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4 Wohnmobil-Basisfahrzeuge im Vergleichstest

Mercedes, Renault, Fiat und Ford

Vergleichstest Basis-Fahrzeuge Foto: Karl-Heinz Augustin 28 Bilder

Wer baut das beste Fahrgestell für einen Teilintegrierten? Wir haben die 4 wichtigsten Basisfahrzeuge zum ausführlichen Vergleichstest gerufen und auf Herz und Nieren gecheckt. So viel vorweg: Wir begegneten vier Charakterköpfen.

promobil testet den Fiat Ducato, Ford Transit, Mercedes Sprinter und Renault Master und will die Frage beantworten: Welches dieser Basisfahrzeuge ist das beste für teilintegrierte Reisemobile?

Jagd auf den Fiat Ducato

Wenn es um Marktanteile im Reisemobilsektor geht, ist die Sache klar: Seit vielen Jahren liegt der Fiat Ducato mit Quoten von rund 70 Prozent eindeutig vorn. Im Votum der promobil-Leser bei der Wahl zum Reisemobil des Jahres ist der Fiat Seriensieger bei den Basisfahrzeugen. Also wozu ein aufwendiger Vergleichstest?

Vergleichstest Basis-Fahrzeuge Foto: Karl-Heinz Augustin
Über viele Jahre Bestseller in der Branche, bekommt der Fiat Ducato zunehmend Konkurrenz durch Ford, Mercedes und Renault.

Das Hufescharren der Konkurrenz wird in den letzten Jahren immer lauter. Die Transporter von Ford und Renault, aber vor allem der brandneue Mercedes brechen in bisherige Fiat-Domänen ein. Sie bieten ebenfalls eine große Vielfalt vom Flach- bis zum Alko-Tiefrahmen, und setzen zudem teilweise auf modernste Media-, Komfort- und Sicherheits-Features, die der Ducato nicht zu bieten hat. Gute Gründe also für eine Standortbestimmung.

Moment mal – denkt sich der Kenner – da fehlt noch einer! Der VW Crafter und sein Zwilling MAN TGE versuchen doch auch, sich ein Stück vom stückzahlträchtigen Reisemobilkuchen abzuschneiden. Doch der bisher einzige Vertreter von Knaus, der Knaus Van TI Plus, war noch nicht zu einem großen Kräftemessen bereit.

Die teilintegrierten Testfahrzeuge

Folgende von Wohnmobil-Herstellern ausgebaute Fahrzeuge nahmen am Test teil:

RENAULT MASTER: Ahorn Camp

Ahorn Camp Alaska TD seitlich Premiere Ahorn Camp Alaska TD (2019) Teilintegrierter mit Winterpaket-Option

Alaska TD Plus nennt sich das Querbett-Modell in der Topbaureihe des Anbieters Ahorn Camp. Die drei Teilintegrierten sind als Besonderheit mit einer Webasto-Dieselheizung und einem Whale-Gas-Boiler ausgestattet, dazu gibt es noch ein spezielles Winterpaket. Das Hubbett über der Sitzgruppe ist optional.

Grundpreis: ab 45.900 Euro

 günstiger Preis
 großzügiger Wohnraum
 leicht zugängliches Querbett – optional höhenverstellbar
 separate Dusche mit Regenbrause
 wertige Armaturen
 GfK-Außen- und -Innenwände
 mit Hubbett tauglich für vier
 helle Beleuchtung

 geringe Zuladung als 3,5-Tonner
 schmale Aufbautür
 Heckbett in oberster Stellung nur mühsam zugänglich.

FORD TRANSIT: Chausson

Vergleichstest Basis-Fahrzeuge Foto: Karl-Heinz Augustin
Chausson Titanium: Zehn Vollbremsungen aus Tempo 100 musste jeder Kandidat absolvieren. Der Ford bremste am besten – mit Sommerreifen.

Titanium 767 GA: Diese Baureihe des französischen Herstellers zeichnet sich durch eine besonders umfangreiche Serienausstattung aus. Allerdings sind Sonderwünsche darüber hinaus nur sehr begrenzt verfügbar. Das Modell 767 GA setzt auf eine trendige Längsbanksitzgruppe vorn. Im Heck finden sich Einzelbetten. Das Bad ist groß, die Dusche integriert.

Grundpreis: ab 54.690 Euro

 umfangreiche Serienausstattung für Basis und Aufbau zum attraktiven Preis
 moderne Längsbanksitzgruppe
 geräumiges Bad
 mit Hubbett tauglich für vier
 relativ viel Schrankraum.

 verrutschende Sitzpolster
 keine separate Dusche
 schmale Aufbautür
 kleiner Dieseltank
 keine Auflastungsmöglichkeit

FIAT DUCATO: Eura Mobil

Vergleichstest Fiat Ducato Foto: Karl-Heinz Augustin
Eura Mobil Profila T 675 SB

Der Profila T 675 SB setzt auf den Grundrissklassiker bei den Teilintegrierten: Längsdoppelbett und schlankes Bad daneben. Zusammen mit seinem hochwertigen Aufbau und dem flachen Doppelboden zeigt er, dass diese Aufteilung für Paare immer zeitgemäß ist, und das auf unter sieben Meter Länge.

Grundpreis:ab 59.990 Euro

 bequemes Doppelbett
 Bad mit separater Dusche
 Winkelküche mit großem Kühlschrank
 geräumige Sitzgruppe
 Doppelboden für Bordtechnik und Stauraum
 holzfreie Aufbaukonstruktion
 Gesamtlänge 6,99 Meter
 mit Hubbett als Profila RS

 keine fahrradtaugliche Garage
 Doppelbett etwas schmal
 umständlicher Zugang zur Sitztruhe

MERCEDES SPRINTER: Frankia

Frankia T 7400 GD (2019) Frankia T 7400 GD (2019) Teilintegriertes Wohnmobil auf Sprinter-Basis

Der M-Line T 7400 GDist eines von wenigen T-Modellen, die auf dem Sprinter angeboten werden. Darauf setzt Frankia einen soliden, hochwertigen Auf- und Ausbau mit vorbildlicher Bordtechnik. Der T 7400 GD ist ein großzügiges Einzelbetten-Modell, das zwei Personen auch für lange Reisen dienen kann, nicht zuletzt dank üppiger Zuladungsreserven als 5,3 Tonner.

Grundpreis: ab 109.500 Euro

 sehr geräumiges Modell für zwei
 Winkelküche mit großem Kühlschrank
 Bad mit separater Dusche
 hochwertiger Aufbau mit Doppelboden
 Warmwasserheizung serienmäßig

 langes, hohes und schweres Fahrzeug
 hoher Grundpreis
 kein Hubbett über Sitzgruppe verfügbar.

Antrieb vorn oder hinten?

Hymer B-Klasse Modern Comfort T 600 Hymer B-Klasse Modern Comfort (2019) 1. Wohnmobil-Fahrtest mit dem neuem Sprinter

Diese Frage beantworten die Basisfahrzeughersteller zunehmend salomonisch mit „sowohl als auch“. Lediglich der Ducato ignoriert weiterhin, dass auch eine angetriebene Hinterachse ihre Vorteile hat. Doch in der Aufbauform der Teilintegrierten spielen auch beim Ford Transit und beim Renault Master nur die frontgetriebenen Chassis eine Rolle.Beim Mercedes Sprinter dagegen, der in seiner neuesten Auflage erstmals beide Varianten bereithält, gibt es bereits vom Start weg T-Modelle mit beiden Antriebsformen. Für den Test haben wir einen Verfechter des Hinterradantriebs ausgewählt, der damit einen weiteren Aspekt einbringt.

Ergonomie im Cockpit: Sitz und Übersichtlichkeit

Einsteigen, hinsetzen und ersten Überblick verschaffen. Dann den Sitz, das Lenkrad und die Außenspiegel einstellen. Im Ford und Mercedes finden Fahrer unterschiedlichster Staturen am ehesten eine passende Position. Beide Lenkräder sind höhen- und weitenverstellbar, auch die Sitze sind jeweils in Höhe und Neigung variabel. Beim Mercedes kann zusätzlich die Sitzflächentiefe eingestellt werden, der Ford kontert mit einer manuell einstellbaren Lordosenstütze.

Vergleichstest Ford Transit Foto: Karl-Heinz Augustin
Ford Transit: Das mehrfarbige Cockpit des Transit wirkt stellenweise ein wenig verspielt. Zwischen den einfachen blaugrauen Teilen und dem wertigen, aber etwas überladenen Lenkrad besteht eine Qualitätsdiskrepanz.

Beim Ford eher ungeschickt: Die Sitzlängsverstellung dreht beim Wechsel in den Wohnbetrieb nicht mit, sodass sie dann kaum noch erreichbar ist. Im Renault macht sich die Drehkonsole in anderer Weise unbeliebt. Der Sitz wird damit so hoch gesetzt, dass Fahrer mit durchschnittlicher Beinlänge selbst in unterster Position der Höhenverstellung mit den Füßen nur knapp den Boden erreichen – auf Dauer unbequem. Sein Lenkrad steht nahe am Armaturenbrett und ist zudem nur höhenverstellbar, sodass man die Arme beim Lenken lang machen muss.

Das Fiat-Volant ist dagegen nur weitenverstellbar, was im Zweifelsfall aber mehr bringt, weil es unterschiedliche Armlängen ausgleichen kann. Die Sitzposition und -einstellbarkeit passt für kleinere bis mittelgroße Fahrer. Eine gute Übersicht hilft Gefahren rechtzeitig zu erkennen.

Der Renault behindert den Blick zur Seite am wenigsten, nach vorn schränkt das hochbauende Armaturenbrett aber die Sicht vor den Bug ein. Ähnliche Unterschiede zeigen sich auch beim Ford. Im Fiat liegt die „Gürtellinie“ insgesamt tiefer, dafür begrenzt die breite B-Säule den Rundumblick relativ früh und die niedrige Oberkante der Windschutzscheibe kann den Blick auf Ampeln behindern.

Beim Mercedes liegen sowohl Unter- als auch Oberkante der Verglasung relativ hoch. Mehr Arbeit machen dem Mercedes-Fahrer die Außenspiegel. Sie sind vergleichsweise klein, insbesondere die Weitwinkelfelder, und stehen weit hinten, sodass man den Kopf ziemlich stark zur Seite drehen muss. Dass die Spiegel des Testwagens nur manuell einstellbar waren, ist dem frühen Serienstand geschuldet, normal ist die elektrische Verstellung der Hauptspiegel serienmäßig, wie bei den anderen drei.

Nur beim Renault sind allerdings die relativ kleinen Weitwinkelspiegel komplett fix eingebaut – je nach Sitzposition sind sie damit mehr oder weniger brauchbar. Angenehm groß und einstellbar sind alle vier Spiegelfelder bei Ford und Fiat – bei Letzterem sogar auch komplett elektrisch einstellbar.

Basisfahrzeuge von gebrauchten Wohnmobilen
Wie finde ich einen zuverlässigen Gebrauchten?

Fahrtest: Wählhebel, Beschleunigung, Lenkung

Okay, jetzt aber los. Den Schlüssel drehen und Gas geben. Beim Mercedes muss man dabei ein wenig umdenken. Es gibt kein Zündschloss mehr. Den Funktransponder legt man in eine Ablage der Mittelkonsole und drückt den Startknopf. Daran gewöhnt man sich schnell, allerdings dauert der ganze Vorgang länger als gewohnt, als ob der Bordcomputer erst hochfahren muss.

Handbremse lösen – Ford, Mercedes und Renault nutzen dafür Exemplare mit abklappbarem Hebel, was das Sitzdrehen erleichtert. Andererseits muss man sich zum Öffnen der Bremse weit hinunterbeugen, und es erfordert etwas Übung, um die manchmal hakelige Rastmechanik zuverlässig zu lösen. Jedem Mercedes-Käufer sei da die optionale elektrische Parkbremse empfohlen, die gerade im Reisemobileinsatz echte Komfortvorteile bietet. Befürchtungen, damit beim Anfahren am Berg ungebührlich zurückzurollen, sind unbegründet, dank elektronischer Berganfahrhilfe. Und noch weniger im Zusammenspiel mit dem Automatikgetriebe, das im Test-Mercedes die Schaltarbeit übernimmt. Auch die drei Kontrahenten sind mit den jeweils optionalen Schalthilfen ausgestattet – Fiat und Renault mit robotisierter Kupplung, der Ford wie im Mercedes mit echter Wandlerautomatik.

Vergleichstest Mercedes Sprinter Foto: Karl-Heinz Augustin
Mercedes Sprinter: Automatikbedienung per Lenkstockhebel und Schaltpaddel: ungewöhnlich, aber gut.

Die Wählhebel von Fiat, Ford und Renault finden sich in gewohnter Weise als Joystick in der Mittelkonsole. Der Mercedes setzt dagegen auf einen unscheinbaren Lenkstockhebel, den Markenunerfahrene leicht für den Scheibenwischerschalter halten – der ist bei Modellen mit dem Stern im Kühler traditionell links angeordnet. Dazu gibt es hinten am Lenkrad Schaltpaddel als Eingriffsmöglichkeit. Diese dem Motorsport entlehnte Anordnung wirkt in einem Transporter zwar etwas deplatziert. Letztlich ist es aber einfach die bequemste Art, schaltend einzugreifen, weil man keine Hand vom Lenkrad nehmen muss.

Mercedes kann gute Kombinationen aus Motor und Automatikgetriebe bauen – das hat sich herumgesprochen. Die Topvariante mit 190-PS-Sechszylinder und Siebengang-Wandlerautomatik des Testwagens ist ein einzigartiges Highlight im Transportersegment.

Auch wenn 3,0-Liter beim Beschleunigen im Sprinter zunächst nicht ganz die hohen Erwartungen erfüllt, denn er bringt den Wagen eher unspektakulär in Fahrt. Wegen der guten Geräuschdämmung bemerkt man den Tempozuwachs erst beim Blick auf den Tacho. Bei höheren Drehzahlen über 3000 Umdrehungen pro Minute beginnt der Motor dann so richtig zu brillieren und schiebt die massige Fuhre mit Vehemenz nach vorn. Dieser famose Antrieb, kombiniert mit der traktionsstarken Zwillingshinterachse, ist eines der wichtigsten Argumente für den Mercedes mit Hinterradantrieb – beim Frontantrieb ist mit dem 177-PS-Vierzylinder Schluss. Dafür genehmigt sich der Drei-Liter-Motor, der nur mit Automatik verfügbar ist, allerdings an der Tankstelle einen kräftigen Extraschluck.

Der Ford, ebenfalls mit potentiell verbrauchssteigernder Wandlerautomatik unterwegs, ist dagegen der sparsamste in diesem Quartett. Ganz so seidig wie im Mercedes verläuft der Gangwechsel hier allerdings nicht. Zusammen mit dem zwar hubraumschwächsten, aber dennoch 170 PS und 405 Nm abgebenden Aggregat entsteht ein leistungsfähiger und komfortabler Antrieb. Die Automatik überspielt auch die beim Schalter spürbare, leichte Anfahrschwäche. Auf feuchter Straße bergauf ringen die Antriebsräder allerdings erst einmal hör- und spürbar um Traktion, bevor die Elektronik eingreift.

Vergleichstest Renault Master Foto: Karl-Heinz Augustin
Renault Master: Nach eher simplem Plastik fühlt sich nicht nur das Lenkrad mit Tempomat-Tasten an.

Auch beim Renault sollte man in dieser Situation vorsichtig mit dem Gasfuß umgehen. Ansonsten kann seine Motor-Getriebe-Kombination aber ebenso überzeugen. Das Biturboaggregat beschleunigt fast so gleichmäßig wie ein Elektromotor, und das automatisierte Schaltgetriebe wechselt die Gänge so zackig und ruckarm, dass der Komfortunterschied zur Wandlerautomatik denkbar klein ausfällt.

Auch beim Rangiertest auf Keile macht das Quick-Shift-Getriebe des Renault dank Kriechfunktion seine Sache ähnlich gut wie die Wandlerautomaten. Allerdings riecht man sein Arbeitsprinzip nach kurzer Zeit durch Kupplungsdüfte.

Deutlich mehr Probleme hat der Fiat mit dem Keiltest. Ohne Kriechfunktion rollt das Fahrzeug wieder runter, sobald man vom Gas geht. Hier hilft nur ein Trick: die Bremse parallel mit dem linken Fuß bedienen. Aber auch im sonstigen Fahrbetrieb genehmigt sich der Fiat die deutlichsten Schaltrucke und wechselt bergauf teils kopflos die Gänge hin und her. Hier lohnt der Einsatz der „Gewichtstaste“, die den Schaltpunkt nach oben setzt – es gibt sie auch im Renault. Der nominell schwächste Motor im Test mit 150 PS – das Fiat-Topaggregat mit 177 PS war zum Test nicht verfügbar – fühlt sich gar nicht schwachbrüstig an, denn er hängt optimal am Gas. Und mit 380 Nm stemmt er genauso viel Drehmoment auf die Kurbelwelle wie der Renault.

Vergleichstest Basis-Fahrzeuge Foto: Karl-Heinz Augustin
Chausson Titanium: Zehn Vollbremsungen aus Tempo 100 musste jeder Kandidat absolvieren. Der Ford bremste am besten – mit Sommerreifen.

Der Fiat überzeugt zudem mit seiner direkten und feinfühligen Lenkung sowie der sattesten Straßenlage, die kaum Wankbewegungen zulässt. Die Kehrseite der Medaille ist die poltrige, wenig sensible Federung. Hier setzen der Mercedes und der Renault – vor allem seine Vorderachse – die Komfortmaßstäbe. Das Aufbauwanken ist jedoch stärker ausgeprägt – besonders beim Mercedes stört bei langsamer Fahrt ein nach Anregung durch Unebenheiten praktisch ungedämpftes Hin- und Herwippen.

Über die modernen Assistenzsysteme des Mercedes wurde schon viel geschrieben. Besonders vorteilhaft erscheinen dabei der Notbremsassistent und der Abstandsregeltempomat – die es im Prinzip auch für den Ford gibt, aber von den Reisemobilherstellern kaum gelistet werden. Bei Fiat und Renault ist das Angebot an elektronischen Helfern bislang deutlich kleiner.

Der Test-Mercedes war zudem mit LED-Hauptscheinwerfern (Option) ausgerüstet. Auf der nächtlichen Landstraßenetappe setzten sie sich mit hellem, gleichmäßigem Licht bestens in Szene. Bislang einzigartig ist zudem sein Multimediasystem mit Spracherkennung, das Technikverliebte begeistert, aber auch anderen Vorteile bringt. Der Mercedes ist sicherlich aktuell das modernste Basisfahrzeug. Dennoch macht er nicht alles besser als die etablierten Konkurrenten.

So testet promobil

Vergleichstest Basis-Fahrzeuge Foto: Karl-Heinz Augustin
Das GPS-basierte Messsystem registriert präzise jede Fahrzeugbewegung.

Viele Kriterien fließen bei der Beurteilung eines Basisfahrzeugs ein. Einige davon sind in Sekunden, Meter oder Dezibel messbar, andere beruhen auf der Einschätzung der erfahrenen Tester. Um objektive, vergleich- und reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen, werden die Messwerte unter identischen Bedingungen ermittelt.

Für alle Fahrdynamiktests wurde die Landebahn des Sportflugplatzes Offenburg genutzt. Zudem waren alle Fahrzeuge bis zum zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 t inklusive Fahrer beladen. Eine Ausnahme bildete der 5,3-Tonnen-Mercedes, der schon leer um die 4 t wog und auf 4,1 t gebracht wurde.

Nur teilweise schickten die Hersteller ihre Testwagen mit jahreszeitlich angepassten Reifen ins Rennen, was bei der Beurteilung der Bremswege berücksichtigt werden muss.

Um die subjektive Einschätzung auf eine breite Basis zu stellen, wechselten die Fahrer auf der rund 400 Kilometer langen Teststrecke etwa alle 50 Kilometer die „Pferde“ und hielten ihre Beurteilungen in detaillierten Testprotokollen fest.

Test-Wertung

(maximal 5 Punkte möglich)

Fiat Ducato – 3,1 Punkte
Ford Transit – 3,6 Punkte
Mercedes Sprinter – 3,8 Punkte
Renault Master – 3,1 Punkte

Fazit

Meine Wunschbasis hätte die Straßenlage und die Lenkung des Ducato, den Verbrauch und das niedrige Geräuschniveau des Transit, die Federung und die Motorkraft des Sprinter sowie die Servicefreundlichkeit und die Leistungsentfaltung des Master. Also kann keiner alles richtig gut?

Ja, aber dennoch ergibt sich eine klare Rangfolge, mit dem Mercedes ganz vorn, gefolgt vom Ford. Fiat und Renault, als im Kern ältere Konstruktionen, folgen dahinter. Dabei legt jeder der vier eigene Schwerpunkte.

Es lohnt sich also, genauer hinzusehen, um den Richtigen für sich zu finden. Allerdings hat man bei nur wenigen Reisemobilmarken tatsächlich die Auswahl unter mehreren Basisfahrzeugen.

Technische Daten
Eura Mobil Profila T Chausson Titanium Frankia M-Line Ahorn Alaska
Grundpreis 59.990,00 € 56.195,00 € 104.000,00 € 45.900,00 €
Aufbau Teilintegrierter Teilintegrierter Teilintegrierter Teilintegriert
MaßeL x B x H 6,99 x 2,32 x 2,86 cm 7,19 x 2,35 x 2,92 cm 7,67 x 2,30 x 3,15 cm 748 x 2.370 x 294 cm
Leistung 96 kW / 130 PS bei 3600/min 125 kW / 170 PS bei 3500/min 120 kW / 163 PS bei 3800/min
Motor Energy dCI 170
Leergewicht 3.115 kg 2.970 kg
Zul. Gesamtgewicht 3.500 kg
Sitze mit Dreipunktgurt / Zweipunktgurt 2 / –
Sitze mit Gurt 4 bis 4 4 bis 4 5 bis –
Anzahl Festbetten / Umbaubetten 4 / –
Schlafplätze 2 bis 4 2 bis 2 3 bis –
Beschleunigung 0-100 km/h 26,0 s 18,0 s 22,0 s
Kraftstoffverbrauch pro 100 km (promobil-Testrunde) 10,00 l 9,00 l 13,00 l
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