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Cockpitreiniger fürs Wohnmobil

6 Produkte im Vergleichstest

Cockpitpflege Foto: www.kolleginkrause.de 19 Bilder

Nach der Reisesaison ist auch eine gründliche Reinigung des Cockpits angesagt. Gebrauchsfertige Tücher aus der Tüte sollen Flecken entfernen und neuen Glanz in das Fahrerhaus zaubern. Sechs Produkte mussten sich im Labortest bewähren.

Einmal nicht aufgepasst – schon ist der nächste Kaffeefleck auf dem Armaturenbrett. Die Kunststoffoberflächen gründlich zu reinigen ist aber gar nicht so leicht. Denn egal ob glatt oder strukturiert, Kunst- oder Echtlederapplikationen im Innenraum vorhanden sind. Das Pflegeprodukt soll alle Verschmutzungen möglichst vollständig entfernen und trotzdem das Material schonen.

Tüte auf, Tuch raus. Gebrauchsfertige Reinigungstücher für das Cockpit sind eine bequeme Alternative zu den gängigen flüssigen Produkten. Mit Unterstützung der Spezialisten von Dr. O.K. Wack Chemie testet promobil sechs Cockpit-Reinigungstücher aus dem Fachhandel, dem Discounter und der Drogerie. Neben der Reinigungsleistung und Pflegekraft achten wir im Test auch auf die Materialverträglichkeit. Denn aggressive Inhaltsstoffe können nicht nur die Oberflächen angreifen, sondern sich auch negativ auf die Gesundheit auswirken. Das ist besonders für Reisemobilbesitzer wichtig, denn hier ist das Cockpit des Fahrzeugs oft auch ein Teil des Wohnraums.

Cockpitpflege Foto: www.kolleginkrause.de
Die Teststreifen aus Polycarbonat werden vom Laborleiter Mario Kraft genau inspiziert.

6 Cockpit-Pflegeprodukte

Bewertung aller Produkte, die wir getestet haben.

Armor-All Kunststoffpflegetücher

Armor-All Kunststoffpflegetücher Foto: www.kolleginkrause.de

(gekauft bei: Obi)
Preis: 6,99 Euro
Das Produkt von Armor-All spielt vor allem im Prüfpunkt Pflegekraft seine Stärken aus. Auch bei der Reinigungsleistung überzeugt das Spezialtuch im Labortest. Das geht jedoch zu Lasten der Materialverträglichkeit. In dieser Kategorie bildet das relativ teure Tuch nur das Schlusslicht.
Gesamtwertung: 4 von 5

Denk-mit Feuchte Cockpit-Pflegetücher

Denk-mit Feuchte Cockpit-Pflegetücher Foto: www.kolleginkrause.de

(gekauft bei: dm)
Preis: 1,75 Euro
In den Testkategorien Materialverträglichkeit und Pflegekraft schlägt sich das Produkt aus der Drogerie relativ gut. Reinigungskraft und Schlierenfreiheit liegen auf mittlerem Niveau. Der Duft überraschte die Tester angenehm – insgesamt ein guter Allrounder.
Gesamtwertung: 3,5 von 5

Dynamic Reinigungstücher

Dynamic Reinigungstücher Foto: www.kolleginkrause.de

(gekauft bei: Kaufland)
Preis: 1,99 Euro
Vor allem bei der Reinigung von hartnäckigen Schokoladenflecken auf Leder spielt das Produkt von Kaufland seine Stärken aus. Bestnoten gibt es auch beim Prüfpunkt Schlierenfreiheit. Bei der Farbauffrischung landet das Dynamic-Tuch allerdings auf dem letzten Platz.
Gesamtwertung: 3,5 von 5

Opti-wisch Feuchte Allzwecktücher *TESTSIEGER

Opti-wisch Feuchte Allzwecktücher Foto: www.kolleginkrause.de

(gekauft bei: Aldi)
Preis: 1,99 Euro
Das günstigste Produkt im Test überzeugt mit sehr guter Reinigungskraft und ist auch bei der Materialverträglichkeit Spitze. Die farbauffrischende Wirkung ist dagegen weniger intensiv als bei den Spezialtüchern, und der dominante Zitronenduft fällt negativ auf.
Gesamtwertung: 4,5 von 5

Priva-Car Cockpit-Tücher

Priva-Car Cockpit-Tücher Foto: www.kolleginkrause.de

(gekauft bei: Netto)
Preis: 1,79 Euro
Die Priva-Car-Reinigungstücher verlieren bei der Anwendung schnell erste Fusseln. Im Prüfpunkt Reinigungskraft schneidet das Produkt nur durchschnittlich ab, und auch bei der Materialverträglichkeit und Pflegewirkung kann das Billigprodukt von Netto nicht überzeugen.
Gesamtwertung: 2,5 von 5

Sonax Kunststoffpflegetücher

Sonax Kunststoffpflegetücher Foto: www.kolleginkrause.de

(gekauft bei: A.T.U)
Preis: 5,00 Euro
In den Prüfpunkten Reinigungswirkung und Pflegekraft überzeugen die Sonax-Tücher auf ganzer Linie. Bei der Materialverträglichkeit landen sie immerhin im Mittelfeld. Mit 50 Cent pro Tuch sind sie allerdings mit Abstand die teuersten in diesem Test.
Gesamtwertung: 4 von 5

So testet promobil

Cockpitpflege Foto: www.kolleginkrause.de
Um die Pflegekraft der Produkte exakt vergleichen zu können, werden einzelne Partien auf dem Testmaterial abgeklebt.

Für den Praxistestteil mischen wir einen Testschmutz nach Vorgaben des Industrieverbands Körperpflege und Waschmittel (IKW) zusammen. Ein Gemisch aus dem Oxidschwarz Kaolin und mehreren öligen Komponenten imitiert den typischen Cockpitschmutz perfekt. Um die Testkandidaten richtig herauszufordern, haben wir zudem aus flüssiger Vollmilchschokolade und Sheabutter einen weiteren, besonders hartnäckigen Testschmutz angerührt. Für die exakte Analyse der Reinigungswirkung der Produkte kommen dann die Reinigungsprofis von Dr. Wack ins Spiel.

Im Labor der Ingolstädter werden die Pflegekraft, Materialverträglichkeit und Reinigungsleistung überprüft. Die Ergebnisse überraschen: Die Kandidaten liegen bei der Reinigungsleistung relativ eng beieinander, zwischen 70 und 90 Prozent. Da im Cockpit glatte Kunststoffe genauso wie strukturierte Plastik- und Lederverkleidungen zu finden sind, verwenden wir als Testmaterial ABS-Kunststoff und Rindsleder. Alle Teststreifen werden gleichmäßig angeschmutzt und dann im standardisierten Wischtest gereinigt. Mit einem Weißgradmessgerät ermitteln wir den resultierenden Verschmutzungsgrad des Materials und damit die genaue Reinigungsleistung. So wird die Reproduzierbarkeit des Tests sichergestellt.

Wichtig: Die Balance der Inhaltsstoffe

Ein Blick auf die Inhaltsstoffe der Produkte sagt dem Laien nicht viel. Doch der Laborchef von Dr. Wack verrät, worauf man beim Kauf von Reinigungsprodukten achten sollte. „Bei der Entwicklung eines Reinigers sind manche Produkteigenschaften gegensetzlich“, erklärt Dr. Mario Kraft, stellvertretender Leiter für Forschung und Entwicklung. „Ein starker Reiniger kann schnell das Material angreifen, ein schonendes Produkt reinigt vielleicht weniger gut – es kommt immer auf die Balance der Inhaltsstoffe an.“

Bei Warnhinweisen wie „ätzend“ rät der Putzprofi generell zur Vorsicht. Denn hier ist nicht nur die Materialverträglichkeit fraglich, Kontakt mit Haut und Augen kann auch zu Reizungen führen. Bei unseren Testteilnehmern werden deshalb natürlich auch die Etiketten genau inspiziert. Der Einsatz des Duftstoffes Limonen wird von unserem Experten bei mehreren Produkten kritisiert. „Limonene sorgen zwar für den typischen Zitronenduft, stehen aber im Verdacht, Allergien auszulösen“, so der dreifache Familienvater. „Ein Produkt, das möglichst neutral riecht, ist eigentlich immer das Beste.“ Besonders für Familien mit Kleinkindern ist das sehr wichtig. Denn im Reisemobil hält man sich meist einige Stunden täglich auf, und der Nachwuchs reagiert besonders empfindlich. Die enthaltenen Konservierungs- und Duftstoffe können nicht nur allergische Reaktionen auslösen, sondern langfristig sogar das Immunsystem schwächen.

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Günstiges Produkt vs. Hausmittel

Eine günstige Alternative zu den Profiprodukten findet man übrigens in jedem gutsortierten Putzschrank. „Ich würde ein fusselfreies Mikrofasertuch und einen guten Glasreiniger nehmen. Dieses Hausmittel reinigt nämlich rückstandsfrei“, sagt Dr. Mario Kraft. „Danach muss man aber die Kunststoffe mit einem Spezialprodukt nachbehandeln“, empfiehlt der Experte. Denn der Reiniger entfettet das Material und entzieht ihm so auch die Feuchtigkeit. In einem schlecht gepflegten Innenraum setzen sich Staubkörner schneller ab, und die Materialien zeigen sich matt und rissig.

Cockpitpflege Foto: www.kolleginkrause.de
Die Reinigungstücher werden eingespannt und maschinell über das verschmutzte Testmaterial bewegt.

Wer die Oberfläche aber gründlich nachbearbeitet, erhält die Schutzschicht der Kunststoffe. Eine Schwachstelle ist oft die Materialverträglichkeit, darum ist dies ein wichtiger Prüfpunkt im Reinigungstücher-Test von promobil. Die Teststreifen aus Polycarbonat werden dafür unter Spannung gebracht und mit je einem Tuch bedeckt, danach verbringen sie 48 Stunden im Trockenschrank. Das Ergebnis ist eindeutig: Fast jedes Produkt hinterlässt mehr oder weniger stark kleine Mikrorisse im Material. Lediglich das Produkt von Opti-wisch fällt hier positiv auf. Die Allzwecktücher vom Discounter wurden zwar nicht speziell für die Anwendung im Cockpit entwickelt, trotzdem können sie in unserem Praxistest in dieser Kategorie überzeugen. Die Spezialtücher von Armor-All bilden dagegen das Schlusslicht in diesem Punkt.

In der Kategorie Pflegekraft überzeugen die Kunststoffpflegetücher von Armor-All dagegen durch ihre intensive Farbtiefe. Auch das Produkt von Sonax schneidet hier gut ab. Für diesen Test verwenden wir einen glatten, dunklen Kunststoff und kleben gleich große Testfelder ab. So wird der Unterschied nach der Behandlung deutlich. Auch hier zeigt sich, dass eine Produkteigenschaft gleichzeitig Vor- und Nachteile haben kann. „Die Silikonöle, die die Kunststoffe pflegen, hinterlassen einen leichten Schmierfilm“, erklärt Dr. Kraft. Bei der Überprüfung der Schlierenfreiheit bestätigt sich das. Alle farbintensiven Produkte fallen in dieser Testkategorie negativ auf und hinterlassen Produktrückstände auf dem Kunststoff.

Unsere Testkriterien

Cockpitpflege Foto: www.kolleginkrause.de
Mikrorisse auf dem Polycarbonat

Beim Materialverträglichkeitstest hinterlassen fast alle Tücher feine Mikrorisse auf dem Polycarbonat. Die Reinigungstücher werden eingespannt und maschinell über das verschmutzte Testmaterial bewegt. Flüssige Vollmilchschokolade ist – neben dem normierten Testschmutz – eine Herausforderung für die Produkte. Die Reinigungsleistung der Testteilnehmer wird anschließend mit einem Weißgradmessgerät genau gemessen. Auf einem glatten ABS-Kunststoff wird die Farbauffrischung und die Farbintensität der Tücher getestet. Auch die Fusselfreiheit der Reinigungstücher ist ein wichtiger Prüfpunkt in diesem Vergleichstest.

3 Pflegetipps vom Profi

Eine gute Innenraumpflege ist bei Reisemobilen wichtig. Reinigungsexperte Dr. Mario Kraft von Dr. Wack erklärt uns, worauf man bei einer gründlichen Cockpitreinigung achten sollte.

1. Ein gutes Mikrofasertuch
Ein gutes Werkzeug ist bei der Innenraumreinigung unerlässlich. Wer beim Mikrofasertuch spart oder sogar mit einer zu harten Bürste arbeitet, der schadet dem Cockpit am Ende sogar. Denn ein billiges Kunstfasertuch fusselt schnell, und ein zu raues Tuch kann kleine Kratzer in die Oberfläche bringen. Ein weiches und leicht strukturiertes Tuch hat – laut unserem Experten – die beste Reinigungswirkung.

2. Glasreiniger als Fleckentferner
Hartnäckigen Flecken auf Kunststoffen rückt der Putzprofi mit einem Glasreiniger zu Leibe. Denn dieser reinigt rückstandslos und greift das Material nicht an. Allerdings sollte die Kunststofffläche anschließend mit einem Pflegeprodukt nachbehandelt werden. Denn das Hausmittel entfettet und trocknet Kunststoffe aus. Ohne den Feuchtigkeitshaushalt anschließend wieder auszugleichen, könnte das Material langfristig matt und rissig werden.

3. Während der Reinigung gut lüften
In vielen Innenraumreinigern sind aggressive Duft- und Konservierungsstoffe enthalten. Vor allem Celemene und Citrate können allergische Reaktionen hervorrufen. Beim Blick auf die Etiketten gilt – weniger ist mehr. Bei der Fahrerhausreinigung sollten am besten die Türen und Fenster geöffnet sein.

Fazit

Auffällig sind nicht nur die Unterschiede in der Pflegeleistung. Auch die Preisdifferenzen zwischen den Testteilnehmern sind bemerkenswert. Die Cockpit-Tücher von Armor-All sind mit 23 Cent pro Tuch mehr als zehnmal so teuer wie das Discounter-Produkt von Opti-wisch. In der Gesamtwertung liegen beide Produkte dennoch nahe beieinander. Die Allzwecktücher vom Discounter haben in den Kategorien Materialverträglichkeit und Reinigungsleistung aber noch fleißiger Punkte gesammelt und liegen damit am Ende sogar knapp vorn.

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