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Traum-Coupés im Vergleichstest

La Strada Nova vs. Niesmann+Bischoff Smove

La Strada nova, Nissmann und Bischhof Foto: Ingolf Pompe 35 Bilder

Hinreißend, die Kurven von La Strada Nova und Niesmann+Bischoff Smove. Wer ein Designerstück sucht, liegt in den sonst sehr unterschiedlichen Teilintegrierten richtig. Ein exklusiver Vergleichstest.

25.06.2017 Dominic Vierneisel

Man muss einfach hinterhergucken, wenn Nova oder Smove in ihren Designeranzügen vorbeidefilieren. Unwillkürlich verdrehen sie Passanten die Köpfe. Hier und da ein hochgereckter Daumen. Neid? Nein, dazu sind sie einfach zu aufregend und zu sympathisch. Genau das eint diese Teilintegrierten – den jungen Niesmann + Bischoff auf Fiat Ducato und den arrivierten La Strada, den der Hersteller auf ein Sprinter-Chassis setzt, weil mancher Kunde in der Preisklasse womöglich doch lieber Mercedes fährt: das spektakuläre Design und ein ebenso bemerkenswerter Preis.

Ansonsten machen Nova M und Smove 7.4 E vieles unterschiedlich und sind gerade deshalb echte Alternativen. Hoch und schlank der eine, dafür kompakt und mit optionalem Allradantrieb prädestiniert für Abenteuerreisen. Niedrig und lang der andre, wie gemacht für die Flaniermeilen dieser Welt. Getrennte Wege gehen Nova und Smove auch bei der Aufbautechnik. Während La Strada die Form der Kabine an einem Stück als sogenanntes Monocoque laminiert, fügt Niesmann + Bischoff den Smove aus mehreren Teilen und deshalb fast (aber nur fast) konventionell zusammen.

Und dann die Grundrisse: im Nova ein platzsparendes Hubbett samt drittem Schlafplatz im Heck, im Smove die komfortabler zugänglichen, aber raumgreifenden Einzelbetten. Wir haben beide zu einem Ausflug ans Kloster Maulbronn geladen, samt Fotoshooting vor toller Kulisse und einem ausführlichen Test auf dem Stellplatz gleich nebenan. Also an die Arbeit, damit jetzt kein falscher Eindruck entsteht.

La Strada Nova M

  • Gurt-/Schlafplätze: 4/3
  • Zul. Gesamtgewicht: ab 3.500 kg
  • Länge: 6,36 m
  • Preis ab 91.126 Euro

Niesmann + Bischoff Smove 7.4 E

  • Gurt-/Schlafplätze: 4/2
  • Zulässiges Gesamtgewicht: ab 3.500 kg
  • Länge: 7,43 m
  • Preis ab 82.910 Euro

Wohnen

Lassen wir dem Älteren den Vortritt: Ganz im Gegensatz zur spektakulären Hülle gibt sich der Nova innen sachlich funktional. Bei den Möbeln überwiegen gerade Kanten. Man kennt diesen Stil aus den Campingbussen von La Strada, und auch die Robustheit der Möbel, deren strapazierfähigen Oberflächen nur Mutwillen etwas anhaben kann. Auch wenn der Wow-Effekt ausbleibt, ungemütlich ist der La Strada keinesfalls. Wände und Dach sind angenehm mit Velours bezogen, und die schlanke Karosserie lässt alles ein wenig intimer wirken. Mit einer Fülle an Dekoren und Polsterstoffen lässt sich der Wohnraum obendrein ganz nach Geschmack einrichten. Was bei der hohen Qualität aber überrascht, sind viele sichtbare Verschraubungen.

Die muss man im Smove mit der Lupe suchen und findet sie dennoch nicht. Aufwendige Formteile verbinden hier die Wohnbereiche, etwa an der B-Säule zwischen Cockpit und Sitzgruppe oder den vorderen Hängeschränken, die sich in einer Linie durchs Fahrerhaus ziehen. Hier wirkt nichts improvisiert, alles gewollt und doch nicht effekthascherisch. Aus diesem reduzierten, aber konsequenten Design zieht der Smove seine besondere Eleganz.

Für eine Überraschung gut ist beim La Strada der Grundriss; besonders beim Nova M, der laut Hersteller gefragter ist als der konventionellere L mit Querdoppelbett. Im Heck der Monocoque-Karosserie findet sich ein rund ein Meter breites Querbett, das mit über zwei Meter Länge genug Platz für einen Erwachsenen bietet. Noch üppiger sind die Verhältnisse im Dachbett – trotz schmalerem Fußende und der nicht eben überwältigenden Kopffreiheit (65 cm). Bleiben zwei Mankos: der Aufstieg über vier schmale Leitersprossen und – oben angekommen – das akrobatische Wendemanöver, in dessen Genuss zwangsläufig auch ein etwaiger Nebenschläfer kommt. Schlafkomfort und Ausstattung rangieren auf hohem Niveau, und die Matratzenbezüge lassen sich sogar in Einzelteilen abziehen und waschen.

Konventioneller ist der Smove aufgeteilt, als 7.4 E mit Einzelbetten im Heck, die über einen breiten, aber nicht sehr tiefen Gang und zwei Stufen zugänglich sind. Die beiden – wie im La Strada punktelastisch unterfederten – Matratzen sind etwas weicher. 82 cm Kopffreiheit sorgen für ein großzügigeres Raumgefühl als im Hub- und Hauptbett des Nova. Die Ausstattung mit Ablagen, Licht, Luft und Steckdosen lässt kaum Wünsche offen. Auch einen Vorhang zur Abtrennung vom Wohnraum gibt es.

Mit einem dritten Schlafplatz lässt sich der Smove nur optional ausstatten. Eine Zusatzmatratze verwandelt die Sitzgruppe dann in ein Bett – ein Kompromiss. Konzipiert ist der Smove unzweideutig und konsequent für das reisende Paar. Im Gegensatz zu anderen Teilintegrierten bietet Niesmann + Bischoff ein Hubbett erst gar nicht an.

Wer gelegentlich Passagiere mitnehmen möchte, kann gegen Aufpreis zwei dürftig gepolsterte, schmale Klappsitze ordern. Deren Handhabung ist etwas langwierig, auch müssen die großen Polster und weitere Teile irgendwo im Auto verstaut werden. Aber immerhin: Es geht. Auf dem Stellplatz versenkt man sie komplett in den seitlichen Sitztruhen und kann dann den tollen Wohnbereich in vollen Zügen genießen.

Das Fahrerhaus ist an den B-Säulen weit ausgeschnitten, durch die beiden großen Dachfenster fällt viel Licht von oben ein – was im Nova das Dachbett verhindert –, und obwohl ein Podest im Bug die Stehhöhe einschränkt, genügt sie mit 1,90 Meter selbst größeren Menschen. Platz ist – auch wegen des verblüffend einfach vergrößerbaren Tischs – sogar für bis zu fünf Personen.

Drei Reisende nehmen im Nova bequem Platz. Für zwei Passagiere ist die Rückbank trotz zwei Gurten zu schmal, was bei drei Schlafplätzen aber kein Problem ist. Wer hinten sitzt, findet dank verstellbarer Lehne schnell eine bequeme Position. Wahlweise gibt es hinter dem Beifahrer einen kleinen Seitensitz oder ein Sideboard, dessen Stauraum und Ablagemöglichkeiten in Sitzgruppennähe sehr willkommen sind. Das Drehen der Vordersitze gestaltet sich wegen des schmalen Sprinter-Fahrerhauses etwas umständlich. Der Tisch ist nicht vergrößer- und weniger flexibel positionierbar. Immerhin lässt er sich für die Fahrt wegräumen.

Die kleine Pantry liegt im Nova eine Stufe höher. Jeder Zentimeter ist für Verstaumöglichkeiten ausgenutzt. Wer im ersten Moment eine Arbeitsfläche vermisst, zieht im nächsten befriedigt eine große Platte unter dem Heckbett hervor. Eine Fixierung wäre trotzdem gut. Die drei Kochflammen stehen eng beieinander, und die Glasabdeckung ist nicht ganz aufstellbar, sodass mehrere Töpfe nur schwer nebeneinander passen. Das größte Minus ist jedoch der Kühlschrank. 80 Liter Volumen sind nicht viel, und wer sie nutzen will, ist zudem zu einer tiefen Verbeugung gezwungen.

Der Kühlschrank ist im Smove zwar größer (140 L) und höher platziert, jedoch im hinteren Gang ein gutes Stück entfernt von der Küche positioniert und gar nicht mehr zugänglich, wenn der Partner das Bad benutzt und die Tür über den Gang hinweg geschlossen hat. Stauraum für Töpfe und Vorräte ist knapp, weil der Unterschrank nur zur Hälfte zur Verfügung steht. Es gibt nur zwei Flammen; für die meisten Gerichte reicht das. Aber ein richtiges Designermöbel ist diese Küche, mit der schwarzen Glasplatte, die Kocher und Spüle elegant einfasst. Zudem lässt sich der ganze Block einfach abdecken, wodurch gleichzeitig eine große, gern genutzte Ablage entsteht. Aufgedeckt ergibt die rechte Platte eine große Abstellfläche beim Kochen, sie blockiert dann aber den linken Sitz. Eine Möglichkeit, sie auch hochkant zu fixieren, wäre sinnvoll.

Während Sitzgruppe und Küche im Smove mit ihrer Luftigkeit beeindrucken, verengt sich der Durchgang nach hinten spürbar. Das Bad nimmt hier viel Raum ein, bietet innen aber – trotz überschaubarer Grundfläche – genügend Platz. Dabei hilft auch die Variabilität. Die Toilette verschwindet bei Nichtgebrauch auf Knopfdruck im Küchenblock nebenan.

Reibungslos und bediensicher funktioniert die Mechanik im Test, sofern man die Schüssel in die richtige Position gedreht hat. Den langsamen elektrischen Antrieb will der Hersteller allerdings noch beschleunigen. Die beiden Klapptürchen verschließen den Schacht, sofern man sie satt gegen die Dichtungen und zwei Haltemagnete presst. Zum Duschen lässt sich dann auch das Waschbecken wegschwenken.

Das Bad im Nova ist konventioneller, aber keinesfalls schlechter zu nutzen. Hier lässt sich die Dusche mit einem Plexiglas-Paravent abtrennen, der auch ohne Gegenanschlag bombenfest hält. Was die generellen Platzverhältnisse angeht, wäre allenfalls die schmale Schiebetür zu bemängeln, die zwar superleicht, aber nicht dicht schließt. Beim Duschen müssen sich die Hüften mit dem Waschbecken arrangieren (können). Die Spiegel sind größer als im Smove, und außerdem gibt es hier deutlich mehr Ablagen. Die Belüftung ist zudem durch Seiten- und Dachfenster gewährleistet.

Beladen

Der Nova hat für ein kompaktes Mobil nicht wenig Stauraum. Ihre Siebensachen für die Reise bekommen zwei Menschen unter; bei dreien verlangt der La Strada Packdisziplin. Wir notieren auf der Habenseite neben vielen Ablagen zwei Hängeschränke, zwei Schubladen, zwei Fächer im hinteren Bodenpodest (perfekt für Schuhe) und einen Kleiderschrank, der sich auch mit Fachböden unterteilen lässt. Wer auf Hemden, Jacken und dergleichen verzichten kann, hat so mehr davon, denn es passen nur wenige Bügel schräg auf die Kleiderstange, weil die Karosserie oben stark einzieht.

In dieser Hinsicht kann der Smove mit mehr dienen. Einen größeren Kleiderschrank sowie einen zweiten unter dem Bett, mehr Hängeschränke und weitere kleinere Abteile. Wer die Klappsitze nicht braucht, kann zudem die Sitztruhen nutzen. Nur bei Ablagen und Doppelboden hat der Nova die Nase vorn, denn im Smove beherbergt der Keller vor allem die Wassertanks. Er setzt nicht – wie sonst üblich – auf dem Unterboden auf, sondern ist zwischen den Längsholmen des Fahrgestells abgesenkt. Garderobe? In beiden Fehlanzeige.

Eine Garage gibt es hier wie da; sehr gut nutzen lässt sie sich im Smove. Der Boden ist komplett eben, außerdem gibt es mehrere Fächer für Kleinteile. Die helle Beleuchtung hilft dabei, Fahrräder zu verzurren; es ginge aber leichter, wenn die Klappe links ebenso groß wie die rechte wäre.

Hier gestattet der Nova einen besseren Zugang zum Kofferraum im Heck. Er hadert allerdings mit einem Handicap: Ein zwölf Zentimeter hohes Podest, mit dem das Fahrgestell überbaut ist, reduziert die Stauraumhöhe auf einen knappen Meter und schränkt auch die Standfläche ein.

Und rauf auf die Waage: Im Testornat ist der Nova 190 Kilo schwerer als der Smove. Das mag bei über einem Meter weniger Außenlänge überraschen, doch allein 144 Kilo davon gehen auf das Konto des Allradantriebs. Konsequenterweise liefert La Strada die 4 x 4-Variante ausschließlich mit 3,88 Tonnen Gesamtgewicht aus. 450 Kilogramm bleiben als Zuladung übrig. Das sollte reichen.

Die Reserven beim Smove sind noch deutlich höher. Auch sein Chassis ist aufgelastet: auf 4,5 Tonnen. Maxi-Chassis und Alko-Tiefrahmen machen’s möglich, dass die Zuladung mit dem vorhandenen Stauraum kaum auszuschöpfen ist. Wer die Optionen abzieht, gelangt zu der Erkenntnis, dass der Smove 7.4 in Basisausführung trotz seiner Länge sogar mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht funktionierte. Die 365 Kilo Extras des Testwagens sind jedoch durchaus standesgemäß.

Technik

Wie aus einem Guss wirken beide TIs, doch ein echtes Monocoque hat nur der Nova. Die Kabine besteht samt Boden aus einem fugenlosen GfK-Teil. Die Isolation steckt eingeschlossen zwischen Außen- und Innenschale. Bilderbuchartig zeigt der Nova, dass diese Bauweise fast jede beliebige Formgebung erlaubt – elegant sind selbst Fensterrahmen und Markise eingeformt. Ungleiche Spaltmaße an Klappen und nicht überall ganz exakt eingepasste Fenster zeigen aber auch, wie anspruchsvoll ein Monocoque zu fertigen ist. Ein funktioneller Nachteil entsteht dadurch für Nutzer nicht. Allerdings ist die Tür sehr niedrig, und wegen des Allradantriebs liegt der Einstieg 50 cm (!) hoch. Nova-Fahrer sollten beweglich sein.

Höchst gekonnt fügt Niesmann+Bischoff den Smove aus Einzelteilen zu einer Einheit. Anbauteile passen akkurat. Die Ducato-Türen schließen mit den aufgesetzten Verkleidungen sogar satter als beim Original. Statt der üblichen einfachen GfK-Bahnen hat das Dach eine hochglänzende Gelcoat-Schutzschicht. Die Wände sind innen und außen mit Alu beplankt, aber auch die seitlichen Dachschrägen, die den Smove so schnittig wirken lassen, bei Hagel aber sehr exponiert liegen. Die Rahmenfenster sind – besonders bequem – mit einem Griff entriegelbar (Comfort-Paket). Ein Druck auf die Fernbedienung öffnet sämtliche Türen und Klappen.

Sauber aufgeräumt ist beim Smove auch die Bordelektrik installiert. Das Ablassen der großen Wassertanks ist ebenfalls vorbildlich organisiert. Die Ablasshähne befinden sich in einem beheizten und beleuchteten Fach. Aber die abgeklappte Schürze verdeckt die dicken Ablassrohre. Das Einladen der Gasflaschen in den Kasten in der Garage ist recht mühsam, doch optional bietet der Hersteller auch einen Gastank an.

Diese komfortable Form der Gasversorgung – zwei Tankflaschen im Außenkasten – hat auch La Strada im Angebot. Serienmäßig sind zwei Abwassertanks. Bei Bedarf vom innenliegenden Haupt- in den Reservetank unterflur umfüllen zu können ist auch deshalb von Nutzen, weil das einfache Kontrollbord nicht den konkreten Stand anzeigt.

Der Nova kann mehr USB-Anschlüsse vorweisen als der in diesem Punkt etwas mager bestückte Smove. Dafür hat der deutlich mehr 230-Volt-Steckdosen, die im Nova Mangelware sind. Die Beleuchtung ist hier wie da ausführlich und stimmungsvoll, jedoch nur im Smove dimmbar und auch insgesamt aufwendiger. Sparsame LED-Technik schont die Batterie, die beim Nova serienmäßig 100 Ah speichert, im Smove 95.

Wintercamping? Klappt mit beiden – dank leistungsfähiger Gasheizungen. Der Smove verteilt die Wärme mit mehr Ausströmern um die Sitzgruppe aber etwas gleichmäßiger. Für das ungedämmte Fahrerhaus gehören dann aber, wie bei Teilintegrierten üblich, Isoliermatten ins Gepäck.

Preis & Service

Dass zwei Preziosen wie Smove und Nova in diesem Kapitel die Höchstpunktzahl verfehlen, dürfte kaum verwundern. Andererseits suchen sich beide ihre Eigner auch nicht unbedingt unter jenen Menschen, die jeden Cent zweimal umdrehen. Ein herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis dürfte für die meisten Interessenten eher nebensächlich sein. Die Lücke von fast 10.000 Euro zwischen dem Grundpreis von Smove und Nova sollte nicht zu verfrühten Urteilen verleiten. Der Nova ist schon in der Basisversion sehr gut ausgestattet. Fast scheint es, als wolle La Strada Interessenten damit die Entscheidung erleichtern. Unter anderem sind die bequemen SKA-Pilotensitze mit pneumatischer Lordosestütze, ein 25-Ampere-Ladebooster, die Klimaanlage und die höchst elegant integrierte Markise serienmäßig. Doch natürlich lässt er sich weiter verfeinern, und das schraubt den Preis des Testwagens auf bemerkenswerte 128.631 Euro.

Da kommt der Smove nicht ganz mit. Der klassenüblich bestückte Testwagen reißt gerade die 110 000-Euro-Marke. Wer die Aufpreisliste aufmerksam studiert, findet dort viele Dinge, die man erstens für selbstverständlich gehalten hätte (Klimaanlage, Fahrerhausverdunkelung, linke Garagentür, elektrische Außenspiegel) und zweitens solche, die den Smove so besonders und begehrenswert machen. Kaum vorstellbar, dass ein Käufer den Smove ohne das Clou-Line-Designpaket (2.393 Euro) ordert, das unter anderem den sportiven Frontstoßfänger und die seitlichen GfK-Verkleidungen am Übergang zwischen Fahrerhaus und Aufbau umfasst.

Insgesamt ist die Rechnung ganz einfach, und sie geht auch in Ordnung. Man bekommt ein besonderes, qualitativ sehr hochwertiges Reisemobil, das viele gute Detaillösungen bietet, und zahlt dafür eben auch einen besonderen Preis.

Fahren

Höchst unterschiedlich sind die Prämissen für den Fahrvergleich. Freilich ist der kürzere La Strada viel wendiger als der Smove mit seinem ellenlangen Radstand. Zudem tritt der Nova auf Mercedes Sprinter mit zuschaltbarem, traktionsstarkem Allradantrieb an, der ihn auch schlechtwegetauglich macht – für abenteuerlustige Reisemobilisten ein starkes Kaufargument, mit dem der immer frontgetriebene Smove-Fiat gar nicht erst aufwarten kann.

Das höhergelegte Sprinter-Fahrwerk und ein hoher Schwerpunkt bewirken auf der Straße aber auch ein stärkeres Wankverhalten, das die härter abgestimmte Federung kaum kompensiert. Noch mehr beeinflusst den Komfort die Geräuschkulisse, die im La Strada – durch klappernde Fensterrollos – sehr präsent ist. Beeindruckend leiseverhält sich hier der Smove; aus dem Aufbau ist kaum ein Knistern zu hören.

Trotz des deutlich höheren Gewichts steckt der Spinter mit 163 PS den 150 PS starken Ducato bei der Beschleunigung in die Tasche. Dennoch fährt sich der Nova viel behäbiger, was auch an der betagten Automatik mit fünf Gängen (statt sieben wie beim Hecktriebler) liegt. Die automatisierte Schaltbox des Ducato ist mit ihren langen Zugkraftunterbrechungen zwar ebenfalls von der gemütlichen Sorte, dennoch fühlt sich der Smove agiler an.

Wertungen der Teilintegrierten im Überblick

Wohnen

La Strada 3,1   
Niesmann+Bischoff 3,7

Mehr Platz gleich mehr Komfort: Das größere Wohnzimmer und die besser zugänglichen Betten bringen den Smove in Front. Die Variabilität im Bad spart Platz, leichter benutzbar ist jedoch das des Nova. Dessen Möbel sind höchst robust, aber auch schlichter.

Beladen

La Strada 2,8   
Niesmann+Bischoff 3,9

Der Smove bietet mehr Schrankraum als der viel kompaktere Nova und die größere Garage. Bei der Zuladung punktet auch der Fiat, der samt leichtem Alko-Chassis erheblich weniger auf die Waage drückt als der schwerere Allrad-Mercedes.

Technik

La Strada 3,8   
Niesmann+Bischoff 4,2

Anspruchsvoll sind beide, jeder auf seine Weise. Kein anderer Teilintegrierter macht beim Aufbau so viel Aufwand. Der Smove besticht auch mit seiner erstklassigen Verarbeitung.

Preis & Service

La Strada 2,7   
Niesmann+Bischoff 2,8

Der Nova ist schon zum Grundpreis sehr gut ausgestattet. Der Smove punktet mit mehr Händlern und längerer Garantie.

Fahren

La Strada 3,1   
Niesmann+Bischoff 3,5

Fiat schlägt Mercedes – eine Überraschung: Der Smove liegt stabiler und fährt agiler. Allrad gibt’s nur für den Nova. Ohne stünde der bei Verbrauch, Komfort und Fahrverhalten besser da.

Fazit

Maßstab: Teilintegrierte über 60.000 Euro

Die Unvergleichlichen

Super-Nova oder Super-Smove? Diese Designerstücke sind so verschieden, dass nach Klärung der Prioritäten schnell klar ist, wer für wen am besten passt. Während die Kabine des Nova Kenner mit der Zunge schnalzen lässt, geht im Wohnraum Funktion vor Design. Der top verarbeitete Smove ist in jeder Hinsicht konsequent durchgestylt, was aber ab und an der Praxistauglichkeit abträglich ist. Der konventionellere Grundriss macht ihn mehrheitsfähiger. Sportliche Abenteurer, die nicht nur Berge, sondern auch Dachbetten gern erklimmen, finden im Nova einen Traumpartner.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
pro 06/2017
Heft 06 / 2017 10. Mai 2017 154 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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