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Weinsberg Caratour 541 MQ im Dauer-Test

Erste Zwischenbilanz

Weinsberg Caratour 541 MQ Foto: Sophia Pfisterer 79 Bilder

Sechs Monate lang wird die promobil-Redaktion den kompaktesten aller Weinsberg-Camper testen. Der Caratour 541 MQ bringt auf nur 5,41 Meter alles unter, was ein Bus benötigt: Bad, Querbett, Küche und vier Sitzplätze.

Wie viel Wohnkomfort bietet ein Campingbus mit nur 5,41 Metern Länge? Dieser Frage will promobil in den nächsten Monaten nachgehen. Der Testkandidat: Ein Weinsberg Caratour 541 MQ. Der kompakte Bus mit Bad und einem Motorenherz aus Fiat-Ducato ist kleiner als die sonstigen Dauertest-Kandidaten der Redaktion. Er eignet sich mit seinem Querbett nur für Paare und wird sich über die Sommermonate als Reisegeselle des promobil-Teams bewähren dürfen.

Zur Begrüßung im Team – und weil es bei unseren Dauertest-Fahrzeugen mittlerweile zum guten Ton gehört – bekommt der Weinsberg einen Namen. Dieses Mal durfte die gesamte promobil-Community mitbestimmen: Via Facebook konnten unsere Leser zwischen sechs verschiedenen Namen für den Bus aus Niederbayern wählen. Das Ergebnis ist Poesie pur: Wilma Weinsberg heißt das Testmobil!

Erste Zwischenbilanz: Stärken und Schwächen

Aus allen Praxis-Erfahrungen ziehen wir folgende Schlüssen zum den Vorteilen und Nachteilen des Weinsberg Caratour 541 MQ:

 Kurzer Radstand: kompakt und wendig, Parkplatzsuche kein Problem
 Kühlschrankleistung gut bei über 30 Grad
 Motorisierung mit 130 PS sehr kräftig (außer auf Alpenpässen)
 sparsamer Verbrauch
 ausgeklügelter Stauraum
 Dachfenster und Verdunklung
 110 Liter Frischwasser-Tank

 /  Bett: Die meisten schliefen sehr gut, einige fanden die Matratze zu hart oder die Liegefläche zu kurz.

 ab 120 km/h wird der Motor laut
 Leck im Wasserschlauch in der Küchenspüle
 Badezimmer eng
 Toilette zu hoch eingebaut
 Wasserstrahl der Dusche schwach
 sehr kleiner Tisch in der Sitzgruppe

Nachrüst-Empfehlung: Markise, anderes Radio, mehr Steckdosen.

Alle Tagebucheinträge der Redaktion

Verschiedene Personen haben verschiedene Ansprüche an ihr Campingfahrzeug – und machen im Praxistest unterschiedliche Erfahrungen. Hier finden Sie alle ausführlichen Berichte unserer Tester, die mit dem Weinsberg Carabus 541 MQ nach Frankreich, an den Bodensee, über die Alpen, auf Festivals und bis nach Holland und Italien gefahren sind.

Logbuch vom 13.09.2018: Wilma verteilt Kopfnüsse

von Grafiker Harald Hornig

Weinsberg Caratour 541 MQ Foto: Sophia Pfisterer
Vorsicht, Kopfnussgefahr bei geöffneten Klappen!

Zwei bis drei Zentimeter sind nicht viel. Aber der Grund, warum Wilma und ich nicht zusammenkommen. Dabei hat alles so schön angefangen! Das Wetter drehte auf Spätsommer und Wilma hatte Zeit, mit uns den obersten Punkt unserer To-Do-Liste abzuarbeiten: SUPen. Oder richtig gesagt: Stand Up Paddling. Geschickterweise am Bodensee, da es bis dort nur zwei Stunden Fahrt sind.

Am Unteren See fix den Bus klar gemacht und umgezogen. Wir wollten ja schnell aufs Wasser. Nun bin ich mit 186 nicht gerade klein, aber auch nicht übermäßig groß. Wilma sah das anders. Ich weiß nicht, wie oft ich mir in diesem Camper den Kopf angeschlagen habe. Offene Klappen der Oberschränke, der Träger über den Vordersitzen oder die Lampe am Bett. Zielsicher bin ich überall hängen geblieben. Nein, Wilma. So wird das leider nix mit uns!

Dieser Camper ist garantiert für etwas kleinere Leute konzipiert. Aber nicht durchweg: Auf dem Beifahrersitz sitzt meine Frau mit baumelnden Füßen, da diese nicht auf den Boden reichen. Auch für das Einsteigen fehlt ihr ein entsprechender Haltegriff. Mit 1,66 Meter fällt sie eigentlich nicht aus der Norm.

Komischerweise wurde es wider erwarten ein sehr angehme Nacht. Meine Frau rutschte etwas auf die Seite, ich habe mich leicht schräg gelegt und dann wunderbar geschlafen. Wenn man zu zweit unterwegs sein möchte, kann man den CaraTour 541 MQ nur empfehlen. Nur das Radio haben wir nun so gar nicht verstanden.

Logbuch vom 21.08.2018: Härteprobe mit Pannen

von promobil-Redakteur Benjamin Köbler-Linsner

Foto: Benjamin Köbler-Linsner
Wilma hat eine Panne auf der Tour Richtung Toskana.

Bisher hatte ich der Anzeige für die Kühlmitteltemperatur kaum Beachtung geschenkt. Bis zu jenem Freitagabend, als wir mit Wilma auf dem Weg in die Toskana waren. Der Schauplatz des Geschehens: die A81 bei Singen. Obwohl das Gaspedal das Bodenblech küsste, fiel die Temponadel langsam aber stetig ab. Auch ein Wechsel in den fünften und anschließend in den vierten Gang änderte die Richtung der Nadel nicht. Die Warnung „Motor überhitzt“ leuchtete übrigens erst auf, als wir bereits auf den Standstreifen rollten.

Nachdem wir die Motorhaube öffneten, und sich der daraus hervorsteigende Dampf gelegt hatte, wurde die Ursache für unseren unfreiwilligen Zwischenhalt sichtbar: der Kühlmittelbehälter war leer und der Schlauch, samt Schelle, an einer Stelle abgerutscht. Etwa eine Stunde später schleppte uns der Pannendienst zur nächsten Raststätte. Aussage des Gelben Engels: „Reparieren könnte ich das schon. Aber das dauert jetzt zu lange“. Also ging es im Schlepptau weiter nach Singen, wo wir auf dem Parkplatz einer Werkstatt übernachteten. Der Rest ist schnell erzählt: In 45 Minuten flickte der äußerst engagierte Mechaniker unsere Wilma wieder zusammen. Er brachte eine neue Schlauchschelle an, füllte frisches Kühlmittel ein und der Fiat-Motor trommelte ohne weitere Pannen in Richtung Süden.

Foto: Benjamin Köbler-Linsner
Trotz aller Pannen schaffte es Wilma bis in die Toskana. Auf diesem Bild steht sie am paradiesischen Agriturismo Podere dell'Albergo.

Weiter führte die Route über die Schweiz, wo unser Navigationsgerät, ein TomTom Go Camper, einen langen Stau vor dem Gotthardtunnel meldete. Wir nahmen die Alternativstrecke und fuhren einige Kilometer neben der Autobahn weiter. Kurz vor dem Tunnel wollte uns das Navi wieder auf die Autobahn lotsen. Was es nicht wusste: die dazu notwendige Auffahrt war gesperrt. Also blieb nur die Passstraße. Landschaftlich ist der Gotthard ein wahrer Genuss, mit ihren 130 PS schleppte sich Wilma allerdings Kehre für Kehre nach oben. Ein stärkerer Motor hätte ihr und unseren Ohren gut getan. Schlimmer war es aber auf der Rückfahrt. Dabei entschieden wir uns für eine Strecke entlang des Comer Sees, über den Maloja- und Julierpass, bis wir bei Chur wieder auf eine Autobahn stießen. Der Malojapass hatte es in sich. Hier war bereits der zweite Gang die Grenze des Machbaren, in besonders engen Kehren musste auch mal der erste Gang herhalten.

Bei der Anfahrt zum Stellplatz in Lucca wurde es noch einmal eng, denn wir mussten durch ein Wohngebiet, wo Autos an beiden Straßenrändern parken. Für den nur 2,05 Meter breiten Weinsberg Caratour war dies aber kein Hindernis. Überhaupt erleichterten uns die kompakten Maße das Fahren in den kleinen toskanischen Städtchen. So auch in Bagni San Filippo, wo wir ein Bad in den heißen Schwefelquellen nahmen. Durch den Ort führt nur eine schmale Einbahnstraße und große Parkplätze gibt es dort auch nicht.

Foto: Benjamin Köbler-Linsner
Das Leck im Schlauch sorgte für einen nassen Küchenschrank.

Etwa nach der Hälfte unserer Urlaubszeit hatten wir eine weitere Panne. Wieder hatte der Defekt mit einem Schlauch zu tun, diesmal allerdings nicht im Motorraum. Der Wasserschlauch am Spülbecken hatte ein Leck und so spritzte fast ununterbrochen Wasser in den darunter befindlichen Schrank. Ein erster Versuch die offene Stelle mit gewöhnlichem Gewebeband abzudichten scheiterte. Dann fanden wir in einem Baumarkt in Livorno das selbstverschweißende Klebeband „tesa extra power extreme repair“. Nicht nur der Name klingt mächtig, auch die Eigenschaften des bis zu zwölf Bar Druck geeigneten Bandes erwiesen sich als enorm.

Improvisiert haben wir viel in diesem Urlaub. Da unsere Wilma keine Markise besitzt, stellten wir einen einfachen Sonnenschirm auf. Stauraum für dieses Extra gibt es unter dem Bett ausreichend.

Bedingt durch ein Gewitter, mussten wir an einem Morgen im Fahrzeug frühstücken. Das erwies sich aufgrund des schmalen Tisches als schwierig. Gegenüber sitzen konnten wir nur versetzt und wenn ich (1,85 m groß) auf dem umgedrehten Fahrersitz Platz nahm, fühlte sich die Sitzposition stark nach Fliegen in der Economy-Klasse an. Denn der Abstand zur gegenüber liegenden Sitztruhe ist zu gering.

Logbuch vom 02.08.2018: Spiegeldesaster und Stauraumproblem

von promobil-Redakteurin Sophia Pfisterer

Petten Strand Foto: Sophia Pfisterer
Der Strand bei Petten

Die niederländische Küste liegt 2018 am Mittelmeer – so das Fazit des einwöchigen Urlaubs in unserem Nachbarland. Es war immer heiß und sonnig! Wilma kann das bezeugen. Via Amsterdam fuhren mein Partner und ich mit dem Campingbus an die Küste nach Petten, dann über Ijmuiden und Alkmaar wieder zurück nach Deutschland.

Das wichtigste Fahrzeugteil im Caratour 451 MQ leistete dabei ganze Arbeit: Der Kühlschrank konnte unsere Getränke auch bei Temperaturen über 30 Grad zuverlässig kühlen. Wie cool und lässig zeigte sich der Dauertest-Bus sonst?

Sehr lässig: Wilma konnte uns von ihren Fahreigenschaften überzeugen, wir waren sehr zufrieden mit Wilmas Beschleunigung, die völlig ausreichte auf der niederländischen Autobahn. Da der Bus so kurz ist, haben wir zu jeder Zeit einen Parkplatz gefunden, ob am Supermarkt, am Strand oder in der Stadt.

Gar nicht cool: Ein böses Erwachen folgte nach einem Strandausflug an Tag drei. Als wir auf den Parkplatz zurückkehrten, hatte Wilma ihr linkes Öhrchen umgeklappt. Wir ahnten schon Böses. Und behielten Recht: Jemand hatte das parkende Fahrzeug angefahren und der obere Spiegel war zersplittert. Von einer Notiz an der Windschutzscheibe keine Spur. Fahrerflucht. So ein Mist! Immerhin blieb der Totwinkel-Spiegel unversehrt und ermöglichte so die Weiterfahrt. Und die vielen netten Worte auf unseren Facebook-Post spendeten Trost.

Wohnmobil-Tour Niederlande
An Hollands Nordseeküste

Ebenfalls fluchen ließ uns die Bedienung des Radios. Es glich immer einem Glücksspiel, einen Sender zu finden. Freude kam hingegen beim einfachen Ent- und Versorgen auf. Der Hebel am Ablass sitzt nicht zu weit hinten und lässt sich sehr komfortabel erreichen. Gemischte Gefühle gibt's in puncto Bett: Ich (1,58 Meter) schlief super, er (1,80 Meter) fand das Bett etwas kurz.

Etwas zu (nach)lässig waren wir in den ersten Tagen, so schafften wir es anfangs kaum Ordnung im Innenraum zu halten. Erst nach einer Weile fand alles den richtigen Platz in Wilmas doch recht ausgeklügeltem Stauraumkonzept: Dachstaufächer über und der große Stauraum unter dem Bett, Schubladen, Dachklappen und die halbhohe Kleiderstange an der Küchenzeile, Fächer über dem Tisch und oberhalb des Fahrerhauses.

Caratour 541 MQ Foto: Sophia Pfisterer
Urlaubsidylle auf Holländisch mit Freunden und Grillerchen.

Wenn man alles voll und mit System nutzt, ist eigentlich genug Platz vorhanden. Aber wir Messies mussten uns schon ganz schön am Riemen reißen, damit nicht ständig das Chaos ausbrach.

Nicht ganz so praktisch wie unsere Vorredner finden wir den Tisch in der Sitzgruppe: Für unsere kulinarischen Bedürfnisse ist er etwas zu klein geraten. Und wir waren sehr froh, dass wir dank der lauen Sommernächte immer draußen sitzen konnten – ein kühles Getränk in der Hand und den Grill auf dem großen Campingtisch. Wie würden die Niederländer sagen: Lekker!

Logbuch vom 04.07.2018: Polster des Querbetts zu hart

von promobil-Redakteurin Lisa Geiger

Festivals gehören zum großen Camping-Universum einfach dazu. Zwar sind es meist nicht die Durchschnitts-Camper, die ihre Sommer auf voll ausgestatteten Campingplätzen verbringen, was allerdings nicht heißt, dass auch sie nicht gut ausgerüstet sind. Als wir auf dem Openair Frauenfeld in der Schweiz ankommen und der Einweiser uns auf eine markierte Fläche für Wohnmobile führt, ruft er mir nochmals die Regeln für das Gelände ins Gedächtnis: „Keine Grills, auch keine Gasgrills und keine Campingkocher“. Ich nicke, da ich mir das alles ja vorher schon im Internet durchgelesen habe und er grinst verschmitzt.

Dauertest Weinsberg Wilma Foto: Lisa Geiger
Bei den anderen wurde gegrillt, wir haben brav Nudeln mit Soße gegessen.

Keine zehn Minuten nachdem ich Wilma auf die Parkposition bugsiert habe, fängt der eine Campingnachbar an seinen Holzkohlegrill zu befeuern und der nächste schmeißt Würstchen auf seinen Gasgrill. Aha, auf Festivals sind Regeln wohl da um gebrochen zu werden.

Als brave Camperin habe ich die Vorschriften ernst genommen. So sitzen wir auf unseren Stühlen vor dem Campingbus und schauen den Nachbarn neidisch auf den Grill. Bei uns wird’s später Nudeln mit Soße geben.

Zunächst erkunden wir das Gelände. Da am ersten Festivaltag mittags noch nicht viel los ist, beschließen wir für ein kleines Mittagsschläfchen in den Weinsberg zurückzukehren. In den drei Tagen auf dem Festival schlafen wir mehr tagsüber und machen die Nacht zum Tag. Dabei fiel uns deutlich das recht unbequeme Querbett auf. Da es nur aus einzelnen dünnen Polstern besteht, die man zum Transportieren von Fahrrädern und Co. wegpacken kann, ist die Liegefläche sehr hart.

Am nächsten Tag wollen wir die Dusche ausprobieren. Sonst dusche ich ja lieber auf dem Campingplatz, aber hier auf dem Festival wirken die Sanitäranlagen nicht besonders komfortabel. Also Tür auf und rein in das kompakte Badezimmer, dann in den Duschvorhang einwickeln. Es dauert eine Weile, bis die sanften Wasserstrahlen aus der Brause den Körper befeuchten. Haare zu waschen kann ich mir für die nächsten Tage abschminken. Ich habe so dicke Locken, dass es sogar unter einer normal starken Duschbrause zehn Minuten brauchen, bis sie durchgespült sind.

Insgesamt war Wilma ein guter Begleiter für zwei Personen. Der Wasservorrat des 110-Liter-Frischwassertanks hätte sogar noch ein Weilchen länger gereicht. Die Bordbatterie war nach drei Tagen allerdings erschöpft. Nicht so toll fand ich den kleinen und sehr unübersichtlichen Kühlschrank. Wenn man etwas bestimmtes weiter unten in den Fächern gesucht hat, musste man fast schon auf dem Boden knien, um etwas zu sehen.

Außerdem hatte ich mir vorgestellt, dass der 5,40 Meter kurze Bus mit 130 PS auf der Autobahn besser läuft. Bei 120 km/h hat der Motor allerdings schon ziemlich hochgedreht und ist laut geworden.

Logbuch vom 04.07.2018: Wilma als Racer-Mobil

von PS-Magazin-Redakteur Uwe Seitz

Weinsberg Carabus 541 MQ Foto: Uwe Seitz
Kollege Uwe Seitz entführte Wilma an den Lausitzring

Diesmal verschlug es den Weinsberg Caratour 541 MQ an einen für Camping-Touristen eher ungewöhnlichen Ort: An den Lausitzring. Aber Rennfahrer haben auch ein Leben als Camper. Nur spielt sich das statt an Stränden, in den Bergen oder sonst einem idyllischen Ort eben in den Fahrerlagern irgendwelcher Rennstrecken in Europa ab. Und deshalb haben wir vielleicht auch ganz andere Anforderungen an ein Wohnmobil. Duschen und Toiletten bieten alle Fahrerlager, weshalb Wilmas Sanitärbereich von mir lediglich als Stauraum für Helme, Werkzeug und Reifen gebraucht wurde. Auch der Gasherd bedurfte nach dem Wochenende auf dem Lausitzring zwischen Dresden und Berlin keiner Reinigung – in Fahrerlagern wird immer gerillt!

Was den Weinsberg für mich zum perfekten Racer-Mobil macht, ist seine kompakte Bauweise und der kräftige Motor. Für mich als Speed-Freaks wäre es unerträglich gewesen zum El Dorado für Motorrad-Rennfahrer tuckern zu müssen – der Weg ist für uns eben nicht das Ziel. Der Ducato geht richtig gut und der Windwiderstand hält sich in Grenzen, dadurch auch der Verbrauch. Die Tankfüllung reichte für die 600 Kilometer einfach locker. Allerdings ist es recht laut ab Tempo 120 km/h auf der Bahn. Auch von der Bereifung dringen deutliche Abrollgeräusche ins Innere.

Die kompakte Bauweise bedeutet für unseren Zweck keinen Komfortverlust, denn das Bett reicht für einen Mann locker und ist dazu recht bequem. Als Team-Schlafplatz taugt Wilma so natürlich nicht, aber ohne Mechaniker an Bord bleibt die Luft auch nächtens frisch und die Privatsphäre hilft dabei, die Konzentration auf die schnellen Runden hoch zu halten.

Gut gefallen haben mir übrigens auch die Bedienung der Dachfenster, die Jalousien und der Stauraum unter dem Bett. Der Weinsberg ist sogar so Rennsport-kompatibel, dass sich Grand Prix Pilot Lukas Tulovic den kompakten Camper mal anschaute. Zwar träumt der junge Mann von einer Karriere im MotoGP, wo dann ganz andere Kaliber an Wohnmobilen aufgefahren werden, aber sein Weg dorthin ist ja noch lang.

Sollten mir die Kollegen von promobil ihre Wilma nochmals für einen Trip ins nächste Fahrerlager überlassen, würde ich mich riesig freuen. Nur ein anderes Radio würde ich mir dann wünschen. Das aktuelle ist in der Bedienführung eine Katastrophe – und nichts ist schlimmer für einen Rennfahrer, als auf der Fahrt selbst singen zu müssen.

Mehr zum Thema Lausitzring gibt's HIER.

Logbuch vom 24.05.2018: Hitzetest in Slowenien

von promobil-Redakteurin Gesa Marx

Weinsberg Caratour 571 MQ Foto: Gesa Marx
Ab in den Süden: Das erste Mal darf Wilma über die Alpen fahren.

Das erste Mal dieses Jahr eine Woche am Stück frei – das soll gut genutzt werden. Deshalb ging es mit Partner und Wilma in Richtung Slowenien. Erst an türkisblauen Bleder See beim Triglav Nationalpark, dann einen Abstecher in die Hauptstadt Ljubljana und danach noch ans Mittelmeer bei Piran zum Bade- und Tauchurlaub. Das Gepäck für zwei Leute plus zusätzliche Ausstattung wie Stühle, Tisch und Grill haben gut in den Camper gepasst. Ein Fahrradträger wäre noch super gewesen. Aber ansonsten konnten wir alles, was wir dabei haben wollten, auch mitnehmen.

Wilma ist zwar nur 60 Zentimeter kürzer als der übliche 6-Meter-Ducato, der Unterschied ist aber gewaltig. Im Vergleich war für mich das Fahrgefühl rund um besser. Dazu tragen bei: die geringere Windanfälligkeit, der kleinere Wendekreis und die 130 PS unter der Haube.

Weinsberg Caratour 571 MQ Foto: Gesa Marx
Ungeschickt: Die Platzierung der Steckdose.

Am Bleder See war das Wetter tagsüber angenehm, morgens das Wetter aber teils so frisch, dass wir im Fahrzeug gefrühstückt haben. obwohl Wilma kompakter gebaut ist, sitzt und isst es sich zu zweit ohne Probleme an der schmalen Sitzgruppe. Nervig sind die zwei Steckdosen am Küchenblock, die oberhalb des Kühlschranks platziert sind: Wenn die Handys morgens noch an der der Steckdose eingesteckt sind, ragen die Stecker genau auf Hüfthöhe hervor – perfekt zum Anstoßen und hängen bleiben. Besser wären der 230 Volt- und der 12 Volt-Zigarettenanzünder-Stecker beim Bedienpanel neben der Spüle platziert. Oder direkt hinten beim Doppelbett.

Bei Piran am Mittelmeer war es wettertechnisch richtig heiß. Urlaubsfeeling pur! Eine Markise haben wir bei über 30 Grad vermisst. Auch dem Kühlschrank ging es bei den Temperaturen nicht gut. Auf höchster Stufe und auf dem nicht ganz ebenerdigen Stellplatz hat er zwischendurch einiges an Kondenswasser verloren. Problemlösung: Umparken auf ein schattigeres Plätzchen.

Was uns bei heißem Wetter vor allem nachts aufgefallen ist: Wilma lässt sich schlecht durchlüften. Die Heckfenster lassen sich nicht wie bei Sitzgruppe und Küchenzeile fasst komplett öffnen. Sie sind mit einem Gurt gesichert, wodurch sie sich nur einen Spalt aufstellen lassen.

Mein Fazit: Mit Wilma würden wir auf jeden Fall nochmal auf Tour gehen. Die Wendigkeit, die Raumaufteilung und das helle Design haben gut gefallen. Es sind nur Kleinigkeiten zu bemängeln wie etwa die nicht optimal platzierten Steckdosen, die fehlende Markise oder die Heckfenster, die sich nicht öffnen lassen. Das sind allerdings alles Dinge, die wir – wäre es unser Camper – einfach nachrüsten könnten.

Kompakte Campervans 2018
Neues von Bulli, Campster & Co.

Logbuch vom 24.05.2018: „Parken wie ein Pkw“

von promobil-Reiseressortleiter Stefan Weidenfeld

Auf einer Recherchetour durch die Lüneburger Heide durfte Wilma mich und meine Ehefrau begleiten. Und wir waren sofort begeistert von ihren schlanken Maßen: Mit dem kompakten Campingbus kommt man überall mittenrein! Ganz flink und beweglich zeigte sich Wilma trotz Gedränge oder engen Straßen.

In jedem Städtchen konnten wir wie mit einem Pkw parken und uns so ganz entspannt unserem Stadtbummel widmen. Der einzige Minuspunkt beim Fahren ist, dass dem Weinsberg Caratour 541 MQ etwas mehr PS gut tun könnten. Ab 130 km/h wird's ganz schön laut auf der Autobahn. Mit gemütlicher Reisegeschwindigkeit kommt man allerdings sehr angenehm voran.

Weinsberg Carabus 541 MQ Foto: Stefan Weidenfeld
Das Testurteil von Stefan Weidenfeld und seiner Frau: Für Kurztrips ist Wilma gut geeignet.

Die erste Nacht mit Wilma war erstaunlich erholsam: Das Querbett ist bequemer als gedacht und meine Frau und ich haben beide sehr gut geschlafen. Klar, wenn einer nachts raus muss, gibt's eine kleine Kletterpartie. Aber das war kein Problem, wir kennen uns ja schon eine Weile.

Genügend Stauraum bietet der kompakte Caratour ebenfalls, nur dass es keinen Kleiderschrank gibt, hat uns gestört. Der hüfthohe Unterschrank vor dem Querbett hat zwar eine Kleiderstange, doch der Schrank ist nur so hoch, dass vielleicht ein Hemd oder eine kurze Jacke hineinpassen. Einen Mantel bekommt man nicht hinein. Auch sonst mangelt es Wilma an Kleiderhaken oder Aufhängemöglichkeiten – eine Sache, die wir im eigenen Camper auf jeden Fall nachrüsten würden.

Das sogenannte Bad hat uns nicht gefallen, weil es sehr eng ist. Wenn man sich darin bewegen will, muss unbedingt die Türe offen bleiben. Das WC ist ein wahrlicher Hochsitz. Setzt man sich darauf, baumeln die Füße in der Luft – und wir sind beide keine besonders kleine Menschen.

Mein Fazit: Für Städtetrips, Schönwetter- und Wochenendtouren ist Wilma gut geeignet. Für einen längeren Urlaub müsste es für uns ein etwas größeres Fahrzeug sein.

Logbuch vom 17.05.2018: Was will man mehr?

von promobil-Autor Ulrich Kohstall

Wenn man sich fragt, warum Wohnmobile eigentlich immer größer werden, dann liefert der Weinsberg Caratour 541 MQ eine überzeugende Antwort: Das muss nicht sein. Zumindest für zwei Personen hat der Campingbus auf nur 5,41 Meter Länge alles an Bord, was man unterwegs benötigt. Und der Caratour zeigt gleichzeitig, dass Wohnmobile nicht immer teurer werden müssen. Sein Grundpreis von 33.990 Euro macht ihn zum echten Schnäppchen.

Weinsberg Caratour 541 (2019) Foto: Ulrich Kohstall
An der Roche du Diable findet Wilma ganz einfach einen Parkplatz am Straßenrand.

Wie fühlt sich das in der Praxis an? Während unserer Tour durch die kurvenreichen Vogesen genießen wir die Vorteile der knappen Abmessungen. Wegen des kürzeren Radstands ist der Caratour 541 spürbar handlicher als die gängigen Sechs-Meter-Busse – in Serpentinen und beim Einparken auf dem gut besuchten Stellplatz.

Muss man im Wohnraum mit Einschränkungen rechnen? Weil es in den Bergen noch etwas kühl ist, ziehen wir die Sitzgruppe den Klappstühlen vor. An dieser Stelle wird die bis auf den letzten Millimeter ausgeklügelte Raumökonomie am deutlichsten bewusst. Der Tisch ist sehr schmal und beim Gegenübersitzen reicht der Platz darunter so gerade für zwei Beinpaare plus Tischbein. Mangels erweiterbarer Platte kommt der Beifahrersitz nicht als Essplatz in Frage.

Mit Küche und Bad kann man sich gut arrangieren, wobei die Frage bleibt, warum die Toilette so hoch eingebaut ist. Das Bett ist nicht unbedingt kleiner als in der Sechs-Meter-Klasse üblich. Pluspunkte sammelt der kurze Weinsberg außerdem beim Stauraum und in der ganz subjektiven Sympathiewertung: Seine weiße Karosserie ohne Dekorspielereien macht ihn nicht nur zu einer ehrlichen Haut, er fällt außerdem nicht gleich als Wohnmobil auf. Innen führen die in dieser Preisklasse unvermeidlichen Sparmaßnahmen zu einem klaren, praktischen und freundlichen Design.

Mein Fazit: Was will man mehr?

Die wichtigsten Daten zum Weinsberg Caratour 541 MQ

Kompakt und günstig – aber gut? Mit nur 3,3 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ist die kleine Wilma leichter als andere Testwagen, die sonst durch unsere Dauertests rollen. Dennoch bringt der Caratour MQ 541 laut Herstellerangaben stolze 650 kg Zuladung mit – damit sollte eine Zwei-Personen-Besatzung eigentlich mehr als gut zurechtkommen. Vielleicht steckt in dem günstigen Weinsberg-Kastenwagen, der unter 40.000 Euro kostet, ja ein echtes Camper-Schnäppchen? Denn: Er kostet weniger als so mancher kompakte Campervan ohne Bad, ist aber ausgerüstet wie ein großer Kastenwagen.

Weinsberg Caratour 541 (2019) Foto: Jürgen Bartosch
Testchef Jürgen Bartosch liegt Probe im Heckbett.

Die zunächst recht einfache wirkende Ausstattung bringt tatsächlich alles mit, was man fürs Camping- und Urlaubsglück benötigt: Das Querbett ist 1,94 x 1,38 Meter groß und das kleine Badezimmer auf der Fahrerseite hat ein WC, Wachbecken und sogar eine Dusche. Gegenüber der Nasszelle liegt eine kleine Küchenzeile mit Zweiflammkocher, Spüle und einem 65-Liter-Kompressorkühlschrank mit Eisfach. Sollte es doch einmal kälter werden, sorgt eine Truma Gasheizung mit 12-Liter-Boiler für warme Luft und Warmwasser.

L/H/B: 5,41/2,58/2,05
Zul. Gesamtgewicht: 3,3 Tonnen
Basisfahrzeug: Fiat Ducato 2,0 Multijet, Euro 6 inkl. Rußpartikelfilter, 130 PS
Sitz-/Schlafplätze: 4/2(3)
Bettenmaße (Heck): 1,94x 1,38 (1,25) Meter
Bettenmaße (Notbett): 1,45 x 0,7 Meter
Grundpreis: ab 38.670 Euro (115-PS-Motor)

Serienausstattung


Stromversorgung: 90 Ah Wohnraumbatterie, drei 230-Volt-Steckdosen, drei 12-Volt-Steckdosen, CEE-Außenanschluss
Gas/Wasser: 2x11 kg Gaskasten; Warmwasserversorgung mit Einhebel-Mischbatterie, Wassertank: 110 L, Abwassertank 85 Liter
Chassis: Airbag Fahrerseite, ESP, Hill Holder, Servolenkung, Elektrische Fensterheber vorne
Aufbau: Seitenwand- und Deckenisolierung in PE-Schaum, Wände 16 mm, Fußboden 22 mm, Isolierfenster vorgehängt und Dachhauben mit Verdunkelungsrollo und Fliegengitter

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