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Winnebago Revel auf Mercedes Sprinter 4x4 (2018)

US-Traditionsmarke setzt auf Allrad-Campervan

Winnebago Revel (2018) Foto: Winnebago 23 Bilder

Die US-amerikanische Kultmarke Winnebago setzt voll auf den Vanlife-Trend. Der neueste Allrad-Campingbus auf Mercedes-Sprinter-Basis punktet mit kompakten Maßen und autarker Bordtechnik dank Solarpanels.

21.09.2017 Sophia Pfisterer

Beim Namen Winnebago denken die meisten an amerikanische Dickschiff-Wohnmobile, die kantig bis bullig daherkommen und mit ihren Maßen europäischen Fahrzeugen, und vor allem engen, europäischen Straßen das Fürchten lehren. Eine umso größere Überraschung ist die neueste Entwicklung, die Winnebago mit dem Revel auf den Markt bringt: Ein kompakter Campingbus mit Allrad-Antrieb. Woher der Sinneswandel?

Winnebago will am Puls der Zeit bleiben und hat die Bewegung der Vanlifer für sich entdeckt. Unter dem Hashtag #vanlife findet man in den Sozialen Medien seit einiger Zeit immer mehr Camper, die ihre Campingfahrzeuge anders nutzen als die Generationen zuvor. Oder wie es Russ Garfin, Produktmanager von Winnebago, ausdrückt: „People wanna go off the grid.“ Die Leute wollen einfach mal vom Radar verschwinden, vom hektischen Alltag in die Ruhe der Natur und das am liebsten in einem wendigen und Offroadstrecken-tauglichen Fahrzeug.

Winnebago Revel: Kompakter Campingbus für Offroad-Liebhaber

Winnebago Revel (2018) Foto: Winnebago

Der Winnebago Revel Campingbus gehört in der US-amerikanischen Wohnmobil-Klassifizierung zu den Class-B-Motorhomes, den kompakten Fahrzeugen, und wendet sich speziell an die Freunde von Outdoor-Aktivitäten. Dafür spricht auch der Grundriss: Im Heck des Campers ist ein Hubbett quer untergebracht, das elektrisch gesteuert hoch- und herunter fährt.

Darunter kann man Sportgeräte wie beispielsweise Fahrräder oder Surfboards transportieren. Dank Ausbuchtungen auf beiden Seiten des sonst schlanken Basisfahrzeugs ist das Bett zwei Meter lang. Das Hubbett selbst ist etwas kürzer, Polster auf beiden Seiten in den Ausbuchtungen bringen es letztendlich auf zwei Meter Länge.

Winnebago Revel (2018) Foto: Winnebago

In der Mitte des Fahrzeugs befindet sich eine Küchenzeile und gegenüber davon ein abtrennbares Badezimmer mit WC und Dusche. Wird das Bad nicht genutzt, kann man es mit Einlegeböden zu einem großen, hohen Kleiderschrank umfunktioneren. Ein schmaler deckenhoher Schrank ist allerdings auch neben der Küchenzeile vorhanden.

Vor dem Bad sind eine Zweiersitzbank und ein komplett wegklappbarer Tisch untergebracht. Die beiden vorderen Sitze sind drehbar, sodass eine Sitzgruppe für vier Personen entsteht. Über der Sitzgruppe kann optional ein weiteres Hubbett mit den Maßen 175x63 Zentimeter eingebaut werden. Praktisch für alle Freunde von sozialen Medien: Statt eines Fernsehers gibt es an der Küchenzeile einen Clip für ein Tablet, sodass man auch unterwegs nicht auf „Netflix&Chill“ verzichten muss.

Autarkie und Allrad-Antrieb

Der vollausgestattete Camper ist ganzjährig nutzbar und setzt auf Allrad-Antrieb und Autarkie. Perfekt um sich damit in die amerikanischen Nationalparks zu schlagen und dort die Einsamkeit zu genießen. Autark wird der Winnebago Revel durch Solarpanels auf dem Dach, die den Kühlschrank und den Induktions-Herd mit Strom versorgen. Somit verzichtet der Revel komplett auf Gas.

Winnebago Revel (2018) Foto: Winnebago

In Puncto Bordtechnik gibt es eine weitere Besonderheit: Als Standart auf amerikanischen Campingplätzen gilt eigenltich der Full-Hook-Up, ein fester Frischwasser-, TV- und Schwarzwasser-Anschluss. Dementsprechend sind auch die Sanitäranlagen in den Campingfahrzeugen ausgelegt. Der Winnebago Revel geht mit seiner Toilettenkassette allerdings einen anderen Weg. Der Campingbus ist tatsächlich dafür ausgelegt, fernab der Campingplatz-Zivilisation Abenteuer zu erleben.

Bei den Farben für die Außenlackierung setzt Winnebago mit „Pebble Grey“ und „Silver Forest“ auf Grautöne, die mit zurückhaltenden grünen oder weinroten Dekoren an der Heckschürze verziert werden können. Alles in allem ist der Revel von außen bis auf den Mercedes-Stern recht unauffällig, dafür ist unter der Motorhaube mehr los: Der Sprinter bringt einen 188-PS-Diesel mit zuschaltbarem Allradantrieb und Fünfgang-Automatik mit.

RVIA Campingfahrzeug-Messe in LouisvilleWohnmobil-Trends 2017 aus den USA

Der Preis für den Winnebago Revel liegt bei 134.799 US-Dollar, rund 113.000 Euro. Wermutstropfen für alle Interessierten hierzulande: Erhältlich sind die Wohnmobile der Firma Winnebago leider nur in den USA, Kanada, Australien und Südkorea.

Winnebago Revel: Daten und Preise

Preis: 134.799 US-Dollar
Länge/Breite/Höhe
: 5,79/2,13/2,74 Meter
Basisfahrzeug: Mercedes-Benz Sprinter 4x4 mit 3-Liter-Turbodiesel, 188 PS
zulässiges Gesamtgewicht: 3,96 t
Sitzplätze/Schlafplätze: 4/2 (3)
Frischwassertank: 79,5 Liter
Schwarzwassertank: 18,9 Liter
Liegefläche Heckbett: 2 x 1,24 Meter

Neuester Kommentar

Guten Morgen. Dieser Artikel ist eine absolute Bereicherung. Er ist sehr gut geschrieben und hebt sich insgesamt endlich mal wieder massiv von der sonst üblichen Bandbreite ab.

Genau das, was hier geboten wird, ist etwas, wovon auch sogar Hersteller in unserem Umfeld neue Impulse bekommen. Auch wenn diese Class B Variante nicht in Deutschland angeboten werden wird, so finde ich gerade den Mut, das Fahrzeug trotzdem - auch im Detail - vorzustellen absolut goldrichtig! Hinzu kommt, dass das Bildmaterial einen guten Eindruck erlaubt und die Berechtigung für das Konzept erläutert wird.

Interessant daher, dass ausgerechnet in den USA tatsächlich auch die Kastenwagen / Class B Motorhomes stark anziehen. Ein paar Versuche anderer Hersteller auf Sprinter habe ich bereits kennengelernt, aber dort merkte man, wie bemerkenswert weltfremd die Amerikaner oft noch in einem kompakten Fahrzeug mit dem verfügbaren Platzangebot und entsprechend hemdsärmeliger Funktionalität aufwarten. Nicht so im Modell hier und genau das macht neugierig.

Der Preis ist hochinteressant, da auch vergleichbare Modelle (La Strada Regent S, HymerCar Grand Canyon S, HRZ Freedom, CS Independent etc.) preislich auf diesem Niveau landen - locker sogar. Hier jedoch schon mit 3Liter Motor und bemerkenswertem Setup an Bordelektrik.

Sicher ist eine solche Qualitätsstufe auch bei uns immer nur ein Randbereich, da sich Hersteller der Kernmarken im Kastenwagensegment gerne auf die Masse konzentrieren.

Aber interessanterweise schaut man sich in dieser Branche von den Glanzbrocken der Szene dann doch gerne zukünftige Erklärungen und Bekenntnisse an neue Attitüden ab. So wurde durch die Einführung des mit starker Marketingaktivität unterstützten Konzeptes Grand Canyon S sowohl die Allrad Optik opportun als auch der Allradantrieb selbst in dieser Klasse auf einmal attraktiv.

Auf dem CSD 2017 konnte man dann bemerken, dass nun auch langsam vermehrt Kastenwagenhersteller sich anschickten, normale 2WD Ducatos mit Radsätzen zu schmücken, die BF Goodrich T/A All Terrain KO2 Bereifung trugen.

Bestes Beispiel und wirklich gelungen war das vorgestellte Konzept des 4x4 Ducato von Westfalia als Amundsen 540 D in einer Folierung in einer Mischung aus irgend etwas zwischen khaki und olivgrün.
Das Fahrzeug trifft mit 540er Länge den absoluten Trend für den Alltag und erlaubt ebenfalls wie hier beschrieben, vom Radar zu verschwinden und dem Natursport sehr spontan überall folgen zu können.
Westfalia hat überhaupt richtig viel ziemlich richtig gemacht: auch der hochwertige Columbus nun als 540er Modell und ein ernstes Konzept auf dem neuen Crafter, das nicht wie im Fall Knaus aufgrund eines seitlichen Formteils verworfen werden musste (Siehe dazu die überraschend umgestaltete Längsbettversion des BoxDrive, der mit Pauken, Trompeten und Teasern von langer Hand als Wunderwaffe mit aerodynamischen Verbreiterungs-Formteilen über fast die gesamte Fahrzeugbreite angekündigt wurde. Am Ende gabs eine böse Überraschung mit einer First Edition, über deren wahren Hintergrund ganz geschickt nirgends berichtet wurde.)

Gleichzeitg kann und muss man sagen, dass Westfalia ansonsten eben noch genau Westfalia ist - mit einem unfassbar schlechten bis nicht vorhanden Marketing. Der extra zum CSD noch schnell vorgestellte 4x4 Amundsen 540 D sollte zwar wohl nur ein paar Statements setzen (sowas wie Lifestyle, 4x4 und den Grand Canyon S können wir von Westfalia übrigens auch Leute), aber allein das Hin und Her bei der Anzeige des dazugehörigen Newsartikels auf der Webseite von Westfalia - bis heute - macht klar, dass der Laden irgendwann nochmal an der eigenen Trägheit und Hemdsärmeligkeit eingeht wie eine Primel.

Aus derartigen Gründen macht einer derartige Vorstellung des Winnebago Revel auf Sprinter 4x4 ausdrücklich Sinn. Es bestätigt, dass ein hier erkannter Trend auch unabhängig von unseren manchmal beschränkten Sichtweisen neutral funktioniert.

Sehr gut! Und natürlich danke.

Diana van Heide 22. September 2017, 09:11 Uhr
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