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Dachklimaanlagen im Test

Klima-Wandler fürs Wohnmobil

Dachklimaanlagen im Test Foto: Ingolf Pompe, Jürgen Bartosch 20 Bilder

Dometic und Telair haben neue Modelle der mittleren Leistungsklasse auf den Markt gebracht und versprechen sich viel davon. Was die Kühlgeräte wirklich können, zeigt der Test in der Klimakammer.

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Der Tag am Meer war wunderschön, die Sonne angenehm auf der Haut, das Wasser erfrischend. Doch nach dem Öffnen der Reisemobiltür würde man am liebsten gleich wieder umkehren – schwülheiße Luft schlägt einem entgegen. Abhilfe verspricht eine Klimaanlage.

Vor allem Geräte für den Dacheinbau sind sehr beliebt, weil auch die Nachrüstung unproblematisch möglich ist – zumal, wenn sich an geeigneter Stelle bereits eine Dachhaube findet. Dann braucht ein versierter Monteur kaum mehr als eine Stunde, um die Anlage einzusetzen, lediglich die elegante Verlegung des Stromkabels kann die Sache dann noch etwas in die Länge ziehen. Also, eine Klimaanlage muss auf’s Dach – aber welche?

Dachklimaanlagen von Dometic und Teleco Telair im Vergleich

Dometic und Telair, zwei der größten Anbieter in diesem Markt, haben jüngst neue oder deutlich überarbeitete Modelle für die stückzahlenträchtige Fahrzeugklasse um sieben Meter Länge vorgestellt. Anders als bei großen Oberklasse-Mobilen kommt es hier weniger stark auf die schiere Kühlleistung an, sondern auf die Ausgewogenheit aller Kriterien.

Gewicht, Geräusch, Anlaufstrom und Abmessungen – all das kann im ungünstigsten Fall die Freude am kühlen Wohnraum ein stückweit vergällen. Darum widmet sich der Test auch diesen Eigenschaften – neben dem zentralen Punkt: der Abkühlung und Entfeuchtung.

Entfeuchtung deshalb, weil für das menschliche Wohlbefinden nicht nur die Temperatur der Umgebung, sondern auch die Luftfeuchtigkeit eine ebenso wichtige Rolle spielt. Durch wissenschaftliche Reihenuntersuchungen konnte ein Temperatur- und Feuchtigkeitsbereich ermittelt werden, in dem sich der Durchschnittsmensch wohlfühlt. Würde eine Klimaanlage nur kühlen, könnte es durchaus sein, dass der Raum zwar schnell niedrige Temperaturen erreicht, es aber dennoch unangenehm bleibt, weil das sogenannte Behaglichkeitsfeld verfehlt wurde.

Effiziente Klimaanlagen kümmern sich also auch darum, der Luft Feuchtigkeit zu entziehen. Dabei spielt ein physikalischer Zusammenhang eine wichtige Rolle. Je wärmer die Luft ist, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen – bis die temperaturabhängige Sättigungsgrenze erreicht ist. Für das Wohlbefinden ist nicht die absolute Wassermenge in der Luft entscheidend, sondern wie viel Prozent der Sättigung erreicht sind. Deshalb wird meist die relative Luftfeuchtigkeit gemessen und angegeben – so auch in diesem Test. Um die Entfeuchtungsleistung der Klimaanlagen klarer erkennen zu können, wurde daraus jedoch die – temperaturunabhängige – absolute Luftfeuchtigkeit errechnet und im Diagramm auf Seite 80 dargestellt.

Die Dometic Freshjet 2200 ist das bestverkaufte Modell der Marke und bewusst etwas schwächer ausgelegt, zugunsten einer kleineren und leichteren Bauform. Die Telair Dualclima 8400H stellt sich ebenso dieser Aufgabe. Sie ist eine komplette Neuentwicklung, und auch hier arbeitet der Innenluftverteiler jetzt nach dem Prinzip der „Luftstromweiche“.

So testet promobil

Verlässliche Ergebnisse lassen sich nur unter kontrollierten Bedingungen erzielen. Dafür benötigt man eine Klimakammer, in die ein Reisemobil passt. Davon gibt es nicht so viele – eine steht bei der EDAG in Fulda. Das weltweit operierende Unternehmen ist vor allem als Dienstleister der Automobilindustrie für Entwicklungs- und Prüfaufgaben tätig und beschäftigt insgesamt rund 7.500 Mitarbeiter. Die EDAG-Klimakammer hat Innenmaße von 8,5 x 5,1 x 4,1 Meter und kann in der Temperatur von –40 bis +180 °C variiert werden. Die relative Luftfeuchtigkeit lässt sich zwischen 10 und 95% einstellen. Für den Test wurde die Kammer auf 35 °C und 55% rel. Feuchte klimatisiert – was etwa einem warmem Sommertag um die Mittagszeit in Mittel-Italien entspricht. Als Testträger diente ein Bürstner Nexxo Time t 660 Summer Edition, ein typischer, ca. 6,80 Meter langer Teilintegrierter mit Doppellängsbett, über dem – nacheinander – die beiden Klimaanlagen installiert wurden. Zudem wurde er mit neun kombinierten Temperatur-Feuchte-Fühlern (Ahlborn FHAD 4641) bestückt. Nach einer 14-stündigen Akklimatisierungszeit wurden alle Fenster und Türen geschlossen und die Klimaanlage mit Maximalleistung gestartet.

Und wie kühlen die Klimaanlagen von Dometic und Telair?

Interessant ist, dass sich die Temperaturwerte des Normfühlers in der Fahrzeugmitte bei beiden Anlagen nur wenig unterscheiden. Allerdings schafft es die Telair Telair, deutlich mehr Kaltluft entlang der Decke bis in die Sitzgruppe und das Fahrerhaus zu blasen, wie auch die tiefen Temperaturwerte am oberen Messfühler in der Mitte unterstreichen.

Auch die Dometic Freshjet kühlt mit dem neuen Luftverteiler den Innenraum relativ gleichmäßig. Zwischen wärmstem und kältestem Fühlerwert liegen hier am Testende 4,2 °C, bei der Telair 4,0 °C. Das Abkühlungstempo ist etwas geringer, dafür entfeuchtet die Dometic ein wenig stärker und erreicht damit das Behaglichkeitsfeld ähnlich schnell.

Klimaanlagen im Überblick

Dachklimaanlage

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Dometic Freshjet 2200

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Telair Dualclima 8400H

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Fazit des Tests

Für nicht zu große Fahrzeuge mit Beschränkungen bei Platz und Zuladung ist die Dometic Freshjet 2200 ein sehr guter Kompromiss aus allen, für eine Dachklimaanlage relevanten Kriterien. Die Telair Dualclima 8400H hat dagegen mehr Reserven für etwas längere Modelle und ungünstige Einbaupositionen und verspricht zudem – bei geringerem Preis – den Zusatznutzen der Heizfunktion in der Übergangszeit.

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