Stellplatz-Radar: 11.000 Stellplätze in einer App für iOS und Android.

Integrierte der 100.000-Euro-Klasse im Vergleich

Carthago E-Line, Hymer B-Klasse SL und N+B Arto im Test

Vergleichstest Carthago Chic E-Line, Hymer B-Klasse SL, N + B Arto Foto: Ingolf Pompe 35 Bilder

Die Integrierten der 100 000-Euro-klasse stellen die höchste Veredelungsstufe der Reisemobile auf Fiat-Ducato-Basis dar. Der neu entwickelte Hymer B-SL stellt sich als Einzelbettenversion zwei ebenfalls neuen Modellen seinen Konkurrenten.

Revolutionäre träumen gerne von einer Bodenreform, die ungleiche Besitzverhältnisse neu verteilt. Hymer hätte sicher nichts dagegen, wenn die Bodenreform der neuen B-Klasse Supreme Line die Marktanteile bei den luxuriösen integrierten Wohnmobilen etwas weiter in Richtung Bad Waldsee verschöbe. Um einen tiefgreifenden Systemwechsel handelt es sich allemal.

Kompletten Artikel kaufen
Vergleichstest Carthago Chic E-Line, Hymer B-Klasse SL, N + B Arto
Integrierte der 100.000-Euro-Klasse im Vergleich Carthago E-Line, Hymer B-Klasse SL und N+B Arto
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 9 Seiten)
2,00 €
Jetzt kaufen

Auf völlig neue Weise ist beim Hymer B 704 SL das Chassis in den Doppelboden integriert, der in der Klasse hochwertiger Integrierter obligatorische ist. Durch diese Methode ist der Doppelboden so auf rekordverdächtige 36 Zentimeter Höhe angewachsen. Zugleich spart diese Konstruktion Außenhöhe und Gewicht, denn tragende Zwischenwände im Keller sind unnötig. Nebeneffekt: ein glatt verkleideter Unterboden und damit eine verbesserte Aerodynamik. So innovativ kann Hymer mit neuem Selbstbewusstsein den Platzhirschen in der oberen Mittelklasse entgegentreten. Ein stattlicher Herausforderer steht mit dem B 704 SL parat – mit komfortablem Einzelbetten-Grundriss, knapp unter acht Meter Länge.

Vergleichstest Carthago Chic E-Line, Hymer B-Klasse SL, N + B Arto Foto: Ingolf Pompe
Der brandneu entwickelte Hymer B-SL stellt sich als Einzelbettenversion zwei ebenfalls neuen Modellen seiner schärfsten Konkurrenten.

Starke Konkurrenten erwarten ihn, auch wenn bei Carthago und Niesmann + Bischoff die Doppelbodenkonstruktion jeweils noch klassisch auf den Längsträgern des Fahrgestells ruht. Beide haben ebenfalls Wege gefunden, diese Limitierung in der Höhe aufzuheben: der Chic E-Line etwa durch unter die obere Rahmenkante abgesenkte Staufächer, der Arto durch Stauschubladen hinter den Seitenschürzen.

Zudem haben auch Carthago und Niesmann + Bischoff ihr Modellangebot mit erneuerten Grundrissen noch attraktiver gemacht. Beim Carthago Chic E-Line, dem Zweitplatzierten der Klasse „integrierte über 80.000 Euro“ bei der promobil-Leserwahl 2018, wurde das große Einzelbettenmodell I 50 zur aktuellen Saison verlängert, um einen hohen Kleiderschrank unterzubringen. Die Bewegungsfreiheit im Badwuchs, und die Dusche wurde neu ausstaffiert. Dazu glänzt der E-Line mit üppiger Bordtechnik und Serienausstattung, die den höheren Grundpreis relativiert.

Der Leserwahl-Sieger Niesmann + Bischoff Arto verzeichnete zu Saisonbeginn einen kompletten Neuzugang im Programm, der genau zum B 704 SL passt. Neben seiner harmonischen Platzverteilung will der Arto 77 E vor allem mit einer neuen, großzügigen Runddusche im Raumbad punkten. Daneben ist das stringente Innen- und Außendesign des Arto stets eine Verlockung.

Carthago E-Line I 50

Gurt-/Schlafplätze: 4/4–5
Zulässiges Gesamtgewicht: 4500 kg
Länge: 7,87 m
Preis: ab 117.200 Euro

Sechzehn Zentimeter mehr Länge – klingt vielleicht nicht viel, doch sie bescheren dem I 50 einen raumhohen Kleiderschrank. Obwohl es schon zwei ziemlich große Exemplare unter den Fußenden der Einzelbetten gibt, die mit Tür und anhebbarem Deckel auch vernünftig zugänglich sind. Trotzdem praktisch – der hohe Schrank für die häufig benutzten Jacken, die anderen bieten auch noch Platz für die Theatergarderobe.

Carthago Chic E-Line I 50 Foto: Ingolf Pompe
Der neu aufgelegte I 50 wartet nun mit einem TV-Schrank im Schlafzimmer auf (links oben) und hat eine neue, verschiebbare Heckbetttreppe.

Neu ist zudem der TV-Hängeschrank über dem rechten Bettende; so kann man unabhängig voneinander in Schlaf- und Wohnzimmer fernsehen. Schon bekannt, aber dennoch ein Pluspunkt ist die stattliche Heckgarage, die mit zwei großen Klappen, Verzurrschienen und Zubehörfächern keinen Wunsch offen lässt – außer vielleicht eine gleichmäßigere Beleuchtung. Mit zwei Außen- und zwei Innenzugängen ist das große Doppelbodenfach unter der Sitzgruppe besonders gut erreichbar. Zusammen mit den gut verteilten Hängeschränken, Ablagen und Fächern schiebt sich der Carthago so beim Stauraum knapp an die Spitze dieses Trios.

Die fluffige Polsterung im Wohnzimmer lockt zum Platznehmen. Die Sitzflächen sind großzügig geschnitten, was andererseits den Durchgang einengt. Die Tischplatte lässt sich dafür immerhin leicht zur Seite schieben – die Dearretierung gelingt einfach über einen Fußtaster. Für vier Gedecke ist die Tischfläche allerdings knapp.

Carthago Chic E-Line I 50 Foto: Ingolf Pompe
Fein und gemütlich gestaltete Sitzrunde. Für vier Personen etwas kleiner Tisch, dessen Platte sich über ein praktisches Fußpedal entriegeln lässt. Breites, bequemes Hubbett.

Zum Fernsehabend kann sich’s einer im Fahrersessel, der andere auf der Eckbank bequem machen, nachdem man den großen Bildschirm aus der Seitenbanklehne hervorgezaubert hat. Wer dazu einen Wein kredenzen möchte, findet Gläser in der Küchenvitrine. Oder einen Espresso? Die Kapselmaschine fährt bei Bedarf im Lift unten aus dem Hängeschrank. Die extravagant geformte Arbeitsplatte aus Kunststein verströmt etwas Exklusivität. Auch nicht selbstverständlich: die elektrische Zentralverriegelung der Schubladen und Auszüge.

Besonderes erwartet den Erfrischungsuchenden auch in der neugestalteten Dusche. Ob man das Sandsteindekor an den Wänden und die orangefarbene Beleuchtung nun mag oder nicht, die in die Dachhaube integrierte Regendusche ist jedenfalls eine pfiffige Idee, die für mehr Stehhöhe sorgt. Eine Handbrause gibt es obendrein. Zum Aufhängen von nassen Jacken finden sich zwei Wandhaken, aber keine Kleiderstange.

Das neugeformte Kunststein-Waschbecken ermöglicht nun eine bessere Bewegungsfreiheit bei geschlossener Tür. Ein Spiegelstreifen auf der anthrazitfarbenen Wandverkleidung veredelt zudem den Look. Um die ganz praktischen Belange kümmern sich drei Spiegel- und zwei Unterschränke – einer davon mit integriertem Schmutzwäschekorb.

Carthago Chic E-Line I 50 Foto: Ingolf Pompe
Edel und praktisch eingerichtet zeigt sich die Küche. Die Schubladen werden elektrisch zentralverriegelt.

Zu den Einzelbetten führt eine zweistufige Treppe empor, die sogar verschiebbar ist. Grund: Sie dient auch bei erweitertem Bett als Aufstiegshilfe. Das Zusatzpolster verlängert den Mittelteil aber nur auf 1,57 Meter, weshalb man sich fragt, ob sich der Aufwand lohnt. Die Betten selbst sind groß und bequem gefedert. Rundum gelungen ist zudem die Ausstattung mit Lampen und Ablagen. Auch das Hubbett reklamiert für sich, mehr als ein Notbehelf zu sein mit üppiger Breite, bequemer Unterfederung und Ablagebord.

Als Autarkie-Weltmeister tituliert Carthago etwas großspurig die E-Line-Modelle. Tatsächlich setzt er sich mit 235 Liter Frisch- und 185 Liter Abwassertankvolumen sowie 160 Ah Serienkapazität der Batterien in diesen Punkten an die Spitze des Trios. Auch die Warmwasserheizung ist aufpreisfrei an Bord.

Mit dem 130-PS-Basismotor dürfte sich die Fortbewegung des 4,5-Tonners etwas mühsam gestalten. Das gilt aber genauso für die beiden Konkurrenten. Mit 150 oder 177 PS passt die Leistung deutlich besser zur guten Straßenlage und direkten Lenkung, die den E-Line mindestens so flinkum Kurven wieseln lässt wie den agilen Arto. Die Rundumsicht ist gut, besonders auch direkt vor den Bug. Die Geräuschkulisse sortiert sich zwischen Arto und Hymer ein.

Integrierte der oberen Mittelklasse im Test
Carthago vs. Hymer vs. Knaus

Hymer B 704 SL

Gurt-/Schlafplätze: 4/4–5
Zulässiges Gesamtgewicht: 4500 kg
Länge: 7,79 m
Preis: ab 95.990 Euro

Wie viele andere technische Innovationen hat auch die neue Doppelboden-Chassis-Konstruktion des B-SL Vorläufer und Ideengeber. Bei LMC etwa gab es schon Integrierte mit flachem Zentraldoppelboden zwischen den Fahrgestellholmen, mit Platz für die Bordtechnik. So konsequent wie Hymer hat die Idee aber noch niemand umgesetzt. Der Rahmen wurde von Alko speziell entwickelt,und der Keller ist bis zu den Seitenerweitert, sodass auch Außenzugänge möglich sind. So findet sich quer unter der Küche ein praktisches Durchladefach, das dank Innenzugang als großer Vorratskeller nutzbar ist. Ein weiteres Außenfach gibt es vorn links – mit noch mehr Innenhöhe, da es bis in die Sitztruhe hinaufreicht.

Hymer B 704 SL Foto: Ingolf Pompe
Ansprechend gestaltete Sitzgruppe mit passend großem, aber etwas sperrigem Tisch. Bequemes Hubbett mit guter Breite. Zweites, dunkleres Möbeldekor wahlweise.

Aber es gibt auch kleine Lücken in der Unterkellerung, vor allem vorn rechts unter Seitenbank und Einstieg. Dennoch trägt der Doppelboden einiges zur positiven Stauraumbilanz des B 704 SL bei und beherbergt zudem die Bordtechnik sicher und warm in seinem Bauch. Sperrgut schluckt aber vor allem die geräumige Heckgarage. Zwei sehr große, zentral verriegelte Seitentüren, solide Zurrösen und Fächer für Kleinteile erleichtern die Arbeit des Lademeisters ungemein.

Im Fahrbetrieb erfreut der Hymer durch eine sehr gute Motorlärmdämmung. Die übrigen Fahr- und Klappergeräusche aus dem Ausbau bleiben aber nicht ganz auf dem niedrigen Niveau des Arto. Die Lenkung wirkt indirekter, das Fahrwerk weniger verbindlich als bei den beiden Konkurrenten, dafür federt der Hymer etwas feinfühliger. Diese Unterschiede liegen aber im Bereich von Nuancen. Auch die recht grobstolligen Winterreifen mögen dabei eine Rolle spielen. Die Rundumsicht ist passabel. Nach oben oder unten bleibt der Blick aber relativ früh am Scheibenrahmen hängen.

Hymer B 704 SL Foto: Ingolf Pompe
Ansprechend gestaltetes, zeitgemäß ausgestattetes Schlafzimmer im Heck. Ein Zusatzmatratzenteil überbaut den Gang auf voller Länge.

Die schick verkleidete Unterschale des Hubbetts mit integrierten Lampen, Sonnenblenden und Ablagefächern verbindet das Fahrerhaus optisch geschickt mit der Sitzgruppe. Gemütliches Sofa-Feeling verbreitet zudem die stoffbezogene Sitztruhe der Querbank, ähnlich wie im Arto. Die Platte des stabilen Tischs ist groß genug für vier Gedecke. Trotz Verschiebemöglichkeit steht sie aber manchmal im Weg. Nach Knaus-Vorbild versenkt nun auch Hymer beim B-SL das TV-Gerät hinter der aufgedoppelten Querbanklehne. Vorteil: Ein großer 32„-Bildschirm hat hierPlatz. Obendrauf entsteht ein praktischer Tresen zur Küche hin.

Die gibt sich funktional und unprätenziös. Etwas echte Arbeits- und Abstellfläche ist vorhanden, und auch die Spülenabdeckung kann als Schneidebrett genutzt werden. Der Kocher macht sich in der Praxis beliebt durch seine Bedienknöpfe an der Küchenfront und die Möglichkeit, auch große Töpfe und Pfannen einzusetzen, die über den Rost hinausragen. Trendgemäß versteckt sich im rechten Hängeschrank zudem ein Lift für eine Kaffeemaschine. Ein Halter für die entsprechenden Kapseln ist ebenfalls integriert.

Hymer B 704 SL Foto: Ingolf Pompe
Praktisches Durchladefach mit Innenzugang quer unter der Küche. In den schwarzen Isolierverkleidungen verstecken sich die Chassislängsholme.

Ohne Stufe führt der Gang weiter zum Bad, das mit einer soliden, aber nicht ganz so wuchtigen Tür wie im Arto verschlossen wird. Zusammen mit der Schiebetür zum Schlafzimmer entsteht aus Bad, Dusche und raumhohem Kleiderschrank ein Wasch- und Ankleideraum. Doch auch das Bad alleine ist ausreichend groß, um Toilette und Waschtisch mit Kunststeinbecken bequem nutzen zu können. Die Duschkabine gegenüber hat eine komfortable Größe. Ablagen fürs Duschgel und eine Dachhaube fehlen ebensowenig wie eine abnehmbare Kleiderstange.

Sinn fürs Praktische zeigen die Hymer-Entwickler auch mit einer Schmutzwäschetasche in der oberen Treppenstufe, die bequem zu den Einzelbetten führt. Bettenmaße und Federung versprechen erholsamen Schlaf. Die Wand am Kopfende ist schick und funktional gestaltet mit integrierten Lautsprechern, Ablage und USB-Ladebuchsen.

Die Bordtechnik liegt auf klassenüblichem Niveau. Besondere Optionen: die pfiffige Kombination aus AGM- und Lithiumbatterie sowie die Servicekamera, die das Rangieren beim Entsorgen erleichtert.

Frankia I gegen Laika Kreos
Spitzenmodelle im Vergleichstest

Niesmann + Bischoff Arto 77 E

Gurt-/Schlafplätze: 4/4–5
Zulässiges Gesamtgewicht: 4500 kg
Länge: 7,78 m
Preis: ab 99.980 Euro

Mit der Neugestaltung des Arto vor gut vier Jahren setzte Niesmann + Bischoff ein optisches Ausrufezeichen. Seine automotiven Anklänge lassen das Arto-Gesicht auch heute noch als eines der modernsten unter den Integrierten erscheinen. Den holzfreien Aufbau mit Alu-Alu-Sandwich und XPS-Isolierung hat Niesmann + Bischoff einst mehrheitsfähig gemacht – und das gilt auch für den Arto. Einen eigenen Weg geht er bei der Doppelbodenkonstruktion. Das Kellergeschoss ist nicht überall gleich hoch, sondern erstreckt sich vor allem über den Chassislängsholmen, wo auch die Wassertanks, Batterien und ein Staufach untergebracht sind. Seitlich davon erstreckt sich nur ein rund acht Zentimeter hoher Funktionsdoppelboden.

Niesmann + Bischoff Arto 77 E Foto: Ingolf Pompe
Bequeme Sitzgruppe mit angenehmer Polsterung, hochwertigen Cockpitsesseln und trickreich vergrößerbarem Tisch. Komfortabel gefedertes, aber relativ schmales Hubbett (Breite 1,30 m).

Um die Leerräume hinter den Seitenschürzen trotzdem nutzen zu können, findet sich links eine praktische Stauschublade, die aber nur für frostunempfindliches Ladegut verwendet werden kann. Für sperriges Gepäck gibt es natürlich noch die große Heckgarage mit rundum solider Ausstattung. Fächer für Kleinteile finden sich hier allerdings keine, und auch die deutlich kleinere linke Stauraumklappe ist beim Beladen ein Nachteil.

Der 7,78 Meter lange Integrierte lässt sich relativ handlich pilotieren. Das Lenkrad vermittelt einen direkten Fahrbahnkontakt. Die großzügige Fahrerhausverglasung und die stattlichen Spiegel tragen zu einer guten Übersicht bei. Lediglich direkt vor dem Bug bleibt ein größerer blinder Fleck. Auch wenn der Motorlärm beim Beschleunigen markant ins Cockpit dringt, sinkt der Geräuschpegel bei ruhigem Autobahntempo auf erstaunlich niedriges Niveau.

Die Isri-Fahrerhaussitze sind beim Fahren und Wohnen gleichermaßen bequem und lassen sich mit ihren Hubkonsolen exakt an die Sitzgruppenhöhe anpassen. Wegen der belederten Sitzwangen der Optionssitze empfiehlt es sich aber, gleich noch in die Sitzheizung zu investieren. Gemütlich Reinfläzen kann man sich besonders in die Eckbank, durch die Lehnen mit aufgesetzten Kuschelkissen. Während der Fahrt lassen die beiden Gurtplätze allerdings jeglichen Seitenhalt vermissen. Anpassungsfähig zeigt sich die Platte des standfesten Tischs, die nicht nur verschieb-, sondern auch erweiterbar ist.

Niesmann + Bischoff Arto 77 E Foto: Ingolf Pompe
Winkelküche mit zentralverriegelten Schubladen und großen, teils etwas labilen Auszügen.

Hobbyköche unterstützt der Arto mit einer gut ausgestatteten Winkelküche. Die Arbeitsplatte aus GfK mit angeformtem großem Spül- und kleinem Abtropfbecken erscheint wertig, aber nicht ganz so edel wie eine Kunststein-Oberfläche. Der Dreiflammkocher mit geteilter Glasabdeckung nimmt auch größere Töpfe und Pfannen auf. Im Unterschrank machen sich neben drei Schubladen auch noch drei Korbauszüge nützlich, die alle mechanisch zentralverriegelt werden.

Der unterste Auszug hinterlässt allerdings einen labilen Eindruck – nichts für schwere Töpfe und Pfannen. Die Küchenausstattung ergänzt gegenüber ein stattlicher Tec-Tower mit Backofen und 190Liter Kühlvolumen – serienmäßig sind es aber nur 106 Liter.

Das Bad verschließt eine solide Tür mit dickem Blatt. Kaum weniger wuchtig zeigt sich die Schiebetür, die das Schlafzimmer abtrennt, das verspricht eine gute Geräuschdämmung zwischen Frühschläfer und Spätfernseher. Rund um Toilette und Waschtisch geht es etwas eng zu, weshalb man lieber die geöffnete Raumbadstellung wählt.

Das optische Highlight des Bads sind die Wandverkleidungen aus echtem Schiefer. Noch mehr überzeugen dürfte Vielduscher aber die runde Duschkabine gegenüber, die mit üppiger Bewegungsfreiheit verwöhnt. Dachhaube und Kleiderstange machen den Raum als Trockenkammer nutzbar.

Niesmann + Bischoff Arto 77 E Foto: Ingolf Pompe
Nicht mehr „state-of-the-art“ ist die Position und Größe (55 cm) des TVs neben dem Einstieg.

Die Einzelbetten im Heck lassen mit bequemem Zugang, dicken Matratzen und Tellerfedern keinen Komfort vermissen. Auch das Ambiente ist sehr geschmackvoll und die Beleuchtung mit praktischen Wechselschaltern ausgestattet. Das Hubbett steht dem nur wenig nach – die Breite ist mit 1,30 Meter aber relativ knapp.

Hängeschränke, Sitztruhen, Schuh- und Treppenfächer gibt es in angemessener Zahl – dazu zwei große Kleiderschränke unter den Bettenden. Beim Zugriff kommt hier allerdings stets das Bettzeug in Unordnung. Die Bordtechnik prahlt mit einem 200-Liter-Frischwassertank. Vieles andere wie etwa die Warmwasserheizung kostet aber extra.

Testwertung

Carthago Chic E-Line I 50 Foto: Ingolf Pompe
Der gediegene Carthago bietet den meisten Doppelboden-Stauraum und die größten Wasserreserven.

Carthago E-Line I 50: Der Gediegene

Mit seinem dunklen Möbeldekor und den hellen Polstern verströmt der Carthagodas Flair einer edlen Yacht. Auch wenn die Möbelfarbe eigentlich nichts über die Verarbeitung aussagt, hält der E-Line auch weitgehend das Soliditätsversprechen, das er gleich beim ersten Eindruck gibt. Kritik entzündet sich nur an wenigen Stellen. Dagegen läuft er beim Fahren, bei der Bordtechnik, beim Stauraum, in der Küche und bei der Serienausstattung zu Höchstform auf.

 Große Heckgarage, großes Doppelbodenfach, große, bequeme Betten, edle Küche mit Zentralverriegelung, bequeme Sitzgruppe, großes TV-Gerät, große Wasser- und Stromreserven, handlich zu fahren, gute Rundumsicht, üppige Serienausstattung.
 Hoher Grundpreis, etwas schwacher Basismotor, keine Kleiderstange in der Dusche.

Hymer B 704 SL Foto: Ingolf Pompe
Die größte Innovation des B-SL ist von außen unsichtbar: die clevere Chassis-Doppelboden-Konstruktion.

Hymer B 704 SL: Der Innovative

Das Fahrgestell als integralen Bestandteil des Doppelbodens zu nutzen, das ist ein Konzept, das bislang noch keiner so konsequent bei einem Serienmobil umgesetzt hat wie Hymer. Trotz vergleichbarer Außenhöhe wird damit ein stattlicher, 36 cm hoher, fast durchgängiger Keller möglich. Auch mit dem Hybrid-Batteriesystem betritt der B-SL Neuland. Der Ausbau ist sehr hell gehalten, das wirkt besonders luftig. Ein dunkleres Dekor gibt es aber alternativ auch.

 Clevere Chassis-Doppelboden-Konstruktion, große Garage, praktisches Doppelbodenfach, gut erweiterbare Einzelbetten, großes TV-Gerät, elektrischer Abwasserschieber, Servicekamera und leistungsfähiges Batteriesystem optional, günstiger Grundpreis.
 Einfachere Serienausstattung, etwas schwacher Basismotor, sperriger Tisch.

Niesmann + Bischoff Arto 77 E Foto: Ingolf Pompe
Das hervorstechendste Merkmal des Arto ist sein modernes Design – innen und besonders außen.

N+B Arto 77 E: Der Schicke

Das Design des Arto war – und ist noch – ein großer Wurf, weil mit ihm erstmals so umfassend ein Integrierter von Front bis Heck in automotiverFormensprache gestaltet wurde. Doch die hochwertige Technik steht dem nicht nach. Auch im Interieur wirkt er moderner – dabei folgt die Form allerdings nicht an jeder Stelle der Funktion. Kleine praktische Schwächen, wie die etwas mühsam zugänglichen Kleiderschränke, verzeihen ihm seine Käufer vermutlich gerne.

 Moderne Außen- und Innenoptik, handlich zu fahren, große Heckgarage, praktische Schürzenschublade, bequeme Einzelbetten, Küche mit Zentralverriegelung, große Duschkabine, geringe Fahrgeräusche.
 Knappe Serienausstattung, viele, teure Pakete, etwas schwacher Basismotor, linke Garagenklappe klein, schmales Hubbett.

Fazit

Wenn drei das gleiche tun, muss noch lange nicht das Gleiche herauskommen. Die Marken setzen trotz vergleichbarer Grundrisse und Abmessungen durchaus unterschiedliche Schwerpunkte. Während der Carthago beim Stauraum, beim Fahren und mit der umfangreichen Ausstattung punktet, die den höheren Grundpreis letztlich relativiert, setzt der Niesmann + Bischoff vor allem auf ein aufregend-modernes Design, aber auch andere Vorzüge wie die große Dusche und bequeme Einzelbetten. Der Hymer wiederum, als jüngster Vertreter, besticht besonders durch seine revolutionäre Chassis-Doppelboden-Konstruktion und liefert auch sonst eine rundum solide Leistung ab. In jedem der drei Fälle entscheidet sich der Kunde für einen attraktiven, hochwertigen Integrierten.

Technische Daten
Niesmann + Bischoff Arto Carthago chic e-line Hymer B-Klasse SL
Grundpreis 99.980,00 € 117.200,00 € 95.990,00 €
Aufbau Integrierter Integrierter Integrierter
MaßeL x B x H 778 x 232 x 295 mm 789 x 227 x 305 mm 779 x 235 x 296 mm
Leistung 96 kW / 130 PS 96 kW / 130 PS 96 kW / 130 PS
Leergewicht 3.650 kg 3.575 kg 3.390 kg
Zul. Gesamtgewicht 4.500 kg 4.500 kg 4.500 kg
Sitze mit Gurt 4 bis 5 4 bis 5 4 bis 5
Anzahl Festbetten / Umbaubetten 2 / 2
Schlafplätze 4 bis 5 4 bis 5
Alle technischen Daten anzeigen
Noch nicht registriert?

Erstellen Sie jetzt Ihr kostenloses Profil und profitieren Sie als registrierter Nutzer von folgenden Vorteilen:

  • Exklusiver Zugriff auf alle Test- und Messdaten der Redaktion
  • 360°-Ansichten von Autos
  • Schneller PDF-Kauf
Kostenlos anmelden
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Top Aktuell Vergleichstest Adria Twin Van Tourer Van-Tourer vs. Adria Twin Zwei Campingbusse im Test
Stellplatz-Radar
mobil life 11.000 Stellplätze in einer App

Mit dem kostenlosen Stellplatz-Radar finden Sie auch unterwegs immer den passenden Stellplatz.

Anzeige
Beliebte Artikel Vergleichstest Pössl Campster Pössl vs. Westfalia vs. Ford VW T6, Ford Transit und Mercedes Vito Vergleichstest Campingbus-Basisfahrzeuge Ford Transit vs. Mercedes Vito vs. VW T6
Fahrzeug-Angebote
auto motor und sport Skoda Kodiaq RS Skoda Kodiaq RS Fahrbericht So fährt der sportliche Siebensitzer-SUV 08/2015, BMW 225xe Sperrfrist Zwischenbilanz E-Auto-Prämie 87.884 Anträge bis November 2018
Caravaning Mitmachen und gewinnen Movera Cleanmaxx Handstaubsauger Campingplatz-Tipp Costa Verde Campingplatz-Tipp Portugal Orbitur-Camping Rio Alto