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Wohnmobil-Tour nach Griechenland

Die schönsten Stopps auf der Halbinsel Peloponnes

Der Strand in der Bucht von Navarino hat die Form eines Amphitheaters. Foto: Jürgen Bartosch 19 Bilder

Es ist höchste Zeit, Griechenland als Camping-Reiseziel wiederzuentdecken: promobil zeigt die Umrundung der Halbinsel mit den schönsten Stopps und Stellplätzen.

30.08.2017 Jürgen Bartosch

Konflikte auf dem Balkan, Finanzkrise und Flüchtlingswelle – es gibt natürlich Gründe, warum die Lust, nach Griechenland zu reisen, in den vergangenen Jahrzehnten deutlich abgenommen hat. Und ganz ausgestanden sind die letzten beiden Themen ja leider noch nicht. Aber bis dahin zu warten, wäre wirklich schade, zumal eine Beeinträchtigung vor Ort allenfalls punktuell zu spüren ist. Und als einer von wenigen Touristen unterwegs zu sein hat ja durchaus auch Vorteile: Sowohl Sehenswürdigkeiten als auch Stell- und Campingplätze sind weniger überlaufen, und die Einheimischen freuen sich über jeden Gast.

Also, auf nach Griechenland!

Der Kanal von Korinth macht die Peloponnes faktisch zu einer Insel. Foto: Jürgen Bartosch
Der Kanal von Korinth macht die Peloponnes faktisch zu einer Insel.

Wir haben uns die Peloponnes ausgesucht. Denn diese Halbinsel ist ein höchst abwechslungsreiches Stück Griechenland für sich, das man auf einer drei-, besser vierwöchigen Reise sehr gut umrunden und kennenlernen kann. Halbinsel deshalb, weil sie bei Korinth durch eine schmale, nur rund sechs Kilometer breite Landbrücke mit dem griechischen Festland verbunden ist. Oder besser gesagt, war, denn seit 1893 durchtrennt der berühmte Kanal von Korinth den sogenannten Isthmus und erleichtert die Schiffspassage ungemein – zuvor wurden Boote teils von Pferden über die Landenge gezogen. Wer seine Peloponnes-Umrundung im Uhrzeigersinn vornimmt, bestaunt dieses über hundertjährige Zeugnis menschlicher Baukunst schon in den ersten Urlaubstagen – wer mag, auch aus ganz besonderem Blickwinkel: Von der Straßenbrücke aus kann man sich per Bungee-Jumping in die Tiefe stürzen.

Besondere Perspektiven eröffnet an der Nordküste auch eine Tour mit der Zahnradbahn von Diakofto hinauf in die Berge zum Kloster Mega Spileo. Das über tausendjährige Kloster klebt wie ein Schwalbennest unter der überhängenden Felswand und ist ein beliebtes Wallfahrts- und Ausflugsziel. Wer sich mehr an eindrucksvoller Natur erfreut, nimmt dagegen gleich den Rückweg durch die Vouraikos-Schlucht zu Fuß in Angriff – immer entlang der Bahntrasse. Besonderes Erlebnis sind dabei die unbeleuchteten Tunnel, die teils Fledermauskolonien beherbergen. Und wenn einer der seltenen Züge heranzuckelt, kündigt sich dies schon von Weitem durch Rumpeln und Pfeifen an.

Peloponnes: Natur und Sandstrände entlang der Ägäis

Naturpool und Fossilien: bei den versteinerten Palmen von Agio Marina Foto: Jürgen Bartosch
Naturpool und Fossilien: bei den versteinerten Palmen von Agio Marina

Die Südküste der Peloponnes ist geprägt von drei fingerartigen Landzungen, die sich in die Ägäis hinausstrecken. Am äußersten Zipfel des östlichsten Fingers lässt sich ein erstaunliches Naturphänomen entdecken: der versteinerte Wald von Agio Marina. Dort hat die Brandung eine Felsschicht freigelegt, in der sich viele versteinerte Stümpfe von Palmen, aber auch die Schalen zahlreicher Meerestiere wie Muscheln und Seeigel erhalten haben. Zudem lockt das türkisblaue Wasser hier besonders zum Baden, und ein Wanderweg entlang der Küste belohnt am Ende mit zwei Kapellen in atemberaubender Aussichtslage.

Wild und wehrhaft erscheinen die Dörfer auf dem mittleren Finger, dem Gebiet der Mani. Die Häuser sind wie Festungstürme gebaut und thronen meist auf Hügeln, um Feinde rechtzeitig entdecken zu können, wie etwa der Ort Vathia an der Südspitze. Auf dem westlichsten Finger lohnt ein Besuch der Bucht von Navarino in besonderer Weise – wo sich Geschichte, Traumstrand und Naturerlebnis vereinen. 1827 vernichtete eine alliierte Flotte die übermächtige türkische Armada, die in der Bucht vor Anker gegangen war. Wer sich nicht „trocken“ im Museum über diese spektakuläre Schlacht informieren möchte, kann es auch „nass“ bei einem Tauchgang zu den Resten eines der 55 gesunkenen Schiffe tun.

Auf sporthistorischem Boden: der Phi lippeion-Tempel im alten Olympia. Foto: Jürgen Bartosch
Auf sporthistorischem Boden: der Phi lippeion-Tempel im alten Olympia.

Selbst für Bademuffel ein Muss ist dagegen der Voidokilia-Strand im Norden der Bucht – einer der schönsten Strände der ganzen Peloponnes. Seine einzigartige Form mit dem halbkreisförmigen Strand und der Öffnung zum Meer zwischen zwei Felsköpfen hindurch erinnert an eine Qualle – besonders von oben, wenn man zur nahen Festungsruine Paläo Kastro hinaufsteigt. Hinter dem Strand erstreckt sich zudem eine geschützte Salzwasserlagune, in der man zahlreiche Vogelarten beobachten kann. Mit viel Glück und Ausdauer entdeckt man in den Hecken sogar Chamäleons, die in Europa nur hier vorkommen.

Grexit? Dass Griechenland elementarer Bestandteil Europas ist, zeigt eigentlich schon der griechische Ursprung des Namens. Auch ein Besuch im antiken Olympia im Westen der Peloponnes lehrt nebenbei, dass viel von unserer Lebensweise hier seinen Ursprung hat.

promobil-Tipp für Peloponnes

Die Höhle ist per Boot oder zu Fuß erkundbar. Foto: Jürgen Bartosch
Wie verzaubert wirken die Tropfsteinformationen in der per Boot und zu Fuß erkundbaren Höhle.

Die Tropfsteinhöhlen von Pirgos Dirou verzaubern mit ihren teils bleistiftdünnen Stalaktiten, die sich im Wasser spiegeln, denn der größte Teil der Höhle ist durch einen unterirdischen Fluss geflutet und per Bootsfahrt zu besichtigen. Da der Parkplatz vor der Höhle schnell überfüllt ist, übernachtet man am besten in der benachbarten Kiesstrandbucht und läuft die ca. 300 m bis zur Höhle.

Anreise nach Griechenland

Die Anreise kann heute zwar wieder ganz gut via Autobahn durch die Balkanstaaten erfolgen. Die teils saftigen Mautgebühren und die schiere Strecke machen die Alternative per Fähre aber angenehmer und teils nicht viel teurer. Besonders attraktiv: eine Camping-an-Bord-Passage, die etwa von Anek Lines, Superfast Ferries und Minoan Lines auf den Strecken ab Venedig oder Ancona nach Patras angeboten wird. Bei der Rückreise ist vor allem im Raum Patras Vorsicht geboten. Hier halten sich viele Flüchtende auf, die teils versuchen durch Einbruch an Geld zu kommen oder heimlich mitzureisen.

Campingplätze auf der Halbinsel Peloponnes

GR-25002 Alissos: Campsite Golden Sunset Beach
Familien- und Komfort-Campingplatz mit großem Poolbereich und mehreren Wasserrutschen. 8 ha großes Gelände mit 120 Stellplätzen. Strom, Ver- und Entsorgung, W-LAN, Gasflaschentausch. Stellplatz 7,50 Euro, Person 7 Euro, Strom 4 Euro. Geöffnet von Ende Juni bis Anfang September.
Standort: Old National Road, GPS 38°08’39”N, 21°35’19”E, Telefon 00 30/26 93 07 12 76,

Traumstrände in Campingplatznähe auf der Insel Elafonisos. Foto: Jürgen Bartosch
Traumstrände in Campingplatznähe auf der Insel Elafonisos.

GR-23053 Elafonisos: Simos Camping
Passabler Campingplatz 50 m vom Traumstrand Simos Beach entfernt auf der vorgelagerten Insel Elafonisos. Strom, Ver- und Entsorgung, W-LAN, Einkaufsladen und Restaurant. Stellplatz 8–12 Euro, Person 6–8 Euro, Strom inklusive. Geöffnet Ende April bis Ende Oktober.
Standort: Simos Beach, GPS 36°28’38”N, 22°58’29”E, Telefon 00 30/27 34 02 26 72, www.simoscamping.gr

GR-24001 Gialova: Campsite Erodios
Gut ausgestatteter Campingplatz an der Navarino-Bucht mit direktem Strandzugang, Voidokilia-Traumstrand ca. 3 km entfernt. Etwas kleine Stellflächen, teils Schatten durch Bäume und Mattendächer. Strom, Ver- und Entsorgung, W-LAN, Einkaufsladen und Restaurant. Stellplatz 9–10 Euro, Person 6–7,50 Euro, Strom 4 Euro. Geöffnet von Mitte April bis Mitte Oktober.
Standort: keine Angabe, GPS 36°57’07”N, 21°41’43”E, Telefon 00 30/27 23 02 32 69, www.erodioss.gr

GR-27200 Palouki: Camping Palouki
Gepflegter, ruhiger, idyllisch gelegener Platz mit direktem Zugang zum flachen Sandstrand. 10 ha großes Areal mit ca. 75 relativ großen, schattigen Stellflächen auf Grasboden. Strom, Ver- und Entsorgung, W-LAN, Einkaufsladen und Restaurant, verschiedene Sportangebote, Thermalbad in der Umgebung. Stellplatz 8–8,50 Euro, Person 6,50–7 Euro, Strom 4,50 Euro. Geöffnet von Anfang April bis Mitte Oktober.
Standort
: Paloukiou, GPS 37°45’13”N, 21°18’23”E, Telefon 00 30/26 22 02 49 42, www.camping-palouki.gr

Stellplätze auf der Halbinsel Peloponnes

GR-23057 Krokees: Area Sosta Camper Krokees
Einfacher, gebührenpflichtiger Übernachtungsplatz für 30 Mobile. Nahe dem Glyfada Restaurant/Beach Bar. Teils Schatten unter niedrigen Bäumen. Direkter Zugang zum sehr langen Valtaki-Strand mit Wrack des Frachtschiffs Dimitrios. Gebühr: keine Angabe.
Standort: Valtaki Beach, GPS 36°47’20”N, 22°34’54”E, Telefon 00 30/27 33 02 40 44, www.glyfadabeachbar.gr

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Heft 08 / 2017 12. Juli 2017 162 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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