu buchen.

Camping Vorderboden 6993 Mittelberg (AT) 4 Bewertungen 36,70 EUR/Nacht

Beim Eintreffen mit unserem Bulli namens Finn sehen wir, dass es eine gute Wahl war. Der Campingplatz liegt am Ufer der Breitach, umgeben von einem herrlichen Bergpanorama. Ein besonderer Vorteil: Gäste erhalten die Allgäu-Walser-Card. Damit ist die Benutzung der Bergbahnen und Sessellifte rund ums Kleinwalsertal inklusive. Direkt vor dem Campingplatz hält außerdem der Walser-Bus, der dank Gästekarte für uns kostenfrei im Tal verkehrt.

Da es hier Mitte Mai noch Neuschnee gab, sind die Wanderwege Anfang Juni oberhalb von 1500 Metern noch nicht freigegeben. Dank vieler Tipps der netten Mitarbeiter auf dem Campingplatz ändern wir also kurzerhand unsere Wanderpläne: Wir wollen nun von Baad aus drei ganz unterschiedliche Seitentäler erkunden.

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Der Bulli steht, jetzt können die Touren beginnen.

Für unsere Wandertage hat sich eine schöne Routine eingespielt. Wir genießen bei einem ausgiebigen Frühstück vor unserem Bulli das Bergpanorama und beratschlagen, welches Tal heute auf uns wartet. Die leckeren Brötchen für Frühstück und Wandertour bestellen wir jeweils am Vortag am Platz, die Auswahl ist riesig.

Derratal und Duratal

Derratal heißt das mittlere Seitental, das sehr ursprünglich und im Frühsommer für seine bunten Wiesen bekannt ist. Über einen schönen, aber steilen Rundweg kann man es in gut drei Stunden erwandern. Wir gehen entlang des Derrenbachs mit stetigem Anstieg ins Tal hinein, bis wir den Bach überqueren und weiter serpentinenartig durch die Weiden hinaufsteigen, bis zur Mittleren Spitalalpe. Dort können wir den Einkehrschwung bei Johannes und seiner Familie empfehlen. Die Brotzeit schmeckt schon wegen der fantastischen Aussicht ganz sicher. Bei guten Witterungsverhältnissen kann man die Tour bis hoch zum Gipfel verlängern.

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Im Juni sind die Gipfel und Höhenlagen noch schneebedeckt. Wir erreichen die Bergstation der Walmendingerhornbahn über eine Wanderung entlang des Duratals und schweben mit der Bahn zurück.

Eine weitere Wanderstrecke wartet auf uns im Duratal. Hier existiert ebenfalls ein schöner Rundweg. Er ist auf den ersten Höhenmetern durch den Wald recht breit, doch im Verlauf wird der Pfad schmaler und bringt uns weiter ins Tal hinein. Immer wenn wir glauben, hinter der nächsten Serpentine ist der höchste Punkt erreicht, führt uns eine weitere Serpentine nochmals ein Stückchen höher in Richtung Starzelalpe. Auf 1678 Metern erreichen wir sie und finden eine fast geschlossene Schneedecke vor. Bei herrlichem Sonnenschein folgen wir den Fußstapfen im Schnee und den Wegweisern in Richtung Alpe Stierhof.

An einigen Stellen lässt sich erahnen, wie herrlich bunt die Wiesen in ein paar Wochen blühen müssen, wenn der Schnee dem saftigen Grün gewichen ist und Kühe, Rinder, Pferde und Ziegen hier oben ihren Sommer verbringen. Die Alpe Innerer Stierhof gehört zu den sogenannten Genusshütten im Kleinwalsertal, die eigene Produkte zur Verkostung anbieten.

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Die Alpe Innerer Stierhof

Was sollen wir sagen – das Brotzeitbrettl in Kombination mit dem spektakulären Bergpanorama ist einfach der Wahnsinn. Wir könnten Stunden hier oben auf der Sonnenterrasse verweilen. Auf uns wartet jedoch noch der Anstieg über eine rote Skipiste zur Bergstation der Walmendingerhornbahn, wo sich nochmals eine grandiose Aussicht auf das Kleinwalsertal eröffnet. Mit der Kabinenbahn schweben wir anschließend wieder nach unten.

Bärgunttal, Gemsteltal und Wildental

Das dritte Tal in unserer Planung ist das Bärgunttal. Es lässt sich über einen breiten Forstweg entlang des gleichnamigen Bachs mit gemäßigtem Anstieg leicht erwandern. Zum Einkehren laden hier die Alpe Widderstein und die Bärgunthütte ein.

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Autorin Rebecca an der Bergstation Walmendingerhornbahn.

Bei unserer Fahrt mit der Walmendingerhornbahn wurden wir auf zwei weitere Täler aufmerksam und so stehen gleich die nächsten Wanderziele fest. Das Gemsteltal erreichen wir gemütlich vom Campingplatz aus über den Fußweg entlang der Breitach in Richtung Mittelberg. Immer den Wegweisern folgend, die uns nach gut zwei Kilometern ins Gemsteltal abbiegen lassen. Auf dem Wald- und Wiesen-Rundweg, mit nur wenigen Höhenmetern, lernen wir das Tal in gut zwei Stunden kennen. Hier gibt es sogar drei Hütten, die zum Verweilen einladen. Im Sommer besteht die Möglichkeit, das Gemsteltal mit dem Bärgunttal über den Gemstelpass und die Widdersteinhütte zu verbinden.

Das Wildental bleibt uns als besonders abwechslungsreich in Erinnerung. Wir starten wieder direkt vom Platz aus und gehen entlang der Breitach bis Schwendle, um dort ins Wildental abzubiegen. Wer die Strecke abkürzen möchte, nimmt den Walser-Bus. Der Weg beginnt recht steil und lässt uns entlang der Weiden in Richtung Innere Wiesalpe aufsteigen. Wir lassen sie hinter uns und steuern die Fluchtalpe an, welche am Ende des Tals liegt und ebenfalls zu den Genusshütten des Kleinwalsertals gehört.

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Spektakulärer Wasserfall am Ende des Wildentals.

Zwei-Länder-Bergpanorama

Der Blick ins Tal auf das außergewöhnliche Zwei-Länder-Bergpanorama und der Wildenbachwasserfall sind einfach atemberaubend und lassen den stetigen Anstieg bis auf 1390 Meter ganz schnell in Vergessenheit geraten. Auch an der Fluchtalpe genießen wir ein Brotzeitbrettl, dazu den Blick aus der ersten Reihe auf den Wasserfall. Nach einem Gespräch mit dem Hüttenwirt entschließen wir uns kurzerhand für den Aufstieg zum Wasserfall. Unterhalb der Hütte geht ein schmaler Trampelpfad durch die Almwiesen. Wir müssen noch einzelne kleinere Schneefelder bezwingen und ein wenig klettern, was aber mit passender Ausrüstung kein Problem darstellt.

Der Aufstieg bis zum Wasserfall wird Oneway mit ungefähr 45 Minuten angegeben. Durch die einsetzende Schneeschmelze ist der Wasserfall sehr imposant. Aber auch der Blick bis nach Mittelberg vom Plateau des Wasserfalls lässt uns einmal mehr staunen. Wenn da nicht unser Bulli Finn im Tal wäre, würde man uns vielleicht noch heute dort oben sitzen sehen, wie wir einfach nur die traumhafte Bergkulisse bewundern.

Panoramawege durchs Kleinwalsertal

Wer zwischendurch seinen Füßen ein wenig Entspannung gönnen möchte, dem empfehlen wir den Baader Höhenweg mit einem wunderschönen Panorama. Auch diese Tour könnt ihr ganz entspannt vom Campingplatz Vorderboden in Richtung Baad starten. Der erste Anlaufpunkt ist die kleine Kapelle oberhalb von Baad; ein Blick hinein lohnt sich. Weiter geht es entlang der Weiden, dann für ein kurzes Stück in den Wald, wo wir auf die Quelle Chalts Bächle stoßen und eiskaltes frisches Wasser genießen können. Wir gehen über den Panoramaweg bis nach Mittelberg hinein.

Kurz vor der Talstation der Walmendingerhornbahn treffen wir auf den Hoflaada – hier findet ihr einen Selbstbedienungsautomaten und könnt rund um die Uhr frische Milch zapfen. Wer noch Proviant benötigt: Für ein gutes Stück Käse, Wurst oder Schinken gibt es daneben gleich noch einen Automaten.

Wir wandern weiter bis zur Talstation des Zaferna Sessellifts und nutzen unsere Gästekarte, um damit auf den oberen Höhenweg Hirschegg-Mittelberg zu gelangen. Auf der Bergstation stehen uns viele Möglichkeiten offen, wie zum Beispiel über den Höhenweg weiter bis zum Heuberglift zu wandern oder zurück in Richtung Baad zum Berggasthof Bühlalpe.

Beide Ziele erreicht man über gut begehbare Wege mit wenigen Höhenmetern innerhalb von etwa zwei Kilometern. Wer zum Heuberglift wandert, hat zusätzlich die Möglichkeit, durch den Wald abzusteigen und einen Einkehrschwung auf der tollen Terrasse der Auenhütte mit Blick auf die Ifenbahn vorzunehmen. Wir verbinden das mit einer Bergfahrt auf den Ifen.

Fazit

Am Ende waren die gesperrten Höhenwanderwege für uns ein Glücksfall. Mit dem saftigen Grün der Weiden und den Bergen mit ihren weißen Schneespitzen sehen die Seitentäler des Kleinwalsertals einfach wie gemalt aus. Auch wenn sich hier im Sommer noch viele weitere tolle Wandermöglichkeiten ergeben, wäre es schade, ihnen nicht auch einen Seitenblick zu gönnen.

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