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Ratgeber

Regulierung bei Auslandsunfall

Im letzten Frankreichurlaub hatten wir einen Unfall. Ein Pkw-Fahrer hatte uns die Vorfahrt genommen. Der Mann versprach, den Schaden seiner Versicherung zu melden. Obwohl wir schon mehrfach darum gebeten haben, ist bis jetzt aber noch nichts geschehen. Wie kommen wir jetzt an unser Geld?
Kerstin Wünsch, 70186 Stuttgart

Antwort:

Generell gilt: Je besser der Unfall dokumentiert wurde, umso schneller erfolgt die Schadenregulierung. Machen Sie Fotos von der Unfallstelle, lassen Sie den Unfallgegner unterschreiben, dass er Schuld hatte. Notieren Sie sich Kennzeichen involvierter Fahrzeuge und die Namen von Zeugen. Ein Polizei-Protokoll erleichtert die Sache ebenfalls ungemein; allerdings kommt die Polizei in manchen Ländern nicht zum Unfall, wenn keine Personen zu Schaden gekommen sind. In anderen Ländern ist das Hinzuziehen der Behörden dagegen Pflicht. Im Übrigen sind Ihre Chancen für eine angemessene Regulierung erheblich gestiegen, seit im letzten Jahr die vierte Kraftfahrzeug-Haftpflicht-Richtlinie für Unfälle in EU-Staaten in Kraft getreten ist. Demnach muss jede ausländische Versicherung einen Regulierungsbeauftragten in Deutschland benennen, dem Sie den Fall vortragen. Ist weder dieser noch die Versicherung des Unfallgegners bekannt, können Sie sich an die zentrale Auskunftsstelle der Versicherer (unter Telefon 0 18 02/50 26) wenden. Diese recherchiert dann kostenfrei. Hat der Regulierungsbeauftragte drei Monate nach der Schadenmeldung noch nichts unternommen, bleibt der Gang zur Entschädigungsstelle der deutschen Versicherungswirtschaft beziehungsweise zur Verkehrsopferhilfe (Tel. 0 40/ 30 18 00), die nun direkt mit der ausländischen Versicherung verhandelt. Ist nach weiteren zwei Monaten immer noch nichts geschehen, können Sie Ihre Ansprüche gegenüber der Entschädigungsstelle selbst geltend machen. In jedem Fall gilt für die Schadenregulierung das Entschädigungsrecht des jeweiligen Landes. Das heißt, mitunter sind Summen begrenzt. Nützliche Hilfsmittel bei Auslandsunfällen: eine Verkehrsrechtsschutz-Versicherung, die für etwaige Anwaltskosten aufkommt, und ein Schutzbrief, beispielsweise vom ADAC. Der übernimmt auch Kosten für den Fahrzeugrücktransport und die Rückreise.

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