Stellplatz-Radar: 12.000 Stellplätze in einer App für iOS und Android.

Tomtom-Navi "Go Camper Go" im Test

Tomtom punktet mit den schnellen Wegen

Go Camper Navi Foto: Benjamin Köbler-Linsner

Tomtoms Campernavi findet den schnellsten Weg, führt schwere Fahrzeuge aber nicht immer optimal ans Ziel. Durch kleinere Mängeln bietet das Modell Go Camper ein dennoch passables Preis-Leistungs-Verhältnis.

Nach vier Jahren Abstinenz im Segment der reisemobilspezifischen Navigation führt Tomtom mit dem Go Camper wieder ein für Reisemobile optimiertes Navigationsgerät im Programm. Wir sind einige Monate lang mit dem mobilen Navi gefahren und haben es im In- und Ausland getestet.

Go Camper Navi Foto: Benjamin Köbler-Linsner
Strom gibt es über einen USB-Port im Zigarettenanzünder.

Mitgeliefert wird ein Halter mit Saugnapf, an dem das Gerät magnetisch haftet. Mit einem leichten Ruck hat man den sechs Zoll großen Bildschirm in der Hand und kann das Fahrtziel bequem eintippen. Das Kabel bleibt in der Halterung eingesteckt. Besonders praktisch ist das in Fahrzeugen mit geräumigem Cockpit, in denen das Gerät nicht in Griffweite platziert werden kann.

Wie von Tomtom gewohnt, funktioniert die Verkehrserkennung auch beim Go Camper hervorragend. Eine integrierte Sim-Karte ruft Bewegungsdaten anderer Fahrzeuge in Echtzeit ab. Darunter Pkws bestimmter Premiummarken sowie über Smartphones freigegebene Bewegungsprofile.

Dadurch wird ein Stau nicht nur rechtzeitig (und zuverlässiger als über TMC) erkannt, sondern auf dem Bildschirm auch nahezu metergenaudargestellt (rot für stehenden Verkehr, gelb für zähfließend). Angebotene Alternativrouten sind jedoch mitunter unrealistisch und nur vermeintlich präzise.So werden teilweise Umfahrungen mit 40 Sekunden Zeitersparnis angeboten.

Ratgeber Navigationsgeräte richtig verstehen
Was bedeteutet LMU, TCM, POI?

Straßensperrungen nicht immer erkannt

Ein Algorithmus soll anhand der Bewegungsprofile Straßensperrungen erkennen, selbst wenn diese von den Behörden nicht gemeldet wurden. Während unserer Fahrten hatte das in zwei Fällen nicht funktioniert. Einmal in der Stuttgarter Innenstadt, wo wir ohne Ortskenntnis immer wieder zum gesperrten Abschnitt geleitet worden wären. Ein anderes Mal erkannte das Go Camper eine gesperrte Auffahrt aufder Gotthard-Autobahn, kurz vor dem gleichnamigen Tunnel, nicht. Uns blieb nur die Fahrt über den Pass, welche zumindest durch die traumhafte Aussicht entschädigte.

Aber nicht immer können Fehler in der Routenführung dem Gerät selbst angelastet werden, da sie teilweise auf lückenhaftes Kartenmaterial zurückzuführen sind. So werden straßenbauliche Veränderungen nicht immer umgehend an die Kartenhersteller gemeldet.

Go Camper Navi Foto: Benjamin Köbler-Linsner
Praktisch: Stellplatz-Daten aus der promobil-Datenbank lassen sich auf das Gerät übertragen.

Campingplätze lassen sich aus der vorinstallierten Datenbank auswählen (die promobil-Stellplatzdaten lassen sich im OV2-Format nachträglich aufspielen). Bei der Anfahrt zum Stellplatz Lido Beach in Novate Mezzola wollte uns das Gerät jedoch trotz hinterlegter Fahrzeughöhe unter einer viel zu niedrigen Bahnunterführung hindurchführen. Der nur 50 Meter entfernte offizielle Anfahrtsweg wurde ignoriert. Auf ein weiteres Manko machten auch bereits einige Leser aufmerksam: Wählt man die Einstellung „Reisemobil schwer“, verschwindet die Option „Autobahn vermeiden“ aus den Routeneinstellungen. Ärgerlich für alle, die auch mal gemütlich über Bundes- und Landstraßen tingeln möchten. Wenig durchdacht sind zudem die Parkplatzvorschläge, denn auch im Reisemobilmodus empfiehlt das Navigationsgerät Tiefgaragen und Parkhäuser.

Hilfreich bei der Tourenplanung ist das browserbasierte Tool mydrive. Darin lassen sich Routen mit mehreren Etappen auf Computer oder Tablet planen und anschließend via Wifi auf das Navigationsgerät übertragen. Die Preisempfehlung liegt bei knapp 400 Euro, wobei das Go Camper bei manchen Händlern bereits günstiger zu haben ist.

Preisvergleich

Bewertung

Bedienung: 4/5
Menüführung: 4/5
Navigation: 3/5
Preis/Leistung: 3/5

Fazit

Wer schnell ans Ziel möchte, trifft mit dem Tomtom Go Camper eine gute Wahl. Karte und Routenanweisungen sind übersichtlich gestaltet, Schwächen zeigt das Navigationsgerät insbesondere bei schweren Reisemobilen über 3,5 Tonnen. Nicht nachvollziehbar ist der Umstand, dass einen die Routenführung dann auf die Autobahn zwingt und trotzdem einen Parkplatz in der Tiefgarage empfiehlt.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Top Aktuell Transport-Möglichkeiten am Wohnmobil Drei Alternativen für Fahrrad und Motorrad
Stellplatz-Radar
mobil life 12.000 Stellplätze in einer App

Mit dem kostenlosen Stellplatz-Radar finden Sie auch unterwegs immer den passenden Stellplatz.

Anzeige
Beliebte Artikel Zubehör ausprobiert Naviceiver display Garmin, Al-Car, Blaupunkt, Snooper, Clarion, Pioneer Naviceiver fürs Wohnmobil im Test Plug Van (2019) Mit Plugvan zum Campingbus Box verwandelt Transporter in Camper
Fahrzeug-Angebote
auto motor und sport Rolls-Royce Champagner-Truhe Champagner-Truhe von Rolls-Royce Fünf Autos statt Schampus Nikita Mazepin - Mercedes - Formel 1 - Test - Barcelona - 15. Mai 2019 Schmidts F1-Blog zu Nikita Mazepin Formel 1-Fahren zu einfach
caravaning Campingplatz-Tipp Peloponnes: Camping Triton II Camping Triton II in Griechenland Campingplatz-Tipp auf Peloponnes Alcazar de Sevilla Die 5 schönsten Drehorte von Game of Thrones Wohnwagen-Reise an die schönsten GoT-Drehorte