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Carado V 337 vs. Hobby V 65 (2019)

Zwei Citroën-Wohnmobile im Vergleichstest

Carado V 337 vs. Hobby V 74 Foto: I. Pompe 34 Bilder

Die teilintegrierten Carado V 337 und Hobby V 65 sind nur etwas breiter als ein Kastenwagen, spielen preislich in einer ähnlichen Liga und sollen das beste aus zwei Welten kombinieren. Kann das funktionieren?

Was braucht man wirklich zum Campen? Reicht ein spartanisch ausgestattetes Mobil, das dafür in der Anschaffung günstig ist? Oder muss es eine volle Hütte sein mit allem drin, was das mobile Leben komfortabler, aber die Anschaffung kostspieliger macht? Der Carado V 337 für 38.999 Euro und der 50.600 Euro teure Hobby Optima Ontour Edition V 65 GE sind die Vertreter dieser beiden Philosophien. Gemessen am Verhältnis von Preis und Ausstattung sind aber beide echte Schnäppchen. Und beide gehören zu einer immer beliebter werdenden Fahrzeuggattung.

Die beiden Vans – also teilintegrierte Reisemobile mit schmalem Aufbau – sollen nahezu genauso handlich sein wie ein ausgebauter Kastenwagen, bei deutlich mehr Wohnkomfort und Stehhöhe. Die Testkandidaten sind gerade einmal neun beziehungsweise elf Zentimeter breiter als ein Ducato-Campingbus mit 2,05 Meter. Ein „normaler“ Teilintegrierter ist dagegen zwischen 2,30 und 2,35 Meter breit.

Carado V 337 vs. Hobby V 66 Foto: promobil
Die Einzelbetten sind lang, aber die rechte Matraze fällt recht schmal aus. Der Doppelbettumbausatz kostet 299 Euro.

Die beiden Testfahrzeuge setzen auf den beliebten Einzelbetten-Grundriss und sind auf den Zwei-Personen-Betrieb ausgelegt. Der Hobby kommt inklusive Sat-TV, Markise, Navi, Rückfahrkamera und noch reichlich mehr Ausstattungen vom Band. Das Modell gibt es nur in dieser Konfiguration zu kaufen. Der Käufer bekommt so also auch Dinge, die er eventuell gar nicht braucht oder haben möchte. Dafür kann der Hersteller besser planen, Zubehör günstiger bestellen und diesen Preisvorteil an die Kunden weitergeben.

Beim Carado kann man sich die Details als Optionen entweder ab Werk oder beim Händler bestellen, also sein Mobil individueller gestalten und so günstiger in die Reisemobilwelt einsteigen.

Als Basisfahrzeug setzen beide Hersteller den Citroën Jumper ein. Mit 130 PS-Motor, Euro-Norm 6b und Ad-Blue-Abgasreinigung.

Welchen Mehrwert bietet ein vollausgestattetes Reisemobil, und sind es nur die im Preis enthaltenen Zusatzausstattungen, die den Unterschied ausmachen? Der Vergleich der beiden schmalen Teilintegrierten zeigt, dass es immer auf den Einsatzzweck des Fahrzeugs, auf die persönlichen Bedürfnisse und den Geschmack des Käufers ankommt. Beide Vans haben ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen, und am Ende bleibt die Frage: Welchen Kompromiss gehe ich ein? Denn auch der ziemlich klare Testsieger – Achtung Spoiler – hat Details, die für manchen schwerwiegende Argumente liefern, die gegen den Kauf sprechen.

Wohnen

Schon beim Einstieg fällt der erste Unterschied zwischen den beiden Testkandidaten auf: die Aufbautür. Während beim Hobby knappe 60 Zentimeter Breite einen komfortablen Zugang erlauben, geht es beim Carado mit 54 Zentimeter spürbar enger zu. Auch bei der Türhöhe liegt der Hobby mit 1,75 Meter gute fünf Zentimeter über dem Wert des Carado. Im V 337 ist die Tür außerdem minimalistisch ausgestattet. Schloss und Griff zum Öffnen, mehr ist auf der Innenseite nicht zu finden. Hobby spendiert dagegen eine dicke Innenverkleidung mit großem Zuziehgriff und hängt noch einen Mülleimer an die Tür.

Im Innenraum fällt der Blick auf die Sitzgruppe. Bei beiden Mobilen wartet eine Halbdinette auf Passagiere. DieTische sind in ihren Abmessungen nahezu identisch, der V 65 hat aber eine Tischerweiterung mit an Bord, um auf eine Gesamtlänge von fast 1,40 Meter zu kommen. So erreicht man die Abstellfläche auch vom gedrehten Beifahrersitz aus komfortabel. Bei beiden Modellen lassen sich die Fahrerhaussitze ohne große Mühe drehen.

Im Hobby sorgen ein großes Panoramafenster über dem Fahrerhaus und eine Dachhaube über der Dinette für ein helles Ambiente, das auch durch den Möbelbau in Weiß und Hellgrau unterstützt wird. Im Carado geht es da schon dunkler zu, was zum einen am durchweg holzfarbenen Möbelbau liegt und zum anderen am fehlenden Fenster in der T-Haube. Das gibt es nicht einmal gegen Aufpreis. Und selbst das Fenster über der Dinette kostet hier extra. Es ist Bestandteil des 999 Euro teuren Basic-Pakets, das man wegen der anderen Inhalte, wie zum Beispiel der Duschraumverkleidung, fast als Pflichtpaket bezeichnen kann.

Carado V 337 vs. Hobby V 75 Foto: I. Pompe
Hobby: Der erweiterbare Tisch ist von allen Plätzen aus gut erreichbar. Das serienmäßige Panoramafenster sorgt für ein luftiges Raumgefühl.

Auch in Sachen Fahrerhausverdunkelung macht sich der günstige Preis des V 337 bemerkbar. Hier ist ein Vorhang hinter den gedrehten Fahrerhaussitzen das Mittel zum Zweck, während der Hobby auf praktischere Faltverdunkelungen an den Fenstern setzt.

Der Küchenblock des Carado gefällt mit einer großzügigen Arbeitsfläche, zumal man die Oberseite des rechts daneben stehenden Kleiderschranks mit als Ablage nutzen kann. Der Dreiflammkocher verfügt aber über keine Zündhilfe, so dass zum Kochen immer ein Stabfeuerzeug zur Hand sein sollte. Dafür sind Kocher und Spüle in einer Einheit integriert, was das Reinigen vereinfacht. Die Hängeschränke laufen schräg von oben nach unten zu. Das schafft mehr Kopfbewegungsfreiheit, reduziert aber auch den Stauraum etwas.

Der Thetford-Kühlschrank im Küchenblock hat mit 91 Litern genug Volumen für den Zwei-Personen-Urlaub, ist aber durch die tiefe Einbauposition unpraktisch zu beladen. Hier punktet der Hobby mit einem großen 141 Liter fassenden Exemplar von Dometic. Beide kühlen mit der Absorbertechnik, können also mit 12 und 230 Volt oder Gas betrieben werden. Der Dreiflammkocher des V 65 zündet elektrisch und der Küchenblock kann mit einer Erweiterung auf stattliche 1,46 Meter vergrößert werden. Die Arbeitsfläche geht hier so schnell nicht aus. Eine große Schublade nimmt Besteck und andere flache Küchenutensilien auf. Insgesamt verfügt der Hobby in der Küche über mehr und praktischer aufgeteilten Stauraum inklusive sechs offener Ablagen.

Das Badezimmer liegt bei beiden Testfahrzeugen gegenüber der Küche, dennoch gehen die Hersteller auch hier unterschiedliche Wege. Das Bad des Carado ist spürbar kleiner, behilft sich aber eines Tricks, um es trotzdem gut nutzbar zu machen. So kann man die komplette Waschtischwand umklappen und verwandelt so nahezu den gesamten Raum in eine Dusche. Die Stehhöhe auf dem optionalen Holzlattenrost liegt bei rund 1,87 Meter.

Carado V 337 vs. Hobby V 91 Foto: I. Pompe
Carado: Die schwenkbare Waschbeckenwand verwandelt den Raum zur gut nutzbaren Dusche.

Etwas mehr, genauer 1,88 bis 1,90 Meter, beträgt die Stehhöhe im Hobby. Hier ist die Dusche in den Raum integriert und durch eine schwenkbare Plexiglaswand und eine Lamellenschiebetür abtrennbar. Große Spiegel und ausreichend Staumöglichkeiten in Schränken und auf Ablagen sind in beiden Bädern vorhanden. Die Belüftung erfolgt über Dachhauben, ein Fenster sucht man sowohl im Hobby als auch im Carado vergeblich.

Im Heck warten zwei Einzelbetten auf müde Camper. Im V 65 GE ist das rechte Bett mit knapp 1,85 Metern eher kurz und auch das linke gehört mit 1,92 Metern nicht gerade zu den längsten. Dafür sind beide Matratzen knapp 77 Zentimeter breit und der serienmäßig mögliche Umbau zum 1,96 Meter breiten Doppelbett ist unkompliziert und schnell.

Carado V 337 vs. Hobby V 93 Foto: I. Pompe
Hobby: Die Betten sind länger, das rechte aber schmal. Das Umbau-Doppelbett hat 1,94 Meter Breite. Vorteil: zwei Fenster im Schlafbereich

Der Carado kann mit längeren Betten – 1,90 und 1,96 Meter – Punkte sammeln, die rechte Matratze ist mit 67 Zentimetern aber schmal. Die Kopffreiheit liegt auf ähnlichem Niveau. Da im V 337 aber nur an der Rückwand Hängeschränke eingebaut sind, wirkt das ganze Schlafzimmer luftiger. Dazu trägt auch das Fenster auf der linken Seite bei, das beim Hobby nicht vorhanden ist. Die freie Blickachse vom rechten Bett durch das ganze Fahrzeug nach vorne wird nicht, wie beim Hobby, durch den Kühlschrank gestört.

Im V 65 ist man ringsum von Hängeschränken umgeben. Die Matratzen sind bei beiden ähnlich bequem, mit der Besonderheit, dass im Carado der Lattenrost in die Matratzen integriert ist. Eine ungewöhnliche, aber durchaus bequeme Lösung, die nebenbei Gewicht sparen soll.

Beladen

Ein Vorteil von schmalen, aufgebauten Reisemobilen ist, dass sie weniger Gewicht mit sich herumschleppen müssen. Auch die Länge von deutlich unter sieben Metern lässt große Zuladungsreserven vermuten. Und das bestätigen auch die Wiegungen. Der Carado kann getrost als Leichtgewicht bezeichnet werden. Satte 790 Kilogramm kann er noch verkraften, obwohl er schon etwas über 100 Liter Wasser an Bord hat. 2710 Kilogramm promobil-Leergewicht sind ein ungewöhnlich guter Wert, der sich aber auch durch die deutlich geringere Komfortausstattung erklären lässt.

Das macht der Blick auf den Optima deutlich. 2940 Kilogramm zeigt hier die Waage mit vollem Frischwasser- und Dieseltank. Markise, Sat-TV-Anlage, großer Kühlschrank, größere 16-Zoll-Aluräder und nicht zuletzt 13 Zentimeter mehr Fahrzeuglänge machen sich hier bemerkbar. Trotzdem bleiben 560 Kilogramm an Zuladung übrig, und auch das sollte im Zwei-Personen-Urlaub gut ausreichen.

Die großen Heckgaragen können also bei beiden bedenkenlos beladen werden. Sie haben ein fast identisches Volumen, mit einem kleinen Vorteil beim Carado. Praktischer ist aber der Stauraum des Hobby, da er keine störende umlaufende Stufe am Boden des Heckabteils hat. Verzurrmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden und der Zugang erfolgt über zwei Klappen. Im Hobby sind beide gleich groß, im Carado kostet der linke, kleinere Zugang 359 Euro Aufpreis.

Carado V 337 vs. Hobby V 71 Foto: I. Pompe
Hobby: Die Garage hat keine störenden Stufen und zwei große Zugänge.

Im Innenraum laden zahlreiche weitere Schränke zum Beladen ein. So sind im Schlafzimmer des Hobby insgesamt acht Hängeschränke eingebaut. Den großen Kleiderschrank unter dem linken Bett erreicht man durch das Öffnen einer Lamellenschiebetür. Gegenüber liegt ein Unterschrank mit Fächern. Beide sind etwas unkomfortabel zu beladen, da man in die Knie gehen muss, um Klamotten zu verstauen. Auch der Carado hat zwei Stauschränke unter den Betten. An die kommt man nicht nur über die Schranktür heran, man kann auch einfach die Matratze anheben, was die Beladung erleichtert. Zusätzlich gibt es einen Kleiderschrank zwischen Schlafzimmer und Küchenblock. Der ist knapp 97 Zentimeter hoch, mit 27 Zentimeter Breite fällt er allerdings eher schmal aus. Im Schlafzimmer warten, neben zwei Hängeschränken an der Rückwand, vier lange offene Ablagen auf kleinere Gegenstände.

In der Küche hat der Hobby mehr Stauraum im Angebot, da hier der gesamte Küchenblock für eine breite Schublade, zwei Unterschränke und drei offene Ablagen benutzt werden kann. Im Carado nimmt der Kühlschrank die Hälfte des Küchenblocks ein. So ist hier nur Platz für eine schmalere Besteckschublade und einen Unterschrank mit Mülleimer. Auch wenn der Hobby insgesamt über mehr Verstaumöglichkeiten verfügt, so kommen auch im Carado zwei Personen ebenfalls gut mit den Schränken und Ablagen klar.

Technik

Hobby hat den Optima Edition konsequent auch für den Einsatz in der kalten Jahreszeit ausgerüstet. Neben der Heckgarage ist auch der Abwassertank isoliert und beheizt. Für den warmen Innenraum sorgt eine Truma Combi 6, die unter dem linken Bett eingebaut ist. Die Luft verteilt sich über zehn Ausströmer im Innenraum.

Im Carado müssen lediglich sechs Ausströmer für den Job reichen und eine Truma Combi 4 verrichtet ihren Dienst ebenfalls im Heck unter dem linken Bett. Bei den Außentemperaturen von knapp unter 10 Grad konnte aber auch der Carado seinen Innenraum zügig aufheizen. Wer mehr Heizleistung braucht, weil er oft in kälteren Regionen unterwegs sein wird, kann für 750 Euro Aufpreis eine Truma 6E und für 499 Euro eine elektrische Fußbodenerwärmung bestellen. Der isolierte Abwassertank kostet weitere 159 Euro Extra. Eine beheizbare Version findet man nicht in der Optionenliste. Der Frischwassertank ist bei beiden Mobilen unter der Sitzbank. Man kommt leicht heran, um ihn bei Bedarf zu reinigen.

Carado V 337 vs. Hobby V 69 Foto: I. Pompe
Carado: Gut: der Zugang von außen. Schlecht: kein Flaschenauszug

Sowohl der V 337 als auch der V 65 verfügen über einen Außenzugang für den Gaskasten. Auf der rechten Seite direkt vor der Heckgarage sind die beiden Elf-Kilo-Flaschen, die in die jeweiligen Gasabteile passen, so gut erreichbar. Zum Gasflaschenwechsel oder aber, um den Schlauch umzustecken, muss man sich im Carado allerdings tief in den Kasten beugen und zum Austausch der hinteren Flasche muss immer auch die vordere ausgeladen werden.

Im Hobby funktioniert es rückenschonender, denn hier ist ein leichtgängiger Flaschenauszug immer mit an Bord. Jeder, der mal mitten in der Nacht bei miesem Wetter den Gasanschluss zwischen den Flaschen wechseln musste, wird so einen Auszug nicht mehr missen wollen. Auch das Verstauen der Gasflaschen geht deutlich einfacher von der Hand. Bei Carado gibt es einen Auszug nicht einmal optional.

Bei der Stromversorgung bekommt der Carado einen Extrapunkt. Denn außer den vier 230-Volt-Steckdosen hat er, im Gegensatz zum Hobby, zwei USB-Dosen im Innenraum. Unpraktisch bei beiden Modellen: Im Schlafzimmer befindet sich keine Steckdose, um zum Beispiel das Handy, das man als Wecker nutzen möchte, in Griffweite über Nacht laden zu können. Bei den Bordbatterien herrscht ebenfalls Einigkeit. In beiden Mobilen speichern sie 95 Ah und sind vom AGM-Typ. Im Hobby wird der Aufbauakku über ein starkes 25-A-Ladegerät versorgt, im Carado von einem ebenfalls ausreichend dimensionierten 18-A-Lader.

Für den Aufbau verwenden beide Hersteller teilweise GfK – im Carado sind Dach und Heck damit belegt. Die Wände haben eine Alu-Außenhaut, der Boden vertraut allerdings noch einer, nicht mehr ganz zeitgemäßen Holzplatte. Als Isolierung dient ringsum EPS-Schaum. Der Hobby-Aufbau ist hochwertiger ausgeführt. In Dach und Wänden kommt zwar ebenfalls EPS zum Einsatz. Im GfK-geschützten Boden steckt zur Isolierung aber der wertigere XPS-Schaum. Somit ist die Bodenkonstruktion besser gegen Wasserschäden gewappnet. Auch das Dach hat eine GfK-Schicht zum Schutz vor Hagelschäden, und die Wände sind in Alu gehüllt. Die Dach- und Wandstärken sind bei beiden Modellen identisch, der Boden des Hobby mit 42 nur einen Millimeter dicker.

Der Möbelbau zeigt sich im Hobby insgesamt hochwertiger und moderner als im Carado. Die Klappen der Schränke und die Schubladen werden aber bei beiden von Hakenschnäppern oder Drucktastern sicher verschlossen gehalten.

Fahren

Carado V 337 vs. Hobby V 76 Foto: I. Pompe
Im Fahrerhaus verrät nur das Logo auf dem Lenkrad, dass man nicht in einem Ducato sitzt. Navigationsgerät und Rückfahrkamera sind im Hobby serienmäßig.

Beide Testkandidaten basieren auf dem Citroën Jumper mit 130 PS und Sechs-Gang-Handschaltung. Dennoch gibt es kleine Unterschiede bei den Fahrleistungen. So ist der Carado von 0 auf 100 km/h gut sechs Sekunden schneller als der Hobby. Bei der Elastizität von 60 auf 100 km/h im fünften Gang sind es noch gut zwei Sekunden mehr. Gründe hierfür sind im höheren Gewicht und den 16-Zoll-Rädern des Hobby zu vermuten, die eine längere Gesamtübersetzung ergeben. Insgesamt kann man mit beiden aber recht flott unterwegs sein.

Die geringe Fahrzeugbreite und der kurze Radstand von 3,80 Meter machen die Vans zu sehr handlichen Fahrzeugen. Der Carado zeigt sich mit seinen kurzen Außenspiegelarmen auch bei der Durchfahrtsbreite auf Kastenwagenniveau. Unterwegs gibt der Hobby-Auf- und -Ausbau auf unebener Straße etwas weniger Geräusche von sich als der Carado.

Der Jumper-Motor, der mit zwei Litern Hubraum etwas kleiner ist als der 2,3-Liter im Ducato, klingt beim Beschleunigen manchmal angestrengt, erledigt seinen Job insgesamt aber gut. Der Testverbrauch hält sich mit etwas über zehn Litern bei beiden im Rahmen. Die Ad-Blue-Tanks fassen jeweils 15 Liter. Das soll für bis zu 10 000 Kilometer reichen.

Insgesamt geht das Fahrkapitel damit fast unentschieden aus, doch der Hobby zieht vor allem bei der Fahrsicherheit davon, denn der Beifahrer-Airbag ist schon serienmäßig.

Preis & Service

Carado V 337
Grundpreis: 38.999 Euro
Testwagenpreis: 43.628 Euro

Hobby Optima Ontour Edition V 65 GE
Grundpreis: 50.600 Euro
Testwagenpreis: 50.600 Euro

Der Carado ist ein sehr günstiges Reisemobil mit knapper Serienausstattung. Der Hobby dagegen ist vollgepackt mit Zubehöroptionen, die man sonst in der Aufpreisliste findet. Sat-TV-Anlage, Navigation, Rückfahrkamera und Markise: all-inclusive zum Festpreis von 50.600 Euro.

Carado V 337 vs. Hobby V 77 Foto: I. Pompe
Hobby: Alles drin bis hin zur kompletten SAT-TV-Anlage mit einem Twin-LNB für einen zweiten Fernseher: ein echtes All-inclusive-Angebot.

Über 11.000 Euro weniger zahlt man für den V 337 von Carado. Zumindest theoretisch, denn das Chassis-Paket für 2449 und das Basic-Paket für 999 Euro sind Quasi-Pflicht-Optionen, da hier zum Beispiel der Beifahrer-Airbag und zwei Dachhauben enthalten sind. Bleibt aber dennoch eine große Preisdifferenz zum Hobby. Möchte man den Carado ebenso zu einem Mobil mit allem Komfort aufrüsten, wie ihn der Ontour Edition bietet, zehrt sich der Preisvorteil nahezu auf. Und manche Details, wie das T-Haubenfenster und den Gasflaschenauszug, bekommt man nicht einmal optional.

Testwertung

Maximal 5 Punkte möglich

Wohnen – Carado: 3,1 Hobby: 3,4

Der Hobby sammelt vor allem mit Küche, Sanitärraum und dem Möbelbau Punkte. Die längeren Betten bringen dem Carado zusammen mit dem insgesamt luftiger wirkenden Schlafabteil den Sieg in dieser Unterkategorie.

Beladen – Carado: 3,8 Hobby: 3,7

Der Carado kann fast 800 Kilogramm zuladen, da bleiben kaum Wünsche offen. Aber auch der voll ausgestattete Hobby hat genug Ladereserven für die zahlreichen Staumöglichkeiten.

Technik – Carado: 3,0 Hobby: 3,3

Das Technik-Kapitel geht an den Hobby. Bei der Bordtechnik kostet die fehlende USB-Versorgung zwar Punkte, dafür liegt er aber bei Aufbau, Verarbeitung und Wintertauglichkeit vorn.

Fahren – Carado: 3,0 Hobby: 3,3

Der nicht serienmäßige Beifahrer-Airbag und der höhere Geräuschpegel kosten den Carado Punkte bei Fahrsicherheit und -komfort. Bei den Fahrleistungen hat er knapp die Nase vorne.

Preis – Carado: 3,8 Hobby: 4,4

Preis-Leistungs-Sieg für den Hobby. Der auf den ersten Blick höhere Grundpreis zahlt sich durch viele Extras wieder aus.

Fazit

Schmal und gut

Das Beste aus zwei Welten: Die Handlichkeit eines Kastenwagens kombiniert mit dem Platzangebot eines Teilintegrierten – beide Mobile bekommen diesen Spagat gut hin. Und würde man den Carado allein betrachten, stünde da ein gutes und sehr günstiges Reisemobil. Das Innendesign wirkt zwar nicht mehr allzu modern, aber das liegt auch im Auge des Betrachters. Stellt man dann aber den „Volle-Hütte-Hobby“ daneben, muss sich der Carado in vielen Punkten hinten anstellen. Ein Argument, das für mich persönlich aber gegen den Optima sprechen würde, sind die kurzen Betten. Denn mit 1,93 Meter Körpergröße reicht es hier weder links noch rechts.

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