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Das Wohnmobil selbst ausbauen

Interview mit Wohnmobil-Ausbauer Ulrich Dolde

Nachgefragt bei Ulrich Dolde, Buchautor und Webseitenbetreiber rund um das Thema Selbstausbau. Foto: promobil

promobil hat beim Autor und Webseitenbetreiber Ulrich Dolde nachgefragt wie es um den Selbstausbau steht, was die Besitzer der Mobile antreibt und welche Vorschriften und Hilfestellungen es gibt.

Der Reisemobil-Selbstausbau ist oft totgesagt worden. Wie aktiv ist die Szene? 

Wir sprechen immer noch von einer kleinen Nische, aber die Szene ist alles andere als tot, sondern sie wächst stetig. Seit ich vor einigen Monaten meine Fahrzeuggalerie ins Leben gerufen habe, haben mehr als 100 Website-Nutzer ihr individuell ausgebautes Fahrzeug dort eingestellt. Und dass es viele Interessenten gibt, zeigt die Zahl von weit mehr als 9000 Betrachtern bei den attraktivsten Mobilen. 

Das Angebot an Serienfahrzeugen ist vielfältig. Was spricht für den Selbstausbau? 

Wohnmobilisten sind Individualisten. Doch Serienmobile ähneln sich immer mehr. Wer mit seinem Fahrzeug auch einen Teil seiner Persönlichkeit zum Ausdruck bringen möchte, der wird unter den klassischen Wohnmobilen kaum fündig. Wer sein Reisemobil selbst ausgebaut hat, der hat viel Zeit, Geld und Enthusiasmus hineininvestiert. Es sind Fahrzeuge, die mit viel Herzblut gebaut wurden, und diesen Spirit spürt man. Diese Reisemobile haben so etwas wie eine Seele. Vielleicht ist es das, was manche Kunden an Serienwohnmobilen vermissen?

Die Ausbauvorschriften sind immer zahlreicher. Ist das ein Problem für Selbermacher? 

Das ist sicherlich eine Herausforderung. Die Richtlinien sind aber für jedermann einsehbar, werden auch in meinem Buch erläutert und können bei fundierter Planung problemlos berücksichtigt werden. Außerdem empfehle ich meinen Lesern, mit einem Ausbaubetrieb in der Nähe zusammenzuarbeiten und diesen frühzeitig in das Projekt einzubeziehen. 

Sind selbst ausgebaute Reisemobile wirklich günstiger als Serienfahrzeuge? 

Bei einem individuell gebauten Reisemobil liegt der Anteil der Arbeitsleistung gegenüber der Hardware bei ca. 50 Prozent oder darüber. Beim Serienmobil ist er sicherlich geringer. Diesen Anteil kann man einsparen. So kann man ein Fernreisemobil auf Basis eines gebrauchten Allrad-Lkw ab 30 000 Euro aufbauen, einen Kastenwagen schon ab 15 000 Euro. Das ist aber nur die wirtschaftliche Seite der Medaille. Für mich war es auch wichtig, durch den Ausbau zu lernen, wie ein Wohnmobil funktioniert. 

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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