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Praxis-Tipp: Gerüche: Volldampf gegen Mief

Gerüche im Reisemobil haben vielfältige Ursachen. Nicht immer hilft eine gründliche Reinigung. Die besten Tipps für Spürnasen.

Beim Betreten nach der der Winterpause steigt dem Eigner ein abgestandener Geruch aus dem Inneren des Wohnmobils in die Nase. Schon beim Einstieg in den Gebrauchten registriert der Interessent das Aroma eines abenteuerlichen Vorlebens. Nach jedem Regen mieft es drinnen modrig-feucht.

Die Ursachen für Gerüche im Reisemobil sind vielfältig. Rauch oder Tiere hinterlassen Spuren. Auch Fett und starke Gewürze wie Curry oder Knoblauch. Zeitmangel verhindert oft regelmäßiges Lüften in der Winterpause. Oder im Abwassertank gammelt die Brühe seit Monaten. Im schlimmsten Fall kündigt Moderhauch einen Aufbauschaden an. Es wird sogar von verendeten Tieren berichtet, die hinter Verkleidungen zum Vorschein kamen.

Wer sich in olfaktorisch belasteten Räumen länger aufhält, stellt ein merkwürdiges Phänomen fest. Die Nase gewöhnt sich an den Mief, nach einiger Zeit ist er kaum noch wahrnehmbar. Duftstoffe reagieren mit den Sinneszellen der Riechschleimhaut. Diese Geruchsrezeptoren sind dadurch für eine Weile blockiert und müssen erst wieder regenerieren. Was spätestens beim nächsten Eintreten in die gute Stube der Fall sein wird. Da ist er wieder, dieser unangenehme Geruch in allen seinen Facetten. Nicht auszuhalten. Klarer Fall: Es muss etwas passieren.

In Polstern und Textilien setzen sich Duftstoffe am hartnäckigsten fest. Nicht nur Käufer eines Gebrauchtmobils sollten über eine gründliche Reinigung der Polster oder gegebenenfalls auch die Erneuerung der Matratzen und Vorhänge nachdenken. Empfehlenswert ist die turnusmäßige Reinigung einmal im Jahr.

Vorhänge und Gardinen sind schnell abgenommen und in die Waschmaschine gesteckt. Das gilt für Polsterstoffe nicht immer. Gelegentlich fehlt ein Reißverschluss, um die Bezüge zum Waschen abzuziehen. Auf die Schnelle helfen dann Geruchskiller-Sprays, die es von vielen Herstellern gibt. Doch viele überdecken Gerüche nur. Manche gehen sie allerdings auch chemisch an.

Waschsauger zum Leihen

Gründlicher ist auf jeden Fall eine tiefenwirksame Intensivreinigung mittels Waschsauger. Mit der Düse eines solchen Geräts wird eine Reinigungslösung auf den Stoff gesprüht und entweder sofort oder nach entsprechend langer Einwirkzeit wieder abgesaugt. Eine gewisse Trocknungszeit muss man einkalkulieren. Die Anschaffung eines guten Sprühextraktionsgerätes lohnt sich indes kaum für den Privatmann; man kann es in Fachgeschäften jedoch ausleihen.

Obwohl sich Duftstoffe auf glatten Oberflächen weniger hartnäckig festsetzen, sollte man auch Möbelfronten gründlich säubern. Ein Neutralreiniger eignet sich dafür am besten, da er die teils empfindlichen Dekorfolien nicht angreift. Eine dünne Essiglösung bindet Gerüche ebenfalls. Sämtliche Schrank- und Möbel-oberflächen und auch das Innere der Schränke sollte man damit abreiben.

Unterwegs ist häufiges Lüften das A und O. Für einen gewissen, allerdings auch geschmacksabhängigen Wohlgeruch können Duftgläser sorgen. Übertreiben sollte man es damit aber nicht, denn das Luftvolumen im Inneren eines Reisemobils ist klein; der Geruch kann schnell zu intensiv werden. Zu den Haushaltstipps zählt auch die Aufstellung von Schalen mit Salz oder Kaffeepulver - ohne langfristige Erfolgsgarantie. Denn gegen die Ursachen des Miefs sind solche Hausmittel machtlos. Besonders, wenn sie tiefer im Verborgenen liegen.

Auch Wasser gammelt

Aus dem Abwassertank müffelt es manchmal deftig. Grauwasser kann regelrecht faulen, wenn es lange im Tank steht. Zumal sich die für den Geruch verantwortlichen Keime unter solchen Bedingungen munter vermehren. Eine Gegenmaßnahme ist, die Keimbelastung zu minimieren - durch Wasserzusätze und die regelmäßige Reinigung mit Wirkstoffen wie Chlor.

Oder aber, indem man das Einleiten potenzieller Nährmilieus vermeidet. Unappetitliche  Folgen haben nährstoffreiche Flüssigkeiten wie Nudelwasser. Auf Stell- oder Campingplätzen lässt sich dieses in einer Schüssel auffangen und separat entsorgen. Darüber hinaus sollte man den Tank leeren, so oft es geht, und bei längeren Standzeiten (wie der Winterpause) die Abtrocknung des Tanks ermöglichen, indem man den Ablasshahn geöffnet lässt.

Im Stand stoppen Siphons unter den Abläufen zwar das Aufsteigen lästiger Gerüche aus dem Abwassertank. Aber nicht unter jedem Ausguss ist dafür genug Platz. Die Stöpsel von Duschwannen und Waschbecken sollte man daher vorbeugend nach jeder Benutzung fest in den Ablauf drücken.

Gerät das Fahrzeug beim Fahren in Bewegung, schüttelt es das Wasser gelegentlich aus den flachen Siphons, wodurch diese ihre Wirkung als Geruchsverschlüsse verlieren. Unter Umständen hilft auch die Installation eines Siphons mit größerem Wasservolumen.

Technik-Extras gegen Gerüche

Grillen im Freien ist für die Nasen der Reisemobilbewohner allemal die bessere Alternative zum Steak auf dem Dreiflammkocher. Es klingt banal, aber bei stark gewürzten Speisen hilft schon ein Topfdeckel, die Ausbreitung der Aromen zu verringern. Bei vielen Neufahrzeugen mittlerweile weit verbreitet sind Dunstabzugshauben, die meistens nach dem Umluftprinzip arbeiten. Effektiver beseitigen Ventilatordachhauben Düfte und Dämpfe, indem sie diese nach oben aus dem Mobil absaugen.

Bei Cassettentoiletten lässt sich ein sogenanntes SOG-System nachrüsten, das Gerüche nach draußen leitet. Die maßvoll eingesetzt durchaus sinnvollen Chemie-Zusätze überdecken den Klomief üblicherweise nur mit ihrem stark parfümierten Eigengeruch.

Schimmliger Modergeruch verheißt nichts Gutes. Oft ist Feuchtigkeit im Aufbau die Ursache. Bei Gebrauchten ist hier äußerste Vorsicht geboten. Wasserränder um Fenster oder Aufbaukanten sind verräterische Zeichen. Oft fault darunter schon die hölzerne Tragstruktur der Sandwich-Wände.

Ozonisierung durch den Fachmann

Mit speziellen Geräten zur Geruchsbeseitigung oder gar Lufterneuerung wirbt der Handel. Professionelle Fahrzeugaufbereiter arbeiten mit Ozongeneratoren. Diese Apparate bleiben über mehrere Stunden im geschlossenen Reisemobil stehen. Das ausströmende Ozongas hat keimabtötende, desinfizierende Wirkung. Nach der Behandlung sollte man das Reisemobil nach Möglichkeit einige Zeit nicht betreten. Gerätekosten von mehreren 100 Euro machen die Anschaffung für Privatleute unrentabel, die einmalige Anwendung kostet üblicherweise 50 bis 100 Euro.

Die sogenannten Ionisatoren werden stellenweise für Allergiker empfohlen, die Betroffenen schildern durchaus Erfolge. Die Geräte eignen sich für den Dauerbetrieb und binden Staub, Pollen und teilweise auch Geruchsstoffe aus der Raumluft. Allerdings befinden sich bei Weitem nicht alle Düfte frei löslich in der Luft. Die alleinige Anwendung wird daher langfristig kaum von Erfolg gekrönt sein.

Am sichersten wird man mit einer Kombination verschiedener Methoden der Gerüche im Mobil Herr. Und kann so den Duft der Freiheit umso unbeschwerter genießen.

Feuchteschäden früh erkennen

Ein muffiger Modergeruch, der nach einer Intensivreinigung nicht verschwindet und bei Regen stärker wird, kann auf einen Schaden im Aufbau hindeuten. Viele Wohnmobile werden aus konventionellen Sandwich-Wänden aufgebaut. Zur Verstärkung dienen wie beim Fachwerkhaus meist Holzlatten an den Aufbaukanten und rund um Tür- oder Fensteröffnungen. Bei einer Undichtigkeit dringt Wasser ins Holz ein. Wenn dieses nicht mehr abtrocknen kann, beginnt es zu faulen und verliert seine stabilisierende Wirkung.

Feuchtigkeitsschäden lassen sich bei einer Dichtigkeitsprüfung aufspüren. Neben der Sichtprüfung kommen auch Feuchtigkeitsmessgeräte zum Einsatz. Materialschonend und genau sind sogenannte kapazitive Geräte, bei denen die Messsonden nur aufgelegt und nicht in die Innenverkleidung eingestochen werden, wie bei Widerstandsmessgeräten.

Unabhängig vom empfehlenswerten, in der Garantiezeit vorgeschriebenen Zwölf-Monats-Intervall, sollte man bei den ersten Anzeichen von verdächtigem Geruch eine Messung beim Fachhändler durchführen lassen. Ist ein Eingriff erforderlich, lässt sich nicht nur die weitere Ausbreitung der Müffelei verhindern, sondern auch einer Verschlimmerung des Schadens vorbeugen.

Schadstoffe im Mobil

Auch neue Reisemobile können mit Gerüchen belastet sein. Starkes Kleberaroma beispielsweise kann sogar auf eine Belastung der Atemluft mit Schadstoffen hindeuten. Aaus Möbelteilen, Kunststoffen, Textilien oder Klebern kann das stechend riechende, als krebserregend eingestufte Formaldehyd ausdünsten. Wenn häufiges, intensives Lüften nicht hilft, können Tests Orientierung geben, ob eine gesundheitsgefährdende Konzentration vorliegt.

Apotheken verkaufen zu diesem Zweck geeignete Tester, zum Beispiel den Dräger Bio-Check F. Die Ergebnisse hängen jedoch stark von den Messbedingungen ab. In einem über längere Zeit verschlossenen Mobil, das in der prallen Sonne steht, ist die Konzentration naturgemäß höher als in einem regelmäßig belüfteten. Daher ist die Bedienungsanleitung genau zu beachten.

Supercheck: Concorde Carver 791 L

Foto

Frank Eppler

Datum

27. Mai 2011
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