Frühjahrsputz im Reisemobil 27 Bilder Zoom

Ratgeber: Frühjahrsputz: Ein reines Vergnügen

Der Frühjahrscheck ist keine lästige Pflichtaufgabe für jeden Wohnmobilbesitzer. Wenn man’s zu zweit und richtig macht, kommt der Spaß von ganz alleine.

Stand das Wohnmobil im Winterlager, dann ist es jetzt verstaubt. War es in Sachen Wintercamping unterwegs, dann ist es verdreckt. Zwei gute Gründe, sich mit Staublappen, Putzeimer und Ölkanne bewaffnet ums rollende Heim zu kümmern. Sie sollten den Frühjahrsputz nicht en passant am Straßenrand erledigen, sondern sich für die verschiedenen Arbeiten geeignete Plätze suchen, um in aller Ruhe und mit genügend Platz rund ums Mobil wirken zu können.

Für die Außenreinigung sollte man einen offiziellen Waschplatz aufsuchen. Sie müssen sogar, denn nur dort ist nach den meisten Gemeindeordnungen eine Wagenwäsche erlaubt. Bei den Anlagen für Selbstwascher findet sich meist am Rand der Anlage eine Box, die nach oben offen ist und damit Platz fürs Mobil bietet.

Als Alternative einfach in die Lkw-Waschstraße zu fahren, birgt mehrere Risiken. Man kennt üblicherweise die Zusammensetzung der dort verwendeten Waschmittel nicht und man kennt die Sauberkeit der Bürsten nicht. Im schlechten Fall gefährden die beiden Unbekannten Kunststoff-Teile, Lack und Fenster. Auch die Aufbauten auf dem Dach können durch die Bürsten beschädigt werden.

Wasser marsch - aber mit Bedacht

Bei einer Außenreinigung geht man immer von oben nach unten vor. Damit sorgt die Schwerkraft dafür, dass der Schmutz das Fahrzeug auf direktem Wege verlässt. Zunächst wird das Fahrzeug rundherum nass gemacht. Das kann mit der Dampflanze geschehen. Aber Vorsicht, der direkte volle Strahl gefährdet Lack und Dekore sowie Dichtungen an Tür und Fenster. Auch die Lüftungsgitter des Kühlschranks und der Heizungskamin dürfen nicht abgedampft werden.

Nach der Dusche wird das Reisemobil mit Reinigungsmittel eingeschäumt und mit viel Wasser abgewaschen. Bei hartnäckigem Schmutz, schwarzen Schlieren, Teer oder Ähnlichem kann man mit einem weichen Scheuermittel und harter Handarbeit viel erreichen. Vorsicht ist mit Reinigern geboten, die Alkohol oder andere Lösungsmittel enthalten. Wer beim Wischen die empfindlichen Acrylfenster damit berührt, beschädigt diese. Zur Reinigung der Fenster nur Wasser benutzen oder einen Acrylspezialreiniger aus dem Campingfachhandel besorgen.

Und Innen? Wasser sparen

Feuchtigkeit kann im Reisemobil schnell zum Problem werden. Deshalb muss bei der Innenreinigung sparsam mit Wasser umgegangen werden. Am Schluss alle Wasserreste aufwischen. Arbeiten sie bei geöffneten Fenstern, möglichst allen. Feuchtigkeit von der Reinigung kann gleich wieder nach außen abdampfen. Polster und Matratzen hochstellen, damit Luft an die Unterseite und die Staukästen darunter kommt.

Wer in putzender Weise durchs Mobil kriecht, kommt auch an Scharnieren oder Aufstellern vorbei, die quietschen, oder an Schrauben, die sich gelockert haben. Mit dem kleinen Werkzeug in der Tasche können Sie sofort darauf reagieren und brauchen sich später nicht mehr ärgern.

Alle Oberflächen können bei wenig Schmutz mit dem Mikrofaserwischtuch trocken gereinigt werden. Feuchte Reinigung ist mit einer leichten Seifenlauge/verdünntem Allzweckreiniger möglich. Milde Schaumreiniger sind ideal, da sie mit wenig Feuchtigkeit arbeiten. Stark Lösungsmittelhaltige Reiniger dürfen nicht verwendet werden, da sie die Farben, Lacke und Metalle angreifen können. Scheuermittel bei folierten Oberflächen und Furnier nicht einsetzen.

Für Wände und Decken gilt bei vergleichbaren Materialien das Gleiche wie bei den Möbeloberflächen. Textile Wandoberflächen bei leichter Verschmutzung absaugen. Hartnäckigeren Schmutz mit Teppichreiniger, starken Schmutz mit Fleckentferner für Textilien behandeln. Essigwasser bei empfindlichen Textilien verwenden.

Im Gegensatz zu den Wandbespannungen liegt der Bodenteppich meist nur auf dem Boden und lässt sich zum Putzen einfach nach draußen schaffen. Kalkrückstände auf Arbeitsflächen, Armaturen und Sanitärobjekten lassen sich auch mit verdünntem Haushaltsessig einfach entfernen.

Die Fußböden sollten mit einem Staubsauger oder Besen gereinigt werden. Leichte Verschmutzungen sind mit einem feuchten Tuch zu entfernen. Ein Wischmop ist ungeeignet, da er zu viel Wasser verteilt. Das Wasser kann zwischen die Paneele eindringen und das Holz aufquellen lassen.

Schritt Nummer drei: der Technik-Check

Bevor die Bordtechnik gecheckt wird, lohnt es sich, die betreffenden Bedienungs-Anleitungen in die Hand zu nehmen, Sie ahnen gar nicht, was Sie über Heizung, Kühlschrank oder Ihr Ladegerät noch nicht wissen. In diesem Sinne steht als Erstes eine Funktionsprüfung von Kocher, Kühlschrank und Co. an. Ist alles in Ordnung, können diese Geräte gereinigt werden.

Eines der wichtigsten Teile der Cassettentoilette ist die Gummidichtung zwischen Cassette und Toilette. Wenn diese spröde wird, ist Geruch im Verzug. Die Dichtung gibt es als Ersatzteil im Zubehörhandel. Die Wasseranlage wurde im besten Fall für die Winterruhe vollständig entleert. Im Frühjahr braucht man dann nur gründlich spülen, mit einem Mittel aus dem Campingshop desinfizieren und abermals spülen, und schon kann die Reise losgehen.

Am Basisfahrzeug müssen zunächst die Reifen geprüft werden. Stimmt der Druck, wie viel Profil ist noch drauf, wie alt sind die Pneus? Nach spätestens sechs Jahren sollten die Reifen getauscht werden, auch wenn sie noch genügend Profiltiefe (mindestens 3-4 mm) zeigen. Außerdem müssen die Reifen auf ihren allgemeinen Zustand untersucht werden. Finden sich einseitig abgefahrene Laufflächen, Standplatten oder Risse in der Flanke, sollte der Reifen aus dem Verkehr gezogen werden.

Sofern ein Ersatzrad an Bord ist, sollte dieses auch entsprechend untersucht werden. Das Dichtmittel der alternativen Reifenpannen-Sets trägt auch ein Verfallsdatum. Bitte beachten.

Der nächste Gang führt zum Motorraum. Hier sollten Sie nur das prüfen, worüber Sie auch Bescheid wissen. Anfänger checken Öl, Wischwasser und Bremsflüssigkeit. Fortgeschrittene können auch mal nach dem Keilriemenspiel schauen oder die komplette Beleuchtungsanlage prüfen. Die Profis, die Männer in der Werkstatt, kümmern sich um die große Inspektion.

Die Bürokratie im Griff

Um den Papierkram kommt der Reisemobilist nur schwer herum. Alle zwei Jahre wieder bitten die Ingenieure zur Hauptuntersuchung. Da das Reisemobil nicht das ganze Jahr in Benutzung ist, versäumt man diese Termine relativ leicht. Ebenfalls alle zwei Jahre ist die Prüfung der Gasanlage fällig. Sie wird von einem Sachkundigen erledigt, den der Deutsche Verband Flüssiggas (DVFG) und der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) anerkennt. In der Regel schaut sich der Prüfer, der die Hauptuntersuchung abnimmt, auch die Gasprüfung an.

Checkliste

Basisfahrzeug

  •  Reifendruck prüfen
  •  Profiltiefe messen
  •  Radmuttern auf festen Sitz prüfen
  •  Unterboden untersuchen
  •  Batterie prüfen
  •  Kühlwasser kontrollieren
  •  Öl und Bremsflüssigkeit kontrollieren

Außen

  •  Außenwäsche
  •  Radkästen reinigen
  •  Fenster mit Wasser und/oder Spezialreiniger reinigen
  •  Karosserie auf Schäden und Undichtigkeiten überprüfen
  •  Heizungskamin überprüfen und reinigen
  •  Kühlschrankgitter abnehmen, im Rückraum reinigen
  •  Gaskasten reinigen
  •  Verfallsdatum von Reglern und Schläuchen prüfen

innen

  • Bordtechnik auf Funktion prüfen
  •  Kühlschrank auswischen
  •  Heizung aussaugen, ggf. kehren
  •  Türen und Klappen auf Gängigkeit checken
  •  Scharniere nachziehen
  •  Türschloss ölen
  •  Dichtung der Cassettentoilette prüfen
  •  Sanitärraum auswischen
  •  Möbeloberflächen reinigen
  •  Polster reinigen
  •  Innenraum saugen
  •  Rollos auf Funktion prüfen
  •  Betten zum Lüften aufstellen
  •  Tür- und Fenstergummis pflegen
  •  Wassertank reinigen
  •  Wassertank desinfizieren
  •  Bordbatterie laden
Supertest: LMC Maestro 510 E

Foto

Konstantin Tschovikov

Datum

20. März 2012
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