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Vorstellung LMC Explorer II

Das Fachwerk hat ein Ende

Premiere: LMC Explorer II Foto: Bernd Thissen 8 Bilder

Der Sassenberger Wohnmobil- Hersteller LMC verabschiedet sich bei der neuen Integrierten-Generation vom traditionellen Holzfachwerk. Und der Explorer II hat im Gewicht weiter abgespeckt.

Architektur verändert sich im Laufe der Zeit - nicht nur der Baustil, sondern auch die verwendeten Materialien und die Konstruktionen. Was für Gebäude gilt, trifft ebenso auf die Herstellung von Reisemobilen zu.

Das klassische feuchteempfindliche  Holzfachwerk als tragendes Gerüst hat allmählich ausgedient - ähnlich wie bei Häusern. LMC vertraut bei der neuen Integrierten-Generation namens Explorer II auf GfK, Styrofoam und Polyurethanschaum. Materialien also, die gegen Feuchtigkeit, aber auch gegen Hagel- und Streusalz-Attacken weitgehend resistent sind.

Befürchtungen, die neue Bauweise könnte zu Lasten der bekannt guten Zuladung des Explorer gehen, erwiesen sich offenbar als unbegründet. Durch geschickten Materialeinsatz und viele kleine Maßnahmen soll er sogar nochmals leichter werden - beim hier vorgestellten Einzelbettenmodell Explorer I 730 stattliche 105 Kilogramm. Und bis zum Serienstart sollen noch weitere 30 Kilo drin sein, wenn das neue gewichtsoptimierte Alko-Tiefrahmenchassis zum Einsatz kommt. Das können dann zwar auch die Mitbewerber nutzen, trotzdem freuen sich die LMC-Konstrukteure, dass ihre Initiative beim Chassisspezialisten auf fruchtbaren Boden fiel.

Über allem steht das LMC-Motto, jedes Bauteil mit Blick aufs Gewicht zu überprüfen. Ohne dabei an Komfort und Stabilität einzubüßen. Beispiel Möbelbau: Die senkrechten Steher, etwa zwischen Sitzbank und Küche des Explorer, werden nicht mehr aus 15 Millimeter starkem Sperrholz, sondern aus einer 30-Millimeter-Sandwich-Platte hergestellt - genauso stabil, aber leichter und zudem auch optisch Solidität ausstrahlend. Gebogene Wandteile, wie in Bad und Dusche, kommen schon vom Lieferanten als formverklebte Sandwichteile mit eingearbeiteten Verstärkungen, beispielsweise zur Befestigung von Türscharnieren.

Der neue LMC Explorer II ist leichter und dennoch stabiler

Neue Materialien erfordern auch Anpassungen in der Verbindungstechnik. Beim Verpressen der Sandwichplatten für den Aufbau verhält sich Styrofoam anders als Styropor. Der Kleber dringt nur wenig in das geschlossenzellige Material ein. Deshalb entwickelte LMC ein spezielles Verfahren - Steaken genannt - das die Oberfläche punktuell aufreißt. Ein eigens eingerichteter Prüfstand überwacht die Fertigungsqualität und zeigt: Beim neuen Sandwich ist die doppelte Kraft nötig, um die Außenhaut vom Schaum abzureißen.

Neue Architektur bringt LMC auch in den Wohnraum des Explorer. Wo vormals rechte Winkel und Geraden dominierten, schlängelt sich nun eine elegante Wellenlinie von der Sitzgruppe des Explorer über die Küche bis in den Badbereich. Kleine Gefälligkeiten säumen den Weg: Ein seitlich an der Wand angeschlagener Sitztruhendeckel mit Aufsteller erleichtert den Zugang. In der Küche erfreuen Schubladen mit sanften Endeinzügen, in der Dusche eine Hand- und eine Regenbrause, unter dem Bett ein gut erreichbarer Kleiderschrank mit feststellbarer Gasdruckfeder als Aufsteller.
Rund 76.000 Euro wird der Explorer I 730 kosten, eine Erhöhung um 1.000 bis 2.000 Euro. Sie soll durch den Mehrwert der neuen Bauweise und bessere Ausstattung aufgewogen werden.

Das Fachwerk hat ein Ende 1:34 Min.

Daten und Preise: LMC Explorer II I 730 G

Preis: ab ca. 76.000 Euro
Basis: Fiat Ducato, Alko-Tiefrahmen, Frontantrieb, ab 96 kW/ 130 PS bis 130 kW/177 PS.
Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge/Breite/Höhe: 7448/2320/2700 mm
Empfohlene Personenzahl: 4
Baureihe: Von bisher zehn Modellen entfallen drei. Dafür kommt der knapp sechs Meter lange I 595 Compact neu hinzu.
Info: Telefon 02583/270, www.lmc-caravan.de

Was bedeutet LLT?

Long Life Technology (LLT) nennt LMC seine neue Aufbaukonstruktion. Eine lange Lebensdauer verspricht man sich von der neuen Materialkombination. Holz kommt nur auf der Sandwich-Innenseite vor, als Regulativ des Raumklimas. Die Tragfähigkeit des Aufbaus entsteht ohne Holzeinlagen durch stabiles, wasserabweisendes Styrofoam als Dämmung, hochverdichtete PU-Schaumleisten zur Versteifung - etwa an den Plattenrändern - sowie hagelfestes und verrottungsresisten-tes GfK an Dach und Unterboden. Die Wände tragen weiter eine glänzende Aluhaut. Der Aufbau wird nun mit dem Chassis verschraubt und verklebt.

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