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Rabatte und Schnäppchen im Herbst

Neukauf, Gebrauchtmobile und Reisemobil-Vermietung

Schnäppchen Ernte Foto: Andreas Becker 15 Bilder

Im Herbst machen sich die neuen Fahrzeugmodelle auf den Händlerhöfen breit, Mietrückläufer drängen auf den Gebrauchtwagenmarkt und Vermietketten locken mit Rabatten für die Nebensaison. Doch wird der Schnäppchen-Herbst seinem Namen gerecht?

  1. Neukauf
  2. Gebrauchtkauf
  3. Mietmobil kaufen
  4. Günstig mieten
  5. Nachgefragt bei Sebastian Happel
  6. Fazit

Neukauf, Gebrauchtmobile oder Reisemobil-Vermietung: Der Markt wächst und wächst. Auch 2018 war für die Hersteller und Händler ein Jahr der Rekorde – erneut. Schon 2017 verzeichnete das Kraftfahrt-Bundesamt einen Zulassungs-Anstieg bei Reisemobilen und Caravans um 15,3 Prozent. Den Schwung scheint die Branche auch 2018 nicht verloren zu haben. Im Gegenteil: Alleine im ersten Halbjahr gab es in Deutschland laut dem Herstellerverband CIVD 30.997 Neuzulassungen für Reisemobile. Das ist ein Plus zum Vorjahr von 14,4 Prozent. Besonders beliebt: Campingbusse. Die kleinen und kompakten Fahrzeuge haben in der Beliebtheitsskala die Teilintegrierten inzwischen überholt. Nicht nur deshalb rechnet der CIVD für das Gesamtjahr mit mehr als 70.000 neuzugelassenen Fahrzeugen – Rekord!

CMT Impressionen (2018) Wohnmobil-Zulassungszahlen 2018 weiter auf Rekordkurs

Und auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt herrscht reges Treiben. Im ersten Quartal 2018 erreichten die Besitzumschreibungen von Freizeitfahrzeugen 27.874 Einheiten – rund 58 Prozent mehr als die Neuzulassungen im gleichen Zeitraum. Der Deutsche Caravaning Handels-Verband, kurz DCHV, redet von 74.566 Freizeitfahrzeugen – davon 35.594 Reisemobile –, die zwischen Januar und Juni den Besitzer wechselten. Das ist ein Plus von 4,3 Prozent und nach dem Rekordergebnis von 2017 mit insgesamt 138.819 Einheiten ein weiteres Indiz für die andauernde Nachfrage. Die Hersteller und Händler sind mehr als zufrieden, denn der Trend zur beliebten Urlaubsform scheint in Deutschland nach wie vor ungebrochen. Wehrmutstropfen: Die Industrie kommt mit der Fahrzeugproduktion kaum hinterher, der Gebrauchtwagenmarkt ist stark ausgedünnt.

Doch neben Neufahrzeugen und Gebrauchtwagen wächst noch ein dritter Markt innerhalb der Campingszene rasant an: Mietmobile. Gerade für Einsteiger, die gerne Reisemobilluft schnuppern möchten, bieten Vermietketten ein umfangreiches Angebot mit gut ausgestatteten Fahrzeugen. Die Zahlen des CIVD bestätigen diese Einschätzung: „Konsolidieren wir alle Rückmeldungen der Vermiet-Unternehmen, rechnen wir mit einem Wachstum von rund 15 Prozent jährlich bei der Vermietung von Freizeitfahrzeugen“, äußert sich der Verband auf Anfrage. Die steigenden Zahlen sorgen somit zukünftig für ein wachsendes Angebot auf dem Gebrauchtmarkt.

Rosige Zahlen stimmen die Branche zufrieden. Doch was hat der Kunde davon? Was ist dran an der These „Der Herbst ist die beste Zeit, um ein Reisemobil zu kaufen“? promobil nimmt Sie mit auf Schnäppchentour.

1. Günstiger Neukauf von Reisemobilen

Alles muss raus! Oder um es aus Sicht der Händler zu beschreiben: Alles muss vom Hof. Nun ja, mit einem Sommerschlussverkauf lassen sich die Rabattaktionen der Verkäufer im Herbst vielleicht nicht ganz vergleichen. Aber dennoch: Nach dem Caravan-Salon kommen die neuen Messemodelle zu den Händlern. Und die brauchen Platz. Mit anderen Worten: Zahlreiche Betriebe bieten Neufahrzeuge vom Vorjahr, Ausstellungsfahrzeuge oder Sondermodelle mit großen Preisvorteilen an. So weit die gängige Erklärung. Ein goldener Herbst für Reisemobilkäufer also – doch ist wirklich alles Gold, was glänzt?

Bürstner Ixeo T (2019) Bürstner Neuheiten 2019 Teilintegrierte und Campingbus

„Die feurigsten Sondermodelle der Branche.“ Mit diesem Slogan bewirbt Europas größte Fachhandelskette Intercaravaning ihre neuen Sondermodelle. Mit im Angebot ist zum Beispiel der Bürstner Lyseo TD IC-Line, der auf dem 690-G-Grundriss basiert. Für 58.890 Euro bekommt man den Teilintegrierten mit einem 142-Liter-Kühlschrank, einer Truma-Combi-6-Heizung und einem Lichtkonzept mit stromsparender LED-Technik – und damit exakt 7090 Euro günstiger als das vergleichbare Serienmodell. Ähnliches gilt für den Weinsberg Cara-Suite. Statt 68.804 Euro zahlt man hier für den 700 ME noch 58.790 – je nach Region und Händler sogar noch weniger.

10 Sondermodelle im Vergleich
Schnäppchen oder nicht?

Guter Preis durch Platzmangel und Mengenrabatte

Doch wie kommt dieser Preis zustande? Möglich macht es der große, aus mehr als 40 Händlern bestehende Verbund von Intercaravaning. Denn der gemeinsame Einkauf hoher Stückzahlen ermöglicht es der Fachhandelskette, die exklusiven IC-Line-Editions-Modelle relativ günstig einzukaufen. Der Vorteil für den Kunden: top ausgestattete Fahrzeuge zum fairen Preis. Intercaravaning-Händler Jürgen Becker erläutert: „Neben dem Preisvorteil sind häufig auch Individualausstattungen und Designmerkmale bei den Fahrzeugen vorhanden, die es sonst in dieser Zusammenstellung nicht gibt. Wir reden hier also von echten Sondermodellen. Die Angebote müssen nicht im Einzelgespräch mühsam verhandelt werden und sprengen dennoch nicht den seriösen Rahmen. Also eine Win-win-Situation für Kunde und Händler.“

Hobby Vantana Limited Edition (2018) Hobby Vantana Campingbusse Sondermodelle fast 9.000 Euro billiger

Auch das Caravaning-Center Schmidtmeier in Steinenbronn bei Stuttgart lockt mit speziellen Preisangeboten im Herbst. Bei einem Hobby Vantana K60 Fs mit reichlich Sonderausstattung spart der Kunde beim Kauf beispielsweise fast 8500 Euro. Der Grund: Das Limited-Edition-Modell war einst Ausstellungsfahrzeug auf der Messe. Beim Rundgang durch die Ausstellungshalle des Händlers erklärt Verkaufsleiter Sven Kopper: „Der Abverkauf hat begonnen. Die Vorjahresmodelle sind nun deutlich preisreduziert. Wir brauchen Platz.“

Also doch, die These mit dem Platzmangel scheint tatsächlich zu stimmen. IC-Händler Becker liefert noch eine weitere Begründung: „Wenn die Fahrzeuge im Herbst nicht abverkauft werden, kosten sie in den Wintermonaten Zinsen. Die Stellflächen auf den Händlerplätzen sind begrenzt, die Ausstellungswagen des neuen Modelljahrs sind seit dem Sommer schon bestellt und die Lieferungen stehen an.“

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis

Doch nicht nur der Platzmangel der Händler sorgt für das ein oder andere Schnäppchen. Die Gesetze der Wirtschaft tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei. Nicht nur wer Volkswirtschaft studiert hat, der weiß: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Nach dem Caravan-Salon geht die Zahl der Neuzulassungen tendenziell zurück. Das belegen die Zahlen des CIVD. Somit fällt der Preis der Neufahrzeuge. Ein weiteres Argument: Im Herbst ist es noch möglich, individualisierte Fahrzeuge ab Werk zu bestellen. In der starken Nachfragezeit im Frühjahr ist das oft nicht mehr der Fall, weil die Produktionskontingente für die Saison schon ausgeschöpft „oder im Fall der Blind-Vororder durch die Händler die Dispofristen für Änderungen schon abgelaufen sind“, fügt Becker hinzu.

Matthias Sprenger, Geschäftsführer von Mi-Mobile, versucht die Herbst-Euphorie ein wenig zu bremsen: „Generell kann man die These so pauschal nicht bestätigen. Natürlich gibt es immer wieder Fahrzeuge, die ich gerne vom Hof haben möchte. Aber ich weiß ja auch, dass ich gar nicht genug Fahrzeuge nachbekomme. Es gibt momentan lange Lieferzeiten. Ich verspüre keinen großen Druck, bei den Neufahrzeugen große Rabatte zu verteilen, weil die Zinsen auch nicht so hoch sind.“ Und dennoch scheint es der ein oder andere Händler in diesem Herbst noch einmal wissen zu wollen. Zum Beispiel der Reisemobilhändler Freistaat in Sulzemoos bietet zahlreiche Neufahrzeuge mit Rabatten an, darunter auch Modelle wie Carthago Chic C-Line, Pössl 2Win Plus oder das Sondermodell Globecar Summit 600 Plus für 39.999 Euro.

Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt, um beim Kauf eines Reisemobils oder Caravans Geld zu sparen: Die Vorjahresmodelle müssen vom Hof. Foto: Inter-Caravaning
Herbstmessen: Einige Händler wollen Platz schaffen für neue Modelle auf ihrem Hof.

Zur Herbstsonderschau im Oktober können Interessierte somit nochmal ein Schnäppchen machen – wenn denn wirklich das richtige Fahrzeug dabei ist. Denn ein Spontankauf kann auch nach hinten losgehen. Grundsätzlich ist es aber sinnvoll, antizyklisch zu kaufen. Im Herbst sind Käufer generell in einer besseren Verhandlungsposition. Wenn die Nachfrage hoch ist, steigt auch der Preis. Wegen des anhaltend hohen Interesses sind die ganz großen „Rabatt-Schlachten“ bei vielen Händlern derzeit aber nicht angesagt. Trotzdem: Einige Sondermodelle oder Ausstellungsfahrzeuge sind zu attraktiven Preisen zu bekommen. Bei allem Sparsinn sollten sich Interessenten aber auch nicht zu sehr hetzen lassen.

2. Gebrauchtkauf von Reisemobilen

Neu ist immer besser – von wegen! Eine günstige Alternative zum Neukauf kann ein Reisemobil vom Gebrauchtmarkt sein. Im Herbst präsentieren die Händler auf ihren Höfen nicht nur neue Fahrzeuge, sondern auch junge Gebrauchte. Vor allem eine Gattung sollten Interessierte dabei ins Auge fassen – die Mietrückläufer.

Gebrauchtkauf Foto: Andreas Becker
Bei Gebrauchten bestimmt die Schadstoffnorm noch wesentlich über den Kaufpreis.

„Ein alter Gebrauchtwagen kommt mir nicht vor die Tür. Wer weiß, wer damit schon alles gefahren ist.“ Ein gängiges Vorurteil. Generell sollte man dabei erst einmal zwischen jüngeren und älteren Modellen unterscheiden. Bei Letzteren mahnt Reisemobilhändler Matthias Sprenger von Mi-Mobile zur Vorsicht: „Die Preise für ältere Gebrauchte sind derzeit total überzogen.“ Er rät seinen Kunden zu jungen Gebrauchten. Deren Wert sei im Verhältnis zum Listenpreis klar messbar. „Man weiß, dass ein Fahrzeug im ersten Jahr in etwa 20 Prozent an Wert verliert“, erklärt Sprenger weiter. „Daran können sich Händler und Käufer orientieren. Bei Fahrzeugen mit vier oder fünf Jahren ist das nicht mehr der Fall. Die früher gängige Schwacke-Liste können Sie da meiner Meinung nach vollkommen vergessen.“

Tipp: Junge Gebrauchtwagen

Mit anderen Worten: Kunden sollten sich nach jungen Gebrauchten umschauen – und zwar jetzt. Ein Blick auf den Markt untermauert diesen Eindruck: Der ADAC vergibt für seine Vermietfahrzeuge je nach Laufleistung Nachlässe in Höhe von bis zu 20 Prozent auf den Listen-Neupreis, bei Intercaravaning, Rent-Easy und McRent sind es bis zu 25 Prozent und das Reisemobil-Portal verkauft einen VW-California-Halbjahreswagen sogar mit einer Vergütung von 30 Prozent.

Ein VW California Ocean – sechs Monate alt – mit Automatikgetriebe und 20.000 Kilometern Laufleistung kostet bei der deutschen Reisemobilvermietung noch rund 57.000 Euro. Der Neupreis liegt bei 72.100 Euro. Bei McRent geht im Oktober ein Sunlight T 60 mit einer Erstzulassung von Mai 2018 für 40.399 Euro in den Verkauf. Der Neuwagenpreis liegt rund 9000 Euro darüber. Mi-Mobile gibt 10.000 Euro Rabatt auf den Teilintegrierten Eura Mobil Profila T 670 SB mit einer Laufleistung von 14.500 Kilometern und bei Rent-Easy zahlen Kunden für den Hymer-Car Grand Canyon noch etwa 58.500 Euro – für einen Kastenwagen mit reichlich Sonderausstattung.

Tipps für den Gebrauchtkauf

1. Goldene Regel: Kaufinteressenten sollten sich genügend Zeit für die Besichtigung und Probefahrt neben. Letztere ist ein absolutes Muss, denn nur so lässt sich etwas über das Fahrgefühl, die Geräuschkulisse und die Leistung des Reisemobils sagen. Deshalb bei der Probefahrt auch einmal holprige Straßenabschnitte befahren.

2. Von außen hui, von innen pfui? Das Fahrzeug genau unter die Lupe nehmen – sowohl von außen wie innen, von unten und oben. Hagelschäden auf dem Dach oder Undichtigkeiten an Verbindungskanten und Fenstern möchte niemand in seinem Mobil haben. Denn dann sind Feuchtigkeit und Schimmel programmiert.

3. Die grüne Plakette sollte es schon sein: Stickoxiddebatten haben dem Diesel schwer zugesetzt. Stichwort: Fahrverbote. Wer nahe einer Umweltzone wohnt und auch mal in die Stadt fahren möchte, sollte das Geld in ein Fahrzeug mit grüner Plakette investieren. Für Fahrzeuge schlechter Euro 4 ist ein deutlicher Abschlag fällig.

4. Die Hauptuntersuchung steht vor der Tür: Mietfahrzeuge bekommen immer nur für ein Jahr den TÜV. Das heißt, die nächste Hauptuntersuchung könnte nach dem Gebrauchtkauf bald fällig werden. Das Gleiche gilt für die Gasprüfung. Tipp: Die Fahrzeugpapiere unbedingt auf Vollständigkeit überprüfen.

5. Händler- oder Privatkauf? Eine Garantie für Gebrauchtwagen gibt es nur beim Händler, ebenso wie die Werkstatt mit passendem Service nach dem Kauf. Nachträgliche Leistungen sind beim Privatkauf nicht zu erwarten. Gerade bei besonders günstigen Angeboten auf dem Privatmarkt sollten Interessenten besonders vorsichtig sein.

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3. Mietmobil kaufen und Rabatte zu sichern

Wer zuvor ein Reisemobil der Flotte mietet, kann bei den meisten Vermieterketten mit ein wenig Verhandlungsgeschick bereits geleistete Mietzahlungen verrechnen. Dabei kommen verschiedene Finanzierungsmodelle in Frage. Ein interessantes Angebot: das Buy & Share-Konzept von Cali-Camper, Europas größtem California-Händler für gebrauchte Campingbusse. Hier kaufen die Kunden ein Fahrzeug und stellen es dem Händler zunächst 50 Tage zur weiteren Vermietung zur Verfügung. Dafür vergibt Cali-Camper 5000 Euro Rabatt.

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Das Konzept lässt sich auch auf 100 beziehungsweise 150 Tage erweitern. Maximal 12.500 Euro können so gespart werden. Die Bürokratie übernimmt dabei Cali-Camper, bei Schäden haftet eine Carsharing-Versicherung. Einen anderen Weg schlägt Patrick Mader vor, Geschäftsführer von Intercaravaning: „Man kann uns auch die Fahrzeugwünsche schreiben. Wir schauen dann, ob wir etwas Passendes im Mietwagenbestand der Händler haben und wann es zum Verkauf frei wird.“ Wer lieber den klassischen Weg einschlagen möchte, findet Gebrauchtmobile bei Online-Marktplätzen wie mobile.de, autoscout24.de oder caraworld.de und in den Kleinanzeigen von promobil.

Für den Gebrauchtmarkt gilt tatsächlich: Zur goldenen Jahreszeit erneuern die großen Vermietketten ihre Fahrzeugflotten – und schicken die „Alten“ in den Verkauf. Wobei das Attribut „alt“ hier relativ ist. Meist sind die Fahrzeuge nicht älter als 18 Monate, viele wurden nur eine Saison vermietet. Ein weiterer Vorteil: Die Mietmobile haben einen Praxistest hinter sich, Mängel wurden erkannt und meist beseitigt. Zudem besitzen die Fahrzeuge in der Regel eine umfangreiche Ausstattung, denn Mieter wünschen sich für den Urlaub ein Reisemobil mit einem gewissen Komfort. Fazit: In puncto junge Gebrauchtwagen wird der Schnäppchen-Herbst seinem Namen mehr als gerecht.

4. Reisemobil mieten

Nicht nur beim Thema Neu- und Gebrauchtkauf boomt die Reisemobil-Branche. Auch bei der „Vermietung“ wächst der Markt. Über den Sommer sind die Fahrzeuge deshalb so gut wie immer vergriffen. Doch wie sieht es bei den großen Vermietketten im Herbst und Winter aus? Ist dort das ein oder andere Schnäppchen zu entdecken – und ist eine Vermietung über die kalte Jahreszeit überhaupt möglich? Im Oktober fallen nicht nur die Blätter von den Bäumen, sondern bei ADAC, Rent-Easy und Co. auch die Preise. Bereits ein Blick in die Preistabelle der Anbieter macht deutlich: Hier kann richtig gespart werden. Denn mit dem Herbstbeginn gilt das Motto: Je älter das Jahr, desto günstiger der Urlaub im Mietmobil.

Einige Anbieter starten in die Sparsaison später als andere. Gerade deshalb sollten potenzielle Mieter genauer hinschauen und vergleichen. Beim ADAC nennt man die Zeit vom 1. bis zum 31. Oktober liebevoll Schnupperzeit. Ein Knaus Van TI 650 kostet beim Automobilclub für eine Woche im Oktober noch 810 Euro. Im Juli zahlen Mieter insgesamt 95 Euro mehr. Generell hat man sich beim ADAC jedoch von einer starren Preisliste verabschiedet und geht über zu einem dynamischen, an der Nachfrage orientierten Pricing. Dabei gilt: Je früher, desto besser.

Der frühe Vogel...

Reisemobil an der Südspitze Korsikas Wohnmobil richtig mieten Hin und weg im Mietmobil

Prinzipiell werden beim ADAC Frühbucher – also Bucher für die folgende Saison – nach diesem Prinzip belohnt. Bis Ende Oktober 2018 gibt es auf Buchungen für das nächste Jahr fünf, im November vier und im Dezember noch drei Prozent auf die Summe der Tagesmietpreise. Flexible Spontanbucher finden im „Camper Deals-Portal“ aber unter Umständen auch noch auf den letzten Drücker ein Angebot – bei Preisvorteilen von aktuell bis zu 40 Prozent. Ein weiterer Tipp: ADAC-Mitglieder bekommen einen zusätzlichen Rabatt.

Bei anderen Vermietketten lässt sich je nach Jahreszeit noch mehr sparen: Beginnt beispielsweise bei DRM die Sparsaison bereits im Oktober, muss man sich beim Reisemobil-Portal aus Bamberg noch einen Monat gedulden. Dann können Interessierte aber bis zu 50 Prozent im Vergleich zur Hauptsaison sparen. Ein VW T6 California kostet in diesem Zeitraum für sieben Tage noch 574 Euro inklusive Servicepauschale. Zum Vergleich: Im Juli müssen Reisende 924 Euro für das gleiche Modell bezahlen und damit 350 Euro mehr.

Auch bei Rent-Easy beginnt mit dem Oktober die Sparsaison. Für den Bürstner Ixeo Time IT zahlen Interessierte dann noch 746 Euro pro Woche – das sind 25 Prozent weniger als im Sommer. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Intercaravaning-Rent, die seit diesem Jahr mit dem ADAC kooperiert. Die günstigste Jahreszeit für das Mieten eines Mobils ist aber der Winter. Ab 6. Januar kostet ein Fahrzeug der Einsteigerklasse noch 50 Euro pro Nacht – bei einer Mindestmietzeit von sechs Nächten. Im Sommer wird das Doppelte fällig.

Herbst- und Winterurlauber müssen auch in der Nebensaison nicht auf ein Mietmobil verzichten. Alle von uns angefragten Vermieter bieten einen ganzjährigen Service – mit Einschränkungen bei der Auswahl der Mietstation und des Fahrzeugtyps. Generell gilt beim Thema Vermietung: Der frühe Vogel fängt den Wurm. McRent empfiehlt beispielsweise, sich mindestens vier Monate im Vorfeld um das gewünschte Fahrzeug zu kümmern.

Bulli-Vermietungen
Vom T6 bis zum California-Oldie

Wer im Herbst und Winter mit dem Mietmobil verreisen möchte, hat zwar mehr Auswahl als im Sommer, dennoch sollten sich Mieter nicht zu kurzfristig nach einem passenden Reisegefährt umschauen. Zwei Wochen Vorlaufzeit sollten es mindestens sein. Dann sparen Interessierte im Vergleich zur heißen Jahreszeit zwischen 20 und 50 Prozent. Langschläfer könnten dennoch Glück haben. Bei allen großen Vermietketten haben Kurzentschlossene unabhängig von den Nebensaison-Preisen noch eine andere Möglichkeit, Geld zu sparen: Bei Last-Minute-Angeboten im Netz bekommen Schnäppchenjäger zusätzlich bis zu 15 Prozent Rabatt.

Checkliste: Mobil mieten

Der Mietmarkt wächst und wächst – und wird auch immer mehr für junge Paare interessant, die ihren Urlaub unabhängig gestalten möchten. Im Job stark eingebunden, bietet ein Reisemobil in der Freizeit die ideale Möglichkeit zur persönlichen Entfaltung – ein Gefühl von Freiheit und Flexibilität.

Der Vorteil bei der Vermietung: Einsteiger können erste Erfahrungen mit einem Reisemobil sammeln, ohne es kaufen zu müssen. Da bei jungen Paaren die Familienplanung nicht abgeschlossen ist – beziehungsweise noch gar nicht begonnen hat –, kann so von Jahr zu Jahr der jeweils passende Grundriss gewählt werden. Dazu sind die Modelle in der Vermietung in der Regel top ausgestattet. Gerade die Nachsaison lockt beim Thema Vermietung mit stichhaltigen Argumenten: Die Reisemobilvertreter haben eine größere Auswahl, im Süden herrscht noch ein angenehmes Klima und die Stellplätze sind nicht mehr so überfüllt wie im Sommer. Dazu kann im Herbst und Winter richtig gespart werden.

1. Der Mieter muss im Besitz eines gültigen Personalausweises oder Reisepasses sein. Um ein Reisemobil zu mieten, benötigt der Interessent außerdem einen gültigen Führerschein.

2. Der Fahrer eines Mietfahrzeugs muss mindestens 21 Jahre alt und mehr als ein Jahr Fahrpraxis nachweisen können.

3. Mit der Führerscheinklasse B dürfen Reisemobile mit einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 3500 Kilogramm bewegt werden. Ein Blick in den Fahrzeugschein im Feld F.1 schafft Abhilfe.

4. Wer noch nie mit einem Reisemobil unterwegs war, sollte sich vor der ersten Fahrt in den Urlaub eine ausführliche Einweisung vom Vermieter einholen. Reisemobile sind größer als gängige Pkw. Deshalb zunächst auf bekannten Strecken an das Fahrzeug gewöhnen.

Die wichtigsten Vermietketten im Überblick

Cararent
Marken: alle Marken
Mietstationen Inland: Online-Plattform
Maximales Alter: 98 Monate
Ganzjähriges Angebot: Ja (eingeschränkt)
Angebote online: Ja
Kontakt: +49 711 182-1632, www.cararent.de

DRM
Marken: Eura, Forster, Karmann, VW
Mietstationen Inland: 11
Maximales Alter: 18 Monate
Ganzjähriges Angebot: Ja (eingeschränkt)
Angebote online: Ja
Kontakt: +49 8121 995-0, www.drm.de

Rent-Easy
Marken: Fahrzeuge aus der Erwin-Hymer-Group
Mietstationen Inland: 16
Maximales Alter: 24 Monate
Ganzjähriges Angebot: Ja (eingeschränkt)
Angebote online: Ja
Kontakt: +49 7562 91389-290, www.rent-easy.de

ADAC
Marken: alle Marken
Mietstationen Inland: 85
Maximales Alter: 18 Monate
Ganzjähriges Angebot: ja (eingeschränkt)
Angebote online: Ja
Kontakt: +49 89 7676-3828, www.adac.de

McRent
Marken: Marken der Erwin-Hymer Group
Mietstationen Inland: 28
Maximales Alter: 24 Monate
Ganzjähriges Angebot: Ja (eingeschränkt)
Angebote online: Ja
Kontakt: +49 7562 91389-150, www.mcrent.de

Intercaravaning-Rent
Marken: alle Marken, u. a. Hymer, Bürstner, Knaus, Morelo, Carthago
Mietstationen Inland: 21
Maximales Alter: 18 Monate
Angebote online: ja (eingeschränkt)
Kontakt: +49 800 1655-551, www.intercaravaning.de/vermietung.html

Reisemobil-Portal
Marken: VW California, Eura Mobil, Ahorn, Sunlight, Forster
Mietstationen Inland: 70
Maximales Alter: 3 Jahre
Ganzjähriges Angebot: Ja (eingeschränkt)
Angebote online: Ja
Kontakt: +49 951 29951-971, www.reisemobil-portal.de

5. Experten-Interview: Nachgefragt bei Sebastian Happel

Sebastian Happel Foto: Händler
Sebastian Happel: Der Sachverständige hat sich auf das Thema Wertentwicklung und Schadenskalkulationen bei Freizeitfahrzeugen spezialisiert.
Herr Happel, wie kann man sich Ihren Job vorstellen?

Hauptsächlich erstellen wir Gutachten. Wir bieten aber auch eine Kaufberatung an. Dann begleiten wir die Kunden zu einem Besichtigungstermin. Gerade verdeckte Mängel können später richtig teuer werden. Ein Beispiel: Durch einen Unfall wird die Heckwand eines Reisemobils eingedrückt. Der Sachverständige gibt an, wie der Reparaturweg auszusehen hat. Oft wird der Schaden nicht korrekt behoben. Die zu erneuernde Wand wird trotzdem abgerechnet. Steht der nächste Besitzer dann mit einem Folgeschaden beim Versicherer, sieht der durch den Abgleich der Fahrgestellnummer keine Reparaturrechnung vorliegen. Also bleibt der Kunde auf den Kosten sitzen.

Wie berechnen Sie den Fahrzeugwert von Gebrauchtwagen?

Zuerst müssen die üblichen Parameter wie Erhaltungszustand, Fahrleistung und Marktlage berücksichtigt werden. Dann wird der optische Zustand unter die Lupe genommen. Es wird nach Vorschäden gefragt und Altschäden werden dokumentiert. Der Klassiker ist immer der Hagelschaden. Es gilt zu klären, ob Schäden abgerechnet und vom Versicherer bezahlt wurden. Es ist ein wenig wie Detektivspielen. Solche Dinge mindern natürlich den Verkaufswert. Dann prüfen wir Dichtigkeit und Gas und schließlich auch das Interieur.

Inwiefern beeinflusst der aktuelle Markt den Fahrzeugpreis?

Jeder Besitzer meint, sein Reisemobil sei immer ein Unikat. Das sind natürlich Ammenmärchen. Sie müssen als Sachverständiger dann den Leuten klarmachen, dass ihr Fahrzeug überhaupt nicht so einzigartig ist als gedacht. Der Aufbau an sich und die Grundausstattung der Reisemobile sind herstellerübergreifend ziemlich gleich und umfangreich. Oftmals ist es dann das Sonderzubehör, das den Preis noch einmal etwas nach oben treiben kann. Also eine längere Markise oder ein Fahrradträger mit vier Schienen zum Beispiel.

Ist der Herbst eine gute Zeit für einen Fahrzeugkauf?

Bei Gebrauchtwagen kann man das so sagen. Vor allem stoßen Mietrückläufer im Herbst massiv auf den Gebrauchtwagenmarkt und nehmen einen erheblichen Anteil darin ein. Derzeit profitieren die Händler von hohen Nachlässen bei Neufahrzeugen. Sie kaufen ein Reisemobil relativ günstig ein, vermieten es und verlangen im Anschluss den handelsüblichen Preis, der immer noch über dem Einkaufspreis liegt. Die Marge scheint noch ziemlich hoch zu sein, weshalb die Händler mit Rabatten im Herbst Kunden anlocken können.

Welchen Tipp können Sie den Lesern beim Kauf mitgeben?

Das Fahrzeug genau in Augenschein nehmen. Die Dichtigkeit überprüfen und nach Hagelschäden Ausschau halten. Oftmals wird versucht, kleine Schäden zu kaschieren. Händler müssen ihren Käufern natürlich eine Garantie geben. Gerade aber für den Privatkauf empfiehlt sich eine Beratung von einem Sachverständigen. Die Kosten hierfür liegen im Schnitt bei etwa 200 Euro. Alles, was mit der Versicherung abgerechnet wurde, muss der Halter preisgeben. Das mindert dann natürlich den späteren Kaufpreis. Deshalb immer viele Fragen stellen. Der Verkäufer ist offenbarungspflichtig.

Fazit

Schnäppchenkauf mit Köpfchen: Goldene Zeiten für den Neukauf sind vor allem die Messen oder Sonderschauen der Händler. Ausstellungsfahrzeuge mit Extra-Abschlag fallen derzeit nur noch vereinzelt von den Bäumen. Sondermodelle mit viel Ausstattung schon eher. Junge Mietrückläufer hingegen warten nur darauf, gepflückt zu werden.

Bei aller Schnäppchengier gilt: Am Ende muss das Modell zum Käufer passen. Herbst und Winter sind aber auch gute Zeiten, um ein Fahrzeug zu mieten. Die Anbieter locken in der kühleren Jahreszeit mit deutlich niedrigeren Preisen. Für die kommende Saison gilt: Frühbucherrabatte nutzen.

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