Ratgeber LED Lampen nachrüsten So funktioniert eine LED

Halogen raus und LED rein - das schont die Stromvorräte im Wohnmobil. promobil erklärt, wie die Umrüstung funktioniert und ob gängige LED-Leuchtmittel auch halten, was sie versprechen.

Die Stichprobe: Welche LEDs gibt es auf dem Markt?

Der Markt für LED-Leuchtmittel ist sehr unübersichtlich. Darum hat sich promobil dort umgesehen, wo LEDs gezielt für den Einsatz im Wohnmobil angeboten werden: Aus dem Movera-Katalog haben wir eine Stichprobe von zwölf Leuchtmitteln bestellt und sie einem Test unterzogen. So viel vorweg: Große Überraschungen blieben aus. Die getesteten Produkte hielten alle weitgehend, was sie auf der Verpackung versprechen. Vor allem bei der Stromaufnahme stellten die Leuchtmittel ihre viel gerühmte Sparsamkeit im Vergleich zu Halogen unter Beweis. Dafür ergaben sich hier und da bei der Lichtfarbe kleine Diskrepanzen zwischen den Angaben und der subjektiv empfundenen Farbe.

Auffällig auch, dass es keine einheitliche Angabe zur Helligkeit des Lichts gibt: Frilight und Green Power LED geben den Lichtstrom gemessen in Lumen an. Green Power LED macht zudem noch eine Angabe zur Leuchtleistung in Watt. Letztere findet man ebenso bei Dometic. Eglo nennt bei den Strahlern die Lichtstärke, gemessen in Candela, bei der Platine einen Lumen-Wert. Und bei Sunlight und Movera findet man keine Angaben. Daneben ging es in dem Test aber auch um das Spannungsverhalten der LEDs.

Die Spannung in gängigen Wohnmobilen mit 12-Volt-Anlage variiert zwischen rund 10,5 Volt bei fast leeren Akkus und zirka 14,5 Volt bei Landstromanschluss. Dafür sollten LEDs ausgelegt sein, sonst schwankt die Beleuchtungsstärke entsprechend der Bordspannung.

Wie LEDs auf Spannungsdifferenzen reagieren, hängt davon ab, ob sie geregelt oder ungeregelt sind. Geregelte LEDs macht eine Elektronik spannungsstabil, meist für den Bereich von 8 bis 30 Volt.

Ungeregelte LEDs erkennt man am etwas günstigeren Preis und zum Beispiel der Aufschrift „AC/DC 12V" oder „AC 12V“. Sie gibt an, dass das Leuchtmittel mit Hilfe von Vorwiderständen auf die Spannung von 12 Volt optimiert und auch nur bei dieser Spannung effizient ist. Betreibt man es mit mehr oder weniger Spannung, ändern sich Stromverbrauch, Beleuchtungsstärke, und auch die volle Lebensdauer wird nicht mehr erreicht. Extremes Beispiel: Das Movera-Leuchtmittel brannte bei hoher Spannung durch.

Für den Einsatz im Wohnmobil empfehlen sich ungeregelte LEDs nur bedingt. Ansonsten sind Angebot, Vielfalt und Qualität insgesamt gut, um ein Reisemobil auf LED umzurüsten.

Wie funktionieren LEDs?

LEDs sind winzige Elektronik-Chips aus speziellen Halbleiter-Verbindungen. Schon wenig Energie reicht aus, um sie zum Leuchten zu bringen. Dabei erzeugen LEDs ihr Licht aus einem Kristall. Dieser besteht aus zwei entgegengesetzt geladenen Schichten. Auf der einen Seite herrscht ein Überschuss an Elektronen, auf der anderen Seite ein Elektronenmangel.

Unter Spannung wandern die überzähligen Elektronen und die Löcher aufeinander zu. Die dadurch freigesetzte Energie wird fast ohne Wärmeverlust in Licht umgewandelt und abgegeben oder, besser, emittiert. Daher stammt letztlich auch der Name: Licht emittierende Diode - kurz LED. In der Lichttechnik wird der beschriebene Prozess übrigens Elektrolumineszenz genannt.

LEDs gibt es heute in verschiedenen Ausführungen. Sie zählen zu den kleinsten verfügbaren Lichtquellen. Am Bekanntesten ist wohl die Variante, die mit einer schützenden Kunststoffhülle umgeben ist. Daneben kommen auf Platinen-Leuchtmitteln, wie man sie zum Beispiel auch im Reisemobil findet, hauptsächlich sogenannte SMD-LEDs zum Einsatz. SMD steht für Surface-mounted Device und bedeutet im Prinzip lediglich, dass das eigentliche Leuchtmittel direkt auf der Platine aufgebracht ist.

So testet promobil

Licht ins Dunkle der LED-Technik brachte promobil mit einem einfachen Versuchsaufbau: An ein Holzgestell wurden zwei Leuchten aus einem Reisemobil montiert. Dabei handelte es sich zum einen um eine in die Decke versenkte Halogen-Einbauleuchte mit G-4-Sockel, zum Test der LED-Platinen mit Side Pins. Zum anderen um eine Spot-Leuchte mit sogenanntem Variosockel, geeignet für G 4 und GU 5,3. Sie nahm die LED-Strahlereinsätze als auch die LED-Platine mit Back Pins auf.

Die Spannungsversorgung erfolgte über ein Labor-Netzteil. Es erlaubt, die Spannung variabel einzustellen und zeigt zugleich die Stromaufnahme an. Mit einem Luxmeter bestimmte promobil in einem ansonsten vollkommen dunklen Raum nacheinander die Beleuchtungsstärke der einzelnen LED-Leuchtmittel.

Gemessen wurde bei zehn, zwölf und 20 Volt Spannung jeweils im Lichtzentrum sowie 15 und 30 Zentimeter außerhalb, und zwar im Abstand von einem Meter senkrecht unterhalb der Leuchte.

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