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Reise-Tipp Wintercamping: Frost ohne Frust

Wintercamping mit winterfesten Reisemobilen - was Sie dabei alles beachten sollten verrät promobil. Zudem gibt es viele praktische Tipps und Anregungen für noch mehr Spaß im Schnee. Frost ohne Frust.

Der Winter verheißt bei guter Vorbereitung viel Vergnügen. Der Mensch und die Natur stellen sich auf die Verhältnisse ein, legen Vorräte an, sorgen für ein warmes Winterkleid und gestalten ihr Quartier behaglich. Ebenso sollten Sie sich auf die kalte Jahreszeit einrichten, um Wintercamping zu genießen.

Ob Wintersportorte im Alpengebiet oder in den Mittelgebirgen, auf vielen Plätzen sind Camper in der kalten Jahreszeit willkommen, allerdings mit Einschränkungen: Betreiber von Stell- und Campingplätzen, die weniger Besucher erwarten, fahren ihre Angebote im Winter häufig zurück. Manche gönnen ihrer Anlage eine Winterruhe, bei manchen geht aber der Trubel im Dezember erst richtig los. Um sicher zu sein, sollte man sich mit Hilfe von Stellplatz- und Campingatlanten schlau machen.

Wer einen reservierten Campingplatz bevorzugt, kann versuchen, seinen Platz im Vorfeld gezielt auszuwählen. Vorzuziehen sind Parzellen mit wenig Abschattung, damit die schwächelnde Wintersonne die Heizung unterstützen kann. Ein Platz mit fester Terrasse lässt sich leichter sauber halten als matschiges Wiesengelände. Der Platz sollte eben und bei der Anfahrt schneefrei sein, um Rutschpartien zu vermeiden.

Besonders wichtig: die Reiseplanung

Schon die Anfahrt zum Urlaubsdomizil verlangt unterwegs sorgfältige Vorarbeit, um keine Überraschungen zu erleben. Die Streckenplanung muss klarstellen, welche Pässe passierbar, wo Schneeketten erforderlich oder besondere Steigungen vermeidbar sind. Die Ankunft sollte so kalkuliert werden, dass genügend Tageszeit übrig bleibt, um sich stressfrei einleben zu können.

Außerdem steigt mit Einbruch der Dunkelheit die Glatteisgefahr auf den Straßen. Vor der Abfahrt empfiehlt es sich, die Witterungsbedingungen auf der Zufahrt zum Stellplatz zu überprüfen - am besten per Anruf beim Betreiber. Winterreifen sind für Fahrten auf Schnee dringend empfohlen und gehören zur Ausrüstung des Basisfahrzeugs. Grundsätzlich ist es vorteilhaft, wenn man die Fahrt auf schlüpfrigem Untergrund und das Auflegen der Schneeketten vor der Reise in aller Ruhe üben kann.

Eine gute Basis

Das Basisfahrzeug muss auf den Winter eingestellt werden. Vor dem Start sollten auch für die Winterfahrt wichtige Dinge am Basisfahrzeug überprüft werden. Für ausreichend Sicht sorgen Scheibenwischer und die Beleuchtungsanlage, aber nur, wenn sie richtig funktionieren. Bei Bedarf schlieren- ziehende Wischerblätter und kaputte Lampen auswechseln.Den Kühler und die Wischwasseranlage mit Frostschutzzusätzen ergänzen sowie eine Ersatzfüllung für Notfälle im Kanister mitnehmen. Auch die Bordtechnik des Reisemobils kann einen gründlichen Check vertragen. Um die Stromversorgung zu sichern, lohnt ein Besuch beim Autoelektriker, der Start- und Bordakkus auf ihre Leistungsfähigkeit (Kapazität) überprüfen kann. Ansonsten gilt für Batterien: Nur eine volle Batterie ist eine tolle Batterie. Mindestens eine Nacht lang am Netz nachladen ist hier vor der Reise angebracht. Alle elektrischen Verbraucher an Bord sollte man vor dem Start auf Funktion prüfen. Das Gleiche gilt auch für die Komponenten der Gas- und Wasseranlage. Der Gasverbrauch ist im Winter wesentlich höher als im Sommer. Gegenüber Kocher und Kühlschrank ist die Heizung ein richtiger Schluckspecht. Im tiefen Winter hält die 11-Kilo-Flasche, wenns gut geht, rund drei Tage. Das heißt: Der übliche Vorrat von zwei 11-Kilo-Flaschen geht nach einer knappen Woche zur Neige. Betriebs- und Reserveflasche sollten bei Antritt der Fahrt deshalb randvoll sein. Sollte die Füllung noch aus dem Sommerurlaub in südlichen Gefilden stammen, besteht die Gefahr, dass der Butananteil in der Propangasflasche zu hoch ist. Bei sehr tiefen Temperaturen kann der hohe Siedepunkt von Butan dazu führen, dass der flüssige Flascheninhalt nicht mehr in den gasförmigen Zustand übergehen kann. Im Zweifelsfall die Sommerflasche zu Hause lassen und eine frische mit in den Winterurlaub nehmen. Viele der gut organisierten Wintercampingplätze betreiben einen Gasflaschenverleih direkt am Platz. Hier können nicht nur die gängigen 5- und 11-Kilo-Flaschen getauscht, sondern auch größere Behälter geliehen werden. Auf manchen Plätzen gibt es sogar einen Gasdirektanschluss.

Richtig heizen

Die Heizung muss voraus- schauend bedient werden Das Leben auf dem Winterstellplatz verlangt ähnliche Einschränkungen, wie sie auch zu Hause alltags auf die Menschen zukommen. Zunächst regiert rundherum die allgegenwärtige Kälte, gegen die in der Regel eine Gasgebläseheizung, seltener eine Warmwasserheizung ankämpft. Man kann sie dabei unterstützen, indem folgende Tipps beherzigt werden. Wärmebrücken wie Fenster und Dachhauben können zusätzlich gedämmt werden. Entsprechende Isomatten gibt es im Fachhandel. Bei längeren Aufenthalten lohnt es sich unter Umständen, ein Vorzelt aufzustellen. Es dient als Klima- und Schmutzschleuse, bringt zudem eine Menge Stauraum für die Wintersportgeräte. Grundsätzlich muss die Heizungsanlage nicht nur Gas, sondern auch Luft bekommen. Sowohl die Ansaug- als auch die Abgas-Öffnungen müssen schnee- und eisfrei sein, um eine effektive Verbrennung zu garantieren.

Beim Aufheizen des Reisemobils sollte man vorausschauend vorgehen. Die lange Aufheizzeit, vor allem bei Warmwasserheizungen, verlangt einen Vorlauf, damit niemand in der Kälte sitzen muss. Auch bei Abwesenheit sollte der Camper sein Fahrzeug nicht auskühlen lassen, sondern auf kleiner Flamme weiterheizen. Es empfiehlt sich, anfangs die Schränke zu öffnen, um das Fahrzeug in den Stauräumen bis zur Außenwand zu temperieren. Gegen Schwitzwasser hilft ein Austausch der feuchten Luft. Mehrmals täglich stoßlüften (alle Fenster für wenige Minuten öffnen) ist besser als Dauerlüften bei leicht geöffnetem Fenster. Das Fahrzeug kühlt nicht aus, und frische Luft erwärmt sich schnell wieder. Mit elektrischen Heizlüftern darf nur hantiert werden, wenn gewährleistet ist, dass die Sicherungen auf dem Campingplatz dies auch zulassen. Mit den offenen Flammen am Herd oder Backofen darf in keinem Fall geheizt werden.

Die Zwangsentlüftungen am Fahrzeug dürfen nicht abgedichtet werden, sonst droht Erstickungs- und Vergiftungsgefahr. Wegen Frostgefahr fahren Stell- und Campingplätze oft ihre Wasserversorgung im Winter zurück. Aus diesem Grund sollte ein Behältnis mitgeführt werden, das es erlaubt, Wasser über eine längere Strecke zu transportieren. Eine Gießkanne bietet sich dafür an, da sie gefüllt noch tragbar ist und die Tülle zum Einfüllen schon mit sich bringt.

Schmutz vermeiden

Saubere Verhältnisse vor dem Mobil heben den Komfort. Die Abwassertanks und -rohre liegen oft im Frostbereich unter dem Fahrzeug und können schnell einfrieren. Es bringt nicht viel, hier mit Kochsalz den Gefrierpunkt tiefer zu legen. Die Mengen, die gebraucht werden, sind längst nicht mehr umweltverträglich. Besser man lässt den Abwasserschieber offen stehen und stellt einen Eimer darunter. Fließendes Wasser friert nicht so schnell fest wie stehendes. Ein weiteres Ärgernis im Winter sind Schmutz und Feuchte, die man mit den Winterklamotten in die gute Stube trägt.

Ein trockener Platz vor der Tür zum Schuhabstreifen oder -ausziehen ist hier von Vorteil. Vorzelt oder Markise und ein Vorzeltteppich sorgen für saubere Verhältnisse. Auch die Sportgeräte sollten draußen gelagert werden. Manche Fahrzeuge bieten dafür einen beheizten Außen-stauraum an, der im besten Fall auch einen Wasserablauf hat. Mit diesen Tipps gut vorbereitet, wird das Wintercamping zum Vergnügen, und der Frost schafft keinen Frust.

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Datum

4. Dezember 2010
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