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Leserfragen zum Thema Gewichte

Leergewicht und Beladung

Megatest: Schlanke Integrierte, Bürstner, Carthago, Dethleffs, Hymer, Knaus Foto: Ingolf Pompe

Vier promobil-Leser stellen ihre Frage zum Thema Gewichte im Wohnmobil. Dabei geht es um Zuladung, Gewichtsverteilungen und um Messergebnisse unserer Tests.

26.04.2017
Wir möchten für unsere Touren zwei E-Bikes anschaffen und diese auf einem Heckträger an unserem Reisemobil transportieren. Ein geeignetes Trägersystem haben wir auch schon gefunden. Die Frage ist nun allerdings, ob uns das Gewicht (ca. 50 kg) Probleme bereiten könnte.

fragt promobil Leserin Jutta Braun

Beim Transport von Rädern außen an der Heckwand und generell auch beim Beladen der Garage sollten Sie nicht nur das zulässige Gesamtgewicht, sondern auch die Zuladungsreserve der Hinterachse im Auge behalten. Aufgrund der Hebelwirkung lastet dann mehr als das tatsächliche Zusatzgewicht auf der Achse. Dabei stehen Gewicht, Radstand und Hecküberhang im direkten Verhältnis zueinander. Je länger der Hecküberhang, je kürzer der Radstand und je schwerer das Transportgut auf dem Heckträger oder in der Garage, desto größer ist die wirksame Last auf der Achse. Mithilfe der im Bild gezeigten Formel können Sie berechnen, wie sich das Gewicht der E-Bikes auf die Hinterachse auswirken wird. Die Hebelwirkung bringt zudem eine Entlastung der Vorderachse mit sich. Das kann beim Fahren negative Auswirkungen auf die Traktion (bei Frontantrieb) und das Lenkverhalten haben.

Wie setzt sich das von promobil in Tests gewogene Zusatzgewicht zusammen? Mir ist aufgefallen, dass für das eine Modell 110 kg, für das nächste 150 kg angegeben werden. Wieso ist das stets unterschiedlich?

fragt promobil Leser Björn Kretschmer

Bei den Extras, die wir mit dem von uns ermittelten Fahrzeug-Leergewicht angeben, handelt es sich nicht um eine willkürliche Zusammenstellung von Zubehör, wie zum Beispiel Campingmöbeln oder einer Kabeltrommel. Die gesonderte Angabe fasst vielmehr das Gesamtgewicht der Sonderausstattung zusammen, mit der ein Testwagen ausgestattet ist. Und das kann eben je nach Umfang stark variieren. So können Dachfenster zum Beispiel bis zu 15 kg Zusatzgewicht bringen, eine zweite Bordbatterie sogar das Doppelte. Das promobil-Leergewicht zeigt daher, wie viel Zuladung im jeweiligen Testwagen tatsächlich übrig bleibt.

Beim Test des Morelo Loft in promobil 01/2016 kann man aus dem Gewichtsschema eine Ungleichverteilung zwischen rechts und links ablesen. Und bei Vorder- und Hinterachse ist die Tendenz dabei gerade umgekehrt. Führt dies nicht zu einer Verschränkung?

fragt Heinz Scheller, per E-Mail

Tatsächlich beobachten wir immer wieder einseitige Grundauslastungen der Testfahrzeuge bei unseren Wiegungen – manchmal auch über Kreuz. Solange dies aber im Rahmen bleibt und die zulässigen Reifentraglasten, Achslasten und Gesamtgewichte genügend Reserven bieten, ist dies unproblematisch. Diese Ungleichverteilung „schluckt“ im Wesentlichen die Federung. Schäden durch eine Verschränkung sind erst bei deutlich stärkeren Ungleichgewichten zu befürchten. Vorsicht ist da eher bei sehr einseitiger Beladung oder längerem Bordsteinparken geboten.

Mir ist aufgefallen, dass die Herstellerangaben zum Leergewicht oder der fahrbereiten Masse eines Fahrzeugs deutlich niedriger ausfallen als das von promobil in Tests ermittelte Leergewicht. Woran liegt das?

Ralf Niebel, per E-Mail

Die Hersteller halten sich bei der Angabe zum Fahrzeuggewicht an eine gesetzlich vorgeschriebene Definition. Demnach setzt sich die Angabe zur Masse im fahrbereiten Zustand aus dem Gewicht des Fahrzeugs in der Grundausstattung, einem mindestens zu 90 Prozent befüllten Treibstofftank, einem in Fahrstellung befüllten Frischwassertank (variiert, in den meisten Fällen 20 Liter) und einem pauschalen Fahrergewicht von 75 kg zusammen.

Wir bei promobil stellen die Fahrzeuge ohne einen Fahrer auf die Waage. So können wir neben der eigentlichen Masse auch ermitteln, wie gleichmäßig sich das Gewicht auf die Achsen und Räder verteilt. Entgegen den Herstellern messen wir das Gewicht aber mit voll befüllten Treibstoff- und Frischwassertanks, da Besitzer mit ihren Reisemobilen theoretisch so auch fahren wollen – oder zumindest könnten. Hinzu kommt, dass die Fahrzeuge, die uns von den Herstellern zu Testzwecken zur Verfügung gestellt werden, in der Regel mit einigen Zusatzkomponenten ausgestattet sind. Und die schmälern die Zuladungskapazitäten unter Umständen deutlich.

Alleine das Fiat- oder Chassis-Paket mit elektrischen Außenspiegeln, Klimaanlage oder Beifahrer-Airbag bringt rund 30 kg Zusatzgewicht. Ähnlich sieht es bei einer zweiten Bordbatterie aus. Auch Dachfenster können bis zu 15 kg wiegen. Das bei Tests von uns ermittelte Leergewicht gibt daher an, wie viel Zuladung im jeweiligen Testwagen tatsächlich übrig bleibt.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
pro 04/2017
Heft 04 / 2017 15. März 2017 Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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