SCHARNIERE UND VERRIEGELUNGEN übernehmen wichtige Funktionen im Reisemobil. Dieter S. Heinz
Das moderne Federbandscharnier übernimmt mehrere Funktionen
Pushlocks haben sich auf breiter Front durchgesetzt
Ein einfacher Doppelrollenschnäpper hält per Kraftschluss die Klappe zu.
Hier ist die Drücktasten-Hakenverriegelung im Klappengriff angeordnet 16 Bilder

promobil Ratgeber zur Möbelbeschlagskunde

Scharniere und Verriegelungen im Reisemobil

Scharniere und Verriegelungen übernehmen wichtige Funktionen im Wohnmobil. Sie sichern Ladung und erleichtern den Zugang zu Fächern. Im Laufe der Jahre sind verschiedene Typen entstanden.

Betrachtet man die Beschläge, Schlösser und Klappenaufsteller aktueller Wohnmobile, wird klar, dass sich in den letzten Jahren einiges getan hat. Wo heute solide Federbandscharniere die Dachschrankklappen offen halten, taten dies früher einfachste Kunststoff-Klappenaufsteller oder Teleskophalter aus Metall. Zwar gibt es auch heute unterschiedliche Scharnier-Typen – vom einfachen Modell bis hin zur soliden Ausführung, bei der die Klappe dank Softclose-Dämpfung komfortabel leise schließt. 

Für Kleidung und andere leichte Gegenstände reicht die Kraft der im Scharnier integrierten Federn meist aus, um die Klappe geschlossen zu halten. Etwas mehr Widerstand gegen ungewolltes Öffnen versprechen Möbel- oder Rollenschnäpper. Technisch gesehen arbeiten auch sie mit dem sogenannten Kraftschluss, während Riegel und Haken, diehinter ein Schließblech oder ein entsprechendes Profilgreifen, Formschluss erzeugen. Sie gilt es, bewusst zu entriegeln. 

Bewährt haben sich hierfür Pushlocks, also Druckknopfverriegelungen. In verriegeltem Zustand sind sie praktisch oberflächenbündig, durch Fingerdruck ausgerastet dienen sie gleichzeitig als Zugknopf. Lange Fingernägel kommen hingegen besser mit einer Drucktasten-Hakenverriegelung klar, bei der der Fingerdruck einen Haken vom Schließblech hebt. Auch diese gibt es in verschiedenen Qualitäten bis zum Metallhaken.

Wichtig ist, dass die Gesamtkonstruktion den Formschluss zuverlässig hält. Das heißt, dass Haken oder Riegel in jeder Situation hinter das passende Gegenstück greifen müssen. Wenn eine breite Küchenschublade schwer beladen wird, kann dies dazu führen, dass ein mittig installierter Riegel unter dem Schließprofil durchrutscht und die Lade krachend aufspringt. Dem kann mit einer zusätzlichen seitlichen Verriegelung per Drehstangenschloss nebst Schließhaken vorgebeugt werden. 

Diese Dreipunktverriegelung findet sich häufig auch an Kleiderschrank- oder Badtüren, die möglichst klapperfrei schließen sollen. Und gerade bei der Sanitärraumtür geht der Trend eindeutig zu hochwertigen Ausführungen: Fallenschlösser mit Drückergarnituren aus Metall oder sogar Türschlösser mit Magnetfalle. Die verschwindet bei offener Tür komplett im Schlosskasten und schließt bündig mit dem Stulp ab, so heißt das Abschlussblech, aus dem der Riegel kommt. Bei geschlossener Tür wird die Falle vom Magneten berührungslos und leise ins Schließblech gezogen. Eine elegante Lösung und ein Schritt zu noch hochwertigeren Komponenten. 

Zentralverriegelungen, die alle Küchenschubladen und -auszüge auf Knopfdruck elektrisch blockieren, gibt es bereits in diversen Reisemobilen – eine besonders komfortable Lösung.

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