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Campingtische im Vergleichstest

Rolltisch gegen Klapptisch

Zeit für einen VERGLEICH AKTUELLER CAMPINGTISCHE. Foto: Ingolf Pompe 36 Bilder

promobil hat die aktuellsten Campingtische einem großen Vergleichstest unterzogen. Dabei traten die praktischen Rolltische gegen die stabilen Klapptische an.

26.10.2017 Benjamin Köbler-Linsner 3 Kommentare

Sommer, Sonne, draußen sein. Zeit für einen Vergleich aktueller Campingtische. Was taugen die Klapp-, Roll- und Falttische wirklich? Wir haben sie auf Platte und Gestell getestet.

Jetzt, zu Beginn der Freiluftsaison, stehen Campingtische auf den Einkaufslisten vieler Reisemobilisten. Für einen großen Vergleichstest haben wir uns die wichtigsten Modelle bestellt und auf Handhabung sowie Stabilität untersucht.

Die Tische gliedern sich in zwei Kategorien: Campingtische mit fester Platte und solche mit roll- oder faltbarer Ablagefläche. Welcher der beiden Typen für den eigenen Urlaub in Frage kommt, hängt hauptsächlich vom Stauraumangebot des eigenen Fahrzeugs ab. Besteht die Platte aus einem Stück, orientieren sich Höhe und Breite des Packmaßes zwingend an der Tischfläche.

Bei den Roll- und Klapptischen dagegen fallen die Transportmaße deutlich kleiner aus. Vor allem im Campingbus zeigen sich diese Ausführungen deutlich angenehmer im Transport. Mit Plattengrößen bis zu 120 x 70 Zentimetern können die einfach zu verstauenden Tische in Sachen Nutzfläche durchaus mit den schwereren Klapptischen mithalten.

Auch wenn die untersuchten Modelle von verschiedenen Anbietern stammen, lassen sich zahlreiche Gemeinsamkeiten erkennen. Das ist nicht verwunderlich, denn Campingtische sind nicht immer Eigenentwicklungen der jeweiligen Handelsmarken.

Stattdessen werden sie manchmal von Fremdfirmen zugekauft. Es ist somit nicht verwunderlich, dass einige baugleiche Tische unter verschiedenen Namen erhältlich sind. So wie bei Händler Fritz Berger, der seine Rolltische der Titanium-Serie beim Südtiroler Zubehörlieferanten Brunner fertigen und mit dem Logo der Eigenmarke labeln lässt. Ebenso gleichen sich die Rolltische von Outwell und Skandika wie ein Ei dem anderen. Einziges Unterscheidungsmerkmal ist die UVP, die bei Skandika 25 Euro höher liegt.

Die Rolltische

Rolltische nehmen beim Transport nur wenig mehr Platz ein als ein Faltstuhl, und ihr Gewicht beträgt zwischen vier und immer noch leichten sieben Kilo. Darum sind sie insbesondere bei Campingbusfahrern beliebt. Die Konstruktion der Tischplatten folgt zwei unterschiedlichen Mustern: Bei Berger, Brunner, Outwell und Skandika besteht die Platte aus einem durchgehenden Rolllamellen-Element. Das ermöglicht einen vergleichsweise schnellen Aufbau, außerdem fällt der zusammengebaute Tisch beim Tragen nicht so leicht auseinander. Denn mit der Zahl der Einzelteile steigt auch die Gefahr, dass sich die Verbindungsstellen lösen.

Testsieger
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Outwell Canmore


  • Leichter Transport durch geringes Gewicht
  • Flexible Tischhöhe durch höhenverstellbare Beine
  • Schneller Aufbau durch die einteilige Platte

So wie bei den Tischen von Bel Sol und Eurotrail. Bei ihnen ist die Aluminiumplatte aus zwei rollbaren Elementen gefertigt, die in ein Mittelstück und zwei Randstücke eingehängt werden. Die breite Umrandung wertet den Tisch optisch auf. Beim Anheben des Tisches ist jedoch Vorsicht geboten, denn die einzelnen Elemente lösen sich schnell. Für alle Rolltische gilt: aufgebaut sollten sie immer zu zweit getragen und dabei am Gestell angefasst werden.

Einer vertikalen Belastung halten die rollbaren Tischplatten fast alle stand. Nur das Modell Titanium lässt sich bei punktueller Belastung sichtbar eindrücken. Das ist schade, da die Aluminiumlamellen wegen ihrer kaum vorhandenen Spalten eigentlich einen sehr hochwertigen Eindruck vermitteln.

Die Rolltische Titanium NG 2 und NG 4 unterscheiden sich maßgeblich durch ihre Größe. Die Brunner-Variante lässt sich jedoch leichter aufbauen. Beim Berger Titanium NG 2 klickt die Tischplatte nur mit viel Druck in die dafür vorgesehene Halterung ein. So, als wäre die Platte zu breit oder das Gestell zu schmal.

Wird in Längsrichtung an den Rolltischen gerüttelt, zeigen die Modelle von Bel Sol und Outwell/Skandika Schwächen. Nicht aber bei Berger/ Brunner und Eurotrail, die die Tischbeine mit Längsstreben versehen. Ein weiterer Ansatz für mehr Standsicherheit sind ausziehbare Beine. So lässt sich bei Bel Sol, Berger/Brunner und Eurotrail die Länge je eines Fußes variieren. Bei dem Rolltisch von Outwell und Skandika können alle Beine ausgezogen und somit die Gesamthöhe des Tisches verändert werden.

Isabella und Defa schicken zwei faltbare Campingtische ins Rennen. Diese sind mit den Rolltischen vergleichbar, da das gewichtigste Kaufargument die Transportmaße sind. Je nach Modell reduziert sich zumindest die Länge oder Breite in verpacktem Zustand um die Hälfte. Bis auf einen kleinen Spalt in der Mitte haben diese Tische ansonsten eine durchgehende, feste Platte. Bei Defa besteht diese aus Bambus. Dadurch wirkt sie optisch edel, jedoch zeigt sich das Naturmaterial bei Stößen und Kratzern verhältnismäßig empfindlich.

Preis-Leistungssieger

Isabella Klapptisch


  • Kompakte Transportmaße
  • Feste, belastbare Tischplatte
  • Ausreichend Platz für vier Personen

Die Klapptische

Konzentrieren sich die Ansprüche auf Stabilität und schnellen Aufbau, sind Campingtische mit durchgehender Platte erste Wahl. Bei diesen Tischen müssen lediglich die Beine ausgeklappt werden – daher auch die Bezeichnung Klapptisch.

Eine Ausnahme ist der Tisch von Silwy, bei dem ein Inbusschlüssel beim Zusammenbau notwendig ist. Der Tisch mit Metallplatte wurde für die magnetischen Gläser der Marke entwickelt. In Verbindung mit dem Campingtisch sind keine Spezialuntersetzer nötig, damit die Magnete halten.

In der Höhe verstellbar sind die Tische von Brunner, Crespo, Dukdalf, Eurotrail und Frankana Freiko. Was aber bringt die Höhenverstellung? Da Campingstühle unterschiedliche Sitzhöhen aufweisen (siehe Test promobil 6/17), kann die Höhenverstellung von Vorteil sein. Bei allen verstellbaren Tischen erfolgt die Justierung über Kunststoffhebel. Diese sind bei allen Testkandidaten ähnlich geformt. Bei Brunner haben die Feststeller sogar einen eigenen Namen: Smartlock. Nur beim Crespo AP-272 sacken die Beine unter Belastung ein. Auch das Nachspannen der Hebel zeigt kaum Wirkung.

Beim Eurotrail Lunel Light hängen die Beine an einer Feder. Lässt man die Beine einfach nach unten fallen, sind diese unterschiedlich lang. Als Ursache stellen sich ungleichmäßig gespannte Federn heraus. So muss letztlich, wie bei den anderen Modellen auch, jedes Bein einzeln auf die gewünschte Länge gezogen werden. Wie auch beim Crespo AP-272 gibt es bei dem Modell von Eurotrail keine Skala am Beinauszug. Bei den übrigen verstellbaren Tischen erleichtern Markierungen das Einstellen auf eine einheitliche Höhe.

Eine weitere Gemeinsamkeit der fünf höhenverstellbaren Testkandidaten sind die beweglichen Fußteller. Sie ermöglichen auf unebenen Böden, auch Rasengittersteinen, eine größtmögliche Standfläche, da sie sich ein Stück weit dem Untergrund anschmiegen. Auf weichen und sandigen Böden sinken sie nicht so weit ein wie die dünnen Füße.

Auf der Verpackung des Dukdalf Majestic 2 steht in großen Lettern „100 Prozent Made in Netherlands“. Beim Auspacken hat uns der auf der Tischplatte aufgeklebte Hinweis „Sevelit Made in Germany“ daher überrascht. Ähnliches entdeckten wir beim Eurotrail Lunel Light und dem Westfield Avantgarde Series Elegance. Auch diese Tische basieren auf einer Sevelit-Platte des Nordrhein-Westfälischen Herstellers Severin. Der Kern dieser Platte besteht aus einer wasserfest verleimten Holzspanplatte, die an der Ober- und Unterseite mit Melaminharz beschichtet ist. Dieses fungiert als Schutzschicht vor Witterung und mechanischer Belastung.

Neben Dicke und Oberflächenbeschaffenheit unterscheiden sich die Tischplatten vor allem durch ihre Form. Ob die Kanten spitz oder abgerundet sind, hat nicht nur optischen Charakter. Denn selbst bei pfleglicher Behandlung ecken Campingtische ungewollt an Hindernissen an. Beim Auf- und Abbau setzen die Tische auch mal auf der Kante auf – dabei nehmen die spitzen Ecken eher Schaden. Zusätzlich zu den runden Ecken sind zahlreiche Tische mit einer umlaufenden Kunststoffleiste als Schutz vor Kratzern und Dellen ausgestattet.

Fazit

Fällt die Wahl auf einen Rolltisch, ist die Handhabung beim Auf- und Abbau besonders gewichtig. Hier punktet insbesondere der leichte Tisch Outwell Canmore (ca. 105 Euro) mit seiner einteiligen Platte. Und wird der Tisch angehoben, verrutscht diese kaum. Zudem ist er in der Höhe verstellbar. Preis-/Leistungssieger bei den Falttischen ist der „Klapptisch“ von Isabella (ca. 100 Euro).

Bei den Ausführungen mit fester Platte sticht der massive Westfield Avantgarde Series (ca. 250 Euro) mit seiner hochwertigen Tischoberfläche hervor. Klarer Kauftipp ist der Tisch von Frankana HighQ (ca. 100 Euro). Er überzeugt durch sein tadelloses Preis-Leistungs-Verhältnis. Punktabzug gibt es nur für die in Optik und Haptik schlicht wirkende Platte.

Neuester Kommentar

@ hf-wil

Es ist doch immer wieder merkwürdig, wer hier versteckt versucht, ohne tatsächlichen Sachverstand ab und zu mal gegenzuhalten, um die redaktionellen Kritikbröckelchen zu rechtfertigen.

Wenn man bei Google mal folgendes eingibt: 'Decathlon Campingtisch' , so bekommt man einen ganzen 'Katalog' von Tischen aller Größen und Fähigkeiten angezeigt, die es in jedem Fall aber ganz sicher mit den hier getesteten Tischen aufnehmen können, jedoch preislich bei einem Drittel oder gar Viertel liegen.

Es gibt insgesamt übers Jahr verteilt 10 bis 15 verschiedene Campingtischvarianten aller Leistungsklassen bei Decathlon. Preisleistung derzeit nachweislich unschlagbar. Das Unternehmen kommt aus Frankreich und hat durch neue Prinzipien und Fokussierungen ein neues Preis-Leistungsgefüge geschaffen. Schräg, wer's noch nicht bis Stuttgart bemerkt hat.

Und Aufgabe eines ach so tollen Übersichtvergleichs ist es, ev. auch mal zu verstehen, wo campinginteressierte Menschen wirklich einen Blick auf die echte Spanne an Angeboten erhalten könnten.

Daher ist es schon etwas sehr schräg, wenn man bei dem noch recht neuen Namen Decathlon in Deutschland mit einem wirklich sehr umfassenden Sortiment aller Bereiche (auch und gerade Camping / Outdoor) nicht mal auf die Idee kommt, vor so einem Bericht wenigstens per Google zu recherchieren, was am Markt eigentlich los ist.

Richtig krank wird es wieder und wieder - so auch hier - , wenn z.B. ein angeblich privater Kommentator 'hf-wil' hier nach Hinweis auf Alternativen darauf hinweist, es gäbe bei Decathlon (Quechua ist eine von vielen Untermarken) EINEN niedrigen Tisch, der nix kann.

Witzig.

Und komplett degeneriert, da nicht richtig geguckt, nichts gewusst und nichts gekonnt.

Es gibt bei Decathlon das größte Sortiment an Campingtischen überhaupt - und dies eben aktuell in einem Preis-Leistungsverhältnis, das fast schon surreal besser ist, als die merkwürdigen Infos aus diesem Artikel und vor allem aus dem hochkompetenten Fachkommentar von hf-wil.

Und nein, ich bin auch hier keine Mitarbeiterin von Decathlon. Was soll man auch schon noch sagen, wenn nahezu überall massive Infos fehlen oder falsch sind.

hf-wil. Ist das ein Synonym für den, der die Geige spielt oder für den Vornamen von Frau Loren?

Diana van Heide 30. November 2017, 09:22 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
pro 06/2017
Heft 07 / 2017 7. Juni 2017 146 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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